Excave - Der kleine Dungeon Crawler für 3DS im Test

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Sib
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Excave - Der kleine Dungeon Crawler für 3DS im Test

Beitragvon Sib » Fr 3. Apr 2015, 19:55

Dungeon Crawler sind auf Nintendos Konsolen eher Mangelware. Außer Atlus versorgt niemand die Plattformen mit diesem Genre. Das japanische Entwickler Team Mechanic Arms bringt mit Excave einen Dungeon Crawler für den Nintendo 3DS heraus. Ob sich der eShop Titel lohnt oder man ihn eher meiden sollte, erfahrt ihr in unserer Review.

Aller Anfang ist schwer
Kommen wir erst mal zur Story, die gibt es zwar, wird im Spiel aber nicht erklärt. Diese kann man im Internet nachlesen oder auch in der digitalen Bedienungsanleitung. Sie ist aber schnell erklärt: Im Auftrag des Königs soll man ein Labyrinth, das unter einer Stadt liegt, erkunden. Dabei soll man herausfinden, warum sich in letzter Zeit so viele Monster rumtreiben und zudem soll man dort noch einen verschwunden Zauberer finden. Das war es auch schon, näher wird auch im kompletten Spielverlauf nicht wirklich drauf eingegangen, bis auf wenige Dokumente, die man findet.

Bevor man sich auf die Reise macht, hat man zuerst die Wahl der Qual: Die Wahl des Charakters, entweder nimmt man das Mädchen oder den Jungen. Man kann diese jederzeit außerhalb des Dungeons auswechseln, einziger Unterschied zwischen den beiden ist nur die Ausrüstung. Manche Dinge kann dann nur entweder der Junge oder das Mädchen tragen, was sich dann auf die Spielart auswirkt. Er stellt eher den Ritter dar, kämpft daher eher im Nahkampf mit Schwert, Speer oder Axt. Sie hingegen ist dann eher die Magierin, die mit Pfeil & Bogen oder Zauberstab aus der Ferne her agiert. Daher sollte man seine Ausrüstung passend dazu auswählen. Zu Beginn haben beide eine Standardwaffe sowie einige Items, die einem die Grundlagen erklären sowie der Heilung dienen. Bevor man sich wirklich weiter ausrüsten kann, muss man erst einmal eine Weile in dem Dungeon verbringen.

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Gegner lassen oft Items oder Geld zurück...manchmal zu oft.


Du bist mittendrin
Hat man erstmals den Dungeon betreten, so steht man zu Beginn vor vielen verschlossen Türen, die jeweils die einzelnen Bereiche abgrenzen. Daher kann man zu Beginn nur mit dem bereits im Inventar befindlichen Schlüssel eine Tür öffnen, alle weiteren kann man finden, kaufen oder muss man beim Bosskampf ergattern. Daher ist der Weg sehr linear, was sich im Laufe des Spieles auch nicht ändern wird. Bis auf wenige Bonusräume ist der Weg strikt vorgegeben, sodass man sich nicht wirklich verläuft. Im Umkehrschluss heißt es, man hat nicht viel zu erkunden. Jedenfalls ist die Spielweise hier recht einfach gehalten: Laufe von A nach B, öffne Schatzkisten für neue Items oder auch Geld und besiege dabei auch anzutreffende Gegner.

Der Kampf an sich ist auch recht einfach, jede Waffenklasse hat eine Combo, die in einem straken Angriff endet. So einfach es klingt, so schnell wird es auch langweilig, da man mit einfachem Button-Smashing leicht als Sieger hervor geht, selbst bei den Bossgegnern. Auch das Blocken ist hier nur machbar, wenn man einen Schild hat. Diesen rüstet man aus und kann dauerhaft beim Gedrückthalten der B-Taste blocken. Zwar kann man dabei nicht laufen, aber sich im Kreis drehen und immer die passenden Momente zum Angriff abwarten.

Hier gibt es bei der Steuerung schon einen Haken, Schlüssel und weitere Items muss man vorher ausrüsten, bevor man diese nutzen kann. So muss der Schlüssel in Echtzeit auf die B-Taste gelegt werden, um eine Tür zu öffnen. Der Schild ist in der Zeit im Inventar. Auch das Heilen ist eine Sache für sich, dafür muss man das jeweilige Item auf dem Touchscreen zum Mund des Charakters führen, der gerade auf dem unteren Screen abgebildet ist. Ganz lustig die Idee, aber sehr unpassend, da man dies alles in Echtzeit machen muss. Pausieren kann man in dem Spiel übrigens auch nicht, wenn man kurz Luft holen möchte, muss man dann ins Home-Menü des 3DS wechseln oder das Gerät einfach zu klappen. Somit wurden gute Ideen einfach dumm umgesetzt.

Zur Not kann man sich aber aus dem Dungeon rausteleportieren jederzeit, wenn man drei Sekunden lang die X-Taste gedrückt hält. Der Nachteil dabei ist, dass man den Dungeon komplett von Anfang an wieder durchlaufen muss.

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Sollte es mal eng werden, könnt ihr jederzeit flüchten. Auch in Bosskämpfen!


