Hyrule Warriors (Wii U) im Test – Massenschlachten mit Link & Co.

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
thomary
Chefredaktion
Beiträge: 3959
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:49
Zocker-Vorliebe: PC und Konsole - Multi-Künstler
Wohnort: Leipzig
Hat sich bedankt: 606 Mal
Danksagung erhalten: 676 Mal
Kontaktdaten:

Hyrule Warriors (Wii U) im Test – Massenschlachten mit Link & Co.

Beitragvon thomary » Sa 20. Sep 2014, 19:15

Man hat sich bei der Ankündigung freuen, das Projekt belächeln oder auch einfach nur „Was zum…?“ denken können: Hyrule Warriors ist ein für Einige sehr gewagtes Crossover aus The Legend of Zelda und Dynasty Warriors. Gerade bei denen, die mit den Warriors-Spielen nicht allzu viel anfangen können, ist die Angst groß, dass das großartige Zelda-Franchise versemmelt wird. Nun haben die Massenschlachten begonnen und wir berichten euch vom Schlachtfeld!

Bild


Ich mag diese Melodie!

Eure möglicherweise größte Angst wird sich mit Hyrule Warriors nicht bestätigen: Es ist nicht bloß ein Warriors-Spiel mit Zelda-Design. Den unverkennbaren Charme der Nintendo-Reihe erkennt man nämlich auch in diesem Spiel wieder: Beim Öffnen von Kisten erwartet uns die altbekannte Melodie, eure Lebensenerge ist nicht einfach bloß als roter Balken, sondern als mehrere Herzen repräsentiert, auffüllen könnt ihr sie, indem ihr Herzen einsammelt, die ihr sogar in Grasbüscheln finden könnt.

Bild
Das Dark Link Kostüm gibt's mit DLC.
Doch auch sonst haben die Entwickler im Hinblick auf die Treue zu den Spielreihen Vieles richtig gemacht: Während die Animationen der Figuren und das automatische Rennen nach einer kurzen Zeit ohne Angreifen unweigerlich an Dynasty Warriors erinnern, so hat man bei den Spezialattacken durchaus den Eindruck, die Zelda-Figuren wiederzuerkennen, zudem ist die Magie, die durch ihren Einsatz kurze Zeit stärkere und schnellere Attacken, höhere Verteidigung sowie eine besonders starke Spezialattacke ermöglicht, ebenso eine willkommene Neuerung.

Dass man nicht einfach stur das Warriors-Konzept durchgezogen hat, zeigt sich aber auch noch in weiteren Bereichen: Dass die Sammelobjekte abseits der Herzen ebenso im Zelda-Design daherkommen, ist selbstverständlich, doch zu ihnen gehören auch Materialien. Gewinnt man eine Schlacht, behält man alle gesammelten Materialien, mit denen man die Figuren weiterentwickeln kann.

Die Charakterentwicklung ist in Hyrule Warriors wie in den neueren Warriors-Spielen üblich Level-basiert: In den Stufen steigt man ganz automatisch während der Schlachten auf, doch selbst übernehmen darf man das Herstellen der Medaillen sowie die Anpassung der Waffen. Medaillen sind in Angriffs-, Verteidigungs- und Hilfsmedaillen eingeteilt. Somit erlernt man zum Beispiel weitere schwache oder starke Angriffe für mehr Combos nicht mit dem Verteilen von Attributspunkten, sondern indem man die passenden Medaillen mit gesammelten Materialien herstellt. Die Hilfsmedaillen umfassen praktische Hilfestellungen, wie zum Beispiel dass die Eroberung von Festungen ein wenig schneller vonstattengeht. Das Anpassen der Waffen funktioniert unkompliziert: Siegel können problemlos in andere Waffen mit freien Sockeln übertragen werden. Somit stellt man sich selbst Waffen mit möglichst starkem Angriff und möglichst zahlreichen Siegeln zusammen.

Eine weitere nette Hilfestellung, die im sogenannten Basar möglich ist, ist das Anpassen des Levels neu freigeschalteter Figuren. Hier dürfte man in erster Linie jüngeren Spielern entgegenkommen bzw. all denjenigen, die nicht erst ihre neu freigeschalteten Figuren lange aufleveln möchten, ehe sie an schwierigen Schlachten teilnehmen. Mittels gesammelter Rubine kann man einfach das Level an die Figur mit dem höchsten Level anpassen und dann direkt loslegen.

