The Awakened Fate Ultimatum im Test - Engel, Teufel oder Gott auf der PlayStation 3?

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
Meykota
Chefredaktion
Beiträge: 5289
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:51
Zocker-Vorliebe: Only on PlayStation!
Wohnort: London
Hat sich bedankt: 672 Mal
Danksagung erhalten: 1419 Mal
Kontaktdaten:

The Awakened Fate Ultimatum im Test - Engel, Teufel oder Gott auf der PlayStation 3?

Beitragvon Meykota » Fr 27. Mär 2015, 17:20

Einmal im Leben etwas wirklich Großes leisten - das wünschen sich mit Sicherheit viele Menschen auf der Erde, doch nur wenige haben die Gelegenheit dazu, etwas wirklich Großes zu schaffen, das auch noch in vielen Jahren an einen erinnern wird. Doch wie wäre es, wenn ihr dazu auserkoren wärt, als Gott für Recht und Ordnung im Himmel zu sorgen? Klingt das nach etwas, was euch freuen würde? Shin Kamikaze passiert in The Awakened Fate Ultimatum auf der PlayStation 3 und wie es sich anfühlt, Gott zu sein und mit welchen Schicksalen man zu tun bekommt, verraten wir euch im Test.

Bild


Willkommen im Krieg

Stellt euch vor, ihr schlaft mitten am Tag nach der Schule ein und habt einen seltsamen Traum, der euch mitteilt, dass ihr euer Schicksal erfüllen müsst. Ziemlich verwirrend, was? Ihr erwacht und macht euch auf den Heimweg, doch bis nach Hause schafft ihr es nicht, denn ihr werdet von bösen Teufeln angegriffen, die nach eurem Leben trachten. Ein blonder Engel eilt euch zu Hilfe, doch zu spät. Ihr sterbt. Das war’s.

Bild
Bild
Ha, natürlich war’s das nicht. Unser Protagonist mit dem passenden Namen Shin (Japanisch für Glaube, Vertrauen) und Kamikaze (Japanisch für “Göttlicher Wind”, allg. Bedeutung: “Selbstmordangriff”) erwacht an einem fremden Ort und wird von zwei jungen Damen begrüßt. Die eine ist blond und ein Engel, die andere hat mehr Temperament und feuerrote Haare. Wir haben es hier mit Jupiel (Engel) und Ariael (rote Haare) zu tun. Shin wird schon ziemlich schnell am Anfang des Spiels klar gemacht, welche Aufgabe ihm zuteilwird. Er soll nämlich als neuer Gott fungieren und dem Krieg zwischen Engeln und Teufeln ein Ende setzen.

Ganz witzig ist es dabei, dass Shin zunächst mit seinem Schicksal hadert und es nicht akzeptiert, dass er jetzt als Gott fungieren soll. Der Gute hat da einige witzige Streitgespräche, die zwar witzig, aber sehr natürlich wirken. Wer würde es schließlich glauben, man wäre jetzt ein Gott, nachdem man starb und von Engeln errettet wurde? Richtig, die wenigsten würden das auf Anhieb glauben. Die Geschichte von The Awakened Fate Ultimatum wird übrigens im typischen Visual Novel Stil erzählt, bei dem allerdings nicht jede Sequenz vertont wurde. Schade finden wir, dass die Figuren lediglich Emotionen zeigen, sich aber nicht bewegen wie beispielsweise in Fairy Fencer F oder ähnlichen Spielen. Hier hätten wir uns ein bisschen mehr erhofft.

Bild


Auf in die Dungeons!

The Awakened Fate Ultimatum ist ein sogenannter Dungeon Crawler, das bedeutet, dass ihr euch in den einzelnen Spielabschnitten durch verschiedene Dungeons bewegt. Was wir richtig gut finden, ist dass sich die Dungeons jedes Mal komplett neu aufbauen. Wenn ihr also sterbt, dann wird der Dungeon das nächste Mal ganz anders ausgebaut sein. Das ist ziemlich cool, also dieser Random-Aufbau, nicht das sterben. Wenn ihr sterbt, führt das nämlich dazu, dass ihr alles verliert, was ihr gerade dabei hattet. Euer gesamtes Inventar ist dann leer. Ihr solltet es euch also gut überlegen, ob ihr sterbt oder nicht. Okay, nicht immer habt ihr darauf Einfluss.

Bild


The Awakened Fate Ultimatum ist übrigens auch kein Spiel, dass ihr auf die leichte Schulter nehmen solltet, denn es ist keineswegs einfach. Wir haben allein für die Tutorial-Welt ungefähr fünf Anläufe gebraucht, weil wir immer wieder starben und dann keine Waffen mehr zur Verfügung hatten. Wenn man sich aber dann ein entsprechend höheres Level angeschafft hat, dann ist es wiederum kein Problem. Ebenso ist es ganz in Ordnung, wenn ihr eure beiden Überformen Engel und Teufel trainiert habt und diese dann einen recht hohen Attackenwert haben. Diese beiden Formen levelt ihr übrigens automatisch, wenn ihr mit Shin im Level aufsteigt und auf einem Sphärobrett (Final Fantasy X) ähnlichen Abschnitt Punkte verteilt, die ihr zuvor erhalten habt.

Das Kampfsystem selbst ist allerdings recht übersichtlich und sollte keine besonders große Herausforderung darstellen: Ihr schlagt mit X, mit R1/L1 verwandelt ihr euch in eine der Überformen und mit dem rechten Analogstick wählt ihr eure Angriffe und Skills aus. Dieses mehr oder weniger actionlastige Gameplay macht zudem noch Spaß, außer man stirbt gerade, aber ansonsten ist es schon spaßig. Vor allem wenn die Gegner dafür sorgen, dass Shin verwirrt ist, weil er dann ganz schräg auf die Eingaben reagiert. Zum Glück halten diese Statusveränderungen nur einige Sekunden an.

Bild


Leben oder Tod?

The Awakened Fate Ultimatum ist ein Spiel, in dem ihr Entscheidungen treffen müsst. Zwar habt ihr immer nur zwei Entscheidungen zur Wahl, aber das ist oftmals auch ausreichend. Dabei müsst ihr euch von relativ banalen Dingen á la “Mit wem teile ich mir das Zimmer?” bis hin zu sehr schwierigen Themen wie “Möchtest du den Teufel töten?” entscheiden und weise überlegen. Einige Entscheidungen gehen dabei wirklich an die Nieren und sind nicht wirklcih leicht zu treffen. Häufig entscheidet ihr darüber, wer lebt und wer stirbt.

Anders als bei anderen Spielen mit Entscheidungen gibt es kein Richtig oder Falsch, denn jede Entscheidung zieht irgendwelche Konsequenzen nach sich, die mitunter nicht gerade schön sind. Zudem zeigt The Awakened Fate Ultimatum auch sehr gut die Schattenseiten des Krieges, da ihr euch oft für etwas Bestimmtes entscheiden müsst. Entschließt ihr euch, den Teufeln den Kampf anzusagen, sterben Engel. Bestimmt ihr, den Kommandant der Teufel zu töten, hinterlässt dieser zwei kleine Kinder… Es ist nicht immer einfach, aber das sagten wir bereits. Hier macht The Awakened Fate Ultimatum wirklich alles richtig und präsentiert entsprechende Botschaften auch korrekt.

Bild


Der Ton macht die Musik

So gut wie sich The Awakened Fate Ultimatum bisher auch liest, so sind wir doch mit einigen Dingen nicht zufrieden. Den eher schlechten Visual Novel Aspekt hatten wir bereits erwähnt, hinzu kommt noch, dass das Spiel auf Englisch ist. Wer also dem Englischen nicht sonderlich mächtig ist, sollte eher einen Bogen um The Awakened Fate Ultimatum machen. Es ist nicht so, dass das Englisch sonderlich schwierig wäre, es ist nur sehr, sehr viel zu lesen und zu verstehen.

Zudem wurden einige Stimmen der Figuren nicht gerade gut gewählt. Gerade Jupiel hat eine zu tiefe Stimme als dass es wirklich zu ihr passen würde. Aber auch die Klassenkameradin vom Anfang des Spiels hat eine unpassende Stimme, auch wenn es bei ihr nicht sonderlich tragisch ist. Schade ist es zudem auch, dass nicht alle Gespräche synchronisiert sind. Das wäre am Ende zwar mehr Arbeit gewesen, aber es wäre für den Spieler schöner gewesen.

Bild


Spielen wir Gott? Ja!

The Awakened Fate Ultimatum macht an vielen Stellen vieles richtig und sorgt für viele Stunden Spielspaß, auch wenn man sich erst einmal an den doch recht knackigen Schwierigkeitsgrad gewöhnen muss. Aber mit The Awakened Fate Ultimatum ist jeder einmal in der Lage, Gott zu spielen und das macht Spaß. Abstriche gibt’s dafür in den Filmsequenzen zwischen den Dungeons, denn hier wäre durchaus mehr möglich gewesen.

Nichts desto trotz ist The Awakened Fate Ultimatum ein gelungener Titel mit englischer Sprachausgabe, der die Spieler fordert und fördert und mit einer interessanten Geschichte daherkommt. Auch wenn man sehr gut Englisch verstehen muss, um hier wirklich mithalten zu können, was aber nicht an der Sprache an sich liegt, sondern an der Menge der Texte, die es zu lesen gibt.

Pro Contra
+ Äußerst interessante Geschichte - Leider nur auf Englisch
+ Nachvollziehbare Reaktionen des Protagonisten - Synchronstimmen nicht immer gut gewählt
+ Schwerwiegende und schwierige Entscheidungen - Nicht alles wurde vertont
+ Zufallsdungeons - Szenen zwischendurch sind nicht auf dem neuesten Stand
+ Knackiger Schwierigkeitsgrad... - … der ganz schön frusten kann, wenn alle Items weg sind
+ Krieg wird in einem anderen Licht dargestellt
+ Gut durchdachtes Gameplay
+ Kampfsystem schnell zu verstehen
+ Levelsystem erinnert an Sphärobrett


Bild
Technik: 80
  • Grafik: 76
  • Sound: 78
  • Umfang: 89
  • Gameplay: 84
  • KI: 75

Spielspaß: 84
  • Story: Die Story ist witzig erzählt und wirkt sehr realistisch: Krieg zwischen Englen und Teufeln und man selbst ist Gott, was will man mehr?
  • Frustfaktor: Dank des knackigem Schwierigkeitsgrad ist dieser Frustfaktor sehr hoch, vor allem da man nach jedem Tod alle seine Items im Inventar verliert.
  • Wiederspielwert: Zum einen gibt es verschiedene Entscheidungen, die man treffen kann, zum anderen macht das Gameplay Spaß, sodass man immer mal wieder eine Runde spielen wird.
  • Design/Stil: Bei den Szenen hätte man sich mehr Mühe geben können, ansonsten bleibt man im Gameplay bei niedlichen Chibifiguren.
  • Musik: Die Musik ist passend, allerdings passen nicht alle Synchronstimmen.

Information: Das Pressemuster zu The Awakened Fate Ultimatum wurde uns von NISA zur Verfügung gestellt.

Informationen zum Testgerät
Plattform: PlayStation 3
Version: PlayStation 3 Slim, 120 GB
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 5 Jahre


Direkt zur Flickr-Galerie
Besuche den Autor bei: Facebook | Twitter

A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads a book lives only one.

Tags:
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast