inFAMOUS First Light (PS4) - Test zum leuchtstarken Seattle-Ausflug

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inFAMOUS First Light (PS4) - Test zum leuchtstarken Seattle-Ausflug

Beitragvon thomary » Do 28. Aug 2014, 21:30

In inFAMOUS Second Son machten wir mit dem Protagonisten Delsin Rowe bereits Bekanntschaft mit der überaus leuchtstarken Abigail „Fetch“ Walker, durch die wir die Neonkräfte gewannen. Wer sich gewünscht hat, einmal selbst in die Rolle der jungen Frau zu schlüpfen und nebenbei noch die Vorgeschichte zu inFAMOUS Second Son zu erfahren, der liegt mit inFAMOUS First Light genau richtig. Wir haben das Spin-Off unter die Lupe genommen.

Zurück nach Seattle!

inFAMOUS First Light schickt uns mit Fetch wieder zurück nach Seattle, und zwar ungefähr zwei Jahre vor den Ereignissen von Second Son. Genauer gesagt wird die Geschichte zweigleisig erzählt, denn eigentlich spielen wir Fetch zum gegenwärtigen Zeitpunkt bis hin zum Unfall eines Transporters mit Gefangenen aus Curdun Cay, mit dem Second Son losgeht. Der DUP-Chefin Augustine erzählt Fetch jedoch ihre Geschichte und begründet, wieso sie überhaupt ins Conduit-Gefängnis gekommen ist.

Fetchs Geschichte hat uns deutlich mehr gefesselt als die von Delsin. Das liegt zum einen daran, dass das Ganze deutlich dichter und gebündelter erzählt wird, was natürlich auch mit der kürzeren Spielzeit zusammen hängt: Rund vier Stunden dürftet ihr mit der Story von inFAMOUS First Light beschäftigt sein. Zum anderen hängt es aber auch damit zusammen, dass die Missionen trotz (oder gerade wegen) ihrer recht kleinen Anzahl jede Menge Abwechslung bereit halten. Zwar geht es oft recht actionreich zu, sogar in sniperartigen Missionen, aber teilweise müssen wir zum Beispiel Spuren verfolgen und uns dazu nach und nach in verschiedene Überwachungskameras hacken (Ja, ihr dürft euch ruhig an Watch Dogs erinnert fühlen).

Was es in inFAMOUS First Light im Gegensatz zu den “großen” Ablegern nicht gibt, sind Entscheidungen und das komplette Moralsystem: Die Story und deren Ausgang ist euch vorgegebenen (was angesichts des Prequel-Charakters ja aber auch nur logisch ist) und auch Aktionen, die ihr in der Spielwelt vollführt, werden nicht auf ein gutes oder böses Konto angerechnet.

Andere bekannte Spielelemente gibt es dann aber doch: Seattle, das wieder vollkommen frei begehbar ist, hält nämlich einige Nebenaktivitäten bereit: Alle zielen darauf ab, Neonpunkte freizuschalten, um Fetchs Fertigkeiten zu verbessern, oder aber um Trophäen freizuschalten. So sind Neonteilchen in der Stadt verteilt, die jeweils einen Punkt wert sind, bei der erfolgreichen Absolvierung von Lumen-Rennen, in denen ihr ein größeres Teilchen fangen müsst erhaltet ihr zwei Punkte usw. Überall in der Stadt gibt es Neonwolken, die Fetch eine gehörige Beschleunigung verpassen, wenn sie als Neonstrahl durch Seattle heizt. Das macht es euch leichter, die ganzen Ziele zu erreichen und oft müsst ihr dabei auch noch mit ihren diversen Sprungfertigkeiten arbeiten.

Das gesamte Gameplay in inFAMOUS First Light fühlt sich unglaublich flüssig und unkompliziert an – Wer die Neonkräfte schon bei Delsin mochte, wird Fetch lieben. Dadurch, dass es nur eine Kraft gibt, wirkt alles auch nicht so überladen, und durch den hohen Abwechslungsreichtum in den Missionen verstärkt sich der Eindruck, ein sehr flottes und unkompliziertes Actionspiel vor sich zu haben, das aber erfreulicherweise nicht ganz so oft in „Dauergeballer“ ausartet wie inFAMOUS: Second Son es tat.

Insgesamt kann man sagen, dass wir auch beim Abschluss der Story immer noch mit Fetch mitfühlen konnten und uns die Protagonistin und ihre Geschichte mehr ans Herz gewachsen sind als zum Beispiel Delsin. An Story und Gameplay haben Sucker Punch also einige Kniffe angesetzt und insgesamt ein besseres Ergebnis vorgebracht als mit ihrem Haupttitel – Was vermutlich daran liegt, dass man auch nicht gar so viele Spielstunden füllen musste wie bei Second Son.

Bild


Sind das VR-Missionen?

Mit dem Abschluss der Story ist inFAMOUS First Light noch lange nicht erledigt, für viele von euch dürfte sich sogar die eigentliche Herausforderung erst in den Kampfarenen verstecken: Im Wesentlichen fallen dort immer größer werdende Gegnerwellen über euch herein, die es zu besiegen gilt. Im zweiten Spielmodus müsst ihr nebenbei auch noch Geiseln befreien, eine Nebenaufgabe, die es auch in Seattle gibt.
Diese Kampfarenen finden in Curdun Cay statt und unter der Aufsicht von Augustine wird mit Hologrammen von Akulas, DUP-Agenten oder Dämonenjägern gearbeitet. Alleine von ihrem Aussehen her haben wir uns an die VR-Missionen einer sehr, sehr großen Spielreihe erinnert gefühlt.

