Endless Legend (PC) - Testtagebuch zum 4X-Strategiespiel *UPDATE* Fazit + Wertung

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Endless Legend (PC) - Testtagebuch zum 4X-Strategiespiel *UPDATE* Fazit + Wertung

Beitragvon thomary » So 21. Sep 2014, 12:32

Nach einer fünfmonatigen Early Access Phase ist Amplitudes 4X-Strategiespiel Endless Legend seit der vergangenen Woche als vollständige Version bei Steam und auch im stationären Handel erhältlich. Wir haben uns das Spiel schon ein wenig angesehen. Unseren finalen Test können wir zwar erst nach unserem EGX-Besuch zur Verfügung stellen, aber dennoch wollen wir euch bereits einen Überblick geben, was euch mit Endless Legend erwartet.

Schaffe deine eigene Legende

Dieser Spruch prangt auf der Rückseite der Packung. Der Grund ist einfach: Jede Spielrunde aufs Neue ist es eure Aufgabe, eine Nation aufzubauen und zur großen Blüte zu führen. Eine Story in dem Sinne gibt es daher nicht, aber natürlich hat jede der Fraktionen ihre eigene Geschichte und ihr schreibt sie weiter, denn auf eurem Weg erwarten euch Quests, Verhandlungen und Kämpfe, die eure Nation prägen werden.

Endless Legend läuft rundenbasiert ab. Häufig wird das Spiel als „Fantasy-Civilization“ bezeichnet, was euch schon einen Eindruck davon gibt, wie das Ganze abläuft. Vom Erbauen der ersten Stadt, über das Erkunden der Umgebung bis hin zu den ersten Auseinandersetzungen mit anderen Stämmen, deren Befriedung und ziemlich zum Ausbauen von Handelsnetzen bietet Endless Legend alles, was beim Aufbau so einer Nation eben anfällt.

Für Einsteiger ins Genre kann Endless Legend geradezu überwältigend sein. Zum Glück gibt es aber ein äußerst ausführliches Tutorial, das durch sämtliche Grundlagen des Titels führt, auch wenn sicherlich nicht alles abgedeckt wird. Dennoch bekommen hier auch unbedarfte Spieler einen Überblick darüber, wie die erste Stadt errichtet und diese ansatzweise ausgebaut wird. Zudem lernt man die Armeeverwaltung und den Einsatz von Helden kennen, die den Armeen oder Städten zugewiesen werden können.

Endless Legend hat dabei viele parallele Prozesse, die man Runde für Runde bedenken muss. In der Stadt sollte immer eine neue Technologie in der Produktion sein, während den Armeen neue Routen für Erkundungen oder ggf. Kämpfe bzw. Quests zugewiesen werden müssen. Quests erhaltet ihr zum Beispiel von anderen Stämmen: Erfüllt ihr sie, sind euch die anderen Völker freundlich gestimmt, ihr könnt sie befrieden und schließlich assimilieren. Mit den Technologieausbauten stellt ihr indes sicher, dass eure Stadt Fortschritt aufweisen kann, gleichzeitig aber auch durch zunehmende Größe nicht an Zuspruch verliert (Baut zum Beispiel eine Kanalisation – Das kommt allen zu Gute!).

Endless Legend bietet insgesamt acht verschiedene Fraktionen, die gespielt werden dürfen. Zudem dürfen mit dem Klasseneditor die Fraktionen auch selbst angepasst und Merkmale ausgetauscht werden. So entstehen zusammen mit dem Zufallsgenerator für die Maps, der ebenfalls nach vielen Merkmalen manipuliert werden darf, viele verschiedene mögliche Spiele. In dieses gesamte System werden wir uns aber im Laufe des weiteren Tests noch tiefer einarbeiten.

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Mission erfüllt

Endless Legend erfüllt problemlos ein Merkmal, dass man heute von den meisten Spielen gar nicht mehr erwartet: Bisher macht es einen wunderbar polierten Eindruck. Das Spiel wurde auch komplett in Deutsch übersetzt, und das nach bisherigem Eindruck sogar sehr gut. Gelegentlich wurden einzelne Wörter vergessen.

Mit dem Artdesign haben Amplitude ganze Arbeit geleistet: Nicht nur überzeugt der Fantasy-Mix, sondern auch die Sequenzen, die z.B. den Fraktionen ihre Persönlichkeit verleihen, wurden offensichtlich sehr liebevoll erstellt. Im Gesamteindruck scheinen die Entwickler in der Early Access Phase sehr gute Arbeit geleistet zu haben.

Ein weiteres Lob geht an die herausragende Retail-Fassung: Wer sich dazu entscheidet, das Spiel für 29,99€ (UVP, identisch zur Standard-Digitalversion bei Steam) im Laden zu kaufen, erhält neben dem Spiel, das in Steam aktiviert werden muss, auch ein vollständig deutsches Handbuch sowie ein Artbook.

Erstes Fazit

Wir haben bei Weitem noch nicht alles von Endless Legend gesehen – Bisher macht es aber durch zahlreiche Fraktionen, zufallsgenerierte und nach zahlreichen Faktoren beeinflussbaren Maps sowie die liebevolle und aufpolierte Gestaltung einen sehr guten Ersteindruck. Die deutsche Übersetzung sowie die ausführliche Einführungsrunde ins Spiel verdienen zusätzliches Lob. Im weiteren Verlaufe des Tests werden wir uns tiefer mit den Klassen- und Merkmalsunterschieden auseinandersetzen sowie noch den späteren Spielverlauf näher ansehen.

Informationen zur Verfügbarkeit

Retail

Endless Legend ist im Handel für 29,99€ erhältlich. Die Box enthält neben dem Spiel (muss in Steam aktiviert werden) auch ein Artbook sowie ein umfangreiches deutschsprachiges Handbuch.

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Digital

Bei Steam kann man Endless Legend als Classic Pack für 29,99€ oder als Founder Pack für 39,99€ kaufen. Die Inhalte der Packs findet ihr in untenstehendem Bild.

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Re: Endless Legend (PC) - Testtagebuch zum 4X-Strategiespiel

Beitragvon thomary » Do 2. Okt 2014, 14:39

Auf Dauer bietet Endless Legend genau das, was wir vermutet haben: Anspruchsvolle Rundenstrategie in hochpolierter Form, bei man an vielen Stellen ansetzen muss. Teilweise fehlt es ein wenig an Tiefe und Transparenz sowie Komfort. Doch Stück für Stück.

Ein gutes Klima, ein großes Imperium

Endless Legend besticht auf jeder neuen Map mit gelungenen Umgebungen. Überhaupt ist das gesamte Spiel einfach schön anzusehen und es macht Spaß, die Karten zu erkunden, andere Städte und Fraktionen zu entdecken. Je nach Umgebung, in denen sich unsere Armeen gerade befinden, ist auch die Musik- bzw. Effektuntermalung gelungen und wir hören beispielsweise die Vögel zwitschern.

Der Ausbau unseres Imperiums gestaltet sich zunächst relativ unkompliziert, denn prinzipiell bietet uns das Spiel in Form der Missionen Hilfestellungen an: Sollen wir Ruinen in der Nähe untersuchen, so finden wir dort meistens Rohstoffe, die uns beim schnellen Ausbau weiterhelfen, sollen wir gerade ein feindliches Dorf einnehmen, dann haben wir effektiv unser Einflussgebiet schnell erweitert. Meistens sind die Missionen gut schaffbar, an einigen Stellen nicht nachvollziehbar, da wir angeblich Events ausgelöst haben, von denen wir nichts wissen.

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Die Maps überzeugen mit Flair und hübschen Umgebungen.


Genau so gut können wir diese Missionen aber auch komplett links liegen lassen und uns selbst auf die Suche nach Ressourcenquellen oder feindlichen Dörfern machen, die wir einnehmen wollen. Regelmäßig werden wir sowieso von anderen Völkern "kontaktiert". Dann kommt das Diplomatie-Menü zum Tragen, in dem wir Komplimente schicken oder direkt den Krieg erklären können. Ebenso können wir beim Auffinden einer feindlichen Siedlung offensiv oder passiv vorgehen, nämlich direkt angreifen oder aber Missionen erfüllen, um das Volk zu befrieden. Manko hierbei: Für alle Aktionen ist "Einfluss" nötig, der jedoch genau so als Ressource gehandhabt wird wie alle anderen, nunja, Ressourcen. Produziert wird er in der Stadt und kann ggf. durch entsprechende Forschungen (schneller) ausgebaut werden, jedoch nimmt das Ganze ein wenig den Realismus an den Verhandlungen: Einfluss ist ja nichts, was man einfach anhäufen kann und müsste dynamischer berechnet werden. Es ist ja quasi nur eine andere Währung - Können wir nun nicht den Krieg erklären, warten wir einfach ein paar Runden und machen es dann. Aber so läuft das ja eigentlich nicht.

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Öfter werden wir von anderen Völkern "kontaktiert".


Zwischen den Zügen

In unseren Spielzügen geht recht viel Zeit drauf, wobei bei Weitem nicht alles dafür fällig wird, unsere Einheiten über die Map zu manövrieren. Genau so müssen wir Konstruktionen in der Stadt auswählen (um die Bevölkerung zu steigern, mehr Ressourcen zu erwirtschaften und die Zustimmung nach oben zu bringen) sowie Forschungen für den technischen Fortschritt in Auftrag geben (wodurch uns zum Beispiel bessere Waffen oder stärkere Rüstungen zur Verfügung stehen). Das läuft auf Dauer etwas unübersichtlich und verwirrend ab, da man zumindest die Konstruktionen in jeder Stadt einzeln in Auftrag geben muss, egal, ob es sich um neue Einheiten oder um Gebäude handelt. Forschungen werden aber über ein zentrales Menü abgewickelt. Zwischenzeitlich müssen wir in den Städten aber auch noch die Arbeiter auf die Ressourcen verteilen, um die Balance zu halten. Auch das ist bisweilen zeitraubend und eine sehr kleinteilige Arbeit!

