Emergency 5 (PC) im Test – Spannung, Adrenalin und eine schwerverletzte Technik

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Emergency 5 (PC) im Test – Spannung, Adrenalin und eine schwerverletzte Technik

Beitragvon thomary » Fr 5. Dez 2014, 18:41

Eine Woche hatten wir Emergency 5 nun im Test. Nachdem ihr bereits unseren Ersteindruck lesen konntet, ziehen wir nun ein Fazit anhand der aktuellsten Version mit dem neuesten verfügbaren Patch (Stand: 05. Dezember 2014).

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Wir müssen sie retten! Schnell!

In seinen besten Momenten ist Emergency 5 eines der aufregendsten Strategiespiele, die man sich vorstellen kann. Wenn mehrere Einsätze gleichzeitig anstehen oder man gerade an einem der spektakulären Großeinsätze der Kampagne sitzt, dann entfaltet das Spiel sein volles Potential. An mehreren Stellen muss gleichzeitig angesetzt werden, denn wo eine Katastrophe einmal begann, spinnt sich das Unglück häufig weiter.

Zwar kennt Emergency 5 zum Beispiel keine Folgeunfälle nach Verkehrsunfällen o.Ä., aber viele Momente gibt es durchaus, in denen es auf unsere Schnelligkeit ankommt: Brände breiten sich aus oder Personen, die plötzlich krank werden, stecken auch andere an. Verkauft auf dem Oktoberfest wiederum jemand verdorbene Nahrung, dann müssen wir schnellstmöglich den Verkäufer dingfest machen, damit nicht noch mehr Leute krank werden.

Stichwort Oktoberfest: Die drei Kulissen München, Hamburg und Berlin sind eine Stärke von Emergency 5: Zwar sind sie nicht wirklich groß, aber mühevoll und überzeugend gestaltet und mehr als nur zweckdienlich. Man kauft den Maps ab, dass man gerade in den jeweiligen Städten unterwegs ist.

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Eine Katastrophe zieht häufig weitere nach sich...


Koordination will gelernt sein

Ihr befehligt all eure Einheiten da draußen. Heißt: Es gibt ganz schön viel im Überblick zu behalten. Zum Glück nimmt einem Emergency 5 allzu kleinschrittige Arbeit manchmal ab. Möchte man das, muss man „nur“ darauf achten, dass Einheiten richtig positioniert werden: Dann läuft der Notarzt beispielsweise automatisch zum nächsten behandelbaren Ziel, wenn dieses von Trümmern befreit wurde.

Die Einheiten sind äußerst vielfältig und beinhalten auch Rettungshubschrauber oder –boote. Zieht man das in Betracht, sind uns manchmal im freien Spiel die Einsätze ein wenig zu „lasch“, denn beim x-ten Müllbrand würde man sich eine größere Herausforderung wünschen. Dennoch kann das freie Spiel durch die Vielzahl an Einsätzen sehr komplex und motivierend werden, wenn man die Kampagne abgeschlossen hat.

Die Hauptmissionen sind übrigens großartig und reichen vom Straßenbahnunfall über eine Lawine bis hin zum Erdbeben. Beim ersten Versuch kann manches überfordernd sein, denn die Aufträge sind sowohl Tutorial als auch Prüfung: Pro Einsatz werden mindestens 1-2 neue Einheiten eingeführt, die anschließend sofort richtig benutzt werden müssen. Im Grunde vollführt Emergency 5 diesen Spagat ganz gut, aber eben häufig erst nach einigen Minuten, sodass der erste Versuch nicht gerade top sein wird. Die Großeinsätze lassen sich aber jederzeit einzeln vom Hauptmenü erneut spielen, sobald sie einmal abgeschlossen werden. Dann kann man um seine Goldmedaille kämpfen und Herausforderungen erfüllen, um die ingame-Erfolge freizuschalten. Online-Ranglisten gibt’s übrigens auch.

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Reagieren wir hier nicht, sind immer mehr Leute infiziert...


Nicht mehr zu retten: Die Technik

Die größte Katastrophe in Emergency 5 ist leider kein ingame-Auftrag, sondern wird direkt mitgeliefert: Die teils mangelhafte Technik, die auch auf starken Rechnern auffällt. Emergency 5 hat nicht nur mit krassen Performanceproblemen zu kämpfen, sondern krankt auch sonst an vielen Bugs, die in erster Linie Bedienung & KI betreffen.

Durch die vielen parallelen Aktionen ist man in Emergency 5 auf eine ordentliche Wegfindung der KI angewiesen. Und während manchmal alles wirklich gut klappt und man gerne ignoriert, dass Einheiten ineinander stecken o.Ä., geht an anderen Stellen gar nichts mehr: Während unserer Testphase kam es mehrmals vor, dass sich Einheiten auf immer und ewig irgendwo festgefahren hatten, nicht mehr reagierten oder einfach wie vom Erdboden verschluckt wurden.

