gamescom-Vorschau: GWENT: The Witcher Card Game – Es geht doch weiter – Im komplexen Kartenspiel

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thomary
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gamescom-Vorschau: GWENT: The Witcher Card Game – Es geht doch weiter – Im komplexen Kartenspiel

Beitragvon thomary » Mi 17. Aug 2016, 20:57

Zunächst ein Minispiel innerhalb von The Witcher 3: Wild Hunt – Und dann gab es diese Spieler, die sich mit Gwent (bei uns eigentlich Gwint) „verligeten“ und Geralts wichtigeren Abenteuer vernachlässigten. Für all jene wird bald gesorgt: GWENT: The Witcher Card Game erscheint als Stand-Alone-Titel und wird noch dazu Free2Play. Die Closed Beta wurde verschoben und startet auf PC und Xbox One nun am 25. Oktober. Vorab gibt es unsere Spieleindrücke von der gamescom, denn wir durften bereits Hand anlegen.

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Um ganz ehrlich zu sein, war ich während der Präsentation von GWENT: The Witcher Card Game überrascht, was so alles in dem Titel steckt. Ich hatte ein „simples“ Kartenspiel erwartet – Das heißt jetzt nicht, dass es einfach wäre, aber ich hatte eben erwartet: Ich versuche Gegner auf dem Spielbrett plattzumachen, und das war’s. Doch letztlich steckt in GWENT: The Witcher Card Game auch ein bisschen Action-Adventure und Visual Novel. Und CD Projekt RED zeigt, dass man mit Geralt und dem Witcher-Universum eben doch nicht so ganz fertig ist.

Auch nach dem Launch von GWENT: The Witcher Card Game sollen Einzelspieler-Kampagnen nachgereicht werden, die bis zu zehn Stunden Spielzeit bieten. Darin wollen die Entwickler nicht nur bisherige Events aus dem Witcher-Universum erzählen, sondern auch neue Geschichten darbieten – Mit bekannten und brandneuen Figuren! Wer sich jetzt nach The Witcher 3: Wild Hunt schon von Geralt von Riva verabschiedet hatte, kann also aufatmen. Nur mit dem Kartenspiel muss man eben etwas anfangen können.

Doch in GWENT: The Witcher Card Game gehört es durchaus auch dazu, über eine Map zu laufen – Jap, aus der Vogelperspektive steuert ihr Geralt durch die Umgebungen und erkundet auch optionale Schauplätze. Hier kommen dann die Adventure- bzw. Visual Novel Elemente zum Einsatz. Das Spiel ist komplett vertont und die wichtigen Sequenzen werden in hübsch animierten Sequenzen erzählt. Teilweise könnten diese Erzählungen auch ganz schön ausladend werden, jedoch sollte man möglicherweise trotzdem zuhören, weil man auch Entscheidungen treffen muss. Erkundet man diesen oder jenen Schauplatz oder nicht? Die Entwickler versprechen Konsequenzen im Kampagnen-Verlauf, sodass einem bestimmte Entscheidungen auch wieder auf die Füße fallen können. Apropos: Alles in den Kampagnen ist eine Karte. Auch Geralt ist eine Karte in eurem Deck. Und wer oder was stirbt bzw. was ihr verliert – Das geht eben als Karte aus eurem Deck verloren.

Wir können es kaum erwarten, uns einen umfassenderen Einblick von der Kampagne von GWENT: The Witcher Card Game zu verschaffen. Das war bisher nur sehr eingeschränkt in der kurzen Präsentation möglich. Den besten Eindruck konnten wir uns vom „eigentlichen“ Spielerlebnis, nämlich dem Duell mit Karten, verschaffen. Hier werden zunächst umfangreiche Änderungen am Aussehen des Spieles deutlich: Mit dem „abgespeckten“ Gwent aus The Witcher 3 hat dieses zum vollen Spiel ausgebauten Produkt nicht mehr viel gemein. Zudem gibt es jede Menge neue Karten mit wesentlich umfangreicheren Eigenschaften. CD Projekt RED hat eben aus einem umfangreichen Minispiel ein komplettes Abenteuer gemacht – Ein wichtiger Aspekt dabei war auch: Balancing musste her. Logischerweise spielte das im Minispiel innerhalb eines Open-World-RPGs nur eine untergeordnete Rolle, während ein Sammelkartenspiel mit Mehrspielerausrichtung optimalerweise gut gebalanced sein sollte.