Mein Schatz...
Die neuen findbaren Dinge nutzen sich recht schnell ab, weil man diese sich entweder selbst gekauft oder schon dutzende Male gefunden hat. Gleiches gilt auch für das Geld, man kann zwar einiges in einem Depot bunkern, vieles verliert schnell seinen Reiz und wird verkauft. Das führt dazu, dass man nach einer halben Stunde Spielzeit viel zu viel Geld über hat. Geld hat in dem Spiel nur die Wirkung, benutzte Waffen zu erneuern (da diese mit der Zeit bei Benutzung unbrauchbar werden) oder etwas Equipment für den nächsten Ausflug zu kaufen. So verliert das Ganze schnell seinen Reiz und man lässt freiwillig vieles liegen, da das Inventar auf 16 Plätzte begrenzt ist und jeder Gegenstand einen Slot einnimmt. Um das Ganze zu erschweren, werden bei Waffen und Rüstungen keinerlei Werte angezeigt, sodass man diese erst mal ausrüsten muss, um die Änderungen zu sehen. Das ist sehr umständlich und kostet unnötig Zeit. Auch Dinge wie Karten, die das Spiel erklären, werden als Items gehandhabt und nehmen Platz weg. So bleibt einem nichts anderes übrig, als diese wegzuwerfen oder zu verkaufen.

Auch was die Gegnertypen angeht, ist man schnell übersättig. Denn diese sind an einer Hand abzuzählen, nur die verschiedenen Farben und Größen geben mögliche Auskunft über die verschiedenen Werte der Monster. In jedem Abschnitt ist der Boss dann die „Mutter“ des jeweiligen Gegnertypes, der dort vorkommt. So hat man schnell eine passende 08/15 Strategie für sich entdeckt und rennt regelrecht durch.

Musik und Grafik sind auch recht einfach gehalten. Während die Grafik durch einen einfachen und bunten Look noch überzeugen kann, sieht es musikalisch nicht so gut aus. Bis auf wechselnde Musik zu Bossen läuft fast immer das ein und gleiche Lied im Dungeon, auf Dauer macht man seinen 3DS freiwillig leiser, weil man es leider nicht mehr hören kann. Denn nach 20 bis 30 Sekunden wiederholt sich das ganze immer wieder.

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Viele bunte Smarties...ach, dass sind nur Gegner, die alle gleich aussehen!


Nach dem Dungeon ist vor dem Dungeon
Ist man soweit und hat genug Geld gesammelt, könnt ihr außerhalb des Dungeons etwas einkaufen gehen. Beim Schmied könnt ihr euren zerbrochenen Waffen wieder reparieren oder lassen oder versiegelte Waffen nutzbar machen. Die Preise sind alle klein gehalten, sodass man nicht wirklich sparen muss.

Im Laden kann man neue Gegenstände kaufen, sei es Heilung, Waffen, Rüstungen oder kurzweilige Attributsteigerungen. Bis auf die Heilung werdet ihr hier eher weniger kaufen, da der Großteil der Dinge euch schon im Dungeon regelrecht hinter hergeworfen wird oder ihr einfach schon Besseres habt. Somit hat im Spiel eigentlich nur der Schmied einen nutzbaren Sinn, den man oft in Anspruch nehmen wird.

Ein Dungeon Crawler für unterwegs?
Excave ist ein kleiner Dungeon Crawler, das sagt schon der kleine Preis von knapp 5€ aus. Daher muss man hier mit einigen Mängeln und Abstrichen rechnen. Egal ob die Touchscreen Nutzung, die recht komplizierte Steuerung, die fast immer gleichen Gegner oder auch die fehlenden Möglichkeiten, es fehlt eigentlich überall an etwas. Für 5€ kann man hier recht wenig falsch, man wird hin und wieder kurz seinen Spaß haben, aber auf Dauer sollte man dann doch eher tiefer in Tasche greifen, wenn man was Besseres aus diesem Genre haben möchte.

Pro Contra
+ leichter Enstieg... -...keinerlei Forderung
+ schnelles wechseln zwischen Charakteren - nervende Musik
+ einfaches Spielprinzip - Touchscreen umständlich genutzt
- Gegenstände werden einem hinterhergeworfen
- kleine Gegnervielfalt


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Technik: 47
  • Grafik: 65
  • Sound: 48
  • Umfang: 50
  • Gameplay: 32
  • KI: 38

Spielspaß: 49
  • Story: Die ist zwar vorhanden, wird aber nicht wirklich erwähnt...
  • Frustfaktor: Da man recht schnell zu Beginn schon zu stark ist, ist der Frustfaktor eher nicht vorhanden.
  • Wiederspielwert: Nicht vorhanden, hat man es beendet, war es das auch schon.
  • Musik: Die Musik wiederholt sich nach kurzer Zeit und wird nervig.

Information: Der Downloadcode zu Excave wurde freundlicherweise von Teyon zur Verfügung gestellt.

Informationen zum Testgerät
Plattform: Nintendo 3DS
Version: Standardversion
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 4 Jahre
Dateigröße des Spiels: 719 Blöcke (ca. 90 MB)
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