Hatsune Miku: Project Diva f 2nd im Test - Rhythmisches PS3-Spiel mit weltbekannter Sängerin

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Hatsune Miku: Project Diva f 2nd im Test - Rhythmisches PS3-Spiel mit weltbekannter Sängerin

Beitragvon Meykota » Fr 21. Nov 2014, 20:24

Vor etwa sieben Jahren erblickte die virtuelle Figur Hatsune Miku das Licht der Welt und begeistert mit ihren künstlichen Stimme sowohl Japaner als auch Japan-Fans. Wie? Hatsune Miku ist euch gar kein Begriff? Schämt euch, ihr Unwürdigen! Aber keine Sorge, wir werden euch gleich erklären, was mit Hatsune Miku auf sich hat, denn wir hatten das neue Spiel der virtuellen Sängerin namens Hatsune Miku Project Diva f 2nd, das einst für die PlayStation Portable erschienen ist, im Test. Wie wir die PS3-Fassung des Titels fanden und ob unsere Daumen alle noch dran sind, verraten wir euch in unserer Review.

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Es war einmal…

Es begann vor etwa sieben Jahren. Das japanische Unternehmen Crypton Future Media war auf der Suche nach einem Maskottchen für die Software Hatsune Miku, die auf dem Software-Synthesizer Vocaloid 2 laufen sollte. Deswegen hat der Mangaka KEI ein junges Mädchen entworfen, das heute eine der bekanntesten Sängerinnen der Welt ist. Die Rede ist hierbei von Miku Hatsune (ja, wissen wir, aber im Deutschen ist das nun einmal die richtige Namensordnung).

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Doch Miku blieb nicht lange alleine und konnte schon bald auf insgesamt fünf Mitstreiter schauen, die mit ihr oder auch alleine eigene Songs sangen, die unter anderem von Fans erstellt wurden. Und auch nur auf Songs bezog man sich nicht nur, denn bald erhielt Miku auch ihr eigenes Spiel, damals für die PlayStation Portable. Genau hierzu liegt uns nun die überarbeitete Fassung mit dem Namen Hatsune Miku Project Diva f 2nd vor, das einst auf der PSP erschien und das es ganz schön in sich hat.

Taktgefühl? So’n Quatsch!

Wer noch nie ein solches Spiel gespielt hat, sollte ganz unbedingt das Tutorial absolvieren, bevor er sich an die eigentlichen Songs wagt: Hatsune Miku Project Diva f 2nd ist ein Rhythmusspiel, das euch ganz schön fordert und fördert. Zu Beginn stehen euch vier verschiedene Songs und vier unterschiedliche Schwierigkeitsgrade zur Verfügung, doch wie gesagt: Macht. Das. Tutorial! Wir gestehen: Wir haben drei Anläufe gebraucht, um das Tutorial abzuschließen, denn ganz leicht war das nicht.

Das Ganze funktioniert ungefähr so: Ihr wählt euch einen Song aus. Anschließend erscheinen verschiedene Symbole auf dem Bildschirm, die ihr genau zum richtigen Zeitpunkt treffen müsst. Im oberen Bildschirmrand könnt ihr eure Punkte sehen, im unteren Rand findet ihr eure Zielleiste. Den ersten Strich, der auf dieser Leiste angezeigt wird, müsst ihr erreichen, um den Song abzuschließen. Erreicht ihr den Strich nicht, kommt ihr auch nicht weiter. Es heißt also: Üben, üben und üben, um die Auge-Hand-Koordination zu verbessern.

“Was??? Aber ihr müsstet das doch schon perfektioniert haben, immerhin habt ihr Entwined gespielt!” Ja, aber ganz so einfach ist das hier nicht. Die Symbole verteilen sich über den ganzen Bildschirm, während im Hintergrund allerdings die Musikvideos zu den Songs laufen. Und hier gilt: Japan, bunt und knallig. Deswegen lassen sich einige der Symbole nicht immer gut erkennen, auch wenn die Symbole selbstverständlich ihre typischen PlayStation-Formen haben. Aber durch das bunte Gewimmel ist das manchmal wirklich nicht leicht.

Gerade dann, wenn die Chancen-Zeit anbricht. In dieser Zeit haben die Symbole einen regenbogenfarbigen Schweif, was dazu führt, dass man sie auf dem bunten Untergrund sehr viel schlechter erkennen kann. Wer hier nicht mit Kopf und Daumen bei der Sache ist, wird sehr schnell viele Lieder mehrfach wiederholen müssen, um voran zu kommen. Denn obwohl wir empfehlen, euch den leichten Modus zu wählen, wird euch das stellenweise zur Weißglut bringen. Versteht das bloß nicht falsch: Hatsune Miku Project Diva f 2nd verfolgt ein unheimlich gutes Konzept, das verdammt süchtig macht. Dazu aber gleich mehr.

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Suchtgefahr pur!

Hatsune Miku Project Diva f 2nd bietet ein süchtigmachendes Konzept und das hat genau zwei Gründe: 1. Die Songs sind nicht wirklich lang und musikalisch so derart schön, dass man sich wirklich darin verlieren kann (selbstverständlich sollte man auf J-Pop stehen, sonst wird das nichts). 2. Man fühlt sich einfach angestachelt, diesem verdammten Spiel zu zeigen, wer hier der Beste ist! Gerade wenn man ganz knapp an der Marke vorbeigeschrammt ist, möchte man am liebsten dieser blöden Miku mit ihren blöden türkisen Haaren den Hals umdrehen und ihr den Controller ins Auge stechen… Aber was reden wir hier, das stellt das Spiel ganz schlecht dar!

Dank der kurzen Songs wird man immer wieder versuchen wollen, seinen Highscore zu knacken und eben doch zu beweisen wie gut man ist. Miku ist da leider nur das Opfer, das den Frust abbekommt. Dabei kann sie ja gar nichts dafür. Aber man spielt die Songs nicht nur, um dem Spiel zu zeigen, was man drauf hat. Für jedes absolvierte Lied, egal ob ihr es geschafft habt oder nicht, erhaltet ihr Divapunkte, mit denen ihr dann wiederum Kleidung, Möbel, Geschenke und vieles Weitere kaufen könnt, das ihr wiederum für den anderen Part des Spiels benötigt.

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Einmal Gassi gehen mit Miku, bitte

Neben dem musikalischen Part könnt ihr eure Sänger auch in ihren Wohnungen aufsuchen. Hierbei hat SEGA darauf geachtet, eine Art Pet-System einzubauen. Eure Aufgabe ist es nämlich, das Freundschaftslevel mit den Sängern zu steigern, dabei dürft ihr sie streicheln und ihnen Geschenke geben. Aber Achtung, alles nehmen die verwöhnten Gören auch wieder nicht an.

So interessant wie dieses System auch ist, so hat es auch seine Macken. Gerade das Streicheln funktioniert auf der PlayStation 3 nicht ganz so wie es sein sollte: Man muss erst den Kopf andrücken und dann den Stick auf den Haaren des Sängers entlang bewegen. Im oberen rechten Bereich habt ihr ein Herz, an dem ihr erkennt, wie gut das Streicheln ist. Blöd ist nur, dass das Streicheln zwischendurch selbst abbricht, wenn man entweder den Kopf mit dem Stick verlässt oder aus Versehen das Gesicht erwischt. Hier ist der Stick der PlayStation 3 etwas zu grobmotorisch. Etwas Feineres wäre an dieser Stelle sinnvoller gewesen.

In dem ihr Freundschaften mit den Sängern schließt, könnt ihr weitere Dinge im Shop freischalten, unter anderem neue Geschenke oder Gegenstände für die Zimmer, die im Übrigen auch frei gestalten könnt.

Also, das ist doch!!!

Grafisch kann man an Hatsune Miku Project Diva f 2nd wirklich nichts zum Meckern finden, lediglich die Steuerung ist manchmal etwas tricky. Hin und wieder reagieren die Knöpfe nicht so wie sie sollen, sodass es stellenweise vorkommen kann, dass man zwar den Stick “flickt”, das Spiel das Ganze aber nicht zählt, was sehr ärgerlich sein kann, gerade wenn nur noch ein paar Punkte bis zur geschafften Stage fehlen.

Das ist eigentlich wirklich das einzige Manko am ganzen Spiel, alles andere passt hervorragend. Was wohl daran liegt, dass SEGA auf “fertige” Videos zurückgreift. Das ist nicht schlecht, sondern sorgt schlichtweg dafür, dass es diese ganzen nervigen Konsolenfehler nicht gibt. Es sollten mehr Spiele wieder zurück zu fertigen Sequenzen gehen. Ansonsten könnte man noch bemängeln, dass die einzelnen Figuren, wenn man sie in ihren Wohnungen besucht, alle auf dieselben Animationen zurückgreifen. Das ist ein wenig schade und nimmt ihnen ihren ganz eigenen Charakter.

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Wir werden ein Star!

Hatsune Miku Project Diva f 2nd ist ein rhythmisches Musikspiel, das auf die berühmteste virtuelle Sängerin mitsamt ihren Freunden unserer Zeit zurückgreift. Es hat Pepp und Suchtgefahr, wobei man sich die eigenen Finger am liebsten selbst abhacken würde, wenn man wieder einmal nicht den richtigen Score erreicht hat. Das hat jedoch nur selten etwas mit dem Spiel zu tun, obwohl manche Eingaben nicht ganz so funktionieren, wie sie funktionieren sollen, denn manchmal bekommt das Spiel nicht alle Eingaben mit.

Aber das macht im Grunde nichts, denn dann probiert man es einfach noch einmal und versucht dieses Mal, die Taste eben etwas genauer zu drücken. Grafisch wurde hier allererste Sahne abgeliefert, denn es gibt im Grunde keinerlei Fehler, dank gerenderte Videos! Hervorragend Leistung! Lediglich die einzelnen Figuren sollten im nächsten Titel etwas mehr Persönlichkeit bekommen, denn vor allem in den einzelnen Wohnungen greifen doch alle sechs Sänger auf dieselben Animationen zu. Hier sollte noch ein wenig nachgebessert werden.

Fans von Miku und ihre Freunde kommen mit Hatsune Miku Project Diva f 2nd vollstens auf ihre Kosten (sofern man seine Daumen nicht opfert…) und trainieren gleichzeitig ihre Auge-Hand-Koordination, während sie hervorragendem J-Pop lauschen. Wir sind regelrecht begeistert vom Titel, denn er hat pure Suchtgefahr, auch wenn manchmal unser Controller doch stark darunter leidet, wenn die Tasten nicht richtig akzeptiert wurden. Spaß macht es allemal, hervorragende Spiel, schöne Charaktere, fantastische Musik!

Pro Contra
+ Wunderschöne J-Pop-Songs - Leider reagieren manchmal die Tasten nicht
+ Hervorragende Charaktere - Figuren greifen in der Wohnung auf gleiche Animationen zurück
+ Süchtigmachendes Konzept - Echt knackiger Schwierigkeitsgrad
+ Interessantes Pet-System - Manchmal zu bunt, um sich konzentrieren zu können
+ Sehr hoher Spaßfaktor
+ Kurze Lieder animieren zum Spielen


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Technik: 85
  • Grafik: 92
  • Sound: 97
  • Umfang: 80
  • Gameplay: 70

Spielspaß: 90
  • Story: Eine Story sucht man leider vergebens. Dafür darf man sich an verschiedenen Liedern versuchen.
  • Frustfaktor: Der ist leider immer dann vorhanden, wenn entweder die Tasten nicht funktionieren oder wenn man wieder einmal ganz knapp an der nächsten Stufe vorbeigeschrammt ist.
  • Wiederspielwert: Super Charaktere, kurze Songs, Suchtfaktor. Man wird definitiv immer mal wieder einen oder zwei Songs spielen.
  • Design/Stil: Hatsune Miku Project Diva f 2nd hat wenige Grafikfehler, da es auf bereits fertige Videos zurückgreift, die sehr schön gemacht sind.
  • Musik: Wer auf J-Pop steht, ist hier definitiv an der richtigen Adresse.

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