Divinity: Original Sin - Review (inkl. Test Tagebuch)

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Divinity: Original Sin - Review (inkl. Test Tagebuch)

Beitragvon thomary » Do 3. Jul 2014, 19:15

Hallöchen und willkommen zum ersten Testtagebuch auf Gamer's Palace :)

*UPDATE vom 14. Juli*: Die finale Wertung steht nun. Ihr findet sie im letzten Post :)

In unserem Versuchslabor befindet sich aktuell Divinity: Original Sin aus dem Hause Larian Studios. Das Rollenspiel sollte eigentlich schon im Oktober letzten Jahres erscheinen, wurde dann aber auf März und schließlich auf Juni verschoben - Seit Montag ist die finale Version nun erhältlich. Dafür hatten die Entwickler auch ehrgeizige Ziele, denn Divinity: Original Sin soll ein äußerst vielfältiges Rollenspiel sein. Anfang 2013 war das Spiel zudem auf Kickstarter und auf der Crowdfunding-Plattform kamen über 1.000.000 Dollar zusammen - Daraus entwickelte man unter anderem neue Elemente wie einen Tag-/Nachtwechsel.

Divinity: Original Sin wird aus der Vogelperspektive gespielt und wir stürzen uns nun ins Abenteuer, um euch sobald wie möglich den Test zum Spiel zu liefern. Doch bis dahin halten wir euch über unsere Erkenntnisse auf dem Laufenden, und zwar sowohl in Text- als auch Videoform. Noch heute geht's los :)

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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » Do 3. Jul 2014, 21:13

Sorry, ein Video gibt es heute noch nicht, unser neues PC-Aufnahmegerät mag nämlich noch nicht so, wie wir wollen :(

Ein erster Eindruck nach der Figurenerstellung und halbe Stunde Spiel:

  • Beim Erstellen der Figuren (man erstellt zwei, da man nämlich immer zu zweit unterwegs ist!) hat man jede Menge Auswahlmöglichkeiten und kann die Figuren auf Wunsch inklusive aller Fertigkeiten anpassen... Man also z.B. auch dem Kleriker statt seines Streitkolbens einen Bogen in die Hand drücken usw.
  • Das Spiel steuert sich aus der Vogelperspektive und die Kämpfe laufen rundenbasiert ab. Bisher hat mich die etwas träge Steuerung gestört. Mit den Kämpfen wurde ich auch noch nicht hundertprozentig warm, aber bei rundenbasierten Kämpfen ist es ja üblich, dass man etwas Einarbeitungszeit braucht. Beide Figuren verfügen über eine bestimmte Anzahl an Interaktionspunkten, die man für Bewegung oder diverse Angriffe aufbrauchen kann.
  • Grafisch macht Divinity Orignal Sin einen sehr guten Eindruck. Man startet an einem wunderschönen Strand (tolles Wasser!) und auch die sonstigen Effekte können überzeugen.
  • Das Spiel verfügt über sehr viele ungeahnt liebevolle Elemente: Die bisher gefundenen Nebenquests bieten schöne Geschichten mit Entscheidungen, bei denen auch die beiden Spielfiguren ins Gespräch kommen. Kann man sich dann nicht entscheiden, wird es Zeit für eine Runde "Stein, Schere, Papier"! Cool, cool!

So, das war der erste Einblick. Morgen und am Wochenende werde ich mich noch länger mit dem Spiel beschäftigen, und dann klappt es vielleicht auch mit dem Video.
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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » Fr 4. Jul 2014, 20:20

Tag 2:

Divinity: Original Sin lässt sich mit und nach dem Einstieg viel Zeit, die Welt und die Geschichte vorzustellen. Recht schnell ist man in der Stadt Cyseal, doch kann zuvor bereits Nebenquests erfüllen, jede Menge Kisten und Fässer plundern (wobei die meisten leer sind), sowie auch in der Hauptgeschichte den Verlauf bestimmen: Entweder wir legen uns mit zwei besoffenen Wachen an oder wir lassen sie einfach stehen, indem wir einen beknackten Vorschlag von ihnen annehmen.

In Cyseal selbst können wir uns gleich einer ersten Gilde anschließen sowie Unterstützung für unsere bislang zweiköpfige Heldentruppe rekrutieren. Ansonsten erfahren wir von verschiedenen Städtern mehr über die Gefahren, die Cyseal aktuell bedrohen und müssen zudem einen Mordfall aufklären - Zahlreiche Anlaufstellen und Questfäden werden also irgendwie zusammenfinden.

Bisher sieht alles nach ¨richtigem Rollenspiel¨ aus - Also offene Welt, viele Quests und mehrere Anlaufmöglichkeiten, Dinge zu lösen. Nur die NPCs müssten teilweise noch etwas besser aufeinander abgestimmt werden, aber dennoch können die Gespräche schon überzeugen, auch wenn zum Beispiel zwei Wachen vor dem Stadteingang mit identischen Gesprächsfetzen ausgestattet wurden.

Zwischenzeitlich haben wir auch noch etwas mehr vom Kampfsystem gesehen, denn wir haben gegen eine größere Gruppe von Gegnern gekämpft, hatten dabei jedoch auch Unterstützung von NPC-Kollegen. Das machte schon einen guten und taktischen Eindruck und ich bin gespannt, mehr davon zu sehen, wenn dann auch der Anspruch steigt.

Bisheriger Wertungseindruck: 80-85
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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon Meykota » Fr 4. Jul 2014, 22:09

Ganz fix hat mich der gute thomary gebeten, mal eben das aktuelle Video zum Testtagebuch zu teilen. In diesem Video wird euch die Charaktererstellung in Divinity: Original Sin vorgestellt. Das Besondere an der Sache: Ihr erstellt nicht nur einen Charakter, sondern gleich zwei! Viel Spaß.

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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » So 6. Jul 2014, 19:36

Das Wort zum Sonntag

Wow, ich stecke quasi immer noch am Anfang fest! Divinity Orignal Sin lässt sich sehr, sehr viel Zeit, um in Schwung zu kommen. Dabei zeigt es sich ein wenig zwiegespalten: Auf der einen Seite hat man viele Möglichkeiten, die Welt selbst zu erkunden, andererseits wird man aber auch sehr, sehr oft scheitern, da viele Gegner dann schlicht und einfach zu stark sind. Divinity: Original Sin kann wirklich bockschwer sein! Besser gesagt: Unschaffbar. Wenn Gegnergruppen zu schwer sind, funktioniert's halt nicht, basta. Das hat dann recht wenig mit Skill zu tun. Ansonsten finde ich mich aber langsam in das Kampfsystem ein.

Die Quests bieten prinzipiell mehrere Möglichkeiten, sie zu absolvieren, jedoch müssen trotzdem immer bestimmte Trigger-Punkte ausgelöst werden. In der Hauptstory müssen beispielsweise wirklich drei Hinweise auf die Lösung eines Mordfalls gefunden werden, sonst geht es nicht weiter. Übersieht man aber eine Truhe, in der sich einer der Hinweise verbirgt, geht es halt nicht weiter, auch wenn man an anderen Stellen möglicherweise noch Hinweise findet. Auch sonst war mir manchmal das Vorankommen in Quests eher unklar.

Deutlich muss man sagen: Divinity Orignal Sin hat keine Quest- oder NPC-Markierungen. Ist cool, heißt: Ihr müsst jeden NPC ansprechen, um mögliche Nebenquests zu erhalten. Ärgerlich dabei: Viele belabern euch mit kopierten Texten und haben keine individuellen Aussagen. So hören wir oft: "Hihihi, ich dachte, ihr wärt ein Zombie" - Was beim ersten Mal witzig ist, nutzt sich leider schnell ab, wenn es wieder und wieder kopiert wird. Ebenso wurden einige Texte beim Übersetzen vergessen, was zusammen mit der nur englischen Sprachausgabe den insgesamt unrunden Eindruck der Lokalisierung verstärkt.

