Idol Hands im Test - Göttersimulation mit unausgeschöpftem Potential und Furlings auf Steam

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Idol Hands im Test - Göttersimulation mit unausgeschöpftem Potential und Furlings auf Steam

Beitragvon Meykota » Di 24. Feb 2015, 18:00

Der große Boom der Göttersimulationen scheint bereits vor Jahren nachgelassen zu haben, dennoch lässt sich die eine oder andere hin und wieder auf Steam finden. Wir haben einen Blick in die kleine Göttersimulation namens Idol Hands geworfen und versucht, den kleinen Furlings auf ihrem Weg zu helfen. Ob dieses Spiel allerdings lohnt oder ob wir es mit reiner Geldverschwendung zu tun haben, verraten wir euch in unserem Test.

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Wir lassen einen Vulkan entstehen!


Retten wir die Furlings

Ähnlich wie in allen Göttersimulationen muss man als Gott ein kleines Volk beschützen. Im Falle von Idol Hands sind das die kleinen Furlings, die wie eine Mischung aus Ratte und Schweinchen wirken, aber an sich sehr drollig sind. Man selbst ist der eine Gott dieser Wesen und soll ihnen helfen, sich zu schützen und fortzupflanzen, sodass irgendwann die Furlings über das ganze Land herrschen können. Doch selbstverständlich sind wir nicht allein.

Relativ am Anfang wird klar, dass wir weder das gesamte Furling-Volk unter uns haben, noch dass wir der einzige Gott sind, auch wenn uns das im Tutorial noch so erklärt wurde. Es gibt nämlich da noch die roten Furlings, die aus irgendeinem Grund feindlich gesinnt sind und unser blaues Furling-Volk hassen und angreifen. Weil wir uns das aber nicht gefallen lassen, heißt es: Furlings rekrutieren, Glauben sammeln und den roten Furlings mal ordentlich zeigen, wie der Hase in Furlinghausen läuft. Ganz so einfach ist das allerdings nicht und gewisse Missionen sind einfach nur nervig vom Aufbau her, doch dazu gleich mehr.

Leider ist Idol Hands sehr kurz gehalten und bietet euch insgesamt vier Tutorials und acht Missionen, die sich alle irgendwie gleich spielen. So seid ihr, je nachdem wie ihr plant, bereits nach wenigen Stunden durch - ob ihr das Ganze am Ende nochmal anfasst, ist wirklich fraglich, da es beispielsweise keinen Mehrspielermodus gibt, obwohl sich dieser anbieten würde. Frü eine Simulation hat Idol Hands generell zu wenig Umfang.

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Möglicherweise bin ich ein Gott

In Idol Hands habt ihr als Gott verschiedene Möglichkeiten, um eure göttlichen Kräfte ausleben zu können. Allerdings beschränkt sich das Ganze darauf, dass ihr nur fünf Jobs habt, für die ihr eure Furlings rekrutieren könnt. Außerdem habt ihr nur geringfügig Einfluss auf die Entwicklung der Furlings, da ihr wie gesagt nur fünf Jobs wählen könnt. Hierbei stehen euch jedes Mal die Farmer (für Nahrung), die Holzfäller (für Holz), die Black Smiths (für Eisenerz und Rüstung), die Soldaten (zum Angriff) und die Priester (zur Verteidigung) zur Verfügung. Das einzige, was dann noch relevant ist, ist die Menge an flachem Land, die den Furlings zur Verfügung steht. Darauf habt ihr ebenfalls Einfluss und müsst dafür sorgen, dass genügend flaches Land da ist, damit eure Dorfgrenze erweitert wird.

Das ist, im Vergleich zu anderen Göttersimulationen, relativ gering, denn ihr habt keinen Einfluss darauf, wo genau die Furlings ihre Häuser hinstellen oder könnt zusätzliche Häuser bauen. Alles beschränkt sich auf diese fünf Klassen. Zudem habt ihr noch die Möglichkeiten, euren Feinden ordentlich eins auszuwischen und beispielsweise einen Vulkan mitten auf feindlichem Boden platzieren. Oder ihr nutzt eure göttliche Kraft dazu, um eure eigenen Bäume zu bewässern, damit die Holzfäller auch genügend zum Abholzen haben. Auch hier stehen euch insgesamt fünf Möglichkeiten zur Wahl: Regen, Blitz, Erdbeben, Meteor und Vulkan. Was zwar dahingehend schon eine Menge ist, aber was mit der Zeit ein bisschen arg monoton wirkt.

