gamesom-Vorschau: Urban Empire – Eine große (politische) Überraschung

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gamesom-Vorschau: Urban Empire – Eine große (politische) Überraschung

Beitragvon thomary » So 21. Aug 2016, 17:04

Kalypso Games erregte bereits mit der Ankündigung von Urban Empire Aufmerksamkeit: Kein „reiner“ bzw. gewöhnlicher City-Builder soll es sein, sondern direkt eine Politiksimulation. Auf der gamescom habe ich mich mit zwei der Entwickler des Studios Reborn Games (ehemals Fragment Production) unterhalten – Und gute Einblicke ins Spiel bekommen. Soviel vorweg: Urban Empire werde ich definitiv genau im Blick behalten.

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Was ist Urban Empire nun genau? Nun, auf der einen Seite ist es durchaus etwas für Fans von Cities: Skylines und Co., andererseits schlägt der Titel aber wirklich eine andere Richtung ein. Hier baut ihr keine einzelnen Häuser oder legt selbst genaue Aspekte eurer Stadt fest – Ihr bestimmt zum Anfang lediglich Form und Größe eines Distrikts. Die Stadtentwicklung und die Entstehung beispielsweise von Industriegebieten hängen dann ganz von euren (politischen) Entscheidungen ab.

Urban Empire ist ein Spiel mit Sieg und Niederlage: Nachdem ihr euch für eine von mehreren Herrscherfamilien entschieden habt, die sicherlich alle diverse Boni für sich beanspruchen können, läuft eure politische Karriere von der Industriellen Revolution bis in die aktuelle Zeit. In dieser Zeit müsst ihr versuchen, jede Bürgermeisterwahl (alle sechs Jahre im Spiel) zu gewinnen. Um zu gewinnen, „reicht“ es, alle Zeitalter zu überstehen – Oder ihr spielt beispielsweise auf bestimmte Ziele, wie so und so viele Schulen, Industriegebiete oder anderes in eurer Stadt zu haben.

Der Städtebauteil an sich kommt damit relativ kurz – Die Entwickler erwähnten, dass man, sobald die entsprechenden Technologien verfügbar sind, wohl Dinge wie Telefonleitungen und Co. verlegen kann. Letztlich könnt ihr euch aber auch dafür entscheiden, dass eure Stadt diese Errungenschaft überhaupt nicht bekommt, da ihr alles erforschen müsst. Somit beeinflusst ihr also immer wieder die Entwicklung der Stadt – Ein wesentlicher Aspekt ist natürlich auch, dass ihr diverse Bereiche finanziert. Steckt ihr viel Geld in Schulen, wird sich logischerweise schnell ein Bildungszentrum entwickeln, steckt ihr dagegen nur Budget in Industrie, kommen Schulen eventuell zu kurz.

Dementsprechend soll Urban Empire auch kein Spiel sein, wo man alle Bürger zufriedenstellen muss oder soll. Stattdessen geht es darum, bestimmte Zielgruppen anzusprechen, denn letztlich, und diese Lektion werden wir in Urban Empire wohl lernen, regiert der eigene Geldbeutel und das eigene Ansehen. Verliert man zwischendurch eine der Bürgermeisterwahlen, ist das Spiel übrigens de facto vorbei – Ihr habt aber die Gelegenheit, am Beginn der zuletzt begonnen Epoche nochmal einzusetzen.

Eine gamescom-Präsentation von 30 Minuten reicht natürlich nicht, um tiefe Einblicke in einen komplexen Titel wie Urban Empire zu bekommen, aber das Gezeigte hat mich sehr überzeugt: Zur politischen Entscheidungsfindung gehören Wahlen mit allem, was dazu gehört. Dabei müsst ihr entscheiden, ob ihr bspw. eine Rede zur Lenkung der Abgeordnetenmeinung vor dem Plenum haltet oder euch einen bestimmten Parteichef privat zur Brust nehmt... Oder aber irgendwo Gelder fließen lasst. Technische Errungenschaften wie die Fotographie können euch später wohl sogar weiterhelfen, einzelne Politiker oder ganze Parteien nach eine Bespitzelung in die Pfanne zu hauen – Wow!

Die Entwickler haben für den Verlauf der Kampagne, in der ein gewöhnlicher Spieldurchgang etwa 15 Stunden dauern soll, auch sehr weitgehende Features versprochen wie beispielsweise einen Gewöhnungseffekt der Bürger. Eventuell ist es beispielsweise auf Dauer schädlich, einen zu lockeren Führungsstil an den Tag zu legen: Wer den Bürgern ständig mehr Rechte gibt, muss damit rechnen, dass sie irgendwann immer fordern. Andererseits empfiehlt es sich auch nicht, Dinge wie Kinderarbeit allzu lange erlaubt zu lassen, denn damit riskiert ihr erst recht Unbehagen eures Gefolges.

Ich hoffe, dass Urban Empire am Ende wirklich so tiefgehend ist, es bei Texten, politischen Entscheidungen und Reaktionen genügend Vielfalt gibt und sich das Spiel nicht nur in trockenen Menüs abspielt. Mir hat das Spiel verdammt viel Lust auf mehr gemacht. Wer bisher mit Citybuildern wenig anfangen konnte und sich fragte: „Wozu eigentlich?“, könnte mir Urban Empire sehr viel Spaß haben, denn am Ende kann man an diesen Städten, die sich an sich quasi von alleine entwickeln, viel mehr seine Persönlichkeit ausleben als in denen von Sandbox-Citybuildern. Urban Empire wird leider erst am 20. Januar 2017 entscheiden – Viel zu lange Warten noch, ehe ich mir endlich ein ausführliches Bild vom Spiel machen kann!




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