Wenn wir Pech haben, verfolgt dann auch noch eine feindliche Einheit eine unserer eigenen Armeen. Egal, ob sie uns angreifen oder wir sie: Das Schlachtmenü öffnet sich. Ebenso taktisch und rundenbasiert wie das Vorankommen auf der Weltkarte sind auch die Kämpfe, denn zunächst positionieren wir unsere Einheiten und geben ihnen anschließend Angriffsbefehle. Für die Schlachten stehen verschiedene Modi zur Verfügung: Manuell, Zuschauer oder Automatisch. Im Zuschauermodus trifft die KI alle Entscheidungen, im Auto-Modus werden uns direkt nur die Ergebnisse präsentiert. In jedem Fall können wir festlegen, wie sich Einheiten automatisch verhalten sollen, falls sie ihre Angriffsbefehle nicht erfüllen können - Offensiv oder defensiv. In manchem Fall trifft die KI merkwürdige Entscheidungen, aber dennoch ist der Ausgang eines Kampfes im Vorfeld ganz gut daran zu erkennen, wie die Einheiten ausbalanciert sind. Hier sollte man die Werte der eigenen und gegnerischen Truppen vergleichen, um nicht in sein eigenes Verderben zu rennen. Mit besserer Ausrüstung, die wir über die Forschung freischalten, lassen sich aber auch schwächere Einheiten noch weiter verbessern.

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Die Schlachtvorbereitung im Überblick.


Noch mehr Individualisierungsmöglichkeiten gibt es bei den Helden, denn diese können nicht nur ausgerüstet werden, sondern leveln auch noch auf und haben dann diverse Fertigkeiten oder bestärken ihre Truppen. Zusammen mit der Armeeverwaltung und allen oben genannten Punkten gibt es also ziemlich viele Dinge, die man in Endless Legend Zug für Zug neu auf dem Weg zum großen Imperium bedenken muss. Wer in Endless Legend übrigens nicht nur gegen die KI antreten möchte, der kann sehr unkompliziert auch ein Onlinespiel erstellen bzw. einer bereits offenen Partie beitreten! In allen Fällen ist es auf Dauer etwas schade, dass nicht mehr Aufgaben als die oben beschriebenen auf uns zukommen - Zwar macht es dann Spaß, die Verhältnisse zwischen den Fraktionen auszubauen und immer mehr Eigenheiten der acht Fraktionen herauszufinden, jedoch fehlt es ein wenig an Abwechslung.

Fazit

Endless Legend ist ein sauberes und rundes Strategiespiel, dem man anmerkt, das viel Herzblut und Liebe zum Detail drinsteckt: Von den acht Fraktionen bis hin zu den (zufallsgenerierten) Maps macht alles einen polierten und hübsch anzusehenden Eindruck. Wir entdecken gerne jede neue Welt und kolonisieren sie. Auf Dauer fehlt es den Sessions ein wenig an Abwechslung, wobei immer mehr kleinteilige und ggf. umständlich-zeitraubende Arbeit auf uns zu kommt, wie das Verschieben der Arbeiter und das in Auftrag geben von Forschungen in den Städten. Dafür entdecken wir immer neue Eigenheiten unserer Fraktionen und je nach eingestellter Mapgröße gibt es weitere Verhandlungen zu führen, Gebiete zu erobern und Völker zu befrieden. Schade ist, dass der eigentlich so zentrale "Einfluss" wie eine normale Ressource gehandhabt wird, was den Verhandlungen den Realismus nimmt. Dennoch bietet Endless Legend auch langfristig Motivation und kann zudem mit Mods noch weiter ausgebaut werden.

Pro Contra
+ Insgesamt rund, sauber und liebevoll - Mitunter etwas unübersichtlich und unklar
+ Acht verschiedene Klassen mit eigenen Geschichten und Eigenschaften
+ Optionale Missionen auf dem Weg zum Imperium - Nicht alle Missionen sind vom Auslöser her nachvollziehbar
+ Vielfältige Ansatzpunkte in Bezug auf Konstruktion, Forschung, Armeen und Kämpfe - Auf Dauer kleinteilige und unübersichtliche Arbeit
+ Unkomplizierter Onlinemodus - Auf Dauer fehlt in den Sessions die Abwechslung
+ Deutsche Lokalisierung - Hin und wieder falsche bzw. unvollständige Übersetzung
+ Stimmungsvoller Soundtrack


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Technik: 86

Grafik: 85
Sound: 89
Umfang: 90
Gameplay: 79

Spielspaß: 84

  • Story: Ein Imperium gründen und ausbauen schreibt Geschichte genug. Zudem hat jede Fraktion ihre eigene Geschichte!
  • Frustfaktor: Im genretypischen Umfang vorhanden.
  • Wiederspielwert: Durch zahlreiche Faktoren im Zufallsgenerator massig vorhanden.
  • Design/Stil: Endless Legend besticht mit tollen Maps.
  • Musik: Gut gelungene Effektuntermalung der Umgebungen und Kämpfe.
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