East Tower Akio im Test - Kurze Prinzessinnenrettung auf Steam

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East Tower Akio im Test - Kurze Prinzessinnenrettung auf Steam

Beitragvon Meykota » Mo 11. Mai 2015, 17:24

Stellt euch vor, ihr könntet in einem Vergnügungspark bei einer Attraktion mitmachen, die euch in eine virtuelle Realität verschlägt. Die Aufgabe ist á la Super Mario: Rette die Prinzessin. Das Ganze gepaart mit einer Visual Novel und einer Datingsimulation und schon hat man eine grobe Ahnung von East Tower - Akio, dem ersten Teil einer Reihe. Wir haben für euch einen Blick in das sehr kurze Spiel geworfen und verraten euch in unserem Test, ob ihr es riskieren solltet oder nicht.

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Weil ich kein Mädchen bin!

Zu Beginn üblich für diese Art von Spiel könnt ihr eurer Protagonistin einen Namen verpassen. Benennt ihr sie nicht um, hört sie das ganze Spiel über auf den Namen Sakuya, sowohl in der Realität als auch im Spiel. Hier besteht ein Problem mit der Übersetzung, doch dazu gleich ein bisschen mehr.

Sakuyas Bruder arbeitet in einem Vergnügungspark, bei dem am Wochenende ein Probelauf für das virtuelle Spiel “Dream World” durchgeführt werden soll. Teilnehmen dürfen aber eigentlich nur Männer, da man am Ende eine Prinzessin aus dem East Tower retten soll. Weil Sakuya aber eigentlich schon immer ein Junge ist und auch wie einer aussieht, entschließt sie sich, an diesem Testlauf teilzunehmen. Soweit, so gut. Sakuya kann man mit verschiedenen Kanji schreiben, je nachdem wird dann deutlich, ob man ein Junge oder ein Mädchen ist, deswegen hat sie auch keine Probleme, sich dort überhaupt anzumelden. So viel zur Einleitung.

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Ein Team mit Akio

East Tower Akio heißt übrigens genau so, weil man sich mit einem anderen Mitspieler namens Akio zusammenschließt. Und genau dieser Akio ist auch für diese erste Episode unser Love Interest, wer hätte das gedacht. In der virtuellen Realität angekommen, können sich die Teilnehmer ihre eigene Erscheinung selbst wählen, der Spieler hat darauf allerdings absolut keinen Einfluss. Dabei würde sich das so gut anbieten. In der Dreamworld angekommen, schließt ihr euch mit Akio zusammen und absolviert verschiedene, absolut nicht schwierige Level.

Wer sich hier ein bisschen Anspruch erhofft hat, wird jedoch ziemlich schwer enttäuscht werden. Ihr habt im Prinzip bei den meisten Leveln die Möglichkeit, drei verschiedene Wege einzuschlagen. Entweder verliert ihr und schaltet so das schlechte Ende frei (ihr könnt jedes Level von Beginn an wiederholen) oder ihr macht soweit alles richtig und schließt mit einem A Rang ab. Wenn ihr richtig gut wart und eure Liebe zu Akio auch noch gesteigert wurde, erhaltet ihr einen S Rang. So viel zum Spielprinzip.

East Tower - Akio ist zudem eine Visual Novel, bei der ihr an verschiedenen Punkten unterschiedliche Entscheidungen treffen könnt, die allerdings keinerlei Einfluss auf die Story - oder zumindest auf den Ablauf haben. Somit seid ihr auch recht schnell beim ersten Durchlauf durch und wenn ihr euch dann noch entscheidet, alle Erfolge zu sammeln, kommen noch einmal knapp 30 Minuten dazu, sodass ihr auf eine Gesamtspielzeit von etwa 100 Minuten kommt. Nicht gerade besonders viel, vor allem wenn man an den Preis von rund 5€ denkt. Vom Anspruch her braucht man auch nicht sonderlich viel zu erwarten, da in den meisten Fällen klar ist, welche Entscheidung man für welchen Rang wählen muss. Sehr schade, ein bisschen Anspruch, ein wenig Tiefgang wären schön gewesen.

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Zeichenstil der besonderen Art

Der Zeichenstil von East Tower - Akio ist ein bisschen arg gewöhnungsbedürftig, denn er ist weder besonders hübsch, noch im typischen Anime-Stil. Man versucht viel eher das Ganze auf eine etwas realistischere Schiene zu bringen, was dem Spiel an sich sehr gut tut. Ein wenig irritiert ist man dann allerdings schon, wenn das Love Interest nicht dem typischen Frauenbild entspricht, sondern eher abschreckend wirkt.

Richtig gut ist dabei allerdings die musikalische Untermalung, da der Titelsong richtig ins Ohr geht. Stellenweise wurde auch auf Japanisch vertont, das passt ganz gut. Eine englische Sprachausgabe gibt es allerdings nicht, dafür wurden die Untertitel bereits auf Deutsch übersetzt, was recht gut gelungen ist.

Doch so richtig warm kann man mit East Tower - Akio nicht werden und da liegt der Hund begraben, denn die Idee an sich ist sehr interessant, hat zwar ein paar Umsetzungsprobleme, bleibt allerdings ziemlich auf der Strecke, da es einfach viel zu kurz ist und die Geschichte erst später Fahrt aufnimmt - auch wenn die Geschichte oder das Setting absolut nicht im Vordergrund steht. Schade.

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Wir lassen die Prinzessin mal im Turm…

East Tower - Akio ist eine Visual Novel mit einem sehr interessanten Konzept, das aber an keiner Stelle richtig ausgenutzt wurde. Die Möglichkeiten, die man Dank der virtuellen Welt hätte, werden einfach nicht genutzt und bleiben auf der Strecke. Und auch die Story selbst muss sehr viel einstecken, da man versuchte, die Datingsimulation in den Vordergrund zu schubsen, da komm die Story nur als fader Beigeschmeck daher. Schade, denn East Tower - Akio verschenkt ganz schön sein Potential, wir hätten uns mehr erhofft.

Dazu kommt noch, dass East Tower - Akio sehr kurz ist und man mit rund 100 Minuten Spielzeit sowohl die Story durch hat als auch alle Steamerrungenschaften sein Eigen nennen kann. Wirklich schade. Zudem ist East Tower - Akio der erste Teile einer ganzen Reihe, die wohl zusammenhängt. Wir empfehlen lieber auf eine komplette Sammlung zu warten, anstatt den Titel einzeln für etwa 5€ zu erwerben. Das lohnt sich einfach nicht.

Pro Contra
+ Interessantes Konzept... - … das an keiner Stelle richtig genutzt wird
+ Deutsche Untertitel - Zeichenstil ist gewöhnungsbedürftig
+ Schöner Soundtrack - Viel zu kurze Spielzeit (100 Minuten für alles!)
- Keine wirklichen Entscheidungen
- Sehr simples Konzept, um alles freizuschalten
- Preis-/Leistungsverhältnis eher im Eimer


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Technik: 47
  • Grafik: 62
  • Sound: 87
  • Umfang: 10
  • Gameplay: 25
  • KI: 50

Spielspaß: 23
  • Story: Die Story ist eigentlich interessant, ist aber eher total nebensächlich! Schade!
  • Wiederspielwert: Da man mit zwei Durchläufen und knapp 100 Minuten alles hat, war’s das auch für den Titel.
  • Design/Stil: Ein gewöhnungsbedürftiger Anime-Look, der in Richtung Realität wandelt.
  • Musik: Der Soundtrack ist sehr schön, vor allem der Titelsong geht ins Ohr.

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