Deus Ex: Human Revolution Directors Cut - Die Wii U Version im Test

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
Sib
DanceStar des Königs
Beiträge: 2738
Registriert: Do 8. Mai 2014, 15:39
Zocker-Vorliebe: Multi-Konsolero
Wohnort: Hyrule
Hat sich bedankt: 359 Mal
Danksagung erhalten: 517 Mal

Deus Ex: Human Revolution Directors Cut - Die Wii U Version im Test

Beitragvon Sib » So 24. Mai 2015, 14:07

Im Jahre 2011 erschien mit Deus Ex: Human Revolution der aktuellste Ableger der Deus Ex Reihe für PS3, XBOX360 und PC. Zwar schwächelte das Spiel etwas in technischer Hinsicht, konnte es aber durch das Gameplay und die Story wieder wett machen. Zwei Jahre danach erschien der Directors Cut zum Spiel, erstmalig auch für Nintendo Spieler auf der Wii U. Ob WiiU Besitzer hier eine Perle haben oder es doch eher verschrottet werden kann, erfahrt ihr in der folgenden Review.

Bild


Sind Maschinen die Zukunft?
Human Revolution spielt die Vorgeschichte zu Deus Ex sowie Deus Ex: Invisible War und ist im Jahr 2027 angesiedelt. Dank hochentwickelter Prothesen und Implantaten, auch Augmentierungen genannt, ist man in der Lage, die Fähigkeiten der Menschen verbessern zu können. sowohl für die Behinderten als auch die vollkommen gesunden Menschen. Es gibt sowohl Befürworter als auch Gegner dieser neuen Technik, was öfters für Krawalle sorgt, was auch ein Thema in dem Spiel ist.

Ihr schlüpft in die Rolle von Adam Jensen, dem Sicherheitschefs eines führenden Unternehmens der Augmentierungstechnologie, was auf den Namen Sarif Industries hört.
Das Unternehmen steht kurz vor einer Präsentation ihrer neuesten Ergebnisse, was Einfluss auf die zukünftige Technologie haben soll. Doch vor der Präsentation wird das Unternehmen Opfer eines Anschlags, in dem Forschungseinrichtungen zerstört sowie diverse Wissenschaftler getötet werden. Auch Adam Jensen trifft es – wird dabei lebensgefährlich verletzt und kann nur mit Augmentierungen am Leben erhalten werden. Nach einer 6 monatigen Genesungsdauer wird Adam beauftragt, die Täter des Anschlags aufzuspüren.

Mehr werden wir an dieser Stelle nicht verraten, nur das die weiterlaufende Story es in sich hat und neben Verrat, einigen Verschwörungen noch diverser Storytwists aufweist. So ist man seine 30 bis 40 Stunden beschäftigt, wenn man sich auch um Nebenquests und erkunden bemüht.

Halb Mensch, halb Maschine
Deus Ex Human Revolution ist eine Mischung aus Ego-Shooter und Stealth Spiel mit RPG Elementen. Hier sei gesagt, dass euch die Spielweise immer offen steht. Wollt ihr euch durch die Mengen ballern oder eher im Hintergrund halten? Beides ist möglich, genau wie Tatsache, ob ihr töten oder nur betäuben möchtet.

Um eure Spielweise passend zu nutzen, könnt ihr ganz im RPG Stil Skillpunkte (hier auch Praxis-Kits genannt) in neue Augmentierungen investieren. Diese könnt ihr entweder kaufen oder erhaltet diese durch Level-Ups, dazu später aber mehr. Kommen wir zu den Augmentierungen zurück, diese sind verschiedene Körperpartien unterteilt, sodass ihr euch entscheiden müsst, was ihr zuerst haben wollt. Dabei hat man dank der Technologie kaum Einschränkungen, egal ob Unsichtbarkeit, Lautloses Laufen, Bezirzen von Menschen, verbesserte Panzerung oder auch das Hacken in verschiedene technische Geräte, die ihr auch steuern könnt.

Hier zeigt Deus Ex sehr gut, dass man mit der Zeit durch die Verbesserungen schon regelrecht eine Ein-Mann-Armee wird, da man dann so viele Möglichkeiten hat, sich durch die Welt zu schlagen. Aber ganz unbesiegbar seid ihr nicht, einige Techniken verbrauchen Energie und diese ist zeitweise begrenzt, es wird für Tätigkeiten zum Beispiel wie das Betäuben/Töten mit bloßen Händen eine Energiezelle verbraucht. Diese wiederrum sind nur begrenzt vorrätig und müssen sich mit der Zeit erst wieder aufladen. Könnt ihr nicht warten, müsst ihr einen Energy Riegel zu euch nehmen, um wieder tätig zu sein.
Auch wenn ihr zur hälfte mehr ein Roboter seid, so habt dennoch die Grenzen eines Menschen. Ihr könnt sterben, wenn ihr zu viel schaden bekommt oder könnt auch betrunken werden, wenn ihr zu viel Alkohol konsumiert. So werden gut die Grenzen zwischen Mensch und Maschine vermischt und zeigt, dass die Technik nicht alles verbessern kann.

Gutherzig oder Arschloch?
Deus Ex bietet euch eine kleine offene Welt außerhalb der Missionen, die ihr nach eurem Belieben (und vorhandenen Augmentierungen) erkunden könnt. Dabei könnt ihr euch auch entscheiden, wie ihr an die Sache rangeht außerhalb des Kampfes. So könnt ihr in Dialogen entscheiden, ob ihr eurem Gesprächspartner aggressiv, zurückhaltend oder mitfühlend entgegen kommt. Dies ermöglichst euch verschiedene Wege, je nach dem, wie der Ausgang des Dialogs war.

So werden auch eure Boni variieren, je nach Spielverhalten. Seid ihr im Kampf eher der, auf Stealth setzt und Leute maximal betäubt, wird mehr EP Boni bekommen, als der, der sich durchballert. Dazu muss man aber sagen, dass das Durchballern wesentlich schneller und einfacher ist. Somit müsst ihr entscheiden, was euch lieber ist. Gleiches gilt auch für Gespräche, kommt ihr den Gesprächspartner entgegen, winken öfters größere Belohnungen, neue Informationen oder auch neue Wege. Blockt die Person aber ab, müsst ihr euch einen anderen Weg suchen, um an die Dinge ran zu kommen. Damit erweckt Deus Ex einen lebendigen und vor allem echten Eindruck.

Bild

Euch stehen diverse Möglichkeiten zur Verbesserung offen!


Technisch sauber?
Grafisch hat das Spiel immer einen leichten Braunstich, der zur Atmosphäre beitragen soll. Dieser wird im kompletten Spiel außer in wenigen Stellen vorkommen, stört aber nicht, auch wenn es zu Beginn eventuell gewöhnungsbedürftig ist. Aber sonst ist Deus Ex vergleichsweise zu anderen Spiele auf der gleichen Plattform nicht so schön. Während die Hände von Adam in der Ego-Perspektive noch schick aussehen, schwächelt das Ganze an den Haaren der Personen oder auch die verschiedenen Gesichter. So wirken die Gesichter alle recht eintönig und werden schnell recycelt. Man merkt dem Spiel an, dass es schon fast seine 4 Jahre auf dem Buckel hat und die Grafik im Directors Cut nicht wirklich verbessert hat.

Musikalisch hat man auch nichts zum Original geändert, muss man aber auch nicht. Das Spiel kommt mit passender Untermalung daher, schon das Lied im Intro weiß zu überzeugen. Die Musik wirkt nie aufgesetzt und wird zu jeder Situation passend eingesetzt.

Auch wenn es so gut klingt, gibt es in der technischen Ebene dennoch was auszusetzen und zwar die KI der Gegner. Denn diese ist sehr eingeschränkt, Gegner nehmen einen erst ab ca. 5 Metern Abstand wahr, vorher kann man Lärm machen. Und wenn man Alarm ausgelöst werden sollte und verfolgt wird, so bleiben Gegner nur in einem bestimmten Gebiet. So kann man vor deren Nase offen weglaufen und die Gegner verharren in ihrem Gebiet. Oder wenn man in einem Sperrgebiet hingewiesen wird, zu gehen, so kann man die Leute ewig damit aufziehen, da sie erst Maßnahmen ergreifen, wenn man im Sperrgebiet stehen bleibt. So bleibt die KI der Gegner sehr einfach gestrickt und nimmt etwas die Herausforderung. Das haben andere Stealth Spiele schon besser hinbekommen.

Dazu kommt noch die fragwürdige Physik. Während man selbst zum Beispiel eine Verbesserung braucht um schwere Gegenstände wie Kühlschränke zu tragen, so können ganz normale Menschen einen Kühlschrank mehrere Meter weit durch die Gegend treten, der hinter einer Tür platziert wurde. So treten sie die Tür auf und der Kühlschrank kann gefühlt fliegen. Aber diese trifft auf weitere Gegenstände zu, bei denen das Gewicht oder auch die Zerstörbarkeit in Frage gestellt wird. Das mag zu Beginn noch lustig aussehen, aber in wichtigen Momenten ist dies eher ein Ärgernis.

Bild

Manchmal ist es grafisch etwas unschön - man sehe sich nur Adam Jensens Haare an...


Directors Cut – neue Inhalte?
Einer der Kritikpunkte im Original waren die Bosskämpfe. Während schiesswütige keine Probleme hatten, so hatten Stealth Spieler und Hacker kaum eine Chance, Land zu gewinnen. Dieses Problem hat man sich angenommen und die Kämpfe besser ausbalanciert, neben einer Energieanzeige der Bosse wurde die dazugehörigen Räume überarbeitet. So bieten diese nun mehr sammelbare Items für alle Spielgruppen und auch die Möglichkeiten wurden erweitert. So ist man in der Lage, als Hacker die Bosse zu besiegen, ohne selbst die Waffe ziehen zu müssen. Dazu passend wurden auch die Räume erweitert, sodass man sich auch mal kurz zurückziehen kann, um Luft zu schnappen und sich neue Strategien ausdenken kann. Hier sieht man gut, dass man sich um das Problem Gedanken machte.

Darüber hinaus bietet das Spiel neben neuen Erfolgen, Audio-Kommentare der Entwickler auf Englisch, Neues Spiel+ und allen veröffentlichen DLCs auch eine WiiU Game Pad Einbindung. Neben der altbekannten Off-TV Funktion bietet das Pad einige interaktive Möglichkeiten, so wird einem die Karte angezeigt, Funktionen in den Menüs oder auch das Hacken wird auf dem Extra Bildschirm ausgeübt. Vor allem das Hacken passt hier dazu, während man hackt, kann man dann auf dem TV sich umsehen, ob sich was im Umkreis tut. Aber leider hat das Spiel eine GamePad Pflicht, sodass man nicht auf andere Steuerungsmöglichkeiten umsteigen kann.

Klasse Technik oder Schrottplatz?
Deus Ex: Human Revolution Directors Cut ist ein klasse Spiel, dass um einige Punkte erweitert bzw. verbessert wurde. Dafür bleiben aber leider die Grafik und die KI auf der Strecke. Oder auch die Physik, die gerne mal ignoriert wird, passt nicht immer ins Spielgeschehen. Das macht Spiel aber nicht schlechter, die neuen Inhalte lohnen sich auch für Kenner des Originals und auch das GamePad wurde sinnvoll mit eingebunden. Hier wird gut gezeigt, dass das Spiel nicht nur ein simpler Port mit neuen Inhalten ist, sondern das man sich hier auch Gedanken machte. Davon können sich einige Entwickler eine Scheibe abschneiden.

Wer einen gelungenen Stealth-Shooter sucht, der einem lange beschäftigt, kann bedenkenlos zugreifen.

Pro Contra
+ verbesserte Bosskämpfe - eingeschränkte KI
+ klasse inzenierte Story - grafisch etwas unschön
+ großer Umfang
+ sinnvolle GamePad Einbindung
+ passende Musik
+ viel Umfang - fragwürdige Physik


Bild
Technik: 86
  • Grafik: 82
  • Sound: 93
  • Umfang: 94
  • Gameplay: 92
  • KI: 70

Spielspaß: 90
  • Story: Eine Geschichte um die Zukunft der Menschheit mit der Technologie, gepaart mit Verschwörungen.
  • Frustfaktor: Dieser ist dank eingeschränkter KI und verbesserten Bosskämpfen kaum vorhanden.
  • Wiederspielwert: Dank verschiedener Spielweisen und Neues Spiel+ ist dieser recht hoch.
  • Design/Stil: Alles ist im passenden Grünstich gehalten, schwächelt aber etwas grafisch.
  • Musik: Passend untermalende Musik, die nicht aufgesetzt wirkt.

Informationen zum Testgerät
Plattform: Nintendo WiiU
Version: Premium Version
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 2,5 Jahre
Bild

Tags:
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast