Fantasy Life (3DS) im Test – Ein waschechtes Rollen-Spiel

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
thomary
Chefredaktion
Beiträge: 3959
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:49
Zocker-Vorliebe: PC und Konsole - Multi-Künstler
Wohnort: Leipzig
Hat sich bedankt: 606 Mal
Danksagung erhalten: 676 Mal
Kontaktdaten:

Fantasy Life (3DS) im Test – Ein waschechtes Rollen-Spiel

Beitragvon thomary » Mi 12. Nov 2014, 11:39

Heutzutage geht ja schon ganz schön vieles als „Rollenspiel“ durch. Im Prinzip gilt das Genre schon dann, wenn man Entscheidungen treffen darf. Doch wann ist schon wirklich mal die Rolle entscheidend, die man innerhalb der Gesellschaft spielt? Fantasy Life zeigt, wie das funktioniert: Der 3DS Titel aus dem Hause Level-5 bietet ganze 12 Leben, die unsere Zeit in Reveria nachhaltig prägen.

Bild


Heute back‘ ich, morgen brau‘ ich…

In Fantasy Life steht die große Entscheidung direkt am Anfang, welches von 12 Leben wir führen wollen. Die Bewohner Reverias haben für alle was zu tun und auch die Story können wir erleben, egal, ob wir als Paladin, Söldner, Angler oder Schmied unterwegs sind. Bestimmte Jobs unterscheiden sich dabei im Wesentlichen in ihrer Ausrichtung und sind spielerisch ähnlich.

Paladine und Söldner spielen sich zum Beispiel prinzipiell ähnlich, jedoch sind Paladine einzig und allein am Wohlergehen der Bürger interessiert, während Söldner am Geld interessiert sind. Hat man beide Leben angenommen, darf man auch das Söldner-Großschwert führen, während man gerade Paladin ist. Die Produktionsberufe dagegen laufen alle in Minispielen ab und unterscheiden sich so eher in den Produkten als in der Spielbarkeit, jedoch werden Produkte des einen häufig für die Rezepte des anderen benötigt.

Genau diese Vermischung der einzelnen Leben ist es, die Fantasy Life langfristig so spannend macht. Wer sich für einen simplen Söldner entscheidet, kann recht stramm durch die Story latschen, bekommt dann aber auch nur einen Bruchteil der Tiefe von Fantasy Life mit. Wer dagegen allen Dorfbewohnern helfen will und so geschickt tatsächlich alle Leben unter einen Hut bringen will, der kann Stunden um Stunden in Reveria verbringen. Das Gute daran ist, dass das nichtmal schnell langweilig wird.

Bild


Das Leben will gelernt sein

Fantasy Life legt zunächst einen sehr angenehmen Schwierigkeitsgrad vor. Während die Story auch bis zum Ende hin kaum anzieht, dafür aber viele sehr schöne Botschaften transportiert und die Bedrohung Reverias glaubhaft ausdrückt, stellen mit zunehmendem Level die einzelnen Leben die eigentliche Herausforderung dar.

Irgendwann sind Zutaten für Rezepte schwieriger zu finden und auch für die einzelnen Anliegen der Dorfbewohner, die mitunter ganz schön exotische Dinge wollen, müssen wir mehrfach in Gebiete zurückkehren, um zum Beispiel die nötige Anzahl an Gegnern zu besiegen, die bei jedem Gebietswechsel neu spawnen. Auf lange Sicht wird Fantasy Life so auch durchaus ein wenig repetitiv.

Dazu trägt auch bei, dass wir nicht unmittelbar erkennen können, an welchen Job sich eine Quest richtet. Zur Not muss man sie dann ablehnen oder später abbrechen, falls man das entsprechende Leben noch nicht angenommen hat. Da man sich unter Umständen nicht mehr an jeden NPC erinnert, hört man so im Verlauf des Spieles einige Dialoge mehrfach, aber kann immer noch nicht helfen, da man sich noch nicht zum Fischer berufen fühlt.

Bild


Reveria ist ein Wunder der Natur

So richtig nervig wird Fantasy Life trotzdem nie. Dafür sind die Figuren und Dorfbewohner einfach zu sympathisch, die Spielwelt zu schön und die Atmosphäre zu toll. Besonders hervorzuheben ist der geniale Soundtrack von Nobuo Uematsu, der nicht nur die Gebiete passend untermalt, sondern auch zum Beispiel die teils bedrückende oder unheimliche Stimmung bei Nacht hervorragend zeigt.

