Grand Theft Auto V (PS4) im Test – Eine echte Next-Gen Offenbarung?

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Grand Theft Auto V (PS4) im Test – Eine echte Next-Gen Offenbarung?

Beitragvon thomary » Mi 19. Nov 2014, 19:29

Bei all den Titeln im Remastered-Dschungel fing man regelmäßig zu Überlegen an, welche Spiele denn noch so in Frage kommen könnten. Schon vor dem Release auf PS3 und 360 wurde der Ruf nach einem Kandidaten besonders laut: GTA V hob Open-World Erfahrungen schon im letzten Jahr in die neue Generation und wirkte von den technischen Möglichkeiten her auf PS3 und 360 leicht eingepfercht. Kann es sich nun auf PS4 und Xbox One völlig entfalten?

Hinweis: Unser Test behandelt in erster Linie die Portierung von GTA V auf die PS4 – Auf die hier erbrachte Leistung bezieht sich auch die Wertung!

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Es ist Looos Santoooos!

Wenn die PS4 die Vorabinstallation von GTA V abgeschlossen hat, man das Spiel startet und dann doch vor dem Start die sehr zeitaufwendige „ingame-Installation“ erfolgt, fragt man sich, ob die Jungs bei Rockstar möglicherweise vergessen haben, dass sie ihr Spiel gerade auf die nächste Generation portiert haben. Doch man wird bald eines besseren belehrt.

Schon im Prolog, spätestens aber in Los Santos zeigt sich, dass Einiges an Überarbeitungsarbeit in GTA V geflossen ist: Das Ganze wirkt flüssiger, frischer und insgesamt einfach hübscher! Die Spielwelt war schon auf der PS3 und der Xbox 360 größtenteils eine Augenweide, doch nun vermag ganz Blaine County in einem ganz neuen Glanz erstrahlen. Am besten fühlt sich an, dass die Framerate nun erfreulich oft im grünen Bereich ist. Bei der Ursprungsversion, die die Hardware an die Grenze trieb, hatte man oft das Gefühl, das Spiel könne – oder müsse- ein wenig flüssiger über den Bildschirm flimmern.

Doch ganz ohne Ruckler geht es doch nicht: An einigen Stellen bricht die Framerate nämlich dann doch merklich ein, ohne dass uns jedoch großartige Slowdowns begegnet wären. „Über den Bildschirm flimmern“ trifft es darüber hinaus noch immer ganz gut: Während wir mit Kantenflimmern fast immer leben müssen, passiert manchmal ein bisschen zu viel davon auf dem Bildschirm, was unschön sein kann.

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Schöner Ausblick über den Strand


Open World à la Next Gen

Diese Dinge sollen nicht darüber hinweg täuschen, dass Los Santos in GTA V auf PS4 zumeist atemberaubend aussieht: Insbesondere bei Dämmerung, bei Nacht oder bei Regen lässt die neue Version ihre Muskeln spielen und begeistert unter anderem mit großartigen Beleuchtungs- und Spiegelungseffekten. Wer sich übrigens auf verbuggte, schwebende, fallende oder sonstwie defekte NPCs einstellt oder merkwürdige Animationen der Protagonisten erwartet, der wird von GTA V schnell eines Besseren belehrt: In dieser Hinsicht braucht sich so schnell kein anderer Open-World Titel mit Rockstars Werk anlegen.

Überhaupt hat GTA V in Bezug auf die Open World den meisten anderen Vertretern der Zunft ein ganzes Stück voraus. Selten ergibt sich nämlich ein insgesamt so stimmiges Ganzes: Wir kaufen dem Spiel ab, gerade in Los Santos unterwegs zu sein, in dem beinahe alle NPCs nachvollziehbar auf all unsere möglichen Aktionen reagieren und wofür wahrscheinlich unzählige Tonsamples aufgenommen wurden. Auch dass sich zum Beispiel Neuigkeiten nicht nur in der Stadt, sondern auch im Web verbreiten, das wir sogar von unserem Smartphone ansteuern können, erzeugt ein einfach überzeugendes Gesamtbild.

Verbesserungen in diesem Bereich kann man in GTA V im Vergleich zur PS3/360 Fassung hauptsächlich außerhalb der Stadt erkennen: Die Vegetation ist dichter und die Tierwelt wurde deutlich erweitert. Auch Tauchgänge offenbaren nun ein viel beeindruckenderes Erlebnis. Die restlichen Qualitäten waren tatsächlich schon in der PS3-/Xbox360 Version zu erkennen, weshalb man sich an der einen oder anderen Stelle noch mehr Überarbeitungen gewünscht hätte: Dazu gehören vor allem unnötige oder mäßig gemachte KI-Scripts, die teilweise in den Missionen zum Einsatz kommen. In dieser Hinsicht erwarten wir von PS4-Spielen in der Zukunft mehr und Rockstar hätte schon jetzt hier nachbessern können.

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Los Santos sieht gut aus und die meisten NPCs reagieren sehr nachvollziehbar


Wie ist das in First-Person?

Wer den wirklich frischen Ansatz an GTA V sucht, der dürfte die First-Person Ansicht auf PS4 oder Xbox One ausprobieren wollen. Neben den grafisch-technischen Verbesserungen, die dann alle doch irgendwie rein kosmetischer Natur sind, wirkt die neue Perspektive tatsächlich auf das Gameplay und das Spielerlebnis ein.

GTA V kann somit nun nicht nur als Egoshooter gespielt werden, sondern bietet auch Cockpit-Ansichten für alle Fortbewegungsmittel. Hier hat Rockstar wieder seine übliche Liebe zum Detail bewiesen, denn wirklich jedes Fahrrad, Motorrad, Auto oder sonstiges Fahrzeug wurde bedacht und mit unterschiedlichen Innenansichten ausgestattet. Dazu zählen auch funktionierende Instrumente. Zwar sind die Ansichten nicht super detailliert, erfüllen jedoch mit absoluter Bravour ihren Zweck und stellen sogar das eine oder andere Rennspiel der letzten Zeit in den Schatten.

Im Gesamtbild ermöglich die Egosicht ein wesentlich direkteres Erlebnis von GTA V und ist in erster Linie bei Schießereien oder z.B. beim Radfahren wirklich beeindruckend. An einigen Stellen ist die Ansicht aber auch leicht unübersichtlich oder gar unpraktisch. Insbesondere manches Autocockpit wirkt beengt: Das ist zwar realistisch, aber wir haben uns immer wieder dabei ertappt, auf die Außenkamera umzuschalten, weil wir uns einfach doch nicht ganz wohl gefühlt haben. Weitere kleine Einschränkungen in der Steuerung ergeben sich durch die DualShock 4 Sticks, mit denen teilweise beim Zielen nicht ganz die gewünschte Präzision erreichbar ist. Das ist jedoch eine sehr subjektive Beobachtung.

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GTA Online ist mit an Bord

Der Story-Modus ist natürlich nicht die einzige Komponente von GTA V, sondern man darf sich auch eine neue Online-Existenz in Los Santos aufbauen oder bestehende übertragen. Umsteigern dürfte GTA Online schon hinreichend bekannt sein und es bietet nach wie vor abseits der mit drei Protagonisten und unzähligen Inhalten bestückten Kampagne noch ein weiteres Spielelement, in das man unzählige Stunden in GTA V investieren kann.

Für Neueinsteiger kann das Spielerlebnis zunächst etwas holprig werden, denn zwangsläufig wird man mit Spielern wesentlich höheren Levels zusammengewürfelt, was unter Umständen gerade im freien Modus zu unfairen Begegnungen führen kann. Der Einsteigerbonus über 500.000 Dollar kann eventuell kompensieren, wobei diesen auch alle anderen Spieler erhalten. Zum Testzeitpunkt waren übrigens noch einige Probleme beim Betreten und Verlassen von Sitzungen sowie beim Finden von Mitspielern festzustellen.

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Fazit: Die bislang beste GTA-Erfahrung

Es ist überhaupt keine Frage: Grand Theft Auto V auf PS4 und Xbox One ist das bislang schönste, größte, umfangreichste und faszinierendste GTA. Mit Los Santos und Blaine County hatte Rockstar schon im letzten Jahr eine Open World auf Next- (nun Current-)Gen Niveau entworfen, die mit Stimmigkeit glänzte und die nun noch einmal aufpoliert wurde. Die Menge in Inhalten ist gerade durch die Ergänzungen überwältigend und das Spielerlebnis mit drei Protagonisten noch immer sehr flüssig gelöst.

Technisch legt GTA V einen gerade für Open-World Titel erstaunlich fehlerfreien Auftritt hin, bei dem sich viele andere Titel eine Scheibe abschneiden können. Gerade auch die Vielzahl der NPC-Reaktionen sind immer noch beeindruckend. Zu meckern gibt es leider immer etwas, und so stören uns auch auf PS4 die gelegentlich auftretenden Framerateeinbrüche in GTA V, das immer noch recht starke Kantenflimmern sowie kleinere Pop-Ups und die eine oder andere weniger hübsche Textur.

Die First-Person Ansicht ist indes eine sinnvolle Bereicherung für das Spiel, die einen völlig neuen Blick auf GTA V ermöglicht und nur in wenigen Situationen ein wenig unübersichtlich ist. Wer sich trotz des möglicherweise holprigen Einstiegs dann noch in GTA Online wagt, hat erst recht viele Inhalte abzuarbeiten und wird unzählige Stunden mit GTA V verbringen können. Durch die genannten kleineren Mängel an der Umsetzung knackt GTA V nicht ganz die erwartete Topwertung, doch das Gesamtpaket ist dennoch auch auf PS4 großartig.

Pro Contra
+ Technisch äußerst rund und fehlerfrei - Die Framerate ist aber nicht immer ganz flüssig
+ Vollkommen glaubwürdige Open-World - Teils störrisches Verhalten der DualShock 4 Sticks
+ First-Person- bzw. Cockpit-Ansichten als sinnvolle Neuerung… - … die in einigen Situationen unpraktisch oder unübersichtlich ist
+ Die grandiose Inszenierung wirkt umso grandioser - Einige Texturen, Kantenflimmern und Pop-Ups machen Cross-Gen deutlich
+ Gewohnt geniale Soundkulisse - Stellenweise unnötige oder wenig elegante KI-Skripts


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Technik: 91

  • Grafik: 85
  • Sound: 95
  • Gameplay: 89
  • Umfang: 95
  • KI: 89

Spielspaß: 85

Einzelspieler:

  • Story: Drei Protagonisten und eine perfekt inszenierte Geschichte und viele Inhalte darüber hinaus – GTA V punktet!
  • Wiederspielwert: Missionen können beliebig oft wiederholt werden, um die zusätzlichen Herausforderungen zu erfüllen. Die Kampagne als Ganzes wird man aber nicht nochmal spielen.
  • Design/Stil: Los Santos beeindruckt. Die Spielwelt ist weitläufig und wunderschön. Ein paar technische Abstriche (Kantenflimmern, Texturen) stören den Gesamteindruck.
  • Musik/Sound: Tolle englische Synchro und ein Radiosortiment umfangreicher als jemals zuvor. In diesem Bereich ist GTA immer toll!

Mehrspieler:

  • Matchmaking: Für Einsteiger kann der Start in GTA Online ganz schön holprig sein: Es gibt schon viele Pros da draußen, die ihre Fortschritte übertragen können.
  • Motivation: Im Rang steigen, Geld verdienen, bessere Jobs bekommen. Die Motivation ist da!
  • Stabilität: Zum Testzeitpunkt stellen wir noch Verbindungsschwierigkeiten und die eine oder andere fehlgeschlagene Sitzung fest.
  • Vielfalt: Jobs können von jedem Spieler generiert werden und umfassen alle möglichen Aufgaben, die sich nicht nur auf Teamdeathmatch oder Autorennen beschränken. Die Vielfalt ist also gegeben.

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