Das Ziel in der Kampfarena ist, durch das Besiegen von Gegnern und das Befreien von Geiseln Punkte zu kassieren. Nebenbei könnt ihr noch die unzähligen Herausforderungen erledigen, die inFAMOUS First Light bereit hält, zum Beispiel 25 schwebende Gegner besiegen, 25 Gegner per Kometenfall töten und vieles mehr. Für die gesammelten Punkte erhaltet ihr nicht nur Trophäen, sondern könnt euch auf Ranglisten auch mit euren Freunden bzw. Spielern aus aller Welt messen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Kampfarenen einfach Spaß machen und über die Zusatzaufgaben in der Stadt hinaus, die auch recht schnell erledigt sind, für die nötige Langzeitmotivation sorgt, die inFAMOUS First Light ohne Zweifel bietet. Für den Preis von 15€ kann man bei einer so guten Story und dem gebotenen Umfang dann wirklich nicht meckern. Übrigens bietet inFAMOUS First Light auch eine vollwertige Platintrophäe, also erst meckern, wenn ihr wirklich denkt, nicht genug für euer Geld bekommen zu haben. Wir finden das Preis-/Leistungsverhältnis völlig in Ordnung!

Behutsame Modellpflege

inFAMOUS First Light benutzt natürlich die genau die gleiche Technik wie Second Son und natürlich sind wir auch in der gleichen Stadt unterwegs. Das sieht man dem Spiel natürlich auch von vorne bis hinten an, aber dennoch konnten wir subjektiv ein paar kleine Verbesserungen ausmachen, so leistet sich die Framerate in inFAMOUS First Light zum Beispiel fast gar keine Einbrüche mehr und zudem kommt es zu deutlich weniger Clipping-Fehlern bei Fetch oder bei den Feinden. Nur einige Objekte haben hin und wieder mal das eine oder andere Problem und stecken irgendwo fest oder werden unsinnig herumkatapultiert, aber hierüber können wir durchaus hinwegsehen.

Insgesamt bietet inFAMOUS First Light also nun eine durchweg solide Technik, aber wie schon bei Second Son gilt, dass abseits der tollen Effekte und der hübschen Stadt für den nächsten Ableger auch noch ein wenig unter der Haube gewerkelt werden muss, damit zum Beispiel Dinge wie das Kantenflimmern noch weniger werden und auch die eine oder andere Textur könnte ein wenig hübscher werden.



Fazit

inFAMOUS First Light ist ein insgesamt rundum gelungenes inFAMOUS Abenteuer und es hat uns sogar im Gesamtbild ein wenig besser gefallen als das Abenteuer von Delsin. Es überzeugen in erster die dichte Story und der große Abwechslungsreichtum bei den Story-Missionen. Ebenso ist die Erzählweise durch einige Kniffe wie die Zweigleisigkeit einfach besser gelungen und lässt auch am Ende noch mitfühlen.

Die Story voninFAMOUS First Light hat man in vier bis fünf Stunden beendet, danach kann man zahlreichen Aktivitäten in der Stadt nachgehen und sich schließlich dem Kampfarenen-Modus widmen, der mit der Jagd nach Highscores durch das Besiegen von Gegnerwellen auch beim 15€-inFAMOUS für die nötige Langzeitmotivation sorgt – Zumindest, bis die Platin erreicht ist. Die bietet inFAMOUS First Light uneingeschränkt und sie ist sehr gut machbar. Doch auch, wenn ihr nicht bloß reiner Trophyhunter seid, können wir euch inFAMOUS First Light ans Herz legen. Vor allem, wenn ihr Second Son schon gespielt habt, wird euch der Titel gefallen.

Pro:

+ Kurze, aber prägnante Story: Sehr gelungenes Prequel zu inFAMOUS: Second Son
+ Hoher Abwechslungsreichtum in den Storymission
+ Zahlreiche Nebenaktivitäten und Fertigkeiten von Fetch
+ Kampfarenen als besonderes Highlight
+ Gut machbare Platin - vollwertige Platin!

Contra:

- Hin und wieder leichte Einbrüche der Framerate
- Manche Objekte und NPCs haben im Eifer des Gefechts ab und zu Probleme mit der Physik und werden wirr herumgeschleudert

Bild
Technik: 84

Grafik: 84
Sound: 84
Umfang: 79
Gameplay: 89

Spielspaß: 86

  • Story: Durch die kurze Spieldauer sehr dicht erzählt - Man fühlt mit der Protagonistin gut mit.
  • Frustfaktor: Kaum vorhanden - Außer ihr schafft es schon wieder nicht, euren Highscore in der Kampfarena zu knacken!!
  • Grafik/Stil: Solide und insgesamt wieder ein wenig comichaft. Coole Effekte!
  • Wiederspielwert: Weniger vorhanden, wenn man alle Aktivitäten erfüllt hat.

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Re: inFAMOUS First Light (PS4) - Test zum leuchtstarken Seattle-Ausflug

Beitragvon zugroaster » Fr 29. Aug 2014, 13:26

Hört sich echt gut an. Aber ich werde erst Second Son zu Ende spielen.

Gibts das Game bei uns eigentlich nur als Download?
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Re: inFAMOUS First Light (PS4) - Test zum leuchtstarken Seattle-Ausflug

Beitragvon thomary » Fr 29. Aug 2014, 13:35

Im Moment ja, aber am 9. September kommt auch eine Disc-Fassung in den Handel. Amazon hat sie noch nicht, aber z.B. spielegrotte, wonach sie aber mit 25€ ganze 10€ teurer als die Download-Variante ist...
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Re: inFAMOUS First Light (PS4) - Test zum leuchtstarken Seattle-Ausflug

Beitragvon zugroaster » Fr 29. Aug 2014, 15:55

Ich hatte die Disc-Fassung in AT (meine ich) gesehen. Deswegen hat mich das jetzt gewundert. Aber gleich 10 € mehr. Ufff...
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