J.U.L.I.A.: Among the Stars - Weltraumabenteuer mit Kniff für Steam

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J.U.L.I.A.: Among the Stars - Weltraumabenteuer mit Kniff für Steam

Beitragvon Meykota » Fr 19. Sep 2014, 18:22

Der Weltraum. Unendliche Weiten. In diese stillen Weiten lockt uns J.U.L.I.A. Among the Stars, das einst unter dem Namen J.U.L.I.A. Enhanced Edition erschien und uns nun in überarbeiteter Fassung in Steam vorliegt. Ob das Abenteuerspiel im Weltraum auch problemlos bei ähnlichen Titeln wie Geheimakte Tunguska oder Der Verlorene Kontinent mithalten kann, versuchen wir euch in unserer Review zu erklären.

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Das Startmenü


Zu lang geschlafen!

In J.U.L.I.A. spielen wir die Astrobiologin Rachel, die eines Tages mitten in ihrem Raumschiff erwacht, weil der Roboter JULIA, der über das Schiff wacht, enorme Schwierigkeiten festgestellt hat. Bevor wir selbst genau wissen, was passiert ist, müssen wir uns darum kümmern, dass Feuer gelöscht und Giftdämpfe abgezogen werden. Das gelingt unter der Anleitung von JULIA ganz gut, was uns wiederum eine Erklärung zur Story einbringt.

Rachel gehörte einst einem Forschungsteam an, das im Weltraum verschiedene Planeten erforschen und untersuchen sollte. Offensichtlich ist jedoch ihr Forschungsteam ohne sie auf den Planeten Xenophon gereist und JULIA hat die gute Rachel gute 60 Jahre schlafen lassen. Jetzt befinden wir uns also auch noch mutterseelenallein im Weltraum, aber wir sind nicht auf den Kopf gefallen, also landen wir auf Xenophon und finden eine grausige Geschichte vor, denn so ganz harmlos war der Planet nicht. Jedoch erwarten euch nun keine menschenfressenden Aliens oder schießwütige Einwohner, sondern lediglich einige Rätsel, die es stellenweise in sich haben.

Was sich auf den ersten Blick aber spannend anhört, entpuppt sich als eine Art Endlosschleife. Denn auf jedem Planeten, den ihr im Anschluss an Xenophon besucht, wird euch erst einmal eine verschlossene Forschungsstation erwarten, die ihr auf unterschiedliche Weise betreten müsst. Häufig geht es dann darum, herauszufinden, was dem Team vor Ort geschehen ist. Hier können lediglich die einzelnen Geschichten selbst überzeugen, denn diese zeigen die Abgründe der Menschlichkeit viel offensichtlicher als so manches andere Spiel, das das von sich behauptet.

Am besten wir erwähnen es jetzt genau an dieser Stelle: Wir selbst spielten auf einer HD Ready Auflösung, da das Spiel zu Beginn die Möglichkeit gibt, zwischen Full HD oder HD Ready zu spielen. Wir entschieden uns für die HD Ready Auflösung, weil unser Testgerät keine großen Auflösungen unterstützt. Nur zum Testen wollten wir dann zu Full HD wechseln, nachdem wir schon gespielt haben, aber es ist NICHT möglich, die Savegames zu übernehmen. Die beiden Savegames sind nicht kompatibel. Wenn ihr also zwischendrin wechseln wollt, dann müsst ihr wohl oder übel ein neues Spiel anfangen. Überlegt es euch also gut, welche Version ihr wählt.

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Die Wahl der HD-Version


Die Logik….

Eines gleich zu Beginn: J.U.L.I.A.ist ein typisches Abenteuerspiel, bei dem ihr jedoch keine Figur steuert, sondern lediglich im Point and Click Stil die Rätsel löst. Deswegen ist es ratsam, sich einfach schon einmal vorsichtshalber einen Stift samt Papier beizulegen, ihr werdet es brauchen - oder ihr merkt euch zehnstellige Zahlenkombinationen im Schlaf, dann braucht ihr das selbstverständlich nicht. Aber das hält sich wiederum auch in Grenzen, manchmal kann man sich die Kombinationen und Passwörter sogar merken.

Ein bisschen schwankend ist dann der Grad der Rätsel schon. Einige sind sehr einfach zu lösen, weil es sich nur um eine Art Schiebepuzzle handelt, andere wiederum erfordern ganz schön viel Köpfchen. Bei uns haben die schwierigen Rätsel ganz oft zu Schnaufern geführt, dass wir uns am liebsten gewünscht hätten, wir würden mehr Logikverständnis haben. Aber einiges ist einfach nicht logisch. Ich wäre niemals auf einige Lösungen gekommen, wenn ich nicht mal eben in die Komplettlösung geschaut hätte. Aber gut, für ein Abenteuerspiel ist es ganz okay, dennoch an einigen Stellen absolut nicht nachvollziehbar. Beispielsweise wird zwar im Log angezeigt, was man machen soll, aber das dann zu finden, ist eine vollkommen andere Geschichte.

Am besten, legt ihr nicht nur Zettel und Stift parat, sondern macht euch als allererstes mit eurem Raumschiff vertraut, denn hier müsst ihr später sehr oft zurückkehren, um verschiedene Upgrade zu tätigen oder anderen Aufgaben nachzukommen. Und das verrät euch das Spiel nicht immer gleich. Demnach wäre es ratsam, nach jedem Planeten oder wenn man nicht mehr weiterkommt einen Blick auf das Raumschiff zu werfen. Vielleicht wartet hier der eine oder andere Hinweis auf euch.

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Ein Blaupausenrätsel


Oh, my.

Wie viele Indiespiele ist auch J.U.L.I.A. komplett auf Englisch, leider. An sich wäre es kein Problem, da das Englisch hier sehr gut gewählt wurde und vieles verständlich ist. Aber eben nur vieles und nicht alles, denn zwischendrin verstecken sich dann auch schöne astrobiologische und technische Begriffe, die vielleicht nicht jedem bekannt sind. Das ist ein wenig ungünstig gewählt. Dennoch ist das Spiel komplett synchronisiert und das auch noch sehr gut. Die Untertitel bräuchte man fast gar nicht (abgesehen von den Begriffen aus der Fachsprache), so gut sind die Sprecher gewählt.

Auch der Soundtrack weiß zu überzeugen, denn hier wurden wunderbare Klänge mit passenden und manchmal sehr gruseligen Geräuschen untermalt, die für eine unglaublich dichte Atmosphäre sorgen und immer sehr passend zu den entsprechenden Gebieten gewählt wurden. Hier wurde wirklich hervorragende Arbeit geleistet. Sehr gut!

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Der Analyser - Um Proben zu analysieren


Hallooo? Reagierst du?

So schön sich J.U.L.I.A. sowohl grafisch als auch “geräuschlich” macht, so muss es leider in der Technik versagen. Man steuert J.U.L.I.A. im Groben mit der Maus, die aber leider nicht immer genau das macht, was sie soll. Gerade bei Blaupausenrätseln, bei denen es darauf ankommt, dass man das richtige Werkzeug ausgewählt hat, versagt es stellenweise, sodass man manchmal ganz schön rumdrücken muss, um das Spiel davon zu überzeugen, dass es etwas machen wollte. Sehr ärgerlich.

J.U.L.I.A. läuft in der Regel flüssig, ruckelt sich jedoch ganz leicht durch die wenigen Cutscenes, die es gibt. Das kann jedoch auch an unserem Testcomputer gelegen haben und ist auch nicht weiter störend, da es wirklich nur ganz leicht ist, jedoch muss es erwähnt werden.

Das Interface an sich ist etwas verdammt klein geraten. Häufig ist die angezeigte Schrift viel zu klein gehalten (man kann die auch nicht vergrößern), ebenso wie das Menü im oberen rechten Rand des Bildschirms, in dem sich so ziemlich alles Wichtige befindet. Hier passierte es ganz häufig, dass wir nicht auf den Analyseknopf kamen, sondern plötzlich wieder im Hauptmenü landeten. Das ist sehr schade und sollte mit einem der nächsten Updates bitte behoben werden.

Dafür ist die Unterstützung der Entwickler echt richtig gut! Seitdem das Spiel am 12. September 2014 auf den Markt kam, hat es schon viele kleinere Patches bekommen, die einige Achievementbugs und andere Probleme gelöst haben. Das muss man den Entwicklern wirklich zu gute halten!

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Das Sonnenystem


Wie gut ist J.U.L.I.A.?

J.U.L.I.A. Among the Stars ist ein recht klassisches Abenteuerspiel, das im Weltraum angesiedelt ist und sich mit der Schwierigkeit der Rätsel absolut nicht verstecken muss. Die Rätsel sind knackig, manchmal zu schwierig und irgendwie unlogisch, aber dennoch macht es Spaß sich mit diesen Aufgaben zu beschäftigen. Ein bisschen schade, ist die kleine Vielfalt der Geschichte, denn im Grunde wiederholt sich alles. Die einzelnen Geschichten können lediglich durch ihre ganz persönliche Tiefe bestehen, die die menschlichen Abgründe besser als jeder AAA-Titel darstellen.

Ebenso kann auch die englische Synchronisation überzeugen, da diese sehr klar ist. Genauso wie der Soundtrack, der hervorragend gewählt wurde und eine unglaublich dichte Atmosphäre schafft. Hier wären nur deutsche Untertitel wünschenswert, da einige Begriffe aus der englischen Fachsprache stammen. Auch grafisch weiß J.U.L.I.A. Among the Stars zu überzeugen, allerdings hapert es am Ende wieder einmal an der Technik. Gerade bei Blaupausenrätseln funktioniert die Steuerung nicht so wie sie soll, das Interface ist mit viel zu kleiner Schrift und kleinen Schaltflächen versehen. Auch hier wäre eine Verbesserung wünschenswert. Ebenso ist es ein wenig blög gelöst, dass das Spiel zwar in zwei HD-Versionen verfügbar ist, die Spielstände aber nicht miteinander kompatibel sind. Ihr solltet euch also vorher wirklich überlegen, welche ihr startet.

Aber wir haben gute Hoffnungen, denn die Entwickler stehen wirklich hinter ihrem Spiel und versorgen es mit regelmäßigen Patches. Das nennen wir Herzblut! Und genau das fehlt manchmal bei den großen Entwicklern und Publishern.

Pro Contra
+ Interessante Geschichte... - ... die sich leider jedes Mal zu wiederholen scheint
+ Knackige Rätsel... - ... die manchmal verdammt schwierig sind
+ Schöner Soundtrack mit passenden schaurigen Geräuschen - Sequenzen leicht ruckelig
+ Unglaublich dichte Atmosphäre - Nicht immer nachvollziehbar, was man machen muss
+ Schöne englische Synchronisation - Sehr kleine Schrift
+ Zwei verschiedene HD-Versionen - Speicherstände sind nicht kompatibel
+ Typisches Abenteuerspiel, ähnlich Der verlorene Kontinent oder Geheimakte Tunguska - Steuerung reagiert nicht immer wie sie soll
- Nur auf Englisch - Führt zu Problemen, da manchmal Fachsprache verwendet wird


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Technik: 73
  • Grafik: 82
  • Sound: 83
  • Umfang: 75
  • Gameplay: 54

Spielspaß: 72
  • Story: Die Story wirkt zu Beginn gut, allerdings entpuppt sich dann alles als Endlosschleife. Sehr schade, lediglich die einzelnen Schicksale können hier überzeugen und stellen manchen Blockbuster in den Schatten.
  • Frustfaktor: Ohhh jaaa! Der ist verdammt nochmal vorhanden. Was man sich an manchen Rätseln die Zähne ausbeißt, geht stellenweise auf keine Kuhhaut. Leider ist nämlich nicht immer offensichtlich, was man machen muss, was wiederum noch mehr frustriert, wenn man nicht weiterkommt.
  • Wiederspielwert: Der ist wohl eher weniger vorhanden, es sei denn, man möchte die Geschichte noch einmal spielen, aber da muss man schon masochistisch veranlagt sein im Bezug auf die Rätsel.
  • Design/Stil: Vom Stil her orientiert sich J.U.L.I.A. an den alten Abenteuerspielen, bleibt aber dennoch im Prinzip ein Point and Click Adventure.
  • Musik: Der Soundtrack ist verdammt gut gewählt und mit passenden Geräuschen untermalt, was wiederum für eine sagenhafte Atmosphäre sorgt. Hervorragend!
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