Ich werde mich noch tiefer in Divinity Orignal Sin wagen und dann hoffentlich bald wirklich im Spiel angekommen sein. Bisher wirkt alles ein bisschen träge und mit vielen Elementen kann ich noch gar nichts anfangen - Wie genau funktioniert zum Beispiel die Herstellung von Dingen? Das weiß ich noch nicht genau, aber freue mich darauf, es herauszufinden.

Momentaner Wertungseindruck: 74-79

Nachher folgen noch zwei Videos!
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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » So 6. Jul 2014, 21:14

Hier ist es jetzt auch die Playlist mit den Videos zum Testtagebuch von Divinity: Orignal Sin!



Teil 1 - Die Charaktererstellung
Teil 2 - Spielwelt & Kampfsystem
Teil 3 - Kamera & Übersichtlichkeit
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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » Mo 7. Jul 2014, 23:14

Divinity: Original Sin offenbart viele Facetten: Nach und nach erhält man mehr Items, die in der Spielwelt verteilt sind, sodass man die Charaktere besser anpassen kann und letztlich auch stärker wird. Die Kämpfe machen Spaß, wenn sich die Gegner in etwa auf dem gleichen Niveau befinden, wie man selbst. Dann experimentiert man herum, nutzt die Skills der Figuren geschickt und kann so problemlos zum Ziel gelangen. Interessant sind die Kombinationen der Elemente: Ein Regenzauber in Verbindung mit anschließenden Blitzschlägen offenbart seinen ganzen Effekt. Auch die in der Umgebung platzierten Fässer kann man so gut benutzen.

Divinity: Original Sin kann mich dennoch aus verschiedenen Gründen immer noch nicht so ganz packen. Erstens: Es ist zwar Old-School, aber für mich bedeutet das nicht, dass man unbedingt auch in der Zeit stehen bleiben muss. Damit meine ich nicht an sich die Optik oder so, sondern den Gesamteindruck. Rivellion als Spielwelt hat mich leider noch nicht besonders in seinen Bann gezogen. Wieso? In erster Linie aufgrund der Schwächen mit den NPCs, die ich schon genannt habe. Wenn ich immer wieder die gleichen Sätze höre, langweilt mich das. Letztlich führt das auch dazu, dass ich die Geschichte nicht wirklich ernst nehme. Im Grunde ist mit sogar alles egal. Das darf in einem RPG eigentlich nicht passieren. Zweitens: In Divinity: Original Sin gewinnt der, der sich möglichst klug Speicherpunkte anlegt. Das hat vielleicht auch etwas mit dem Old-School Aspekt zu tun, und so sehr ich freie Speichersysteme liebe, aber die ganze Entscheidungsfreiheit wird im Prinzip leicht ins Absurde gezogen, als dass mich das Spiel quasi direkt dazu auffordert, einfach neu zu laden, wenn ich eine Tat revidieren möchte. Auch deshalb fehlt mir der Sinn für Rivellion. Bisher hatte ich ohnehin aber noch nicht den Eindruck, dass irgendeine meiner Entscheidungen eine Auswirkung hat. Wer weiß, vielleicht kommt das ja noch.

Aktueller Wertungseindruck: ca. 75.
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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » Di 8. Jul 2014, 17:53

Das vierte Video zum Testtagebuch ist nun fertig und beschäftigt sich mit den Nebenquests und der recht lückenhaften deutschen Übersetzung:

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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » Sa 12. Jul 2014, 18:43

Ein paar Tage Pause sind rum - Woran lag's?

Mir fiel es wirklich schwer, mich weiter in Divinity: Original Sin hineinzufinden. Ich kam bei einem Kampf auf dem Hauptweg einfach nicht weiter, obwohl ich zwischenzeitlich noch andere Dinge erledigt habe und dann stärker war.

Die Lehre: Man muss sich wirklich sehr genau mit dem Spiel beschäftigen, möglichst viele NPCs ansprechen und sich dann auch endlich mal mit der Charakterentwicklung auseinandersetzen. Dann entfaltet Divinity auch sein ganzes Potential: Ich habe nun diverse neue Fertigkeiten für alle Figuren gelernt und den Ritter aus der Party noch zum Heiler (Hydrosophisten) gemacht. Somit fallen die Duelle leichter. Nach dem sehr schwierigen Kampf war das folgende übrigens sehr leicht - Teilweise finde ich die Gefechte also ein wenig unausbalanciert, vor allem da man in diesem Fall die Gefahr in der Höhle, und nicht davor erwartet hätte.

Zu den größten Störfaktoren des Spieles zählt sich das sehr unübersichtliche Inventar. Zwar kann man die Objekte manuell ordnen oder zum Beispiel automatisch nach den kürzlich hinzugefügten Gegenständen ordnen lassen, beim Händler geht das aber nicht. Dann kann man nur die üblichen Kategorien abrufen wie zum Beispiel "Ausrüstung". Ebenso wenig geht beim Händler das Wechseln von Figuren, um von allen die Gegenstände gleichzeitig zu verkaufen, da dann das Händlergebot vergessen wird. Hier würde man sich trotz Old-School ein klein wenig mehr Komfort wünschen, um ganz ehrlich zu sein!

Ich habe nun schon rund 20 Stunden auf dem Spielkonto und so langsam aber sicher entfaltet Divinity sein Potential. Der Einstieg ist also ziemlich zäh, aber es könnte werden!

Aktuelle Wertung: Ca. 79.
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Re: Divinity: Original Sin - Testtagebuch zum Rollenspiel

Beitragvon thomary » Mo 14. Jul 2014, 20:14

Anstatt eines “traditionellen” Tests gibt es heute zum Abschluss des Testtagebuchs an dieser Stelle eine ausführliche Pro-/Contra-Liste zu Divinity Original Sin sowie unsere abschließende Wertung.

Das hat uns an Divinity: Original Sin gefallen:

+ Divinity Original Sin ist insbesondere in den ersten Spielstunden nichts für “Weicheier”. Der Old-School Einschlag sorgt für ordentlich Anspruch. Tutorials sind Mangelware, bereits in die Charaktererstellung kann man viel Einarbeitungszeit investieren.

+ Auch in grundlegende Dinge wie die Herstellung von Dingen oder den Abbau von Rohstoffen muss man sich nach und nach einarbeiten. Hier fliegt einem nichts zu, zwar kann man eine Schaufel zum Ausgraben von Geheimnissen, eine Spitzhacke zum Abbau von Erz etc. schon in der Welt finden, aber eben ohne, dass sie auf dem Weg herumliegen.

+ Die Truppe aus zwei Helden, die schnell noch durch zwei weitere Abenteurer erweitert wird, entfaltet schnell ihre Dynamik und man versucht, sie möglichst sinnvoll weiterzuentwickeln. Aus wem macht man am besten einen zweiten Heiler? Solche und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt, so, wie ihr eben einen guten Anführer der Gruppe ebenso wie jemanden braucht, der möglichst gut mit Händlern kann. Die Entwicklung eurer Figuren ist also äußerst tiefschichtig und ihr werdet die raren Punkte nach jedem Levelaufstieg mit viel Bedacht verteilen.

+ Das taktische Kampsystem zeigt, dass es gut funktioniert: Mit euren Aktionspunkten müsst ihr bedacht umgehen (falls ihr nicht alle verbraucht werden sie für die nächste Runde aufgespart) und Elementzauber/-angriffe werdet ihr ebenso vorsichtig einsetzen, da man damit natürlich auch der eigenen Gruppe schaden kann. Das Spiel mit den Elementen überzeugt und wir freuen uns, dass es in einem Rollenspiel mal wieder so ausgiebig behandelt wird, wo einige Genrekollegen sogar ganz darauf verzichten!

+ Rivellion steckt voller Herausforderungen und ihr müsst euch daran gewöhnen, dass ihr nicht sofort überall hinkönnt. Hier gilt: Klug speichern, bevor ihr euch in unbekanntes Terrain wagt und die Stufen der anwesenden Gegnern beobachten. Ansonsten begegnet euch in der Welt eine wunderbare Mischung aus Action und Rätseln: Insbesondere einige der Höhlen haben es in sich.

+ Obwohl er recht repetitiv ist (siehe Contra) sind die Musikstücke von Divinity Original Sin ein kleines Highlight, die insbesondere im Kampf aus dem rundenbasierten System, da ja vermeintlich ziemlich lahm sein könnte, eine flotte Angelegenheit machen.

+ Divinity Original Sin bietet riesigen Umfang. Es verfügt nicht über eine waschechte Open-World, jedoch über vier riesige Maps, bei denen ihr jeweils mit rund 20-30 Stunden Spielzeit (oder mehr!) rechnen könnt. Zudem gibt es für jeden die Möglichkeit, eigene Maps und Herausforderungen zu bauen sowie natürlich auch Modmöglichkeiten - Aktuell gibt es schon den Cow Simulator (ja, ein Seitenhieb der Entwickler auf den Goat Simulator ;))



Das hat uns an Divinity Original Sin weniger gut gefallen:

- Anspruch in allen Ehren, aber der Einstieg ins Spiel kann sich wirklich sehr, sehr zäh gestalten: An einigen Stellen fehlen dann doch die Hilfestellungen, da diverse Dinge schlicht und einfach nicht durchschaubar sind. So zum Beispiel, wie die Punkteverteilung für die Fähigkeiten im Charaktermenü funktioniert: Um auf Stufe 2 aufzusteigen, braucht man zum Beispiel zwei Punkte usw. - Das wird aber nicht ersichtlich und man wundert sich, wieso das Upgrade nicht funktioniert.

- Ebenso wird man am Anfang des Spieles mit einigen etwas zu krassen Rätseln genervt, die ebenso nicht intuitiv durchschaubar sind. Des Weiteren mangelt es hin und wieder am Balancing. Während man zunächst ohnehin nur in der ersten Stadt Cyseal verweilen sollte, sind später einige Kämpfe auf den Hauptwegen unnötig schwer, während andere eher zu leicht sind. Da die Stufenaufstiege auch sehr lang dauern, kann man so auch schnell die Lust am Spiel verlieren, obwohl sich das Weitermachen natürlich eigentlich lohnt.

- In Divnity Original Sin gilt: Wer klug speichert, gewinnt. Nicht nur gibt es häufig Trial & Error Momente, sondern auch die Nebenquests, die eigentlich mit verschiedenen Enden daherkommen, kann man so leicht umgehen. Müsst ihr zum Beispiel einen NPC von eurer Meinung überzeugen, startet ein Stein/Schere/Papier Spiel, das ihr in Abhängigkeit von eurem Charisma Wert mehr oder weniger leicht gewinnen könnt. Im Extremfall führt ein Verlieren dazu, dass die Quest für euch einfach beendet ist und ihr z.B. ohne Schatz nach Hause geht. Wer will, lädt dann neu.

- Durch den zähen Einstieg und das häufige Trial & Error dauert es sehr, sehr lange, bis in Divinity Original Sin ein echter Spielfluss entsteht. Mitunter wird es euch sogar durchgehend daran mangeln. Nicht zuletzt liegt das auch daran, dass man manchmal nicht so recht weiß, wo man nun hin muss und einem zudem nicht klar ist, wie dies oder jenes funktioniert.

- In Divinity Original Sin mangelt es häufig an Übersichtlichkeit. Wir reden hier nicht von klassischen Komfortfunktionen, sondern zum Beispiel davon, das Inventar auch beim Händler sinnvoll zu sortieren. Wer viel mit sich herumschleppt, verliert schnell den Überblick. Ebenso ist die Kamera in der Standardeinstellung nicht frei drehbar, zoomt für unsere Begriffe nicht weit genug heraus und kommt zudem mit Höhenunterschieden nicht sehr gut klar. Hier sollte noch nachgebessert werden.

- Die deutsche Übersetzung ist recht lückenhaft, einige Gespräche sind sogar noch komplett mit englischem Text. Eine deutsche Synchronisierung gibt es ohnehin nicht. Die englische Sprachausgabe ist indes auch keine Meisterleistung, da die NPCs immer nur die gleichen paar Sätze wiedergeben, die zudem nur von einem Sprecher und einer Sprecherin vertont worden zu sein scheinen.

- Die Spielwelt und die NPCs sind insgesamt leider nur begrenzt glaubwürdig bzw. verlieren schnell an Authentizität. Rivellion mangelt es ein klein wenig an Ernsthaftigkeit, was unter anderem auch daran liegt, das zunächst witzige Sprüche der NPCs ständig wiederholt werden und auch wichtige Figuren nicht dynamisch genug auf Entwicklungen reagieren. Auch in den Hauptquests muss man so zum Beispiel immer bestimmte Triggerpunkte auslösen, bis die Figuren wieder neuen Gesprächsstoff bieten und man weitermachen kann.



Fazit

Divinity Orignal Sin ist ein ungeschliffener Diamant am Himmel der anspruchsvollen RPGs. Während wir uns einerseits freuen, dass uns hier mal nichts hinterhergeschmissen wird und wir uns ernsthaft mit der Welt, den Figuren sowie den grundlegenden Spielmechaniken auseinandersetzen müssen, so müssten an vielen Stellen doch ein paar mehr Angebote von Seite des Spieles her kommen: Manche Elemente sind nicht intuitiv oder logisch durchschaubar, hier müsste ein Tutorial her. Zudem müsste am Balancing noch etwas geschraubt werden, sodass in den ersten Stunden nicht unbedingt auf den Hauptwegen die schwierigsten Herausforderungen warten, während andere Dinge zu leicht sind.

Auf Seiten der Technik liefert man zwar eine schicke Welt mit beeindruckenden Effekten ab, auf der anderen Seite müsste man noch bei der Übersichtlichkeit nachbessern. Die Kamera kommt teilweise mit Höhenunterschieden nicht klar und beim Sortieren unserer Inventarmenüs hätten wir uns wenigstens den Hauch von Komfort gewünscht, und zwar auch bei den Händlern. Zudem haben die Übersetzer noch viel Arbeit vor sich, ebenso hätte aber die englische Vertonung ruhig etwas mehr Liebe vertragen können und die immer wieder gleichen Sätze der NPCs in den Dialogfenstern nimmt etwas Stimmung aus dem sonst so vielschichtigen Rivellion. Dennoch hat Larian mit Divinity Original Sin eine sehr solide Arbeit abgeliefert, an der man hoffentlich in Zukunft noch ein wenig polieren wird.

Bild
Technik: 80
  • Grafik: 82
  • Sound: 72
  • Umfang: 92
  • Gameplay: 77

Spielspaß: 77
  • Story: Die Hauptstory kommt leider etwas langsam in Fahrt und der Welt Rivellion fehlt ein klein wenig Ernsthaftigkeit. Dafür überzeugen vielschichtige Nebenquests mit unterschiedlichen Enden - Aber: Wer klug speichert und neu lädt, kann häufig gewinnen. So kann man Divinity: Original Sin leicht austricksen.
  • Frustfaktor: Auch hier gilt teilweise: Trial & Error. Die Kämpfe lassen sich durch das Nutzen von Elementen sowie besonderer Pfeile etc. sehr innovativ und beeindruckend lösen, an einigen Stellen hakt es aber am Balancing - Während einige Kämpfe zu leicht sind, kommen andere unerwartet störrisch daher.
  • Grafik/Stil: Die Grafik ist großteils hübsch anzusehen. Im Hinblick auf den Stil fehlten uns wahre Alleinstellungsmerkmale.
  • Wiederspielwert: Durch die umfangreiche Charaktererstellung und -entwicklung wohl definitiv vorhanden. Uns würde wahrscheinlich die Motivation zum erneuten Absolvieren der Hauptstory fehlen und neue Abenteuer würden locken, aber Divinity ist trotzdem nochmal einen Blick wert. Die Modmöglichkeiten machen das ganze natürlich noch ausbaufähiger!
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