Fluster Cluck (PS4) im Test – Koop-Spaß für alle, die Hühnchen lieben

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
thomary
Chefredaktion
Beiträge: 3959
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:49
Zocker-Vorliebe: PC und Konsole - Multi-Künstler
Wohnort: Leipzig
Hat sich bedankt: 606 Mal
Danksagung erhalten: 676 Mal
Kontaktdaten:

Fluster Cluck (PS4) im Test – Koop-Spaß für alle, die Hühnchen lieben

Beitragvon thomary » Mi 22. Okt 2014, 08:32

„Wanna try chicken?“ – So oder so ähnlich dürfte einer der Sätze ausgesehen haben, die bei den Mannen von Loot Entertainment für die Motivation gesorgt haben, Fluster Cluck zu entwickeln. Der Titel bietet waschechte Koop-Action für bis zu vier Spieler. Doch werfen wir immer wieder gerne Zutaten in den Chikkinizer?

Bild


Zombies, Kamele… Es wird ein Huhn draus!

Mit seinem gelungenen, werbeartigen Intro verrät Fluster Cluck viel über seinen Humor: Die Erfindung des Jahrhunderts ist der sogenannte „Chikkinizer“, der alles in ein Huhn verwandelt, was wir da so reinschmeißen. Wofür wir das tun? Nun, stellt euch mal vor, wie leicht so „Fried Chicken“ als Endprodukt aus quasi allem entstehen kann!

Konfrontiert mit dem Hauptmenü, das euch „Kampagnen“ und „Kampf“ als Modus anbietet, werdet ihr vermutlich erstmal mit der Kampagne starten. Beides lässt sich mit bis zu vier Spielern an einer Konsole spielen, worauf Fluster Cluck auch sehr deutlich ausgelegt ist. Der Bildschirm wird jeweils entsprechend geteilt.

Ihr wählt euer Fluggerät (die Form entspricht der des prototypischen „UFOs“), eine Spielfigur, sowie eure Ausrüstung, das heißt eure Waffen sowie ein Zusatzobjekt für die Spielfigur, die euch alle bestimmte Boni einbringen, zum Beispiel höhere Geschwindigkeit, mehr Schaden oder kürzere Respawnzeit nach einem Abschuss. Mit jedem Stufenaufstieg gibt’s neue Objekte, ab Level 20 bzw. 40 dann sogar neue Klassen, wodurch Fluster Cluck jeweils ganz neue Dimensionen des Wahnsinns erreicht.

Bild
So sieht die Charakterauswahl in Fluster Cluck aus.


Der ultimative Chikkinizer!

Der Kampagnenmodus von Fluster Cluck erweist sich als furchtbar belanglos. Nicht nur ist man fix durch, es handelt sich noch dazu quasi bloß um eine Aneinanderreihung an „“ Spielen aus dem Kampfmodus. Auch eine Story gibt es nichtmal im Ansatz: Befördert werdet ihr ja, egal, ob ihr Kampagne oder Kampf spielt. Der einzige Hinweis auf eine Kampagne ist ein „Good job“ Bildschirm am Ende – Die Entwickler haben also keinen besonders guten Job gemacht, wenn es um die Kampagne geht.

Seid ihr alleine unterwegs, kann Fluster Cluck zudem ganz schön frustrierend werden: Die KI macht ihren Job sehr gut – Den Chikkinizer befüllen und euch gleichzeitig abknallen, kein Problem! Untereinander gehen sich die NPCs dagegen nur selten an die Gurgel. Sein Potential entfalten kann Fluster Cluck daher erst, wenn ihr zumindest zu zweit spielt, dann bringt die KI nämlich ordentlich anspruchsvolle Gegenspieler mit ein, die nicht zu lasch sind, wie man das aus ähnlichen Spielen kennt. Dass also einer von euch gewinnt, ist zu zweit noch lange nicht garantiert!

Kampagne hin oder her, im Kampfmodus kann man sich dann ins Jeder-gegen-Jeden Getümmel stürzen oder auch Zweierteams bilden, um entweder die üblichen Chikkinizer-Missionen zu absolvieren oder aber (Team-)Deathmatch zu spielen. Somit hält sich die Vielfalt an Modi in Fluster Cluck also deutlich in Grenzen, wirklich vermisst haben wir aber dennoch nichts: Fluster Cluck ist kurzweiliger Spaß für eine schnelle Spielrunde zu zweit, zu dritt zu viert, nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Ich hab mal wieder… 0 Punkte bekommen!

