Halo: The Master Chief Collection (Xbox One) im Test – Eine großartige Spielesammlung

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Halo: The Master Chief Collection (Xbox One) im Test – Eine großartige Spielesammlung

Beitragvon thomary » Di 11. Nov 2014, 19:46

Microsoft und 343 Industries schicken Halo im geballten Paket auf die aktuelle Konsolengeneration: In Halo: The Master Chief Collection sind mit Halo 1-4 alle Abenteuer rund um den Master Chief vereint, zudem enthält die Sammlung Zugang zur Beta von Halo 5: Guardians und die Serie Halo: Nightfall. Dabei ist die Master Chief Collection natürlich mehr als nur eine reine Inhaltssammlung, sondern es erfolgten auch Überarbeitungen.

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Das Paket geschnürt

Das Schmuckstück der Master Chief Collection ist sicherlich Halo 2: Anniversary, das passend zu dessen zehnjährigen Jubiläum einen der größten Xbox-Klassiker auf die Xbox One bringt. Das Vorhaben ist geglückt: Insbesondere die völlig atemberaubenden Zwischensequenzen zeugen davon, mit wie viel Einsatz dieser „Remastered“ Titel angegangen wurde. Auch sonst kann sich das Ergebnis der Kur sehen lassen: Dafür, dass Halo 2 noch von der ersten Xbox stammt, ist das Ganze mehr als gelungen und kann sich zu den stärksten Überarbeitungen zählen, die wir bislang gesehen haben.

Die nette Dreingabe ist die Möglichkeit, auch die Originalfassung von Halo 2 zu spielen. Das kann in den Einstellungen einfach umgestellt werden und ist auch bei Halo: Combat Evolved Anniversary möglich, dem man sein Alter schon deutlich eher anmerkt als Halo 2: Anniversary, in erster Linie, weil auf das Neuerstellen der Sequenzen verzichtet wurde. Dennoch sehen wir den Titel, der in dieser Form schon für Xbox 360 erschienen ist, in ordentlichem Gewand wieder.

Halo 3 und Halo 4 wurden natürlich nicht komplett überarbeitet, erstrahlen aber in 1080p und mit 60 Bildern pro Sekunde dennoch in einem neuen Glanz. Vor allem Halo 4 sieht so an vielen Stellen schlichtweg beeindruckend aus und braucht sich vor aktuellen Titeln nicht verstecken.

343 Industries haben es so insgesamt vorzüglich geschafft, jedem einzelnen Titel zwar technisch seinen eigenen Charme zu lassen, aber dennoch eine gewisse Einheitlichkeit hineinzubringen, so wie sie zum Beispiel alle mit der beeindruckenden Framerate punkten. Unschön ist, dass diese gerade in Halo 4 immer mal wieder ganz deutlich in den Keller rutscht. Hier hätten wir uns (noch) bessere Ergebnisse gewünscht.

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So gut sehen die Zwischensequenzen von Halo 2 aus!


Altes behutsam erneuert

Auch spielerisch darf man die einzelnen Spiele entweder in ihrer Einheit oder einer Art Neuinterpretation erleben. Einerseits dürfen die Kampagnen komplett am Stück genossen werden, andererseits kann man aber auch einzeln auf die bereits freigeschalteten Missionen zurückgreifen und diese in der Schwierigkeit anpassen sowie mit besonderen Herausforderungen versehen.

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Cortana im Wandel der Zeit.
Wer sich inhaltlich einen neuen Blick auf die Halo-Saga ermöglichen möchte, für den wurden spezielle Missions-Playlisten angelegt: Hier lassen sich entweder alle Master Chief Missionen fortfolgend erleben oder aber sie sind nach gewissen Themen sortiert, zum Beispiel nach Missionen, in denen explizit Fahrzeuge zum Einsatz kommen. So wird dem teils schon betagten Stoff neues Leben eingehaucht, wobei gerade dadurch jeder einzelne Teil deutlich machen kann, dass er sich vor anderen nicht verstecken muss!

Fesselnde Kampagne

Wer mit dem Vorurteil an Halo: The Master Chief Collection herangeht, dass Shooter ja ohnehin keine spannenden Stories bieten können, der wird sicherlich positiv „enttäuscht“: Gerade die letzten Teile der Saga nehmen erzählerisch an Fahrt auf und bieten fesselnde Inhalte. Der zweite Teil steht zumindest in seiner technischen Ausführung nun in nichts mehr nach. Und da alles nun in einem Paket steckt, bietet Halo: The Master Chief Collection sogar für Solo-Enthusiasten viele Stunden Spielspaß, der, wie zuvor erwähnt, mit speziellen Herausforderungen sogar noch aufgepeppt werden kann.

Einen wesentlichen Teil dazu steuert auch der hervorragende Soundtrack der Halo-Saga bei, der durch die technischen Verbesserungen sogar noch kraftvoller daherkommt. Die Musikstücke sind in vielen Fällen episch und laden teilweise sogar zum Verweilen ein. Gerade deshalb, da sie mitunter manchmal gar nicht so recht zum actionreichen Shooter-Gehabe passen mögen. Erneut ist Halo 4 das schwarze Schaf, das stellenweise mit Problemen in der Abmischung zu kämpfen hat. Halo: Combat Evolved Anniversary ist dafür asynchron, was aber wohl dem Alter des Materials geschuldet ist.

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Dem ersten Halo sieht man sein Alter ein bisschen deutlicher an.


Die volle Multiplayer-Dröhnung

Wofür man Halo liebt, muss individuell entschieden werden, für viele ist aber der Mehrspielerteil der wesentliche Teil der Erfahrung: Insbesondere die Wiederkehr des Halo 2 Multiplayers wurde im Vorfeld euphorisch gefeiert.

Tatsächlich begeistert auch der Multiplayer schon mit der schieren Menge an Inhalten: Über 100 Maps und jede Menge Modi sind enthalten, die teilweise wieder direkt den Klassikern entnommen wurden, die teilweise aber auch die Titel zusammenwürfeln: So lassen sich die beliebten Modi aus Halo, Teil 2, 3 oder 4 isoliert genießen oder aber spezielle Modi aufrufen, die auf Spielvarianten und Maps aller Titel zurückgreifen.

Wir wollen in unserem Test lediglich deutlich machen, dass Halo: The Master Chief Collection eine geballte Ladung an Multiplayermodi auf ein unzähligen gut überarbeiteten Maps bietet. Es ist keine Frage, dass hier für langfristige Motivation gesorgt ist. Einsteiger in die Halo-Saga können möglicherweise ein klein wenig durch Spieler entmutigt werden, die die Spiele schon von bisherigen Plattformen kennen.

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Hier ist die Vielzahl an Multiplayermodi zu sehen.


Instabile Anwandlungen

Spätestens beim offiziellen Marktstart von Halo: The Master Chief Collection machte sich deutlich, dass 343 Industries noch ein wenig daran feilen muss, wenn es um die gesamte Stabilität des Programms geht: Nicht nur hatten wir in der Kampagne mit Abstürzen zu kämpfen, sondern vor allem während der Serverprobleme zum Erscheinungstag quittierte das Spiel mehrfach mit Freezes seinen Dienst.

Überhaupt scheint es so etwas wie Fehlermeldungen nicht zu geben, sondern das Spiel versucht endlos z.B. auf die Server zuzugreifen oder bleibt dabei einfach hängen. Zwar führte das ganze nie zu einem Freeze der Xbox One, es half dann aber lediglich, das Spiel zu beenden und neu zu starten. Zusammen mit den Framerate-Problemen, insbesondere bei Halo 4, hat 343 Industries hier Anlass genug, mit künftigen Patches noch für Abhilfe zu sorgen.

Riesiges Gesamtpaket

Hut ab vor dieser Sammlung! Halo: The Master Chief Collection ist ein riesiges Ganzes, das in insgesamt sehr überzeugender Form auf die Xbox One gebracht wurde: Halo 2 Anniversary gehört zu den stärksten Remastered-Titeln, obwohl die Urprungsversion von der ersten Xbox kommt, und gerade Halo 4 braucht sich vor vielen aktuelleren Titeln absolut nicht zu verstecken.

Sowohl für Solo- als auch Multiplayerfans gibt es unzählige Inhalte, wobei 343 Industries nicht nur Wert darauf gelegt hat, die Klassiker zu würdigen, sondern sie auch interessant aufzubereiten und selbst inhaltlich neue Nuancen zu setzen. Nachgebessert werden muss noch bei teils drastischen Framerateeinbrüchen, insbesondere in der Halo 4 Kampagne sowie beim insgesamt noch etwas instabilen Gesamteindruck der Halo: The Master Chief Collection, die gerade bei problematischer Serververbindung gerne mal zum Freeze oder Absturz neigt. Ansonsten ist das Ganze ein gelungenes Gesamtpaket, das den Master Chief mit Bravour auf Xbox One bringt.

Pro Contra
+ Vier Spiele im Komplettpaket - Ärgerliche Framerateeinbrüche (insbesondere Halo 4
+ Sinnvolle und teils beeindruckende Überarbeitungen - Insgesamt leicht instabiler Eindruck
+ Geniale Zwischensequenzen (insbesondere Halo 2 Anniversary) - Abbruch oder Zeitverzögerung der Serververbindung führt zu Freezes (Neustart erforderlich!)
+ Auch inhaltlich sinnvolle Aufbereitungen des klassischen Stoffes (z.B. Missionslisten) - Kleinere Probleme mit der Tonabmischung (Halo 4)
+ Tonnen an Multiplayer-Inhalten - Asynchrone Sequenzen Halo Combat Evolved Anniversary


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Technik: 88

  • Grafik: 85
  • Sound: 90
  • Gameplay: 85
  • Umfang: 100
  • KI: 80

Spielspaß: 90

Einzelspieler:

  • Story: Die Master Chief Collection bietet vier vollständige Kampagnen, die interessante Stories rund um den Master Chief und die Rettung der Menschheit bieten.
  • Wiederspielwert: Durch Schwierigkeitsgrade und Herausforderungen für den Story Modus sowie vorgefertige Missionslisten definitiv gegeben.
  • Design/Stil: Halo überzeugt seit jeher mit seinem außergewöhnlichen Artdesign, der sich von üblichen Shootern abhebt.
  • Musik/Sound: Halo legt in allen Ablegern einen hervorragenden Soundtrack und eine tolle Musikuntermalung vor.

Mehrspieler:

  • Matchmaking: Ein wenig leidet die Master Chief Collection unter dem Problem, dass es schon viele Halo-Experten da draußen gibt.
  • Motivation: Alleine die vielen Inhalte motivieren und es dürfte für jeden ein geeigneter Modus dabei sein.
  • Stabilität: Am Erscheinungstag waren zwar Serverprobleme festzustellen, die jedoch lediglich das Matchmaking betrafen. Die Spielsessions an sich liefen ohne Auffälligkeiten.
  • Vielfalt: Die Vielfalt ist unglaublich groß, da Modi aus Halo 1-4 als auch gemischte Modi vorhanden sind, die Karten und Spielweisen der Titel durcheinanderwürfeln.


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