Yaaay Koop…. ÜRGS!

Selbstverständlich darf man Hyrule Warriors auch im Koop absolvieren: Zwar gibt es keinen Onlinemodus, aber zwei Spieler dürfen an einer Konsole spielen, wobei einer sein Geschehen dann nur auf dem Wii U GamePad sieht und damit steuern muss, dem anderen Spieler stehen noch immer die Steuerungsvarianten mit Wii U Pro Controller bzw. Wiimote und Nunchuk offen.

Fängt man Hyrule Warriors alleine an, so gibt es im Vergleich zu vielen anderen Warriors-Spielen eine große Besonderheit: Es ist technisch erstaunlich rund! Bei 1080p-Auflösung auf der Wii U läuft das Ganze fast durchgehend flüssig und kommt zudem größtenteils ohne Popups bei einer sehr großen Anzahl an gleichzeitig eingeblendeter Gegner aus. Die Faszination hält genauso lange an, bis man den Koop startet.

Was einen dann im Zweispielermodus erwartet, lässt einen auf den ersten Blick direkt an die Wii-Ära zurückdenken. Da sind die Texturen (noch) matschiger, die Schatten flimmern, die Kanten haben steile Treppen, plötzlich sind die Popups wieder da und die Framerate ist nebenbei auch noch im Keller.

Ganz so schlimm ist es auf Dauer dann doch nicht, nach ein wenig Eingewöhnung erkennt man an, dass diese Einbußen wohl zum Teil notwendig waren, aber dennoch hätten wir uns mehr Optimierung gewünscht, da der Koop die Wii U deutlich zum Schnaufen bringt. Gerade die teilweise dauerhaften Slowdowns sind bei dem geringen Detailgrad wirklich ärgerlich.

Wir haben für euch versucht, die grafischen Unterschiede zwischen Einzelspielermodus und Koop einzufangen:

phpBB [video]


Es ist ein wenig schade, dass Hyrule Warriors keinen traditionellen Splitscreen für alle diejenigen ermöglicht, die einen solchen bevorzugen würden. Der Spieler auf dem GamePad muss sich nämlich zum Beispiel auch mit einer nervigen, selbstständig zoomenden Minimap herumplagen, wobei das Spielen auf dem Tablet dennoch ziemlich angenehm ist. Aufgrund getrennter Bildschirme aber ärgerlich: Cutscenes werden immer beiden angezeigt, auch, wenn einer nur eine Truhe öffnet. Das hätte man nicht unbedingt gebraucht. Ebenso ärgerlich: Während der Koop-Partner ja fleißig Materialien mitsammelt, darf er selbst aus irgendeinem Grund keine Medaillen schmieden, heißt die Materialien verbrauchen.

Vielfalt, Abwechslung und kleine Ärgernisse

Hyrule Warriors legt auch wieder deutlich die Klauen an einen: Man kann viele Stunden mit dem Spiel verbringen. Mit mehr Abwechslung als in anderen Warriors Titeln braucht ihr nicht rechnen, jedoch gibt es durchaus erfrischende Elemente, so müssen öfter Spezialwaffen wie zum Beispiel Bogen und Bumerang eingesetzt werden, um bestimmte Gegner zu erledigen oder in versteckte Passagen zu gelangen, zudem lassen sich die meisten Bosse nicht mit simplem Buttonsmashing erledigen sondern erfordern eine bestimmte Taktik. Auf alle Fälle sollte man zumindest ihre „Schwachpunktanzeige“ ausnutzen: Nach gewissen Aktionen sind Gegner kurze Zeit erschöpft. Schafft man es in dieser Zeit, die Schwachpunktanzeige mittels Attacken zu leeren, folgt eine besonders starke Attacke hinterher, die dem Gegner gehörigen Schaden zufügt.

Ein optisch erfrischendes Element ist zudem der Abenteuermodus: Auch wenn es bloß eine optische Form des Modus ist, den Dynasty Warriors Spieler als Eroberungsmodus kennen, so bietet er den Anblick klassischer Zelda-Abenteuer und mit unserem Pixel-Link bewegen wir uns über die Herausforderungskarte. Für die Absolvierung der Schlachten und auch für das Erfüllen bestimmter Ziele gibt es dann Schätze und Belohnungen zu kassieren. Mit dem Freien sowie dem Herausforderungsmodus gibt es darüber hinaus auch noch weitere Anlaufstellen, um für Motivation in Hyrule Warriors zu sorgen.

Zwischenzeitlich wird euch Hyrule Warriors aber auch Gelegenheit geben, euch über einige Dinge zu ärgern und möglicherweise sogar euren Frust in die Höhe treiben. In erster Linie kämpft das Spiel mit einigen Problemen bei parallel gestellten Aufgaben. So praktisch die fast dauerhaft vorhandene Zielanzeige mit einer Beschreibung, was als nächstes zu tun ist auch ist, so sehr nervt es, dass Zwischenziele nur kurz in Dialogen und anschließend als Aufforderung angezeigt werden und dass möglicherweise viel zu viel zusammenkommt.

In einigen Schlachten hatten wir das Problem, dass wir im Alleingang kaum alle Ziele rechtzeitig erfüllen konnten: Erschwert wird das häufig dadurch, dass es ab einem bestimmten Punkt zum Beispiel sinnlos ist, eigene Festungen zu verteidigen: Verstärkung aus den eigenen Reihen gibt es keine! Euer Balken kann also nur abnehmen, da die feindlichen Truppen in Hyrule Warriors einfach nicht weniger werden, egal wie viele ihr besiegt. Konsequenz: Festung dem Feind übergeben und danach wieder erobern ist die einzige Möglichkeit. Dumm nur, wenn das Hauptlager nicht fallen darf und ihr dieses einfach nicht mehr rechtzeitig in einen unkritischen Bereich bringen könnt. Da bringen im schlimmsten Fall auch die Checkpoints während der Schlachten nichts mehr, da zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon nichts mehr zu retten war.

Bild
Die Schauplätze erkennt man aus The Legend of Zelda Ablegern wieder


Fazit

Hyrule Warriors schafft es, sowohl der Zelda als auch der Warriors Reihe treu zu bleiben und insgesamt beide zu bereichern. Zwar profitiert das Warriors-Konzept durch einige frische Elemente wie Spezialwaffen und taktischere Bosse gefühlt etwas mehr als Zelda, dem die im Prinzip simple Warriors-Mechanik übergezogen wird, aber dennoch geht die Mischung, die am Anfang noch von vielen kritisch betrachtet wurde, sehr gut auf.

Hyrule Warriors wird euch eine ganze Weile beschäftigen und kann euch auch mit einem Partner vor der Konsole fesseln, wobei der Titel durch die gravierenden Technikeinbußen hier auch Federn lassen muss. Gleichzeitig werden diverse Gameplayschwächen durch zwei Spieler aufgefangen, wie zum Beispiel dass man alleine die Vielzahl von parallelen Aufgaben kaum stemmen kann. Andere Schwächen, wie dass bedrohte Festungen mitunter einfach nicht gerettet werden können, sind aber auch zu zweit nicht umgehbar und durchweg ärgerlich. So gewinnt Hyrule Warriors insgesamt keinen Innovationspreis und die eine oder andere mechanische Neuerung hätte noch gut getan, aber dennoch hat Omega Force die Aufgabe, die zwei Franchises zusammenzubringen, solide erfüllt.

Pro Contra
+ Technisch äußerst rundes Warriors Spiel… - … bis man den Koop startet
+ Der Charme von Zelda wurde erfolgreich erhalten
+ Motivierendes Levelsystem für Charaktere… - … aber nur Spieler 1 darf Materialien verbrauchen/Medaillen herstellen
+ Recht dynamische Schlachten und taktische Bosskämpfe… - … aber teilweise zu viele parallele Aufgabenstellungen, wenn man alleine spielt.
+ Dauerhafte Zielanzeige… - … wobei Zwischenziele dennoch nur kurz eingeblendet werden
+ Komplett auf dem Wii U GamePad spielbar - Kein echter Splitscreen-Modus für den Koop


Bild
Technik: 79

In den Technikwertungen kommen die unterschiedlichen Eindrücke aus Einzelspieler und Koop zusammen!

Grafik: 68
Sound: 85
Umfang: 85
Gameplay: 78

Spielspaß: 80

  • Story: Ja, auch die Geschichte rund um Zelda, Link und Co. wird die Serienfans freuen.
  • Frustfaktor: Im Einzelspielermodus durch teilweise viele parallele Aufgaben und Probleme bei deren Anzeige durchaus vorhanden. Der Schwierigkeitsgrad schwankt zudem ab und zu.
  • Wiederspielwert: Es ist ein Warriors-Spiel, also schaut man ja zumindest sowie immer mal wieder rein und ist ohnehin eine Weile beschäftigt, ehe man alle Schlachten absolviert und alle Kämpfer freigeschaltet hat!
  • Design/Stil: Auch hier eine schöne Mischung aus Zelda und Warriors.
  • Musik: Zelda-typische Melodien (Truhe öffnen!) und gelungene Musikuntermalung der Schlachten.

Tags:
Advertisement
Benutzeravatar
Sib
DanceStar des Königs
Beiträge: 2738
Registriert: Do 8. Mai 2014, 15:39
Zocker-Vorliebe: Multi-Konsolero
Wohnort: Hyrule
Hat sich bedankt: 359 Mal
Danksagung erhalten: 517 Mal

Re: Hyrule Warriors (Wii U) im Test – Massenschlachten mit Link & Co.

Beitragvon Sib » Sa 20. Sep 2014, 19:27

Guter Test, mit einer Wertung um die 80 habe ich gerechnet, ist solide und reicht^^

Eine Frage hätte ich da noch:
Im Coop geht die Bildqualität in den Keller, habe gelesen, dass es auf dem GamePad nicht so extrem auffällt wie auf dem TV, stimmt das?

PS:
Kann es sein, dass euer Video am Ende ein gemeiner Spoiler ist? Die Szene hatte die Famitsu genannt, ging aber bewusst nicht darauf ein :P
Bild
Advertisement
Benutzeravatar
Meykota
Chefredaktion
Beiträge: 5289
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:51
Zocker-Vorliebe: Only on PlayStation!
Wohnort: London
Hat sich bedankt: 672 Mal
Danksagung erhalten: 1419 Mal
Kontaktdaten:

Re: Hyrule Warriors (Wii U) im Test – Massenschlachten mit Link & Co.

Beitragvon Meykota » Sa 20. Sep 2014, 19:34

Das mit dem Coop kann ich dir beantworten, da ich am Tablet gespielt habe.

Die schlechtere Bildqualität fällt da besonders dann auf, wenn die Figuren stehen, also beispielsweise am Anfang der Schlacht. Da kommt es an ein eher schlechtere PS2-Spiel heran. Das legt sich jedoch im Laufe der Bewegungen, also wenn man anfängt zu kämpfen, dann fällt es kaum noch wirklich auf. Lediglich auch in Cutscenes oder aber wenn man steht, stechen einem die Fehler sehr ins Auge.

@Video: Uhh, ja, aber so viel: Es ist nur die Hälfte vom Spoiler, wenn man es so nimmt :/ War die erste Schlacht, die wir zusammengespielt und aufgenommen hatten.
Besuche den Autor bei: Facebook | Twitter

A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads a book lives only one.
Advertisement
Benutzeravatar
thomary
Chefredaktion
Beiträge: 3959
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:49
Zocker-Vorliebe: PC und Konsole - Multi-Künstler
Wohnort: Leipzig
Hat sich bedankt: 606 Mal
Danksagung erhalten: 676 Mal
Kontaktdaten:

Re: Hyrule Warriors (Wii U) im Test – Massenschlachten mit Link & Co.

Beitragvon thomary » Sa 20. Sep 2014, 19:38

Hm, Spoiler vielleicht ja. Aber es ist nicht die ganze Szene, die Mey schon sagte und zudem ist es auch noch sehr am Anfang vom Spiel, also folgt da noch Einiges. Ist natürlich keine Entschuldigung für einen Spoiler, aber meinen "Spoiler-Test" hatte die Szene bestanden, hoffe das seht ihr auch so XD
Bild
Besuche den Autor bei: Facebook | Twitter
Advertisement
Benutzeravatar
Sib
DanceStar des Königs
Beiträge: 2738
Registriert: Do 8. Mai 2014, 15:39
Zocker-Vorliebe: Multi-Konsolero
Wohnort: Hyrule
Hat sich bedankt: 359 Mal
Danksagung erhalten: 517 Mal

Re: Hyrule Warriors (Wii U) im Test – Massenschlachten mit Link & Co.

Beitragvon Sib » Sa 20. Sep 2014, 19:56

Ah, habe mich schon gewundert, in der Regel hat nämlich immer das Tablet das nachsehen^^

@ Video
Naja, der Spoiler war mir ansatzweise bekannt und habe mir gedacht, dass es so in der Richtung abläuft, also mich stört es nicht. Wollte nur sicher gehen^^
Bild
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast