Dungeon of the Endless (PC) im Test – Anspruchsvoll, knallhart – Und mit Suchtgefahr

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Dungeon of the Endless (PC) im Test – Anspruchsvoll, knallhart – Und mit Suchtgefahr

Beitragvon thomary » Di 19. Mai 2015, 14:15

Dieser Trip ins All läuft so ganz anders als gedacht: Anstatt auf eine Entspannungsreise schickt Amplitude Studios die Spieler in Dungeon of the Endless auf eine knallharte Fluchtmission aus zufallsgenerierten Dungeons. Was sich zunächst als Dungeoncrawler mit Tower Defense Elementen tarnt, entpuppt sich schnell als etwas anderes, viel größeres. Ob uns Dungeon of the Endless überzeugt hat, erfahrt ihr im Test.

Knallharte Erkenntnis

„Leicht“ und „zu leicht“ gibt als die ersten beiden Schwierigkeitsgrade, zwischen denen man sich im ersten Dungeon of the Endless Durchgang entscheiden darf. Der geneigte Spieler denkt sich nicht viel dabei und wählt natürlich „leicht“, denn, also bitte, was soll „zu leicht“ denn bitte sein? Nun, der geneigte Spieler wird erfahren: Hochmut kommt vor dem Fall! Auch wenn es Dungeon of the Endless zunächst nicht vermuten lassen würde, so ist es ein knallhartes Abenteuer, in dem man jeden seiner Schritte mit Bedacht wählen muss.

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Das sieht man öfter, als einem lieb ist!


Alle Levels in Dungeon of the Endless laufen im Prinzip rundenbasiert ab und bringen dabei drei ganz entscheidende Elemente unter einen Hut: Die Entwicklung der Helden sowie deren geschickten Einsatz (maximal vier pro Gruppe), die Verteidigung des Kristalls, der ins nächste Level gebracht werden muss, wie in einem Tower Defense Spiel, sowie das effiziente Ressourcenmanagement, damit neue Dinge gebaut, weitere Einrichtungen erforscht und die Helden aufgelevelt bzw. geheilt werden können. Was das Spiel dabei noch auszeichnet ist, dass nur die Position der Helden bestimmt, nicht aber ihr Verhalten im Kampf direkt beeinflusst werden kann. Das übernimmt die KI automatisch, und macht ihren Job überwiegend gut.

Industrie (für das Bauen), Wissenschaft (für die Forschung) und Nahrung (für die Helden) sind die drei Güter, auf die man achten muss und deren Wachstum über den Bau von Modulen angetrieben werden kann. Jedes Modul generiert pro geöffneter Tür, das heißt im Prinzip pro Spielzug, eine bestimmte Menge der entsprechenden Einheit. Darüber hinaus gibt es noch Dust, der dafür benötigt wird, Räume mit Energie zu versorgen. Die Energie ist nötig, um überhaupt Module in Räumen bauen zu können. Glücklicherweise gibt es einige Räume, die autonome Energieversorgungen haben und unser Dust-Konto schonen.

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Der Fluchtpunkt ist fast erreicht!


Das Frustlevel steigt

Wer Dungeon of the Endless zum ersten Mal spielt, wird vermutlich irgendwann Frustmengen verdauen können, die er vorher nichtmal für möglich gehalten hätte. Denn ja, Dungeon of the Endless hat ein unglaubliches Frustpotential. Spätestens auf Level 6 oder 7 des Dungeons sind so ungefähr alle Rohstoffe knapp, wenn man nicht äußerst sinnvoll gehaushaltet hat. Nur eins wird immer mehr: Die Monster!

Hinter jeder Tür kann sich eine Horde von Monstern verbergen und darüber hinaus kann jedes Öffnen einer Tür bedeuten, dass eine neue Monsterwelle an bereits erkundeten Orten in den Dungeon strömt. Dann sind die effizienten Verteidigungsmechanismen ebenso gefordert wie die Helden. Merken solltet ihr euch eins: Tode der Helden in Dungeon of the Endless sind pro Spiel permanent, das Spiel aber erst vorbei, wenn alle Helden tot sind.

Wer sich durch schlägt und immer neue Anläufe wagt, der wird in Dungeon of the Endless aber auch belohnt. Mit der Zeit kristallisieren sich Favoriten unter der schönen Heldenauswahl heraus, die mit der Zeit auch noch erweitert wird. Und auch wenn man neue Raumkapseln freischaltet, so halten diese Boni bereit, die das Spiel vereinfachen können. Dungeon of the Endless funktioniert tatsächlich so, dass man am Anfang viel Scheitern in Kauf nehmen muss, seine Lektionen lernen muss und anschließend belohnt wird. Und wer das auf sich nimmt, der kann beinahe unendlich viel Zeit mit dem Titel verbringen, denn auch die Suchtgefahr ist unheimlich groß.

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Die erste Kapsel hat keine Boni oder Mali - Wer überlebt, wird erst später belohnt.


Es GIBT Zufälle

Jedes neue Spiel in Dungeon of the Endless wird komplett zufallsgeneriert. Der entsprechende Mechanismus leistet grundsätzlich eine sehr gute Arbeit, es bleibt aber nicht aus, dass man hin und wieder auch die Willkür dieses Automatismus spürt, denn die Schwierigkeit einzelner Abschnitte kann mitunter sehr stark schwanken. Wer Glück hat, bekommt seinen Kristall so teilweise problemlos in Sicherheit, sofern auf weitere Erkundung verzichtet wird; Wer Pech hat, muss sich durch ewige Monsterwellen kämpfen.

Neben dem hohen Frustpotential könnte in Dungeon of the Endless auch die Pixeloptik abschreckend wirken, aber vom allerersten Eindruck sollte man sich wirklich nicht täuschen lassen. Dungeon of the Endless ist ein unheimlich atmosphärisches und visuell ebenso ansprechendes Spiel, denn die Umgebungen transportieren häufig einen ganz eigenen Charme. Das wird auch durch den tollen Soundtrack unterstützt.

Gefeilt werden müsste unbedingt noch an der deutschen Lokalisierung, einige Sätze wurden ganz vergessen, andere weisen grammatische Fehler auf oder sind eher verwirrend formuliert. Das sind aber keine Mängel, die das Spielerlebnis beeinflussen.

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Fazit: Anspruchsvoll, frustig, belohnend

Dungeon of the Endless ist kein Spiel für zartbesaitete Spieler. Denn erstens entwickelt sich über die Spielstunden hinweg eine echte Angst vor dem Öffnen der nächsten Tür, und zweitens sollte man eine recht hohe Frusttoleranz aufweisen können, bevor Tastatur, Maus oder irgendetwas anderes in irgendeine Ecke fliegt. Und das, obwohl Dungeon of the Endless zunächst wie ein harmloser Dungeoncrawler mit Tower Defense Elementen wirkt. Aber es entpuppt sich als knallharte Rundenstrategie.

Spielerisch und technisch macht Dungeon of the Endless fast alles richtig und beweist in erster Linie, dass man auch mit „Pixeloptik“ atmosphärisch und visuell beeindruckende Umgebungen schaffen kann. Der Soundtrack tut sein Übriges dazu. Der Zufallsgenerator für die Dungeons leistet dabei ebenso gute Arbeit und hat kaum Aussetzer, dennoch wirken einige Level ein wenig zu willkürlich, da die Schwierigkeit mitunter ziemlich weit auseinanderklaffen kann. Ebenso müsste an der deutschen Lokalisierung noch gefeilt werden. Aber das sind Kleinigkeiten – Hartgesottene und Anspruch suchende Spieler können sich mit Dungeon of the Endless Stunde um Stunde, Nacht um Nacht um die Ohren schlagen, denn ja, trotz Frust entwickelt sich Sucht.

Pro Contra
+ Hoher Anspruch, Einarbeitung nötig - Insbesondere zu Anfang sehr hohes Frustpotential
+ Tolle Kombination aus Heldenentwicklung, Tower Defense und Ressourcenmanagement - Durch Zufallsgenerator manchmal willkürliche Schwierigkeitsschwankungen
+ Atmosphärisch einzigartige Umgebungen - Einige Mängel in der deutschen Lokalisierung
+ Toller Soundtrack - Storymäßig etwas schwachbrüstig
+ Trotz Frust hohe Suchtgefahr – Und prinzipiell unbegrenzte Spielerlebnisse
+ Schöne Heldenauswahl und sehr belohnender Charakter des Spieles


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Technik: 84

  • Grafik: 85
  • Sound: 94
  • Gameplay: 79
  • Umfang: 85
  • KI: 77

Spielspaß: 80

Einzelspieler:

  • Story: Wir sind abgestürzt und müssen aus dem Dungeon entkommen. Punkt. Storytechnisch hätte man sich vielleicht etwas mehr gewünscht, gleichzeitig benötigt das Spiel so etwas auch nicht unbedingt, denn es ist ja darauf ausgelegt, immer wieder erlebt zu werden.
  • Wiederspielwert: Extrem hoch. Die zufallsgenerierten Dungeons ebenso wie mehrere Kapseln und zahlreiche Helden PLUS steigende Schwierigkeitsgrade lassen unzählige Stunden hier verbringen.
  • Design/Stil: Von der Pixeloptik sollte man sich nicht abschrecken lassen. Visuell und atmosphärisch sind die zufallsgenerierten Dungeons einzigartig.
  • Musik/Sound: Der Sound ist super und unterstreicht die geniale Atmosphäre, die zum Fürchten einlädt.

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Information: Das Pressemuster von Dungeons of the Endless wurde uns freundlicherweise von Koch Media zur Verfügung gestellt.

Informationen zum Testgerät
Intel Core i5-3470 (3.20Ghz)
8,0GB RAM
Radeon HD 7990 (3GB)
Titel installiert auf 2TB-Festplatte (7.200 U/min)
Windows 7 Professional (64 bit)


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