Baustellen-Simulator 2016 (PC) im Test – Ab auf den Bau!

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Baustellen-Simulator 2016 (PC) im Test – Ab auf den Bau!

Beitragvon thomary » Di 2. Jun 2015, 19:07

Auf die Suche nach Simulatoren muss man sich nicht lange begeben: Es gibt kaum etwas, das es nicht gibt. Und erfreulicherweise lässt sich noch dazu feststellen, dass bei vielen Anbietern die Qualität im Vergleich zu den Vorjahren deutlich gestiegen ist. Noble Muffins und Koch Media brachten nun den Baustellen-Simulator 2016 auf den Markt – Und genau diesen haben wir uns nun näher angesehen. Ob uns die Baustelle überzeugen konnte, verrät unser Test.

Geht nicht, gibt’s nicht

Der Baustellen-Simulator 2016 legt Wert aufs Praktische: Die Hauptkomponente des Spieles ist der Aufenthalt auf der Baustelle und die Erledigung von Aufgaben. Der Aufbau des Bauunternehmens oder Ähnliches, wie man das vielleicht durch andere Genrevertreter erwarten könnte, spielt keine Rolle. Der einzige wirtschaftliche Aspekt imBaustellen-Simulator 2016 ist, dass man sich Geld verdienen muss, die nächste Maschine zu kaufen, die früher oder später Voraussetzung für den nächsten Auftrag im „Szenario“ ist.

Um sich dieses Geld zu verdienen, steht neben den Hauptaufträgen, die nur im „Freien Spiel“ ohne Belohnung wiederholt werden können, eine Reihe von wiederholbaren Aufträgen zur Verfügung. Diese werfen nur eine mäßige Bezahlung ab, sind aber auch weniger anspruchsvoll als die Hauptaufträge, da man nicht scheitern kann – Beispielsweise, indem man Objekte zerstört. Wer zwischenzeitlich auch noch die verfügbaren Upgrades für die bereits erstandenen Maschinen gekauft hat, der muss die wiederholbaren Aufträge tatsächlich ganz schön oft abrattern, um das nötige Kleingeld für das nächste Gerät zusammenzubekommen, was schon nach zwei, drei Mal ziemlich öde werden kann. Zum Glück kann man auch fette Boni in den Hauptaufträgen einstreicht, zum Beispiel, indem man sie innerhalb einer bestimmten Zeit erledigt oder schnell hintereinander Aufgaben erfüllt.

Die Vielfalt an Maschinen hält sich ebenso wie die von Upgrades und Aufträgen in Grenzen: Zur Verfügung stehen Frontlader, LKW, Betonmischer, Gabelstapler, Bagger, Kranwagen und letztendlich die Abrissraupe. Upgrades sind in jedem Fall ein größerer Benzintank, stabilere Reifen und ggf. die Verbesserung einzelner Teile, wie zum Beispiel der Hydraulik bei Bagger und Frontlader, sodass diese im Einsatz länger durchhalten. Müssen während eines Auftrages Benzin nachgefüllt oder Reifen ersetzt werden, verursacht das Kosten (jeweils 50€), defekte Teile können mit dem Schraubenschlüssel jederzeit und ohne Ersatzteile repariert werden – Wäre das nur mal auch in der Realität so einfach.

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Noch zu teuer!


Baustellen-Realismus?

Der Baustellen-Simulator 2016 simuliert zwei Dinge richtig gut: Die Komplexität der Maschinenbedienung und die teilweise herrschende Einöde auf der Baustelle, wobei letztere nicht negativ zu sehen ist: Während sich einige Einsätze durchaus repetitiv spielen und sich die Vielfalt an Aufgaben stark in Grenzen hält, so sind die einzelnen Aufträge meistens in rund zehn Minuten zu absolvieren, sodass es nie ernsthaft langweilig wird. Davon abgesehen ist die Baustelle aber doch irgendwie öder als nötig, denn wir sind ja prinzipiell alleine da unterwegs. KI-Kollegen oder sonstige lebendige Dinge gibt’s nicht.

