Alpha-Vorschau: For Honor (PS4) – Blut, Schweiß und kleine Bedenken

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Alpha-Vorschau: For Honor (PS4) – Blut, Schweiß und kleine Bedenken

Beitragvon thomary » Mo 19. Sep 2016, 14:57

For Honor feierte sein Debüt bei der Ubisoft Pressekonferenz der E3 2015 – Ein gutes Jahr später ergab sich nun erstmals für viele Spieler die Gelegenheit, selbst Hand anzulegen. Ubisoft veranstaltete eine geschlossene Alphaphase – Ich hatte die Gelegenheit, das Spiel auszuprobieren, und da mich keiner davon abhält, euch meine Meinung über das Gesehene zu verraten, erfahrt ihr hier, was die mittelalterlichen Duelle und Schlachten einem so alles abverlangen.

Bei der Ankündigung von Ubisofts Titel musste ich zwangsläufig an eine westliche Interpretation von Dynasty Warriors denken – So ganz konnte sich dieser Eindruck auch nicht erübrigen, nur, dass es For Honor um eine wesentlich ruhigere und vor allem ernstere Darstellung mittelalterlicher Schlachtfelder geht, wo auch vor Gewaltdarstellung nicht zurückgeschreckt wird. In erster Linie entsteht die Parallele dadurch, dass man sich bei Einnahme von Burgen neben den „großen“ Gegnern, denen man am besten Einer-gegen-Einen gegenübertritt, auch Massen von Klonsoldaten stellen muss, die sich jeweils mit einem Schwerthieb extrem unspektakulär beseitigen lassen und die auch kaum Schaden austeilen.

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Auf in den Kampf!


Die Kämpfe von Angesicht zu Angesicht sind innerhalb des Kampfsystems das Herzstück von For Honor und die haben dann auch nichts mehr mit den Kämpfen gegen Offiziere in Dynasty Warriors zu tun, denn theoretisch kommt ihr hier mit Buttonsmashing nicht weiter. Tatsächlich zählen in For Honor Aufmerksamkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Timing und Präzision. Man muss die Stärken und Schwächen seiner Figur kennen und im richtigen Moment angreifen können, sonst hat man keine Chance, gegen die KI manchmal sogar noch weniger als gegen andere Spieler, die sich natürlich noch selbst ins Spiel finden müssen.

Entscheidend im Kampfsystem ist die eigene Haltung. Auf Knopfdruck nimmt man die Blockhaltung ein, jedoch werden Angriffe nicht automatisch geblockt, sondern nur, wenn ihr mit dem rechten Stick die richtige Richtung auswählt. Greift der Gegner also von rechts an, müsst ihr auch rechts blocken. Blockt der Gegner rechts, solltet ihr nicht dort angreifen, sondern schnell nach links wechseln, oder seine Rüstung durchbrechen, oder seinem Angriff ausweichen um dann schnell einen Konter zu setzen, oder, oder, oder... Das Kampfsystem von For Honor ist tatsächlich recht anspruchsvoll und man fühlt sich wie mittendrin, wenn man gerade einem anspruchsvollen Gegner gegenübersteht. Ein wenig vereinfacht wurden die Duelle, weil man anhand kleiner Pfeilsymbole sieht, wohin der Gegner gerade zielt. Ich weiß nicht genau, ob ich das gut finde. Vielleicht hätte mir die Hardcore-Variante ohne diese Symbole besser gefallen, weil man so nur auf die Grafiken achtet anstatt wirklich auf seinen Gegner!

Neben diesem Bedenken am Spiel ist dann noch die grundsätzliche Frage, was die Spieler daraus machen. In der For Honor Alpha konnte man drei Spielmodi spielen, und insbesondere im Duell, d.h. im Kampf gegen einen anderen Spieler, habe ich schon Einiges gelernt: Viele versuchen es natürlich trotz allem mit purem Buttonsmashing, und damit kommt man teilweise dann blöderweise doch weiter, als wenn man das Ganze ernst nimmt, wenn man es denn nur halbwegs sinnvoll anstellt. Drückt mein Gegner wild auf seinen Tasten herum, nachdem er beispielsweise meine Rüstung durchbrochen hat, ist seine Ausdauer erst alle, wenn ich schon am Boden liege, war zumindest mein Gefühl...

Auch im Dominion-Modus, wo Viererteams gegeneinander antreten und eine Gruppe die Festung verteidigen muss, während die andere sie angreift, zeigten sich schon große Unterschiede zwischen den Spielern. Manche nahmen die Kämpfe ernst, während andere in Hack & Slash Manier und mit wenig System durch die Umgebung rasten. Wichtigste Lehre: Alleine hat man gegen zwei andere Kämpfer kaum eine Chance. Kommen euch also gleich vier Widersacher entgegen, solltet ihr euch schleunigst aus dem Staub machen. Können die Teams nicht mit echten Spielern gefüllt werden, übernehmen Bots die Rolle – Ihre Aufgabe machen sie schon erstaunlich gut.

Ihr könnt in For Honor zwischen verschiedenen Figuren wählen, die jeweils andere Bewaffnung und verschiedene Vorteile mit sich bringen. Grundsätzlich gibt es Ritter, Wikinger und Samurai, was euch eine Idee bezüglich Aussehen und Bewaffnung verschaffen kann. Nach dieser einführenden Auswahl könnt ihr eure Figur nach und nach personalisieren, denn man gewinnt nicht nur Erfahrungspunkte, sondern kann auf dem Schlachtfeld auch Ausrüstung sowie Gold finden, von dem man wiederum Ausrüstungspakete kaufen kann. Doppelte Ausrüstung kann man für XP zerlegen, wobei Erfahrungspunkte neue Fähigkeiten gewähren. Hier fehlt mir noch ein umfassender Eindruck, jedoch konnte man sich in der Alpha schon nach wenigen Schlachten ganz gut einen individuellen Charakter basteln.

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Loot und Charakteranpassungen machen Lust auf mehr.


Technisch war ich von For Honor einerseits überrascht von der optischen Qualität, denn das Spiel sieht wirklich gut aus und die typischen Ubisoftfehler wie Clippings und Co. hielten sich erstaunlicherweise in Grenzen, jedoch war die Bildrate an einigen Stellen auf PS4 nur geradeso erträglich. Teilweise hingen die Slowdowns aber wohl auch mit den andauernden Netzwerkproblemen während der Alpha zusammen. Hin und wieder lief ich in einem Moment noch unbehelligt über das Schlachtfeld, und lag nach einem Aussetzer im nächsten Moment tot am Boden – Ups!

Auf eine erfolgreiche Partie kamen während der For Honor Alpha ohnehin 3-4 fehlerhafte Vermittlungsversuche oder verkorkste Ladevorgänge, in der die Schlachten abliefen, ohne dass ich oder andere Spieler etwas tun konnten. Auch das Vermitteln von Spielern fiel dem Matchmaking-System teilweise schwer. Im technischen Bereich kommt also noch viel Arbeit auf Ubisoft zu, jedoch lief aus genau diesem Grund in den letzten Tagen ja auch die geschlossene Alpha-Phase ab. Im Gegensatz zu ähnlichen Tests des Publishers in der Vergangenheit soll For Honor ja auch nicht in wenigen Wochen, sondern erst im Februar erscheinen.

Ich werde For Honor auf alle Fälle weiter im Auge behalten. Restlos überzeugt bin ich noch nicht, doch ich freue mich in erster Linie auch auf die versprochene Kampagne und die Möglichkeit, das Spiel im Koop zu spielen. For Honor kommt am 14. Februar für PC, PS4 und Xbox One.


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