Flockers - Schafe retten auf PS4-Niveau?

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Flockers - Schafe retten auf PS4-Niveau?

Beitragvon Meykota » Do 2. Okt 2014, 14:52

Jaah, so ist es gut, langsam, langsam - und jetzt schnell! Damn, nicht geschafft! Wer solche Sätze kennt, der wird sich vermutlich mit dem neuesten Werk von Team17 namens Flockers beschäftigt und hoffen den Controller nicht gegen die Wand geworfen haben. Wir haben uns mit dem Geschicklichkeitsspiel mit jeder Menge Frustgefahr auseinandergesetzt und können euch berichten, dass unser DUALSHOCK 4 Controller zwar größtenteils überlebt hat, er nun jedoch ziemlich große Zahnabdrücke aufweist. Mehr verraten wir euch in unserer Review.

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So viele Schafe

Wer bereits das in die Jahre gekommene Sheep kennt oder sich schon einmal an Lemmings versucht hat, der wird so in etwa wissen, was einen in Flockers erwartet. Allen anderen verraten wir schon einmal das Folgende: Es geht um Schafe, und zwar um jede Menge Schafe, die irgendwie nicht ganz das machen wollen, was sie sollen.

Vielleicht habt ihr es schon erraten, aber wir erzählen es auch natürlich trotzdem. In Flockers geht es darum, eine bestimmte Anzahl Schafe durch eine mehr oder weniger schwieriges Level zu bringen und dafür zu sorgen, dass am Ende am besten alle Schafe auch im Ziel ankommen. Klingt einfach? Tja, dann habt ihr die Rechnung ohne Team17 gemacht, die nicht gerade für einfache Spiele bekannt sind.

Wer im Übrigen im ersten Level auf der Suche nach einem Tutorial ist, der hat sich leider geschnitten, denn so was gibt es nicht wirklich. Hin und wieder werdet ihr auf verschiedene Hinweise stoßen oder gar auf seltsame Tafeln, aus denen ihr dann schlau werden sollt, aber eine richtige Hilfestellung, wie etwas funktioniert, gibt es nicht. Hier greift “Learning by Doing” - und manchmal kann der Lernprozess sehr, sehr schmerzhaft sein.

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... um sie zu knechten

Ihr habt in jedem Level so um die 50 Schafe, die ihr durch einen Haufen Fallen und dergleichen lenken müsst. Die Tierchen laufen allerdings alleine und lassen sich nur durch verschiedene Hürden aufhalten, die ihr selbstständig setzen könnt und solltet. Diese Hürden wiederum müsst ihr jedoch einsammeln, sodass sie euch zur Verfügung stehen. Setzt ihr dann eine Hürde, so gehen entsprechend viele Schafe in Position und blockieren den Weg oder aber helfen den anderen Schafen, weiterzukommen.

Insgesamt stehen euch mehr als 60 unterschiedliche Level zur Verfügung, die jedoch alle demselben Prinzip folgen. Und einige dieser Level sind wirklich zum Haare raufen, wir selbst haben sicherlich schon das eine oder andere graue Haar verzeichnet. Manchmal kann man die verschiedenen Fallen zum Beispiel steuern, in dem man ein Schaf auf einem Schalte platziert - aber meistens ist das nicht der Fall und dann muss man es irgendwie schaffen, seine ollen Schafe sicher an der Falle vorbeizulenken. Das ist nicht immer einfach, denn gerade bei den ersten Versuchen kann es dann doch schon einmal vorkommen, dass nur wenige Schafe am Ende das Ziel erreichen.

Das klingt ja an sich alles schon einmal nicht so schlimm, wenn man mal vom enorm knackigen Schwierigkeitsgrad absieht, aber der Teufel versteckt sich im Detail - und dieses Detail ist dieses Mal die gesamte Aufmachung des Levels. Die Level sind verdammt unübersichtlich und während man vielleicht noch hinten aufpasst, dass auch alle Schafe an der Falle vorbeikommen, rennen sie vorne möglicherweise bereits in die nächste Kettensäge hinein. Manchmal kommt es zudem vor, dass die Schafe durch einen Beamer laufen und an irgendeiner anderen Stelle im Level rauskommen. Dann heißt es: Schnell sein und die Viecher finden, bevor sie zerquetscht werden. Das ist verdammt nervig und sorgt für jede Menge Frust. Hier wäre eine bessere Übersicht weitaus besser gewesen, vielleicht sogar eine andere Kameraeinstellung, denn so hat man lediglich ein Spiel in Sidescrolling-Manier, bei dem man sehr schnell den Überblick verliert.

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Belohnungen!

Wer sich dann jedoch die Mühe macht und sich durch die verschiedenen nervigen Level arbeitet, der kann sich dann auch über bestimmte Belohnungen ingame freuen. Hier hat Team17 ganze Arbeit geleistet und stellt euch somit verschiedene Herausforderungen, wodurch ihr neue Schafe freischalten könnt. Eine der Aufgaben lautet dabei beispielsweise, dass man eine bestimmte Anzahl Schafe zerquetschen lassen soll. Diese Aufgaben lassen sich dann im Verlauf des Spiels bewältigen.

Durch das Freischalten der Belohnungen könnt ihr dann sogar eure Schafe individuell anpassen und somit eure ganz eigenen Schafe schaffen. Wer also nicht nur weiß flauschige Schäfchen haben möchte, sondern vielleicht ein 8BIT-Schaf, der sollte sich die Herausforderungen ansehen und versuchen, diese zu bewältigen.

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Grafisch keine Meisterleistung

Was uns sehr positiv auffiel, waren die verschiedenen Videos, die manchmal im Laufe des Spiels erscheinen und die wohl eine Art Story erzählen wollen. Diese kleinen Videos sind sehr hübsch gestaltet und grafisch immerhin halbwegs angemessen für die PlayStation 4. Der Rest vom Spiel ist zwar auch ganz gut, kann dort jedoch nicht mithalten und bleibt ganz schön zurück. Schade, denn auch in einem übersichtlichen Level hätte man eine bessere Grafik herausholen können.

Dafür kann der Soundtrack etwas mehr überzeugen, denn die übliche Musik wurde mit entsprechenden Schafgeräuschen unterlegt - die einem immer mal eine Gänsehaut einjagen, denn häufig mäen die Schafe genau dann, wenn sie gerade wieder einmal zermatscht oder auf einem anderen Weg getötet wurden.

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Rettet die Schafe oder eher nicht?

Was sollen wir an der Stelle sagen? Flockers ist auf keinen Fall ein Spiel für Jedermann, denn es sorgt aufgrund seiner hohen Schwierigkeit und Unübersichtlichkeit für jede Menge Frust, sodass man hin und wieder fast schon genötigt wird, den Controller irgendwohin zu feuern. Eher deckt es die kleine Nische der Überlebensspiele á la Lemmings oder Sheep ab und findet so wohl eher nur ein kleines Publikum.

Wir hatten uns etwas mehr vom Spiel erhofft, ein Tutorial wäre beispielsweise ziemlich cool gewesen. Zwar gilt hier das Motto Learning by Doing, aber so wirklich für Spielspaß wird dabei nicht gesorgt, wenn dieser Lernprozess viele, viele tote Schafe beinhaltet. Immerhin scheint es technisch einwandfrei zu sein, aber vielleicht sind uns die ganzen Bugs auch nur entgangen, weil wir immer wieder auf der Suche nach unseren Schafen waren.

Positives lässt sich vermutlich nur wirklich von hartgesottenen Fans finden, alle anderen werden vermutlich kaum etwas finden, bzw. das Spiel relativ bald wieder beiseite legen. Was sehr schade ist, denn Potential ist durchaus vorhanden, leider wird es nur wieder an den falschen Stellen zu viel genutzt. Trotz der vermeintlich simplen Levelstruktur werden wohl vor allem Casual Gamer mit dem Titel auf die Nase fallen, denn er erfordert viel Geduld und Fingerspitzengefühl.

Pro Contra
+ Knackiger Schwierigkeitsgrad... - ... Mit einem sehr hohen Frustfaktor
+ Viele Level - Sehr wenig Übersicht
+ Learning by Doing... -... was zu vielen, vielen, vielen toten Schafen führt
+ Sehr hübsche Videos - Sonst jedoch keine grafische Meisterleistung
+ Interessanter Soundtrack... -... der häufig zu Schreckmomenten führt
+ Ingame Herausforderungen und Belohnungen


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Technik: 72
  • Grafik: 74
  • Sound: 78
  • Umfang: 90
  • Gameplay: 47

Spielspaß: 68
  • Story: Eine wirkliche Story gibt es nicht, dafür muss man nur jede Menge Schafe retten. Nicht Neues...
  • Frustfaktor: Aye, wenn der hier mal nicht vorhanden ist. Das liegt jedoch an der mangelnden Übersicht, dem fehlenden Tutorial, den Schafen, die man suchen muss…. Sollen wir weiter machen?
  • Wiederspielwert: Wer es wirklich auf Platin anlegt, der wird auf jeden Fall jedes verfluchte Level bis zum dritten Stern durchspielen.
  • Design/Stil: Stil, Design? Man versucht sich mit dem Design am veralteten Sheep in einer Fabrik zu orientieren.
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