Dass es auch abgesehen von der Wunderreparatur per Schraubenschlüssel mit dem Realismus im Baustellen-Simulator 2016 an vielen Stellen nicht so weit her ist, zeigt sich schnell, ohne dass man auf Details achten muss. Frisch verteilter Beton beispielsweise ist sofort trocken und wir hinterlassen beim Hindurchlaufen keine Spuren. Überhaupt sind Objekte oder Flächen nicht dann befüllt, wenn sie wirklich befüllt sind und das optisch erkennbar wäre, sondern eben dann, wenn der Baustellen-Simulator 2016 beschließt, dass das Objekt zu 100% befüllt ist. Dadurch sind die Aufträge mit dem Betonmischer teilweise durchaus tricky, da nicht immer erkennbar ist, wo und wie Objekte zu befüllen sind. Die Menge an mitgebrachtem Beton ist aber begrenzt. Geht er vor dem Abschluss der Aufgaben aus, ist der komplette Auftrag gescheitert. Das bleibt zwar ohne Konsequenzen, kann aber trotzdem zeit- und nervenraubend sein.

Ein weiterer Problembereich des Baustellen-Simulator 2016 ist die Physik, die einem öfter Streiche spielt: So fällt Sand ruckzuck aus der Baggerschaufel, ist er aber einmal auf den LKW verladen, kann rein gar nichts ihn dort nochmal runter bringen, auch wenn wir den ganzen Haufen schon beim Anfahren oder Bremsen verlieren sollten. Auch das Transportieren mit dem Gabelstapler kann ein Frustfaktor sein, denn geladene Kisten verhalten sich manchmal genau anders, als sie eigentlich sollten. Hält man dann aber an, schweben sie zum Glück von ganz alleine wieder auf die Gabel zurück.

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Auf gut Glück füllen wir dieses Fundament mit Beton.


Spaßige Kurzweil

Durch die insgesamt kurzen Aufträge und die physikalischen Ungereimtheiten wirkt der Baustellen-Simulator 2016 eher auf Spaß als auf echten Realismus ausgelegt. Und tatsächlich kann man mit dem Titel durchaus auch seinen Spaß haben, auch wenn wir uns die abwechslungsreichere Nutzung der Spielelemente gewünscht hätten. Der Hammer beispielsweise kommt nur im ersten Auftrag zum Einsatz – Warum eigentlich? Übrigens erinnert der Baustellen-Simulator 2016 durch die Egoansicht und den ausgerüsteten Hammer ganz unfreiwillig leicht an ein bestimmtes Zombiespiel, da auch die Optik ziemlich gut dazu passt.

Zurück zum Thema Realismus: Auf Lizenzen bei den Fahrzeugen muss komplett verzichtet werden. Die Fahrzeuge und Maschinen sind gelbe Standardmodelle, die keinen Preis für Detailverliebtheit gewinnen. Dafür gibt es standardmäßig eine Cockpit-Ansicht, die die Herausforderung im Vergleich zur frei beweglichen Außenkamera etwas nach oben schraubt, teilweise, insbesondere im Kranwagen, aber unbrauchbar ist, da die Zielbereiche nicht erkennbar sind.

Unterm Strich ist der Baustellen-Simulator 2016 ein erstaunlich gutes Spiel für zwischendurch und weniger für dauerhafte Sitzungen. Wenn man immer mal wieder eine Runde einlegt, wird’s sicherlich nicht langweilig und die Abwechslung erschöpft sich doch nicht allzu schnell. Der Baustellen-Simulator 2016 setzt eben auf das praktische Umsetzen von Aufträgen – Der Aspekt des Planens, der auf der Packung des Spieles versprochen wird, entfällt fast komplett, abgesehen davon, dass man zwischenzeitlich unter Umständen sein Kapital extra aufstocken muss. Der Umfang geht in Ordnung: Es gibt keine absolut große Auswahl an Aufträgen, aber Hobbybauarbeiter sind mit einem kompletten Szenario-Durchgang ungefähr zehn Stunden beschäftigt.

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Die einfache Cockpitansicht bringt ein wenig frischen Wind und Anspruch.


Technisch unkompliziert

Technisch zeigt sich der Baustellen-Simulator 2016 ebenso unkompliziert wie inhaltlich: Großartige Wunderwerke muss man nicht erwarten, gleichzeitig aber auch keine absolute Gurke, ebenso ist das Ganze nicht besonders hübsch, aber auch nicht absolut hässlich. Auch wenn die Details bei Fahrzeugen und Umgebungen fehlen und die Physik wie schon erwähnt keine große Klasse beweist, so läuft der Baustellen-Simulator 2016 immerhin sehr angenehm flüssig. Auf funktionierendes Anti-Aliasing oder sonstige technische Raffinessen muss man aber verzichten. Als Besonderheiten fallen zwischenzeitlich lediglich einige vergessene Übersetzungen ins Auge.

Die Soundeffekte im Baustellen-Simulator 2016 kommen wohl direkt aus dem Standard-Baukasten und versprühen nicht unbedingt ein realistisches Hörgefühl, sind aber gleichwohl auch nicht schrecklich. Ganz gelungen ist der Soundtrack, der zwar ebenfalls nicht großartig ist, aber Langeweile auf der Baustelle gleich ganz im Keim erstickt. Ein wenig mehr Soundeffekte hätte man sich noch gewünscht, wenn es um „echte“ Baustellengeräusche geht. Beispielsweise das Umfüllen von Sand o.Ä. verursacht keinerlei Geräusche – Das ist etwas schade. Und wir alle wissen ja, wie laut es auf dem Bau eigentlich zugeht.



Fazit: Konzentration aufs Wesentliche

Der Baustellen-Simulator 2016 ist ein überraschend kurzweiliger Titel, der für eine recht spaßige Runde zwischendurch gut geeignet ist. Auf tiefgreifende Planungsentscheidungen muss man ebenso wie auf eine Unternehmensverwaltung verzichten. Der Baustellen-Simulator 2016 konzentriert sich voll und ganz auf das praktische Ausführen von Bauaufträgen und schickt euch ausnahmslos alleine auf die Baustelle. Echte Langeweile entsteht dabei nie, obwohl sich einige Aufgabentypen doch ein wenig oft wiederholen.

Auch technisch kommt der Baustellen-Simulator 2016 dabei ohne großen Schnickschnack aus: In keinem Bereich kann er über das Mittelmaß hinausragen, liefert aber zum Glück auch nirgends echten Pfusch ab. Wirklich notwendig wären Verbesserungen nur im Bereich der Physik, aber das sind wir von anderen Simulations-Kollegen ja schon gewohnt. Der Baustellen-Simulator 2016 ist unterm Strich somit ein solides Produkt. Wer nun noch nicht weiß, ob er etwas damit anfangen kann, sollte einen Blick auf unsere Gameplayvideos werfen.

Pro Contra
+ Erstaunlich kurzweilig - Stellenweise leicht repetitiv
+ Solide Auswahl an Maschinen - Probleme mit Physik und Präzision
+ Recht komplexe Bedienung der Maschinen - Planungsphase fehlt völlig
+ Geld verdienen fürs nächste Gerät - Kein Unternehmensaufbau / Keine Unternehmensverwaltung
+ Solider Einheits-Soundtrack - Realismus teilweise sehr klein geschrieben
+ Cockpit-Ansicht… -… die teilweise unbrauchbar ist


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Technik: 67

  • Grafik: 59
  • Sound: 68
  • Gameplay: 65
  • Umfang: 75

Spielspaß: 70

Einzelspieler:

  • Wiederspielwert: Für den einmaligen Durchgang (rund zehn Stunden) recht hoch. Durch fehlenden Belohnungscharakter kann das freie Spiel wohl aber nur bedingt motivieren.
  • Frustfaktor: Nur stellenweise durch Physikprobleme oder fehlende Präzision vorhanden.
  • Design/Stil: Nichts Besonderes – Der Baustellenstil wird bedingt eingefangen. Technisch Mittelklasse ohne besondere Auffälligkeiten.
  • Musik/Sound: Die Soundeffekte sind nicht besonders überzeugend, aber auch nicht schrecklich. Die Standardschleifenmusik verhindert Langeweile.

Danke an Koch Media für die Bereitstellung vom Baustellen-Simulator 2016!

Informationen zum Testgerät
Intel Core i5-3470 (3.20Ghz)
8,0GB RAM
Radeon HD 7990 (3GB)
Titel installiert auf 2TB-Festplatte (7.200 U/min)
Windows 7 Professional (64 bit)


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