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Ob dem so ist, konnten wir noch nicht entscheiden. Für die Demo, die wir anspielen konnten, hatten die Entwickler vier Decks jeweils unterschiedlicher Fraktionen zusammengestellt, die auch unterschiedliche Ausrichtungen hatten. Wir konnten spüren, die komplex GWENT: The Witcher Card Game sein wird: Drei Reihen, in die Nahkämpfer, Schützen und Artillerie gesetzt werden, „Wettereffekte“ mit Auswirkungen auf das Schlachtfeld, viele Boni und Mali, Heldenfertigkeiten, ...

GWENT: The Witcher Card Game war in der kurzen Zeit mitunter etwas verwirrend und „überfordernd“, weil man schon bei manch einer eigenen Karte viel Text lesen muss... Und zwar genau. Denn Effekte können einem natürlich nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile verschaffen oder auch dem Gegner weiterhelfen. Dann kommen teilweise auch Effekte von Karten zum Tragen, die erst nach einigen Runden eintreten – Vielleicht lohnt es sich nur, die Karte dann einzusetzen, wenn das Ende der Runde bereits vorhersehbar ist!

An dieser Stelle, wenn auch erst zum Schluss, der Preview, noch einmal grundsätzliches zu Gwent: Hier geht es nicht wirklich darum, dass die Karten auf dem Schlachtfeld gegeneinander kämpfen. Es geht stattdessen darum, Karten auszuspielen und am Ende der Runde die höhere Punktzahl zu haben, wobei jede Karte eine bestimmte Punktzahl aufweist oder aber auch durch Effekte Punkte (anderer Einheiten) erhöhen oder erniedrigen kann oder bspw. im Verlauf der Spielzüge an Punkte gewinnt.

Jedes Gwent-Spiel besteht aus drei Runden – Gewonnen hat derjenige, der zwei davon gewinnt. Das ist durchaus bedeutend anders als andere Sammelkartenspiele, die uns in letzter Zeit untergekommen sind. CD Projekt RED betont, dass GWENT: The Witcher Card Game viel mit Können zu tun hat: Starke Karten im Deck helfen nicht unbedingt weiter. Es geht um taktisches Vorgehen – Verliere ich vielleicht mit Absicht eine Runde, um den Gegnern glauben zu lassen, ich habe keine guten Karten, nur um danach meine drei restlichen Karten auszuspielen, die in ihrer Kombination unschlagbar sind?

GWENT: The Witcher Card Game hinterließ auf der gamescom bei mir den Eindruck, dass all diese Verbindungen nicht offensichtlich sind, sondern dass man sich auf jeden Zug konzentrieren und auch den Gegner genau im Auge behalten muss. Stellenweise wirkt das Spiel auch ein wenig überladen, insbesondere durch die langen Texte und Grafiken, die einem etwas über die Effekte der Karten verraten wollen. Doch ich denke, dass man mit etwas Einarbeitung auch eines der tiefgehendsten und vor allem eines der spannendsten digitalen Kartenspiele bekommen kann, denn auch die Inszenierung nicht nur der Schlachten, sondern auch der Kampagne(n) machte einen sehr guten Eindruck.


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Re: gamescom-Vorschau: GWENT: The Witcher Card Game – Es geht doch weiter – Im komplexen Kartenspiel

Beitragvon Sib » Sa 20. Aug 2016, 19:34

CD Project weiß, wie man es etwas richtig macht. Selbst das Kartenspiel hat auf einmal mein Interesse xD
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