Fluster Cluck würden hin und wieder kleinere Erklärungen zu einigen Spielelementen gut tun. Erst nach einer Weile haben wir herausgefunden, dass scheinbar unnachvollziehbare Punktevergaben in Wahrheit wohl rein auf Fairness ausgerichtet sind: Wer immer die gleichen Aktionen wiederholt, zum Beispiel ständiges Abschießen anderer beim Campen auf der Karte, wird irgendwann keine Punkte mehr dafür bekommen, sondern sollte sich erst mal wieder darum kümmern, normale Gegenstände in den Chikkinizer zu werfen.

Der Verzicht auf ein Tutorial-Level ist indes irgendwie nachvollziehbar, verursacht aber, dass sich jeder neue Fluster Cluck Spieler fragt, wieso der rechte Stick bei der Orientierung gleichzeitig die Kanonen auslöst – Ehrlich: Keiner schaut sich freiwillig Steuerungsschemata im Ladebilschirm an!

Grafisch macht Fluster Cluck im Übrigen eine solide Figur, auch wenn niemand Wunder zu erwarten braucht. Verbesserungswürdig ist an einigen Stellen nur die Framerate, die dann doch ganz gerne mal einbricht. Die Entwickler haben diverse Themes für ihre Maps, die stellenweise ganz schön verwirrend aufgebaut sind, da es mehrere Abschnitte gibt, die durch Kanäle o.Ä. mit einander verbunden sind. Hier braucht man einige Anläufe, um sich zurechtzufinden.

phpBB [video]


Wir lieben Chicken!

Fluster Cluck ist genau das, was es sein soll: Extrem kurzweiliger Spaß für zwischendurch und für bis zu vier begeisterte Chikkinizer. Wir würden es als optimales Partyspiel bezeichnen. Einzelspielern dagegen würden wir ganz deutlich abraten, denn der Spaß fehlt einfach, zumal sich die KI dann nicht unbedingt von ihrer besten Seite zeigt und ganz schön unfair sein kann. Hätte man sich hier ein bisschen mehr ins Zeug gelegt und dann auch den Kampagnen-Modus zu einer richtigen Kampagne aufgewertet, würde Fluster Cluck quasi wirklich alles richtig machen. So bleibt ein solider Koop-Titel für alle, die sich mit euren Freunden nicht unbedingt in komplexe Abenteuer oder Rollenspiele stürzen möchten.


Pro Contra
+ Ein Storymodus auf dem Weg zum Chikkinizer… - … der leider nicht wirklich den Erwartungen gerecht wird.
+ Fordernde KI bei Spiel zu zweit bzw. zu dritt… - … die im Einzelspieler ganz schön nervig wird!
+ Witziger Humor und abgefahrenes Konzept - Stellenweise unübersichtliche Maps
+ Auf höherer Stufe erreicht das Ganze ein wunderbares Chaos! - Framerateeinbrüche stören den Spielfluss leicht
+ Das perfekte Partyspiel: Ihr könnt es immer wieder spielen. Es wird kurzweilig und leicht erlenbar. - Auch wenn man sich stellenweise kleinere ingame-Erklärungen gewünscht hätte.


Bild
Technik: 72

  • Grafik: 68
  • Sound: 78
  • Umfang: 66
  • Gameplay: 77
  • KI: 73

Spielspaß: 83

Singleplayer:

  • Story: Es wäre schön gewesen, wenn man aus dem Kampagnen Modus ein wenig mehr gemacht hätte und auch die Beförderungen eine Rolle spielen würde. Wieso nicht zum Beispiel richtige Aufträge einbauen und so das Gefühl des wahren Chikkinizers steigern?
  • Frustfaktor: Eigentlich lebt Fluster Cluck von seinem Spaßfaktor. Wenn man alleine spielt, kann es dennoch ein wenig frustig werden, da die KI dann ggf. ganz schön fies ist!
  • Wiederspielwert: Alleine bzw. für den Kampagnenmodus eher gering, insbesondere durch den hohen Frustfaktor.
  • Design/Stil: Es ist schon ganz witzig gemacht. Der Humor ist nett und das Chikkinizer-Konzept sorgt für Spaß am Spiel!
  • Musik: Die Musik ist witzig und passt gut zum Spiel. Auch die eher trashigen Effekte fügen sich ins Gesamtbild.

Multiplayer:

  • Modi/Vielfalt: Die Vielfalt ist eher gering. Immerhin gibt es aber den normalen Modus und Deathmatch in den Variationen Jeder gegen Jeden oder in Zweierteams.
  • Motivation: Wenn ihr mehrere Spieler beisammen habt, werdet ihr immer wieder eine Runde Fluster Cluck spielen. Es ist eben das geborene Partyspiel.
Bild
Besuche den Autor bei: Facebook | Twitter

Tags:
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast