A Story About My Uncle - Aufregender PC-Plattformer im Test

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
thomary
Chefredaktion
Beiträge: 3959
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:49
Zocker-Vorliebe: PC und Konsole - Multi-Künstler
Wohnort: Leipzig
Hat sich bedankt: 606 Mal
Danksagung erhalten: 676 Mal
Kontaktdaten:

A Story About My Uncle - Aufregender PC-Plattformer im Test

Beitragvon thomary » Mi 17. Sep 2014, 12:17

Wir kennen sie alle: Gute Nacht Geschichten. Doch egal, welche wir gehört haben oder selbst unseren Kindern erzählen, wer kann schon behaupten, von aufregenden Abenteuern gehört zu haben, die der eigene Vater und der eigene Onkel erlebt haben? Inklusive waghalsiger Sprünge und hochtechnologisierter Grapple-Devices? Nun, zumindest könnt ihr so ein Abenteuer nachspielen, im First-Person Plattformer A Story About My Uncle. Wir haben uns darin herum geschwungen.

Bild


Hinüber zur anderen Seite

Allzu viel Erzählung braucht ihr in A Story About My Uncle nicht zu erwarten, denn den Großteil des Abenteuers, das ein Vater seinem Kind erzählt, spielt ihr selbst nach. Nur hin und wieder wird eine Frage des Kindes eingeworfen, auf die der Vater antwortet, zum Beispiel dann, wenn ihr Objekte in der Spielwelt findet und euch erklärt wird, worum es sich dabei handelt.

Die eigentliche Geschichte ist aber auch bloß halb so aufregend wie das Spiel an sich: Der Vater erzählt nämlich, wie er als Junge im zärtlichen Alter seinem Onkel zu folgen versucht, der einfach verschwunden ist. Doch auf der Suche nach ihm gelangt er in eine Welt, die er sich so nie zu träumen gewagt hätte – Nein, es regnet keine Pfannkuchen oder Milch fließt in den Flüssen, sondern man kann sich in der Welt nur mithilfe eines Spezialanzugs fortbewegen, in den der Junge neugierigerweise hineingeschlüpft ist.

Der Anzug ist nämlich mit Technologie ausgestattet und beinhaltet zum Beispiel das „Grapple Device“, mit dem ihr euch einfach an Objekte und Felsen mit einem Lichtstrahl ranziehen könnt. Zudem ermöglicht er euch einen Powersprung, um zu hoch gelegene Plattformen zu erreichen. Im Laufe des Spieles findet ihr noch weitere Upgrades für den Anzug und zudem Energiekerne, die euch letztendlich erlauben, das Grapple Device bis zu drei Mal zu benutzen, ohne zwischendurch den Boden zu berühren.

Was nun schon wie ein Plattformer klingt, ist in Wirklichkeit ein nervenaufreibender Plattformer in der First-Person-Perspektive, in dem man zumindest schonmal etwas von physikalischen Prinzipien gehört haben sollte, um zu bestehen. Seid ihr zu schnell, fliegt ihr am Ziel vorbei. Fliegt ihr nicht im richtigen Winkel, schafft ihr es entweder nicht ganz auf die nächste Plattform oder fliegt zu weit.

Wir verweisen euch an dieser Stelle an unsere kläglichen Versuche, A Story About My Uncle im Let’s Play zu absolvieren. Auch wenn wir es schließlich doch noch durchs Spiel geschafft haben, war das Ganze zum Aufnehmen und Kommentieren für uns doch nicht ganz die richtige Wahl, da wir wie die größten Vollnoobs aussehen, die noch nie einen Controller in der Hand hatten.

phpBB [video]


Volle Kontrolle

Stichwort Controller: A Story About My Uncle lässt sich mit Maus und Tastatur als auch Controller steuern. Die Controller-Einbindung wurde vorbildlich erledigt und wir würden euch empfehlen, das Spiel auch so zu spielen, denn es fühlte sich ein wenig besser an und wir hatten auch weniger Probleme mit der Steuerung, obwohl diese immer noch nicht ganz aus der Welt geschafft waren. Gespielt haben wir übrigens mit einem Xbox 360 Controller.

Das Hauptproblem ist, dass hin und wieder vor allem der Sprung aus dem Sprinten heraus einfach nicht funktioniert. Eigentlich muss man dafür die Sprinten-Taste sowie die Tasten zum Powersprung gedrückt halten und Letztere dann für den Absprung loslassen, doch das will einfach manchmal nicht so, wie es soll. Nicht immer ist auch ganz nachvollziehbar, wann Objekte nun für das Grapple-Device schon erreichbar sind und wann nicht. Obwohl sich A Story About My Uncle eigentlich sehr rund und schnell spielt, sind das Ärgernisse, die einfach nicht vorkommen sollten in einem Spiel dieser Art.

Bild


Eine schööööne Geschichte

A Story About My Uncle legt bei den Spielwelten mit seiner überschaubaren Anzahl von Levels ein recht schönes Artdesign vor, denn von Panoramen und der Umgebung ist man recht oft beeindruckt. Leider handelt es sich aber nur um optische Unterschiede, denn die Umgebung wird nicht für zusätzliche Herausforderungen genutzt: Auch in den späteren Eishöhlen werden wir nicht auf dem Boden rutschen, sondern lediglich unser Grapple-Device funktioniert nicht mehr.

Technisch überzeugt der Titel mit einer flüssigen Bildrate und ist insgesamt hübsch anzusehen, kann aber gleichzeitig auch keinen Wow-Effekt auslösen: Auch wenn man bedenkt, dass A Story About My Uncle bereits 2012 als Demo vorgestellt wurde, wirken insbesondere Spielfiguren nicht gerade wie aus einem aktuellen Spiel und wir hätten uns gewünscht, dass gerade die eigentlich sehr hübschen Dörfer ein wenig interaktiver wirken und nicht bloß Statisten dort unterwegs sind.

Somit ist A Story About My Uncle zwar insgesamt noch ganz schöööön, aber nicht laaang. Abgesehen von unseren vielen kläglichen Versuchen in den einzelnen Abschnitten kann man das Ganze sicherlich in unter Stunde beenden, sollte man den Dreh wirklich raus haben und sich nicht mit der Suche nach fünf Sammelobjekten beschäftigen, die in jedem Level verteilt sind. Die Errungenschaften des Spieles verlangen indes von euch, dass ihr in den Levels zum Beispiel das Grapple-Device nur eine bestimmte Anzahl mal verwendet, wodurch ihr die Level automatisch üben müsst und schnell durchrennen könnt.

Bild


Fazit

A Story About My Uncle ist ein netter Zeitvertreib und ein anspruchsvoller First-Person Plattformer, der aber gefühlt ein wenig mehr Abwechslung und einen größeren Rahmen vertragen hätte. Dass man das Ganze einerseits so schnell durchspielen, sich andererseits aber ggf. über seine eigene Unfähigkeit immer wieder ärgern kann, kann den Spielspaß wertvolle Punkte kosten. Des Weiteren wirkt die gesamte Spielwelt nur wie eine Kulisse, um letztendlich wieder den Weg zum verschwundenen Onkel zu finden, obwohl sie eigentlich ein Mysterium sein sollte, das erforscht werden will. Diese Aspekte kamen uns in A Story About My Uncle schlichtweg ein wenig zu kurz. Gelegentliche Probleme mit der Steuerung der technisch teils durchwachsene Eindruck machen A Story About My Uncle so zu einem soliden Plattformer, auf den Genrefans sicherlich einmal einen Blick werfen sollten. Wenn ihr aber wisst, dass Jump’n’Runs nichts für euch sind, solltet ihr einen großen Bogen darum machen.

Pro Contra
+ Eine insgesamt interessante Geschichte in schönen Welten… - … die nie ihr volles Potential entfachen und nur Kulissen bleiben.
+ Nervenaufreibendes Gameplay in First-Person - … das hin und wieder an Steuerungsmängeln krankt
+ Vorbildliche Controller-Einbindung - Technisch teils durchwachsen, insbesondere bei den Spielfiguren
- Recht kurze Spieldauer


Bild
Technik: 68

Grafik: 69
Sound: 69
Umfang: 64
Gameplay: 71

Spielspaß: 69

  • Story: Es ist insgesamt ein schönes und faszinierendes Abenteuer, das hier erzählt wird und das wir als Junge nachspielen.
  • Frustfaktor: Kommt auf eure Fertigkeiten in First-Person-Plattformern an. Einige Passagen wirken schwer „gemacht“, sodass alles halt wirklich sehr knapp ausgelegt ist und man ggf. ganz schön tüfteln muss, um auf die andere Seite zu gelangen!
  • Wiederspielwert: Leider gering, außer, man muss noch Sammelobjekte finden!
  • Design/Stil: Insgesamt schön, denn die Spielwelten faszinieren.
  • Musik: Unauffällig. Die Soundeffekte des Anzugs können aber überzeugen und die Sprachausgabe ist auch gut gelungen – Die Bewohner der mysteriösen Welt haben ihre eigene Sprache erhalten.

Informationen zur Verfügbarkeit
A Story About My Uncle ist bei Steam für 12,99€ erhältlich. Das gesamte Spiel ist auf Englisch!
Bild
Bild
Besuche den Autor bei: Facebook | Twitter

Tags:
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast