Deadfall Adventures: Heart of Atlantis (PS3) im Test – Mit James Quartermain auf Weltreise

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Deadfall Adventures: Heart of Atlantis (PS3) im Test – Mit James Quartermain auf Weltreise

Beitragvon thomary » So 9. Nov 2014, 18:39

Deadfall Adventures machte bislang einen Bogen um die PS3: In der Originalversion kam der Titel mit James Lee Quartermain als Protagonisten lediglich für PC und Xbox 360 auf den Markt. Mit dem Untertitel Heart of Atlantis ist das Action-Adventures in der Egosicht aus dem Hause The Farm 51 nun auch auf PS3 verfügbar und soll in vielerlei Hinsicht überarbeitet worden sein. Können wir der archäologischen Weltreise etwas abgewinnen?

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Auf der Suche nach dem Herzen

Im Hauptmenü erweckt Deadfall Adventures: Heart of Atlantis zunächst einen überaus kritischen Ersteindruck: Da zuckeln und ruckeln sich flimmernde und unscharfe Texturen gerade nur so über den Bildschirm, während die Szene eines Flugzeugabsturzes zu sehen ist. Das kennen wir doch aus anderen Adventures? Und die Technik…?

Wir können gleich Entwarnung geben: Deadfall Adventures: Heart of Atlantis ist erstens kein technischer Totalausfall und macht zweitens sowohl inhaltlich als auch spielerisch sehr Vieles richtig. Ihr schlüpft in Deadfall Adventures: Heart of Atlantis in die Rolle von James Lee Quartermain, dem Enkelsohn des legendären Allan Quartermain, dessen Notizbuch euch auf eurer Reise begleitet. Ihr sucht die Fragmentstücke des Herzens von Atlantis, wobei euch die Reise nach Ägypten, in die Arktis sowie in Maya-Ruinen bis hin nach Xibalba in den Dschungeln von Guatemala führt.

Deadfall Adventures: Heart of Atlantis setzt nicht unbedingt auf vielschichtige Figuren oder wirklich komplexe Handlungen, vermag erzählerisch aber dennoch zu überzeugen. Gerade, wenn man zwischen die Fronten von Nazis und der Roten Armee gelangt und sich zwischenzeitlich fragt, was wohl passiert, wenn das Herz von Atlantis wieder zusammengesetzt wird, zeigt sich das. Dabei bauen sich schnell Sympathien oder Antipathien gegenüber Nicht-Spieler-Charakteren auf, wobei natürlich klar ist: Nur wir selbst gehören zu den Guten!

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Sesam, öffne dich!


Spielerische Vielfalt

Trotz Egosicht macht Deadfall Adventures: Heart of Atlantis einen Trend anderer Vertreter seines Genres eiskalt nicht mit: Die Tendenz zu hirnlosen Ballerorgien, in denen sich von unnachvollziehbaren Orten immer wieder neue Gegner abseilen. Deadfall Adventures: Heart of Atlantis hat zwar durchaus seiner Ballereinlagen, die sich jedoch in angenehmen Grenzen halten.

Ansonsten setzt man auf spielerische Vielfalt, was dazu führt, dass man ziemlich viele verschiedene Elemente gesehen hat, bis man am Ende des Abenteuers angelangt ist. Dabei wird nichts überstrapaziert, sodass weder Sniper-, Jump’n’Run- noch die Rätseleinlagen irgendwann langweilig werden. Auch die Rätsel unterscheiden sich angenehm je nach Aufenthaltsort: Die tödlichsten Fallen lauern in Xibalba, während wir uns in einer arktischen Fabrikumgebung mit elektronischen Spielereien auseinandersetzen müssen, um voranzukommen.

Deadfall Adventures: Heart of Atlantis legt bei alldem keinen allzu hohen Schwierigkeitsgrad vor. Insbesondere für die Rätsel führt ihr eure Komplettlösung quasi mit, denn das Notizbuch Allan Quartermains geizt nicht mit Hinweisen, wobei netterweise notwendige Objekte in der Spielwelt auch noch aufleuchten. Auch in den Kämpfen lautet das Motto lediglich „gewusst wie“: Menschliche Gegner sind recht schnell erledigt, während man den untoten Gegnern wie zum Beispiel Mumien zunächst mit dem intensiven Lichtstrahl der Taschenlampe an den Kragen gehen muss, um sie dann mit einem oder zwei Schüssen erledigen zu können.

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Auch Quick Time Events gehören (selten!) zur spielerischen Abwechslung.


Das geht gut!

Zum niedrigen Frustpotential in Deadfall Adventures: Heart of Atlantis tragen auch die sehr fairen und häufigen Speicherpunkte sowie die leichtgängige Steuerung bei: Das Steuerungskonzept zeigt sich sehr kompakt und nachvollziehbar und wird nur dadurch getrübt, dass James Quartermain nicht so recht zu springen vermag. Zudem hakt ab und zu der Waffenzoom und reagiert nicht auf den Tastendruck.

Eine weitere Erleichterung im Spielverlauf stellen Verbesserungen für die Spielfigur dar, die man mittels gefundener Schätze an speziellen Schreinen kaufen kann. Das freut uns bei Deadfall Adventures: Heart of Atlantis besonders: Endlich spielen wir mal ein Spiel mit Archäologen-/Grabräuberausrichtung, in dem die gefundenen Schätze sogar sinnvoll sind und nicht nur der Deko dienen! Sie verbessern euren Angriff, eure Verteidigung bzw. Ausdauer oder aber die Intensität eures eingesetzten Lichtes, sodass es Untoten noch schneller an den Kragen geht.

Die kleine Portion Technikmurks

Deadfall Adventures: Heart of Atlantis macht im Grunde fast alles richtig, sodass es schade ist, dass der technische Bereich ziemlich stark im Vergleich zum Gameplay zurückstecken muss. Zwar bietet Deadfall Adventures: Heart of Atlantis fast immer ansprechende Kulissen, die auch relativ detailreich gehalten sind, doch dabei muss die Framerate leiden.

Gerade in den Gefechten stottert Deadfall Adventures: Heart of Atlantis geradezu immer, doch auch sonst führt zum Beispiel das Automatische Speichern oder aber zwischenzeitliches Nachladen für unschöne Freezes von teils mehreren Sekunden. Auch sonst kommt Deadfall Adventures: Heart of Atlantis im Hinblick auf die Grafik gerade bei den Texturen nicht an andere aktuelle PS3-Spiele heran. Gleiches gilt für Animationen, Gestik und Mimik der Figuren.

Die Soundkulisse zeigt sich prinzipiell fesselnd und passend, sodass sowohl die Fallen als auch die Gegner angemessen repräsentiert werden, doch leider hat Deadfall Adventures: Heart of Atlantis mit starken Schwächen in der Abmischung zu kämpfen, die man nur mit manueller Nachjustierung ansatzweise korrigieren kann. Die solide Synchronisierung wurde teilweise zudem unpassend zusammengeschnitten.

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Mache Dinge wirken ein bisschen... alt.


Überleben zu dritt, zu viert… Alleine!

Deadfall Adventures: Heart of Atlantis kam nicht drum herum, einen Mehrspielermodus spendiert zu bekommen. Nur leider spielt den keiner! Dabei ist Potential wirklich vorhanden, soweit wir das testen konnten: Insbesondere durch den Überlebensmodus, den man zur Not auch alleine spielen kann, ist auch für Langzeitmotivation in Deadfall Adventures: Heart of Atlantis gesorgt. Darin muss man gegen immer neue Gegnerwellen bestehen und kann sich zwischendrin mit neuer Ausrüstung versorgen.

Die sonstigen Modi sind übliche Bekannte wie Team Deathmatch und Co. Leider konnten wir diese Modi alle nicht testen, da wir kein einziges Mal einen Mitspieler gefunden haben.

Wir mögen Abenteuer!

Deadfall Adventures: Heart of Atlantis hat uns im Prinzip rundum überzeugt. Gerade vom Gameplay her überzeugt der Titel mit einem hohen Abwechslungsreichtum, der keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Nur ein wenig mehr Anspruch dürfte es für den einen oder anderen wohl noch sein. Auch, dass das Schatzsuchen sinnvoll eingebaut wurde, freut uns: Zwar bekommen wir keine Informationen über das, was wir da finden, immerhin haben wir aber eine Motivation, auch weiterhin die Umgebungen abzusuchen, da wir unsere Figur so verbessern können.

Es ist schade, dass die Technik da nicht mithält: Während die Kulissen zwar überzeugen, wird das Spielerlebnis durch krasse Framerateeinbrüche und teils mangelhafte Texturen beeinflusst. Auch die mäßige Tonabmischung nagt an der an sich guten Atmosphäre. Prinzipiell bietet Deadfall Adventures: Heart of Atlantis dabei sogar Langzeitmotivation abseits der rund zehn Stunden langen Kampagne, doch leider lassen sich kaum Mitspieler im Onlinemodus finden, dabei hätte der Titel durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient.

Pro Contra
+ Abwechslungsreiches Gameplay - Krasse Framerateeinbrüche
+ Verzicht auf unnötige Ballerorgien - Auch im Hinblick auf Texturen und Figuren technisch schwach
+ Großteils nachvollziehbare Rätsel
+ Stimmungsvolle Soundkulisse… - … die an schwacher Abmischung krankt
+ Sehr faire Speicherpunkte
+ Leichtgängige Steuerung - Merkwürdiges Sprungverhalten des Protagonisten
+ Motivierender Überlebensmodus


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Technik: 73

  • Grafik: 64
  • Sound: 69
  • Gameplay: 85
  • Umfang: 80
  • KI: 69

Spielspaß: 80

  • Story: Die Geschichte besticht nicht mit Komplexität oder vielschichtigen Figuren, ist aber dennoch ein interessanter Eintrag im Quartermain-Universum.
  • Frustfaktor: Durch zahlreiche Hilfestellungen und faire Rücksetzpunkte kaum vorhanden.
  • Wiederspielwert: Ein erneutes Spielen der Karriere bietet sich auf höherem Schwierigkeitsgrad oder zum Finden der restlichen Schätze an.
  • Design/Stil: Solide Kulissen überzeugen, die technische Seite eher weniger.
  • Musik/Sound: Die Kulissen sind stimmungsvoll, es hakt an der Abmischung und es gibt Schwächen bei der Synchronisierung.


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