In der Kampagne mag das alles gehen, denn spätestens zum nächsten Großeinsatz werden alle Einheiten wieder ins HQ, die Basis, zurückgesetzt, aber dennoch werden solche Dinge zur Geduldsprobe. Im freien Spiel läuft man sogar Gefahr, alle Einheiten auf Nimmerwiedersehen irgendwo zu verlieren. Verschwinden Einheiten aber einfach, tauchen sie in der Regel früher oder später (meistens an anderer Stelle) wieder auf. Nur die verkeilten Einheiten kriegen wir wirklich nicht mehr frei. Die bockigen reagieren früher oder später vielleicht wieder.

In unserem folgenden Video zeigt sich zudem (unbeabsichtigterweise), was ebenso vorkommen kann – Manchmal geht’s einfach nicht weiter, obwohl alle Ziele erfüllt wurden.

phpBB [video]


Freezes & Abstürze | Mehrspielermodus

Die starken Ruckler, die man in Emergency 5 in erster Linie beim Scrollen über die Karte oder beim Ortswechsel zum Koordinieren der Einsätze spürt, führen im schlimmsten Fall sogar zu kompletten Freezes bzw. „Spielabstürzen“. Geschlossen wurde das Programm jedoch nie und wir bekamen es immer wieder zum Laufen, indem wir kurz den Task Manager und anschließend das Spiel wieder öffneten. So ging dann auch kein Fortschritt verloren. Dennoch sind diese Erlebnisse unglaublich ärgerlich und frustrierend.

Besonders ärgerlich wird’s dann, wenn Ereignisse auch während Freezes weiterlaufen und sich Brände somit erfolgreich ausbreiten können. Ebenso passiert das natürlich bei den KI-Patzern. Findet die Feuerwehr den Weg nicht oder der Feuerwehrmann ignoriert die Hydranten im Umkreis, ist das dem Feuer natürlich herzlich egal.

Übrigens verfügt Emergency 5 auch über einen Mehrspielermodus, in dem gegen- oder miteinander gespielt werden darf. Server werden selbst anhand verschiedener Parameter wie zum Beispiel der Sitzungslänge bestimmt. Meistens sind einige Spiele zum Beitreten vorhanden – Emergency 5 verfügt über eine feine Community.

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Fazit: Gelungene Strategie mit Technik als Notfall

Emergency 5 ist im Grunde ein sehr gelungenes Strategiespiel mit aufregenden Rettungseinsätzen, in dem der größte Notfall leider die Technik und die teils mangelhafte KI ist. Sixteen tons entertainment hat dabei an sich Vieles richtig gemacht: Die Maps sind toll, die Einheiten umfassend und das Spiel ist mit der notwendigen Portion an Komfortfunktionen ausgerüstet, damit Dinge nicht allzu unübersichtlich werden.

Die unterirdische Performance und zahlreiche KI-Probleme wie zum Beispiel Steckenbleiben oder spurloses Verschwinden nagen aber nicht nur am Spielspaß, sondern häufig auch deutlich an der Spielbarkeit. Emergency 5 ist dennoch kein schlechtes Spiel, nur ist es schade, dass es offenkundig unfertig auf den Markt gebracht wurde. Hoffentlich bessern die Entwickler an entscheidenden Stellen noch nach.

Pro Contra
+ Gute Kulissen - Unterirdische Performance mit starken Framerateeinbrüchen
+ Aufregende Einsätze - Gefahr der Freezes
+ Im besten Fall anspruchsvolle Koordination, ohne überfördernd zu sein - Viele KI-Patzer: Einheiten verschwinden, bleiben stecken oder reagieren nicht mehr
+ Das richtige Maß Komfort - Lange Ladezeiten vor Missionsbeginn
+ Endlosspiel und Auszeichnungen für Großeinsätze motivieren - Bugs, die das Vorankommen verhindern können



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Technik: 62

  • Grafik: 45
  • Sound: 70
  • Gameplay: 70
  • Umfang: 85
  • KI: 40

Spielspaß: 65

Einzelspieler:

  • Wiederspielwert: Hoch. Die Einsätze lassen sich, auch dank Online-Ranglisten, perfektionieren, das Endlosspiel motiviert zudem dauerhaft.
  • Frustfaktor: Stellenweise sehr hoch, in erster Linie aber verursacht durch Patzer bei KI oder durch die starken Performance-Probleme, die sehr deutlich am Spaß nagen..
  • Design/Stil: Die Maps sind schön, die Nachbildungen der Städte überzeugen. Die gravierenden technischen Mängel trüben den Eindruck aber stark.
  • Musik/Sound: Recht unaufdringliche Musik. Gute Effekte. Mittelmäßige Synchro, die auf Dauer nervt, da jeweils Einsätze bestätigt werden, was häufig die gleichen Wörter hervorbringt.


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