Ein bisschen mehr Einfluss auf die Welt, bzw. auf das Geschehen an sich wäre schon praktisch gewesen. Zum Beispiel wenn man die Furlings hochnehmen könnte oder bestimmte Häuser selbst bauen könnte. Gerade dass die Furlings so unheimlich langsam sind, zerstört ganz schön den Spielspaß - denn unter Zeitdruck steht man auch. Zu Beginn eines jeden Levels sieht man im oberen Bereich eine Punktzahl, die ziemlich rasch herunterzählt, erreicht diese Zahl 0, ist das Spiel vorbei. Aber die Furlings scheint das so absolut nicht zu kratzen: Greift man das gegnerische Dorf an, bewegen sich die kleinen Wesen ziemlich langsam dorthin und können so schonmal kostbare Zeit aufbrauchen.

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Meteor gefällig?


Deine Furlings verhungern!

Damit ihr genügend Furlings euer Eigen nennen könnt, braucht ihr natürlich auch genügend Farmen, um diese auch zu versorgen. Ihr könnt maximal zehn Farmen bauen und maximal 50 Furlings besitzen. Eure Möglichkeiten sind also erneut sehr beschränkt. Das Problem ist aber, dass euch Idol Hands gleich anfängt zu nerven, sobald ihr mehr Furlings als Nahrung habt. Da wird euch sofort damit gedroht, dass eure Wesen verhungern und sterben werden, wenn ihr nicht sofort dafür sorgt, dass mehr Farmen zur Verfügung stehen. Das ist unheimlich nervig, denn auch hier sind die Furlings sehr langsam und es braucht seine Zeit, bis diese auch ihre Farm bauen.

Aber ihr braucht auch keine Panik zu schieben, denn das Zentrum eurer Macht produziert am laufenden Band Furlings bis ihr die Kapazität erreicht habt. Wenn euch also welche verhungern, braucht ihr euch keine Sorgen zu machen, denn in wenigen Minuten stehen sie euch erneut zur Verfügung. Das geht zum Glück fix.

Zudem sprachen wir schon über den Krieg mit den roten Furlings. Hier wäre es sinnvoll, wenn man das Ganze ein bisschen mehr in Richtung Kriegssimulation bringen würde und man so auch mit den anderen Furlings in irgendeiner Weise interagieren kann. Sprich: Dass man mit den “Gegnern” auch Handel betreiben oder Allianzen schließen kann, um besser voranzukommen. Idol Hands hat Potential, muss es nur richtig nutzen.

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Oh, du Steuerung

Die Steuerung an sich ist simpel: Mit der Maus bewegt man sich fort, für bestimmte Dinge gibt es Hotkeys. An sich ist das nicht das Problem, das besteht eher in der seltsam programmierten Steuerung. Beispielsweise kann man Furlings so was wie auswählen und deren Gedanken lesen, doch das scheint immer sehr willkürlich zu sein. Mal wählt man einen Furling aus, wenn man ihn anklickt, mal wird er aus irgendeinem Grund automatisch ausgewählt, wenn er in den blauen Götternebleauswahldingens läuft.

Zudem kann man mit einem Button ganz schnell zum Zentrum der Macht zurückkehren, was wirklich cool ist. Allerdings ist das Verlassen weniger cool: Man kann nur mit dem gleichen Button das Zentrum der Macht verlassen und wird somit genau an den Punkt auf der Karte zurückgebracht, an dem man war, bevor man den Knopf drückte. Das ist eigentlich ziemlich häufig frustrierend, da man beginnt, den Button als Schnellreise zu missbrauchen, was jedoch nicht sein eigentlicher Zweck zu sein scheint.

Auch die KI der Furlings ist ein wenig seltsam bedacht, so bleiben diese manchmal grundlos stehen. Zwei unserer Soldaten steckten beide zum Beispiel in der vierten Mission mitten im Feindesgebiet fest und wurden dabei auch nicht angegriffen oder vom Priester verzaubert. Gezählt wurden sie jedoch dennoch. Das passiert unseren Furlings andauernd, sodass es manchmal fragwürdig ist, warum diese jetzt nutzlos irgendwo rumstehen.

Nebenbei ist Idol Hands noch auf Englisch erhältlich, was manchmal etwas verwirrend ist, aber ansonsten kaum auf den Magen schlägt. Hin und wieder kann man übrigens auch einen Soundtrack hören, der dann ganz schön gestaltet ist, sich aber doch ganz sehr in Grenzen hält. Hier wäre mehr besser gewesen. Die Furlings selbst können übrigens auch “reden”, oder nennen wir es Geräusche von sich geben. Zum einen greifen sie mit einem Kampfschrei an, zum anderen pfeifen sie vor sich hin, wenn sie gerade nichts zu tun haben. Das ist an sich relativ niedlich, erschöpft sich aber genau dann, wenn mehrere Furlings auf einem Haufen stehen. Hier wäre mehr Vielfalt wirklich wünschenswert.

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Der Blaue versucht das Haus aufzubauen, der Rote reißt es nieder.


Meister der Furlings?

Idol Hands ist an sich ein knuffiges Spiel, das gute Ansätze verfolgt, diese aber in keinster Weise ausbaut. Im Gegensatz zu anderen Simulationen hat man in Idol Hands kaum die Möglichkeit, wirklichen Einfluss auf die Entwicklung seines Volkes zu nehmen, da es beispielsweise nur fünf Jobklassen gibt, aber keinerlei Möglichkeit zu forschen oder etwas in der Richtung. Auch die Interaktionen erschöpfen sich, da man als Gott eigentlich nur wirklichen Einfluss auf die Landschaft und Naturgewalten hat und ansonsten warten muss, bis die kleinen Furlings an ihrem Ziel angekommen sind. Zudem hat Idol Hands nur einen geringen Umfang und bietet so nur acht Missionen - mehr ist laut Entwickler allerdings unterwegs.

Wir empfehlen Idol Hands denjenigen, die auf der Suche nach einer kleinen Göttersimulation für zwischendurch sind, bei der man nicht viel Geschick braucht, um zu gewinnen. Trotz der inhaltlichen Schwäche kann Idol Hands immerhin auf sehr niedliche Wesen schauen, die sehr putzig gestaltet wurden. Potential hat es, das muss nur noch genutzt werden.

Pro Contra
+ Niedliche Wesen - Wenig Einfluss auf Dorf
+ Respawn der Furlings kurz - Generell wenig Entwicklungsmöglichkeiten
+ Nettes, wenn auch nicht neues Konzept - Sehr kurze Spielzeit für Simulation
- Seltsame Entscheidungen bei der Steuerung
- Sparsamer Soundtrack mit immer gleichen Geräuschen
- Sehr geringer Umfang
- KI mit Fehlern


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Technik: 50
  • Grafik: 70
  • Sound: 40
  • Umfang: 50
  • Gameplay: 53
  • KI: 36

Spielspaß: 50
  • Story: Die Story in Idol Hands ist nicht sonderlich neu, wirkt jedoch ein wenig unrund. Vor allem da einem erst erzählt wird, man wäre der einzige Gott und dann die gegnerischen Furlings auch einen eigenen Gott haben.
  • Frustfaktor: In Anbetracht des langsamen Laufens, das die Furlings an den Tag legen, ist der wirklich vorhanden. Zumal man die Furlings nicht hochnehmen kann.
  • Wiederspielwert: Hat man Idol Hands einmal durch, wird man wohl kaum nochmal Hand ans Spiel legen - sofern die Entwickler nicht noch mit neuen Inhalten aufwarten.
  • Design/Stil: Die Furlings sind schon sehr niedlich, sonst hält es sich eher in Grenzen.
  • Musik: Bei der Musik hätte man sich wirklich viel mehr Mühe geben können. Auch die immer gleichen Geräusche sind da keine sonderlich sinnvolle Abwechslung.
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