Der Tag-/Nachtwechsel ist ohnehin eine starke Sache in Fantasy Life. Insbesondere am Anfang spüren wir, dass wir nach Einbruch der Dunkelheit vielleicht lieber nicht mehr in den Grasebenen unterwegs sein sollten. Dann zieht es uns zurück in unsere sichere Dachkammer, wo wir zunächst wohnen. Später jedoch müssen wir nachts raus, denn bestimmte Monster tauchen nur dann auf und wir sollen die Bedrohung für alle ein wenig minimieren.

Im Gesamtbild ist Reveria ein wunderschöner Ort, denn die Umgebungen begeistern uns und die Städte im Spiel versprühen alle ihren ganz eigenen Charme. Zwischenzeitlich werden uns die langen Laufwege durch die Möglichkeit, Pferde oder Schildkröten als Reittiere auszuleihen, verkürzt, zudem stehen Luftschiffe zur Verfügung.

Bild


Wie wonnig bist du heute?

Neben Levelaufstiegen der Figur, mit dem wir zum Leben passende Attribute erhöhen können sowie der Lebensstufe an sich gibt es noch eine weitere Komponente in Fantasy Life: Die Wonne. Natürlich darf das „Vergnügen“ nicht fehlen, wobei dieses in Fantasy Life relativ breit gefasst ist.

Die Wonne-Aufträge bekommen wir von Flatterling, unserem Schmetterlings-Begleiter, die unsere Wonne zum Beispiel durch das Schließen neuer Freundschaften oder aber durch das Entdecken eines neuen Ortes steigern. Als Belohnung für eine neue Wonne-Stufe gibt es größere Taschen oder die oben erwähnte Möglichkeit, Reittiere auszuleihen.

Bild


Fazit: Ein Leben voller Abenteuer

Fantasy Life ist ein ganz starker Titel auf dem 3DS, in den Stunden an Spielzeit fließen können. Level-5 hat eine unglaublich stimmige Spielwelt mit sympathischen Figuren geschaffen, wozu Nobuo Uematsu den genialen Soundtrack beisteuerte. Noch dazu ist Fantasy Life ein echtes Rollen-Spiel, in dem unser Leben maßgeblich die Geschicke der Welt beeinflusst und indem es tatsächlich noch darum geht, den Bewohnern zu helfen. Die recht gelungene Story nimmt so über weite Strecken schon fast eine Nebenrolle ein. Auf lange Sicht nagen einige repetitive Passagen sowie die recht starke Ähnlichkeit bestimmter Berufe am Spielspaß. Doch insgesamt ist Fantasy Life ein einzigartiges Abenteuer, dass man definitiv einmal erlebt haben sollte.

Pro Contra
+ Ein echtes Rollenspiel
+ Zwölf verschiedene Leben… -… die sich teilweise recht ähnlich sind
+ Wunderschöne Spielwelt - Auf lange Sicht etwas repetitives Spielerlebnis
+ Genialer und atmosphärischer Soundtrack - Stellenweise mehr Vorabinformationen über Quests gewünscht
+ Zahlreiche Inhalte und man freut sich, helfen zu können
+ Kombinationen der Leben sind interessant



Bild
Technik: 86

  • Grafik: 90
  • Sound: 100
  • Gameplay: 75
  • Umfang: 86
  • KI: 80

Spielspaß: 88

  • Story: Die Story ist interessant und mit schönen Botschaften. Sie lässt gut mit Reveria als stimmiger Spielwelt mitfühlen.
  • Wiederspielwert: Jedes Leben ist spannend!
  • Frustfaktor: Kaum bis gar nicht gegeben, obwohl Fantasy Life durchaus anspruchsvoller werden kann.
  • Design/Stil: Reveria ist ein wunderschöner Ort, der jederzeit stimmig wirkt.
  • Musik/Sound: Extrem stark und atmosphärisch.


Direkt zur Flickr-Galerie

Tags:
Advertisement
Benutzeravatar
Sib
DanceStar des Königs
Beiträge: 2738
Registriert: Do 8. Mai 2014, 15:39
Zocker-Vorliebe: Multi-Konsolero
Wohnort: Hyrule
Hat sich bedankt: 359 Mal
Danksagung erhalten: 517 Mal

Re: Fantasy Life (3DS) im Test – Ein waschechtes Rollen-Spiel

Beitragvon Sib » Mi 12. Nov 2014, 13:27

Habe ich auf GameOne gesehen, sieht recht putzig aus.
Ist ein Titel, den ich irgendwann nachholen werde^^
Zugestellt mit der hylianischen Post
Bild
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast