Gardening Mama: Forest Friends im Test - Verzweifeltes Gärtnern auf dem 3DS?

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
Meykota
Chefredaktion
Beiträge: 5289
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:51
Zocker-Vorliebe: Only on PlayStation!
Wohnort: London
Hat sich bedankt: 672 Mal
Danksagung erhalten: 1419 Mal
Kontaktdaten:

Gardening Mama: Forest Friends im Test - Verzweifeltes Gärtnern auf dem 3DS?

Beitragvon Meykota » Mi 11. Mär 2015, 13:59

Aufstehen, ernten, pflanzen, gießen, schlafen gehen, aufstehen, ernten, pflanzen, gießen, schlafen gehen. Vielleicht kennt der eine oder andere diesen Ablauf bereits von Spielen wie Harvest Moon. Doch wisst ihr, was wirklich am schönsten ist? Gemeinsam mit unserer Mama zu gärtnern! Ehrlich, okay, fast. Sagen wir, ein bisschen Spaß macht es schon: Wir verraten euch in unserem Test, ob sich Gardening Mama: Forest Friends für den 3DS behaupten kann oder eher nicht.

Bild


Ein Plätzchen im Wald

Zu Beginn von Gardening Mama: Forest Friends wird schnell klar, dass es so etwas wie eine Story nicht gibt. Der Spieler ist auf sich allein gestellt, um sich eigenständig Ziele zu setzen. Hier leistet das Spiel nur ein kleines bisschen Unterstützung, da ihr beispielsweise Aufträge und Quests erhalten könnt, dazu kommen wir aber später noch einmal ausführlich.

Wir haben uns ein paar Ziele gesetzt gehabt, nach deren Erfüllung dann allerdings ganz schön der Reiz fehlte: Man kann das eigene Grundstück um bis zu vier Flächen erweitern. Check. Man kann die Läden der Tiere viermal vergrößern. Check. Man kann alle Pflanzen freischalten. Check. Hat man das alles gemacht, steht man ziemlich hilflos da, da das einzige mögliche Ziel nun nur noch darin besteht, alle Quests zu erledigen, die einem die Tiere aufbrummen. Das war’s das. Im Übrigen kann man die ersten Ziele bereits innerhalb weniger Stunden, bei uns waren es etwa zehn, erreichen. Sonderlich viel Umfang wird also nicht geboten, da hat man mit einem Harvest Moon dann doch schon mehr zu tun.

Bild


Die Tiere, ihre Läden und ihre Anfragen

Wo wir gerade von den tierischen Nachbarn reden, können wir diese auch gleich ein bisschen genauer beleuchten. Zu Beginn werdet ihr drei Tieren begegnen und alle drei wollen etwas Bestimmtes eröffnen. Der Pinguin möchte eine Eisdiele, der Bär ein Restaurant und das Kaninchen einen Blumenladen aufmachen und wir sollen dafür natürlich die entsprechenden Rohstoffe liefern, damit die guten Tierchen ihre Produkte herstellen können. Am Anfang ist das ganz schon viel, womit man da überhäuft wird, allerdings lockert sich das Ganze bald und spätestens wenn alle drei ihre Läden auf Stufe 2 haben, ist alles unheimlich entspannend und fast schon langweilig.

ABER da kommen plötzlich ein Eichhörnchen um die Ecke, das eine Bäckerei eröffnen will, eine Katze, die einen Beautysalon errichten möchte, und ein Hund, der nichts lieber als einen Möbelladen haben will. Mehr Tiere bedeuten also mehr Rohstoffe. Und dabei wollen alle etwas Unterschiedliches, doch das meiste, was ziemlich gefragt ist, sind Blumen. Pflanzt also möglichst viele Blumen von jeder Sorte an, um schon einmal einen sinnvollen Vorrat zu haben. Ja, wir wissen, dass das Pflanzen von Blumen lange dauert und nervig ist.

Doch so schön das auch ist, dass wir diese Läden beliefern, so können wir beispielsweise selbst nichts dort einkaufen. Auch sonst haben wir keinen wirklichen Einfluss auf die Entwicklung der Läden, da alles davon abhängig ist, ob wir einen Lieferauftrag haben oder nicht und ob so mit Leute in den Laden kommen oder eben nicht. Haben wir keine Anfrage, können wir auch nicht einfach irgendwas liefern und müssen zusehen, wie die Besucherzahlen sinken und sinken. Sinken die Zahlen auf “Keiner”, kann der Laden auch nicht wachsen. Und das ist ein bisschen sehr schade.

Zudem kommen die Tiere auch immer in derselben Reihenfolge, ihr könnt euch also schon einmal darauf einrichten, dass alle immer zur gleichen Zeit kommen, auch wenn sie bereits eine Anfrage bei euch gestellt haben. Allerdings kommt pro Tag nur ein Tier, das auch nur ein Item in einer bestimmten Anzahl will. Schade, denn hier wären wir mal so richtig gefordert worden. Außerdem ist es so, dass die Tiere ein Item auch immer nur einmal anfordern. Habt ihr also eins beliefert, könnt ihr das Tier in Kombination mit dem Item abhaken.

Bild


Ist doch wayne, ob die Pflanze absäuft

Pflanzen benötigen übrigens nicht nur genügend Platz zum Wachsen, sondern logischer Weise auch Wasser, damit sie auch tatsächlich wachsen können. Schon einmal vorweg: Euch kann nichts eingehen, egal, ob ihr das Ding jetzt überwässert oder nicht. Je mehr Wasser ihr drauf schüttet, desto schlechter wird die Qualität, aber die Pflanze lebt trotz allem noch weiter. Und die Qualität ist nur dafür wichtig, wie viele unnütze Einkaufstickets ihr am Ende bekommt. Es ist also nicht weiter dramatisch, wenn ihr nur Pflanzen der Güteklasse Bronze auf den Markt werft.

Apropos unnütze Einkaufstickets. Ihr bekommt für das Erfüllen der Anfragen diese seltsamen goldenen Tickets. Mit denen könnt ihr allerdings nichts Sinnvolles machen. Ihr könnt lediglich im Shop verschiedene Dekorationen für euren Garten kaufen, aber das sind wirklich nur Dekorationen und nichts Nützliches. Wer also keinen Wert auf Deko legt, so wie wir, der bunkert eben seine Tickets. Vielleicht braucht man sie ja doch mal irgendwann, vielleicht...

Bild
Hübsch, aber nutzlos


Oh, diese Vielfalt

Aber es gibt natürlich nicht bloß Schlechtes bei Gardening Mama: Forest Friends, es hat auch seine positiven Seiten. Zum Beispiel findet ihr in Gardening Mama: Forest Friends eine unheimlich große Vielfalt verschiedener Pflanzen, die ihr in euren Garten setzen könnt. So erwarten euch insgesamt 50 unterschiedliche Pflanzen (18 Blumen, 20 Gemüse, 12 Obst) und das finden wir, ist eine beachtliche Menge.

Hinzu kommen noch die vielen verschiedenen Aufgaben, mit denen wir innerhalb des Spiels an neue Samen gelangen. Hier haben sich die Entwickler sehr große Mühe gegeben und so gleicht sich keine Aufgabe. Jede versucht, ein anderes Thema und ein teilweise anderes Gameplay zu bieten. Mal müssen wir Schafe scheren, mal müssen wir beim Mähen helfen und mal sollen wir ein paar Kleidungsstücke bügeln. Gardening Mama: Forest Friends bietet an diesem Punkt wirklich eine enorme Vielfalt. Schade, dass man von der Touchsteuerung nicht sonderlich viel Gutes erzählen kann…

Bild
Pure Touchsteuerung und andere Katastrophen

Wer kein Freund des Touchbildschirms ist, sollte die Finger von Gardening Mama: Forest Friends lassen, denn ihr könnt den Titel NUR mit dem Touchscreen steuern. Lediglich das Schiebepad braucht ihr, um auf dem Grundstück zu navigieren, ansonsten haben alle anderen Tasten keinerlei Bedeutung. Das ist verdammt gewöhnungsbedürftig und bedarf oft einer direkten Erinnerung, denn manchmal versucht man dann doch, mit den Tasten irgendwas zu machen und fällt dann gerade bei den Quests ordentlich auf die Nase.

Aber nicht nur das nervt: Das dumme Ding reagiert auch nicht immer so wie es soll. Manchmal reagiert es gar nicht, manchmal reagiert es ganz anders. Das hat uns viele nervige Momente eingebracht, da das Touchscreen wirklich notwendig ist, aber wenn es dann nicht einmal richtig funktioniert, dann ist das verdammt frustrierend und treibt somit den Frustfaktor ordentlich in die Höhe. Und weil wir gerade einmal richtig im Meckern sind: Wenn das Touchscreen mal nicht streikt, dann wird man über die seltsamen Texte der Quests stolpern, denn diese sind nicht immer vollkommen eindeutig formuliert, sodass wir relativ häufig etwas anderes gemacht haben bis wir dann verstanden haben, was die eigentliche Aufgabe ist. Verdammt nervig und unnütz!

Außerdem braucht das Pflanzen und Ernten jeder Pflanze unheimlich viel Zeit, da beides mit einer sehr netten Videosequenz untermalt wird. Für das Pflanzen von Samen wird jedes Mal mit dem Finger ein Loch gebohrt und dann der Samen hineingeworfen. Wenn man das Ganze dann ernten will, sieht man zu jeder - wirklich jeder - einzelnen Pflanze ein Video, wie die Pflanze erst auf den Korb und danach in den Schuppen wandert. Überflüssig und zeitraubend! Und wenn wir gerade mal bei Zeitraub sind: Die Ladezeiten von Gardening Mama: Forest Friends sind auch nicht gerade ohne.

Irgendwas fehlt doch hier

Was einem ziemlich schnell auffallen wird, ist der fehlende Wirtschaftsaspekt. Während man in anderen Spielen ähnlicher Art darauf achten muss, genügend Samen auf Vorrat zu haben, ist das bei Gardening Mama: Forest Friends total boogie. Die Samen scheinen wie durch Zauberhand unendlich oft in unserem Inventar vorhanden zu sein. Woher die kommen? Keine Ahnung. Aber das interessiert auch keinen so richtig. Auch sonst fehlt die Wirtschaft irgendwie, und dabei hätte dieser Aspekt das Spiel doch noch ein bisschen interessanter gestalten können. Schade, hier hat man viel verschenktes Potential.

Bild


Für Kinder geeignet

Und jetzt haben wir so viel gemeckert und ganz außen vorgelassen, dass Gardening Mama: Forest Friends eigentlich für Kinder gedacht ist. Das merkt man unter anderem am sehr kindgerechten Design der Figuren und am doch einfachen Spielprinzip. Denn: Es gibt kein Verlieren. Habt ihr eure Pflanzen zu viel gegossen, dann ist das eben so. Habt ihr bei den Aufträgen nicht genügend Punkte, macht ihr ihn einfach noch einmal, denn somit addieren sich die Punkte. Es gibt keinerlei Möglichkeit in Gardening Mama: Forest Friends zu verlieren. Nicht einmal, wenn ihr euch noch so dämlich anstellen würdet.

Allerdings scheinen dies bei den Aufgaben sogar die Entwickler vergessen zu haben, denn viele dieser Aufgaben haben selbst uns an unseren Fähigkeiten zweifeln lassen. Oft haben wir uns gewünscht, den 3DS einfach nur gegen die Wand werfen zu können. Getan haben wir das natürlich nicht, aber genervt haben viele dieser Aufgaben dennoch. Denn einige wirken einfach nicht kindgerecht. Zumindest bei westlichen Kindern. Bei Japanischen mag das schon wieder vollkommen anders aussehen.

Gärtnern mit Mama?

Gardening Mama: Forest Friends ist, trotz unseres Gemeckers, kein schlechtes Spiel, denn es macht trotzdem Spaß und wird vor allem geduldigen Kindern und Freunden von Harvest Moon einige Spielstunden Spaß bereiten. Vor allem sorgt der kindgerechte Aufbau, das einfache Spielprinzip und der Aspekt, dass man nicht verlieren kann, für wenig Frust und dürfte somit für Kinder bestens geeignet sein. Wichtig ist, dass sie geduldig sind, denn einige Aufgaben, die man nur per Touchscreen steuern kann, sind wirklich nicht ganz durchdacht und stellten sogar uns vor Probleme.

Allerdings hat Gardening Mama: Forest Friends auch einige nervige Aspekte, die den Spielspaß sehr trüben und ihn vor allen Dingen in die Länge ziehen können. Ebenso wäre ein kleiner Wirtschaftsaspekt sehr interessant gewesen und die Möglichkeit, den Tieren eben noch mehr zu helfen und nicht nur dann, wenn sie eine Anfrage stellen. Am nervigsten ist allerdings die pure Steuerung durch das Touchscreen, da das Ding nicht immer so funktioniert, wie es auch funktionieren soll. Gardening Mama: Forest Friends hat zwar einige gute Aspekte wie die ungemeine Vielfalt verschiedener Pflanzen und Aufgaben, stellt sich aber jedes Mal selbst ein Bein, in dem Aufgaben nicht richtig erklärt sind oder einfach gar nicht funktionieren. Sehr schade, denn der Ansatz ist gut. Es fühlt sich nur leider absolut nicht danach an, als wäre irgendwas zu Ende gedacht worden.

Pro Contra
+ Große Vielfalt an Pflanzen - Fehlender Wirtschaftsaspekt
+ Viele unterschiedliche Aufgaben - Nur durch Touchscreen steuerbar
+ Interessantes Konzept - Viele Aufgaben verfügen über nicht sinnvolle Erklärungen
+ Man kann sich eigene Ziele setzen - Eigene Ziele werden zu schnell erreicht, danach fehlt der Reiz
+ Kindgerechtes Design - Touchscreen reagiert an vielen Stellen nicht wie es soll
+ Kindgerechtes Spielprinzip - Sinnlose und zeitraubende Animationen beim Ernten/Pflanzen
+ Verlieren ist nicht möglich - Nutzlose Währung mit der man nur nutzlose Dekorationen kaufen kann
- Man kann Tieren nur auf Nachfrage helfen
- So gut wie keinen Einfluss auf Entwicklung der Tierläden
- Ladezeiten oft sehr lang
- Reiz des Spiels verfliegt viel zu schnell
- Einige Aufgaben sind sehr kompliziert und erhöhen den Frustfaktor
- Relativ geringer Umfang/kurze Spielzeit


Bild
Technik: 53
  • Grafik: 80
  • Sound: 75
  • Umfang: 50
  • Gameplay: 23
  • KI: 35

Spielspaß: 64
  • Story: Es gibt keine richtige Story, aber man kann sich eigene Ziele setzen. Leider verfliegt der Reiz ziemlich schnell, wenn man die Ziele erreicht hat.
  • Frustfaktor: Da es kein richtiges Verlieren gibt, ist dieser nur dann sehr hoch, wenn die Aufgaben nicht richtig erklärt sind und das Touchscreen nicht ordentlich funktioniert.
  • Wiederspielwert: Eher unwahrscheinlich, wenn man alle Ziele erreicht hat.
  • Design/Stil: Man ist sehr kindgerecht geblieben, was sehr gut für die Art von Titel ist.
  • Musik: Die Musik ist ganz okay, nicht zu aufdringlich.

Information: Das Pressemuster zu Gardening Mama: Forest Friends wurde uns von Nintendo zur Verfügung gestellt.

Informationen zum Testgerät
Plattform: Nintendo 3DS
Version: Standardversion
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 4 Jahre
Besuche den Autor bei: Facebook | Twitter

A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads a book lives only one.

Tags:
Advertisement
Benutzeravatar
Sib
DanceStar des Königs
Beiträge: 2738
Registriert: Do 8. Mai 2014, 15:39
Zocker-Vorliebe: Multi-Konsolero
Wohnort: Hyrule
Hat sich bedankt: 359 Mal
Danksagung erhalten: 517 Mal

Re: Gardening Mama: Forest Friends im Test - Verzweifeltes Gärtnern auf dem 3DS?

Beitragvon Sib » Do 12. Mär 2015, 08:40

Schade, hatte mir das bissl mehr erhofft. Da kann man soviel machen :/
Mit mehr wirtschaftlichen Aspekten hätte ich mir einen Kauf überlegt, da ich schon Lust auf sowas hätte^^
Bild
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast