E3 2016 - Ein sehr persönliches Fazit

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E3 2016 - Ein sehr persönliches Fazit

Beitragvon thomary » Do 16. Jun 2016, 11:13

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Wir könnten immer noch viel Zeit damit verbringen, News zu schreiben, die sich auf die Messe beziehen, und von bestimmten Interviews wird die Presse wieder die nächsten drei Wochen zehren können. Doch die Meinung über die E3 wird ja meistens anhand der Pressekonferenzen festgemacht, und das mache ich jetzt einfach auch mal, Nintendos Treehouse mit einbezogen. Wir haben die Pressekonferenzen verfolgt (hier findet ihr alle unsere News mit E3 2016 Tag) und ich habe auch die wichtigsten YouTube-Kanäle der Publisher verfolgt. Festhalten muss man mal: Die E3 ist eine Messe für die Großen. Die Großen und die Indies, die die Großen unter ihre Fittiche genommen haben. Ich hätte gerne noch mehr News zu den echten Indies geschrieben, aber ich hatte den letzten Tag den Eindruck, dass sich viele davon mit Absicht zurück gehalten haben. Aber zurück zum Thema: Mein E3-Fazit.

Die Pressekonferenzen: Angenehme Ruhe

Ich fand die Pressekonferenzen in diesem Jahr sehr angenehm. Insbesondere Ubisoft: Ich konnte alleine problemlos die wichtigsten News recht ausführlich mitschreiben, während sich Mey um unseren Twitter-Ticker gekümmert hat. Die Pressekonferenzen in diesem Jahr standen im Zeichen des Gameplays, und man hat auch noch Infos zu den Spielen verteilt. Ich hatte nicht den Eindruck, mit einem Spiel nach dem nächsten vollgeknallt zu werden, Hauptsache, wir haben hinterher eine riesige Liste an Spielen, die irgendwann kommen. Cool!

Sogar Sony hat sich an diese Konvention in diesem Jahr gehalten. Ein paar Tage vor der E3 hatte ich noch gemutmaßt, Sony würde wieder ein Googol an Spielen während der Konferenz raushauen, so, wie das in den letzten Jahren der Fall war, aber letztlich kamen die Enthüllungen mit einer angenehmen Geschwindigkeit und man hat sich für fast alles Zeit genommen. Mir jedoch unverständlich: Ausgerechnet Crash Bandicoot wird mit einem Satz auf der E3-Pressekonferenz abgestempelt! Seit diesem einen Trailer zum PS4-Launch gibt es Gerüchte und Mutmaßungen darüber, dass Crash zurückkehrt, und wir haben in den letzten Monaten sehr stark dafür argumentiert, dass der Beuteldachs zurückkommt. Gerechnet hatten wir ehrlich gesagt mit einem neuen Spiel oder, noch wahrscheinlich, mit einem Remake des Erstlings im Stile von Ratchet & Clank. Und dann gibt es einen Satz dazu - Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn es nicht einfarbige PS4-Faceplates für 30€ sind, dann sind es solche Dinge, die mir immer wieder zeigen, dass Sony ihre Fans nur in ausgewählten Situationen wichtig sind.

Davon abgesehen blieb sich Sony aber trotzdem irgendwie treu: Die Konferenz setze eher auf Begeisterung im Moment als langfristige Begeisterung. Die meisten Spiele wurden lediglich mit der Information "In Development" versehen - Bis wir God of War tatsächlich spielen können, dürfte es noch dauern. Und Moment, wo sind eigentlich so viele Spiele aus dem (vor-)letzten Jahr abgeblieben?

Highlight der Messe...

Im letzten Jahr hatten wir nach der E3 einen Artikel, der hieß: "E3 2015 - Highlight-Findung für Profis". War es dieses Jahr wieder so schwierig, sein persönliches Highlight zu finden? Ich sage: Jein. Nein, weil wir viele Spiele in diesem Jahr wieder gesehen haben (Dishonored 2, Ghost Recon Wildlands etc.) und gerade Microsoft und Ubisoft sich ja auf Spiele konzentriert haben, die in absehbarer Zeit kommen. Ja, weil sich die Mainstream-Fraktion unter den Spielern mal daran gewöhnen muss, dass einem nicht alles gefallen muss. Man kann nicht für jedes Spiel auf den Hypetrain springen. Der Spielemarkt ist mittlerweile alleine durch die Anzahl der Spieler so vielfältig geworden, dass sich jeder seine Spiele herauspicken kann. Auch als eingefleischter Spieler kann ich diesen Herbst nicht Call of Duty: Infinite Warfare, Battlefield 1 und Titanfall 2 kaufen und spielen wollen, wenn ich auch noch Interesse an anderen Genres habe...

Mein persönliches Highlight unter den großen Spielen lag bei Microsoft und heißt Forza Horizon 3. Bei diesem Spiel wusste ich einfach gleich, dass ich es auf alle Fälle haben muss. Die beiden Vorgänger haben mir schon sehr gut gefallen und wie schon beim zweiten Teil kann man hier wieder echte Weiterentwicklungen sehen. Forza ist immer gut, um seine Leidenschaft für Rennspiele wiederzuentdecken. Ganz ehrlich, bis Sony so ein Rennspiel auf die Beine gestellt bekommt... Ich weiß nicht, ob es jemals so weit sein wird.

Zweites ganz großes Highlight, auf das man aber noch länger warten muss, deswegen erscheint es hier an zweiter Stelle (außerdem weiß ich noch nicht, wie die NX Fassung aussehen wird): The Legend of Zelda: Breath of the Wild! Meines Erachtens hat Nintendo hier eine bahnbrechende Weiterentwicklung der Zelda-Reihe geschaffen. Lange Jahre wurde Nintendo vorgeworfen, immer wieder das gleiche zu machen. Mit diesem Spiel zeigen sie, dass sie auch etwas anders können. Die erste bahnbrechende Weiterentwicklung, die hoffentlich auch für viele andere NX-Spiele steht. Ansonsten: Sea of Thieves sah wirklich nett und nach einer intensiven Koop-Erfahrung aus. Sonst hat mir die Präsentation von Fe gefallen, zumal sich Zoink Games mit diesem Spiel wohl so sehr weiterentwickelt hat.

Vorbehalte gegen VR: Bestätigt!

Bestätigt wurden im Rahmen der letzten Tage meine Vorbehalte gegen Virtual Reality, vielleicht besonders gegen PlayStation VR. Ganz im Ernst: Ich habe bei allen Konferenzen gespürt, dass sich auch die Publisher selbst mit diesem Ding noch nicht sicher sind, bzw. dass die Technik aktuell noch nicht so weit ist. Die große VR-Chance sehe ich momentan sogar in der Verbindung Project Scorpio - Oculus, also in einem Jahr, wenngleich die Infos noch rar sind. Und ich befürchte immer noch, dass PlayStation VR auf lange Sicht ein Flop wird.

Es ist schwierig, VR-Spiele in einer Konferenz schmackhaft zu machen, denn wie soll es in einer Präsentation für viele Leute denn auch funktionieren, wenn nicht jeder ein VR-Gerät auf dem Kopf hat. Ubisoft hat zwei VR-Spiele in seiner Pressekonferenz gezeigt, und ganz im Ernst, sofort wusste ich, warum ich so abgeschreckt bin. Eagle Flight sah nicht nur nicht besonders toll aus, sondern wirkte so, als ob es maximal 20 Minuten Spaß macht. Bei Star Trek: Bridge Crew liegt das Problem nicht nur in der Konzeption, die unser Nutzer MaruTaruBaru so wunderbar zusammengefasst hat. Noch dazu hätte ich mich als Publisher geschämt, ein Spiel mit einer solchen Grafik öffentlich vorzuführen...

Bisherige Berichte über Fallout 4 VR waren nicht enthusiastisch, das Spiel verfügt wohl bislang nur über rudimentäre Features. Ja, ich konnte es nicht selbst ausprobieren, aber das verrät mir viel. Andere Spiele wirken noch immer wie reine Launch-Titel und zudem wie Casualerfahrungen, und was genau Rocksteadys Batman Arkham VR genau ist, wollte man trotz des nahenden Launches auch nicht verraten. Kann ich mehr, als mit Bruce Wayne Gotham City erkunden? Für PlayStation VR steht für mich noch eine andere Befürchtung im Raum, und ich ziehe hier Parallelen zur Wii: Sonys Ziel ist, schnell ein möglichst günstiges und massenmarkttaugliches Gerät auf den Markt zu bringen. Vermutlich aber eines, das ganz schnell technisch veraltet sein wird...

Fazit

Die E3-Woche war wieder aufregend und von vielen Ankündigungen und kleinen Überraschungen geprägt. Wie jedes Jahr habe ich es genossen, gleichzeitig steigert die Messe wie jedes Jahr die Vorfreude auf die gamescom, wo wir uns dann neben ein paar Mainstream-Titeln auch wieder den herausragenden Indie-Titeln widmen können. Leider fehlen uns hier ein klein wenig Kapazitäten, um während der E3 die doch vorhandenen Infos noch zusammenzugrasen. Davon abgesehen können wir uns jetzt aber bald wieder dem Testalltag zuwenden - Und hier sind schon einige kleine Perlen in Reichweite. Und schlussendlich hat die E3 dann auch das erreicht, was sie erreichen sollte: Von den konkreten Spielen abgesehen macht sie mich heiß auf die Zukunft. 4K, Scorpio, das sind wohl meine künftigen Highlights. 2017 wird bis Jahresende teuer. NX zuvor nicht mal mit eingerechnet.

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Re: E3 2016 - Ein sehr persönliches Fazit

Beitragvon Vaalle » Do 16. Jun 2016, 12:18

Die E3 war für mich mal wieder total überhyped. auf den großen PKs wurde meist das gezeigt, was letztes Jahr schon angekündigt wurde + 1-2 neue sachen und der unnötige VR kram. Und da spricht man den Teufel direkt an, VR. VR wird für mich enden wie 3D, am Anfang totaler hype und am ende ist jeder genervt davon und will es nicht mehr, bekommt es aber "aufgezwungen". Die "spiele" werden wohl nur einmalige kurzlebige Spielchen sein, habe irgendwo gelesen das die Sony VR spiele zwischen 10-30 euro kosten sollen, das zeigt ja schon im Grunde, was man erwarten wird. Für mich ist es einfach ein wahr gewordener jugend Traum von den Leuten mitte 30aufwärts, die damals die ersten VR versuche erlebt haben und nun wahr wird. Auch die dazugehörigen neuen Konsolen sind für mich völlig unnötig. Um diese nutzen zu können darf man wieder im tausenderbereich in die Tasche greifen, für etwas was am ende kam unterstützt wird udn selber sagen sie, die spiele werden auch auf den bisherigen Konsolen alle laufen. Dann kaufe ich mir lieber einen vernünftigen PC dafür und kann darauf dann ja Microsofts neuer Strategie dort die neuen Xbox spiele drauf spielen. ich verstehe also nicht, was die Publisher genau von usn wollen. Am ende ist Nintendo vielleicht doch wieder der lachende dritte, weil sie nicht auf diesen Zug mit aufspringen, sondern ihrer Linie treu bleiben, aber das wird man erst genauestens in 2-3 jahren wissen. Das einzige spielerische Highlight war für mich Horizon. Das gameplay hat in mir ziemlich großes Bedürfnis geweckt dieses Spiel zu spielen. God of war sah auch sehr gut aus, wäre mir aber schon fast eine art "vikings" lieber gewesen ohne Fantasy Wesen. Man wird sehen was noch in Zukunft aus uns zukommen wird, bisher bleibt eher ein ernüchterndes gefühl.
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