Epanalepsis - Das andere Point & Click Adventure für Steam im Test

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Sib
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Epanalepsis - Das andere Point & Click Adventure für Steam im Test

Beitragvon Sib » Di 9. Jun 2015, 21:05

Kennt ihr das? Ihr spielt ein Spiel, bei dem ihr nicht wisst, was ihr davon haltet solltet? Auf den Indietitel Epanalepsis trifft genau dies zu. Mann weiß von Beginn an nicht, wie man das Spiel einschätzen soll. Es ist und bleibt ein Mysterium. Was genau es damit auf sich hat, verraten wir euch im nachstehenden Test zum Steam-Spiel.

Es ist und bleibt ein Rätsel
Die Story von Epanalepsis beginnt genauso geheimnisvoll wie sie auch endet. Man spielt aus der Sicht von drei völlig verschiedenen Personen (besser gesagt zwei, der dritte Charakter ist kein Mensch), die in drei verschiedenen Zeiten angesiedelt sind. Die Zeiten spielen im 20 Jahres Takt: In den 90ern, einmal ca. 2010 und dann ungefähr 2030. So spielen wir in den 90ern eine junge, unabhängige Frau, die gerne mal vor sich hin träumt. In den den 2010ern schlüpft ihr in die Rolle eines Gamers, der zwar träumt, aber sehr viel Geld für Videospiele investiert. Im Zukunftspart tretet ihr in die Stampfen oder besser gesagt Rollen eines Roboters. So sehen auch die drei Settings aus, während man es beim Roboter eher mit einem futuristischen Umfeld zu tun hat, ist beim Gamer unsere heutige Zeit dargestellt. So werden verschiedene Bereiche des Sci-Fi Genres behandelt, wie die New Wave im 90er Part, die sich weniger an die technischen Neuheiten orientierte, sondern mehr Dinge wie Sex, Drogen oder auch die Erforschung des eigenen Ichs behandelt. Und so wird dann ca. 2030 der Cyberpunk behandelt, in dem es eher düster und pessimistisch zugeht. Die Technik wird dazu genutzt, um zu überwachen oder auch lebende Organismen zu verbessern.

Ohne näher darauf einzugehen und zu spoilern, werden verschiedene Themen wie Technik oder Kausalitäten einiger Dinge im Laufe der Jahre behandelt. So haben alle drei auch eine kleine Gemeinsamkeit, die alle drei Geschichten miteinander verbindet. Von der Erzählweise ist dies daher etwas anderes, als man es von typischen Filmen und Spielen kennen mag. Dies ist mehr eine Kunstform, die ernster ist und einen tieferen Sinn hat, aber nicht die Allgemeinheit ansprechen dürfte. Deswegen sollte man im Voraus sagen, dass das ganze nicht unbedingt jeden interessieren dürfte.

Auch wenn die drei Geschichten an sich recht kurz sind, haben diese viel zu erzählen. Daher kann man sagen, dass die Handlung des Spieles schon einen etwas tieferen Rahmen hat, als man zu Beginn meinen mag. Deshalb richtet sich das Spiel vor allem an die Leute, die auch nach dem Spiel gerne noch darüber nachdenken und sich damit tiefer beschäftigen. Die Storys sind aber nicht auf Anhieb zu verstehen, sodass man am Ende mit einem fragenden Gefühl zurückbleibt und das Spiel kurzerhand mal ein weiteres Mal durchspielt. Ist nicht tragisch, denn nach knapp 2 Stunden ist das Spiel schon beendet. Darüber hinaus ist das Spiel komplett auf Englisch, sodass man die Sprache beherrschen sollte, um in den vollen Genuss zu kommen.

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Simples Gameplay, simples Spiel?
Epanalepsis ist in das Point & Click-Adventure Genre einzuordnen. Mit der linken und rechten Pfeiltaste läuft man herum und alles andere klickt man mit der Maus an. So kann man sich so ziemlich alles näher ansehen, mit Leuten sprechen oder auch Türen öffnen. Der Kernpunkt des Spieles steht hier aber im Untersuchen und Kommunizieren, Rätsel oder dergleichen fehlen ganz. Das dürfte für einige recht schnell eintönig werden. Alle anderen dürften ihre Freude haben, da jeder der drei Charaktere die einzelnen Gegenstände auf seine Art und Weise beschreibt oder kommentiert. Somit werden auch die einzelnen Charaktere wunderbar untereinander abgehoben und gleichen sich nicht.

Aber auch die Sprache und das Aussehen der drei verschiedenen Zeitepochen unterscheiden sich, sodass man eine kleine Zeitreise von der Vergangenheit bis in die Zukunft spielt. Hier hat sich der Entwickler viel Mühe gegeben, um die einzelnen Zeiten gut einzufangen. In den einzelnen Stories gibt es auch einige, wenn auch kleinere Entscheidungen zu treffen. So toll das auch klingen mag, so sehr wird sich das jedoch nicht auf das Gesamtbild des Spiels auswirken. Bis auf einige kleine Stellen bleiben die drei Geschichten recht unverändert. Somit bleibt der Mehrspielwert eher gering gehalten.

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Modern oder eher veraltet?
Das Spiel ist sowohl vom Optischen als auch vom Akustischen sehr minimal gehalten. Grafisch geht das Ganze in die 8-Bit oder 16-Bit Richtung, was aber nicht schlecht sein muss. Für ein Spiel, dass den Fokus vor allem auf die Geschichte legt, reicht dies völlig aus und man braucht keine extrem realistische Grafik. Gleiches gilt auch für die Musik, diese ist auch an die alten Zeiten angepasst. Sie unterscheidet sich aber von den Musikrichtungen in allen drei Zeitepochen. So untermalt die Musik passend die einzelnen Zeiten. Dazu sei aber gesagt, dass man die Musik nicht zu laut stellen sollte, denn sonst wird das ganze ziemlich grell und schmerzend in Ohren. Die Möglichkeit das Spiel stumm zu stellen, gibt es übrigens nicht. Wenn euch das Spiel also musikalisch stört, müsst ihr euren Computer leiser stellen.

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Reicht die Story?
Wie soll man solch ein Spiel ehrlich bewerten, ohne unfair zu sein? Die Spieldauer ist recht kurz, das Gameplay kann für einige eintönig werden. Und Grafik und Musik stellen nicht jeden zufrieden. Das sind zwar zu viele Punkte, die unter „muss nicht“ fallen, aber ausschließen kann man sie nicht. Es gibt aber einen großen Punkt, den Epanalepsis ausmacht: Die Geschichte von drei verschiedenen Charakteren, die aus verschiedenen Zeiten stammen. Die Dinge anders sehen, wahrnehmen und erleben. Eine Geschichte, die man vielleicht zu Beginn nicht auf Anhieb versteht, aber eine, die zum Nachdenken anregt. Genau das macht das Spiel aus, genau deswegen sollte man Epanalepsis eine Chance geben und was Tiefgründigeres erleben.

Pro Contra
+ drei verschiedene Stories, Charaktere, Zeitepochen - ...umständliche Musikregulierung
+ simples Gameplay - Leider nur auf Englisch verfügbar
+ tiefgründige Story - kurze Spielzeit
+ passende Grafik und Musik
+ Entscheidungsfreiheit... - ...die kaum spürbare Änderungen hat


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Technik: 80
  • Grafik: 85
  • Sound: 78
  • Umfang: 70
  • Gameplay: 85
  • KI: 80

Spielspaß: 80
  • Story: Drei verschiedene Charaktere in verschiedenen Zeiten erleben die Dinge auf ihre Weise. Tiefgründiger als es den Anschein zu Beginn hat!
  • Wiederspielwert: Dieser ist trotz einiger Entscheidungen nicht wirklich gegeben.
  • Frustfaktor: Da es keine Rätse oder dergleichen gibt, ist dieser nicht vorhanden.
  • Design/Stil: Es ist alte Pixelgrafik, die nicht jedermanns Sache ist.
  • Musik: Die Musik passt zum Spiel, kann aber bei zu hoher Lautstärke sehr grell sein.

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