Borderlands: The Pre-Sequel (PS3) im Test - Ein gelungenes Zwischending oder bloß ein Lückenfüller?

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Borderlands: The Pre-Sequel (PS3) im Test - Ein gelungenes Zwischending oder bloß ein Lückenfüller?

Beitragvon thomary » So 26. Okt 2014, 18:59

2K ist weit entfernt von jährlichen Releases – Borderlands 2 hat nun schon über 2 Jahre auf dem Buckel. Da Gearbox aber momentan v.a. mit Battleborn beschäftigt ist, sitzt bei Borderlands: The Pre-Sequel! hauptsächlich das Team von 2K Australia am Steuer. Muss man sich deshalb um den Charme des Spieles Gedanken machen, leidet gar die Qualität? In unserem Test erfahrt ihr es.

Elpis wartet

Wer befürchtet hat, Borderlands: The Pre-Sequel! könnte durch den anderen Entwickler sein wahnsinniger Humor, das zum Chaos neigende Gameplay, oder, ganz einfach gesagt, sein Charme abhandenkommen, denn können wir entwarnen. An den entscheidenden Stellen saßen sicherlich dennoch die Mannen von Gearbox mit im Boot, die diverse Skripts für den Ableger in der Schublade gehabt haben dürfen.

Wirklichen Mut zum Neuen haben 2K Australia insgesamt nicht bewiesen, aber das hätte vermutlich auch niemand ernsthaft erwartet (oder gar gewollt). Abgesehen davon wäre der Titel mit bahnberechenden Veränderungen auch kaum als Sequel des Erstlings, aber Prequel von Borderlands 2 zu etablieren gewesen: Wer den ganz großen Sprung sehen will, der muss auf Borderlands 3 warten, soviel sollte klar sein.

Borderlands: The Pre-Sequel! bietet somit genau das, was Fans der Reihe schon immer geliebt haben: Vielfältige Feinde und Monster, riesig und/oder in der Überzahl und jede Menge Beute, mit der der eigene Kammerjäger bestückt werden darf. Neu ist die Spielumgebung, und zwar nicht nur optisch: Auf Elpis, Pandoras Mond, gibt es natürlich keine zum Atmen geeignete Atmosphäre. Der Kampf um den Sauerstoff hat in Borderlands: The Pre-Sequel! nichts mit Survival zu tun (so wird’s zum Glück auch nicht beworben), fordert einen aber dazu auf, effizient mit seinen Ressourcen umzugehen.

Wesentlicher ist die niedrigere Gravitation, die uns außer in den Atmosphärezonen erwartet. Mit den dadurch möglichen, höheren Sprüngen inklusive Schmetterangriffen ergibt sich ein nettes neues Element für Borderlands. Wir würden nicht direkt von Jump’n’Run Einlagen sprechen, aber daran erinnert das Ganze teilweise.

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Concordia, die zentrale Anlaufstelle auf Elpis... Für einfach alles!


Chaos mit Slowdowns

Verloren geht ein wenig das hohe Spieltempo, wie man es möglicherweise aus den vorherigen Ablegern kennt. Bewegungen laufen langsamer ab und gerade beim Nachladen hat man teilweise das Gefühl, im Schneckentempo unterwegs zu sein. Aber davon sind ja zum Glück nicht nur wir betroffen. Entstehen können aber spannende Gefechte, wenn ein Teil der Gegner in einer Atmosphäre unterwegs sind und wir nicht, denn in der Atmosphäre geht natürlich alles seinen gewohnten Gang.

Schwerwiegender ist da, dass man in Borderlands: The Pre-Sequel! nicht die technischen Macken angegangen ist, die die meisten Spieler schon seit dem Serienerstling kennen. Über nachladende Texturen nach Ladebildschirmen wollen wir schon gar nicht mehr schimpfen, aber die Framerateeinbrüche auf der PS3 kommen noch immer direkt aus der Hölle und sorgen dafür, dass sich Borderlands: The Pre-Sequel! an manchen Stellen an der Schmerzgrenze zur Spielbarkeit bewegt. Zum Glück kommt das nur bei viel Action auf dem Bildschirm vor, aber die gibt es in Borderlands nun mal ziemlich oft!

Auch sonst sind technische Fehler leider allgegenwärtig: Hin und wieder zickt die Kolissionsabfrage, Gegner stecken im Boden fest, oder aber das herumliegende Geld wird nicht eingesammelt, obwohl das eigentlich automatisch von Statten gehen sollte. Auch diese Fehler kennt der Borderlands-Spieler schon, was etwas schade ist. Bugs, die den Missionsfortschritt behindern, sind uns im Test nur selten aufgefallen, aber auch hier wäre es der erste Serienableger, der ohne sie auskommt.

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Die Aussicht gefällt. Die Framerate manches Mal eher weniger!


Ein perfektes Team

Ebenso wie seine Vorgänger hat Borderlands: The Pre-Sequel! die Qualität, dass es zwar einerseits auf das Erleben im Koop (zu zweit an einer Konsole oder bis zu viert online) ausgelegt ist, andererseits aber auch perfekt alleine gespielt werden kann. Dazu trägt auch der wahnsinnig coole Humor und die spannenden Missionen bei: Hier muss Borderlands: The Pre-Sequel! im direkten Vergleich zu den Vorgängern etwas zurückstecken, da teilweise die Aufträge mit langen Laufwegen gestreckt werden, wodurch Passagen mit neu gespawnten Gegnern wiederholt werden müssen, jedoch geht dem Ganzen trotzdem nie so richtig die Luft aus.

Eine der Hauptrollen in Borderlands: The Pre-Sequel! spielt übrigens Handsome Jack, der aber im Prequel noch nicht jener, ähm, Arsch ist, als den wir ihn in Borderlands 2 kennen gelernt haben. Stattdessen ist der der tragische Held, mit dem man sogar sehr gut mitfühlen kann. Am Anfang der Story ist er ohnehin die sympathischste Figur im Spiel.

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Die Figuren sind wieder mal... einprägsam!


Spaß mit Durchhaltevermögen

Übrigens wird euch Borderlands: The Pre-Sequel! wieder eine ganze Weile beschäftigen: An die Größe von Borderlands 2 kommt der Titel zwar nicht ganz heran, aber dennoch könnt ihr mindestens rund 20 Stunden für die Story ansetzen und noch viele mehr, wenn ihr die Nebenquests erledigen wollt. Natürlich gibt es dabei ja auch schon jetzt die vier verschiedenen Klassen, die spielerisch wieder viele Besonderheiten auf Lager haben: Ein Claptrap ist beispielsweise nicht an die Sauerstoffversorgung gebunden und so weiter.

Auch ein Season Pass ist schon angekündigt, der sich trotz seines saftigen Preises von 30€ wieder lohnen dürfte: Mit dem Doppelgänger ist schon eine weitere Klasse offiziell angekündigt, die euch als Handsome Jack höchstpersönlich spielen lassen wird, Gerüchten zufolge kommt aber sogar noch eine weitere Figur hinzu, von neuen Missionen und Gebieten ganz zu schweigen.

Fazit: Das gewisse Etwas macht’s!

Borderlands: The Pre-Sequel! erfüllt seine Rolle perfekt und ist dabei mehr als ein bloßer Lückenfüller. Sicherlich bleiben die großen spielerischen Fortschritte aus (würde man sie bei Borderlands wirklich brauchen?), dennoch kommt aber durch das Mond-Setting eine angenehme Frische in das Gameplay. Was uns darin erwartet ist die bekannte Monster- und Itemhatz in einer Welt, in der es motiviert, auch das letzte Bisschen Loot zu entdecken. Wirklich mehr gewünscht hätten wir uns lediglich im technischen Bereich: Die gleichen Unzulänglichkeiten wie in Borderlands 1 sind immer noch vertreten und Framerateeinbrüche ganz hart an der Toleranzgrenze hätten auf PS3 gerne vermieden werden können. Dennoch ist Borderlands: The Pre-Sequel eine große Portion reinen Spielspaßes, die man alleine oder im Team genießen kann.

Pro Contra
+ Genialer Humor, witzige Figuren - Viele kleine Fehler und krasse Framerateeinbrüche
+ Gelungenes Pre-Sequel mit Handsome Jack als tragischem Helden - Hin und wieder stockt der Spielfluss
+ Großer Umfang… - … wobei manche Missionen die eine oder andere Länge aufweisen
+ Das Setting und die Umgebung bringen interessante Nuancen ins Spiel - Die KI hat manchmal Macken oder scheitert an der Kolissionsabfrage
+ Viel Loot und viel Entdeckungsfreiraum, Elpis lädt zum Erkunden ein
+ Alleine wie zusammen spaßig und problemloser Koop


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Technik: 83

  • Grafik: 76
  • Sound: 88
  • Umfang: 90
  • Gameplay: 85
  • KI: 78

Spielspaß: 90

Einzelspieler
  • Story: Die Geschichte strotzt vor Humor, genialen Figuren und bietet einen tragischen Helden, der uns Handsome Jack aus Borderlands 2 in einem anderen Licht sehen lässt.
  • Frustfaktor: Teilweise vorhanden, da manche Passagen deutlich schwieriger sind als das Spiel im Durchschnitt. Zum Glück kann man sich aber wie gewohnt zurück ins Leben ballern und selbst das Rücksetzen zum Checkpoint ist nicht allzu frustrierend.
  • Wiederspielwert: Definitiv gegeben: Auch wenn sich manche Storymissionen ein wenig ziehen, können verschiedene Figuren (und angekündigte DLCs) zu einer erneuten Runde motivieren.
  • Design/Stil: Typisch Borderlands! Auch mit den üblichen Macken im Hinblick auf die Technik.
  • Musik/Sound: Ebenfalls typisch Borderlands. Die Effekte kennt man schon, Vertonung und Musik sind auf dem üblichen sehr guten Niveau!

Mehrspieler
  • Motivation: Der lokale oder online Koop ist genauso motivierend, oder ggf. motivierender als das Spiel alleine und regt zum stundenlangen Zocken an!
  • Stabilität: Uns sind im Laufe des Tests ein einziges Mal Verbindungsschwierigkeiten aufgefallen, was die Einlösung von SHiFT-Codes betraf. Ansonsten konnten wir keine Unregelmäßigkeiten feststellen.
  • Vielfalt: Verschiedene Klassen und unterschiedliche Spielerzahl sorgen für verschiedenste Herausforderungen. Ansonsten überzeugt die Vielfalt in den Missionen und im Kampf, auch wenn die bereits erwähnten Längen auffallen.
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Re: Borderlands: The Pre-Sequel (PS3) im Test - Ein gelungenes Zwischending oder bloß ein Lückenfüller?

Beitragvon Sib » So 26. Okt 2014, 21:40

Bin ich der einzige, der bei Nurse Nina an Prinzessin Leia sowie die Jedi/Sith Kräfte aus Star Wars denken muss? xD

Scheint aber wieder ein solider Coop Shooter zu werden, wird irgendwann geholt :D
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Re: Borderlands: The Pre-Sequel (PS3) im Test - Ein gelungenes Zwischending oder bloß ein Lückenfüller?

Beitragvon Synyster » So 26. Okt 2014, 21:49

Super Test, aber war für mich persönlich nicht anders zu erwarten , viel Bekanntes und wenig Neues, aber genau das das hat mich viele Stunden in Borderlands 2 gefesselt, wieso sollte es jetzt nicht so sein. Ich freu mich auf The Pre-Sequel!

@ Sib
ja, stimmt :D
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