Fossil Fighters Frontier (3DS) im Test – Buddeln, trainieren, kämpfen!

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Fossil Fighters Frontier (3DS) im Test – Buddeln, trainieren, kämpfen!

Beitragvon thomary » Do 11. Jun 2015, 14:06

Dinosaurier sind ausgestorben – Denkt ihr! Fossil Fighters Frontier aus dem Hause Nintendo erweckt sie auf dem 3DS zurück zum Leben und nennt sie dementsprechend „Vivosaurier“, die aus einzelnen Fossilien wiederbelebt werden. Wie sich das Leben als Vivo-Wächter gestaltet, haben wir herausgefunden, unser Test verrät, wie’s war.

Schnapp‘ sie dir alle!

Als Wächter in Fossil Fighters Frontier ist es eure Aufgabe, möglichst viele Vivosaurier zu erhalten, das heißt sie in eure Sammlung aufzunehmen, sie zu trainieren und mit ihnen zu Wächterkämpfen anzutreten. Ein wenig anders als in Pokémon läuft das aber schon, denn „schnappen“ ist der falsche Ausdruck: Ihr belebt die Vivosaurier wieder, indem ihr einzelne Teile, also Fossilien, von ihnen ausgrabt. Eines genügt, um den Vivosaurier wiederzubeleben, doch je mehr Teile ihr sammelt, desto mehr von den vier Fähigkeiten werden freigeschaltet.

Die drei zentralen Gameplayelemente in Fossil Fighters Frontier sind das Erkunden der Ausgrabungsstätten mit dem Vivomobil, das Ausgraben der Fossilien sowie das Kämpfen, entweder mit wilden Vivosauriern oder aber mit anderen Wächtern. Wieso es keine Möglichkeit gibt, die Wildlinge zu zähmen, ist etwas fraglich, aber so wäre nunmal auch eins der zentralen Elemente abhandengekommen.

Zu Beginn des Spieles könnt ihr euch aussuchen, ob ihr ein männlicher oder weiblicher Wächter sein wollt. Im Verlauf der recht umfangreichen Story trifft man darüber hinaus viele andere sehr einpragsäme und gelungene Figuren, einige davon werden eure „Kreidekumpel“, das heißt ihr dürft euch aussuchen, wer euch im Kampf mit jeweils einem Vivosaurier zur Seite stehen soll. Teams bestehen aus maximal drei Mitgliedern.

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Vivosaurier können an veschiedenen Ausgrabungsstätten "gesammelt" werden.


Überraschend tiefgehend

Wir waren wirklich überrascht, wie tiefgreifend viele Gameplayelemente in Fossil Fighters Frontier sind. Insbesondere sehr junge Spieler dürften einige Einarbeitungszeit benötigen, bis sie alle Elemente verstanden haben. Insbesondere das Ausgraben und die Kämpfe haben es nämlich ganz schön in sich.

Die Fossiliengrabungen übernehmt ihr mit einem Hammer und einem Bohrer – Der Hammer fürs Grobe, der Bohrer ist eher für die Feinheiten gedacht. Für jede Ausgrabung steht nur eine bestimmte Zeit zur Verfügung, die ihr verlängern könnt, indem ihr eine bessere Batterie für euer Vivomobil kauft. Doch es genügt eben nicht einfach bloß, Erde wegzubrechen, bis das Fossil freiliegt, denn ruckzuck werden die Knochen beschädigt, was am Ende von eurer Wertung abgezogen wird. Für die Ausgrabungen gilt: Möglichst viel des Fossils freilegen und dabei möglichst wenig beschädigen, denn je höher am Ende eure Wertung ausfällt, desto stärker kann der Vivosaurier durch dieses Teil werden. Glücklicherweise könnt ihr immer wieder die entsprechenden Teile finden und so eure Wertung aufbessern, auch wenn einige Teile, beispielsweise besonders feingliedrige, wirklich schwer auszugraben sind und man sie zunächst meist nur mit der Mindestwertung ausgegraben bekommt.

Die Kämpfe in Fossil Fighters Frontier haben es gleich noch ein wenig mehr in sich, denn erstens müsst ihr bei der Auswahl eures Vivosauriers für die Kämpfe nicht nur auf das Element des Feindes achten, sondern auch auf dessen Haltung: Attacken können besonders wirkungsvoll oder wirkungslos gegen „vorwärts“, „rückwärts“, „aufwärts“ oder anders positionierte Vivosaurier sein, was in der jeweiligen Kampfsituation beachtet werden muss, sonst könnt ihr nur wenig Schaden anrichten. Wer Kämpfe in Fossil Fighters Frontier also richtig gut meistern will, muss sich ganz schön intensiv mit der Materie beschäftigen und am besten starke und schwache Haltungen einzelner Vivosaurier auswendig kennen. De facto kommt man in den Kämpfen auch so ziemlich gut klar, zumal einem ja auch die Kreidekumpel zur Seite stehen.

Dennoch muss man in den Kämpfen wirklich aufmerksam sein, um zum Beispiel „Hilfsladungen“ im richtigen Moment zum Einsatz zu bringen. Zu den Hilfsladungen gehören Dinge wie stärkerer Angriff, aber auch LP-Heilung oder eine höhere Chance, auszuweichen. Kreidekumpel aktivieren teilweise selbsttätig Hilfsladungen, dennoch könnt ihr aber auch selbst ins Geschehen eingreifen, wenn irgendeines eurer Teammitglieder (oder auch ihr selbst) angreift bzw. angegriffen wird. Teilweise sind blitzschnelle Reaktionen erforderlich, um beispielsweise das vorzeitige Ausscheiden eines bestimmten Vivosauriers zu verhindern.

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Vivosaurier sind nicht nur gegenüber Elementen, sondern auch Haltungen stark oder schwach.


Der Weg zum Wächter

Fossil Fighters Frontier bietet nicht nur eine schöne Story, sondern auch das Gefühl, mit der Zeit seine eigenen Fertigkeiten immer mehr zu steigern und zu einem besseren Wächter zu werden. Es macht sehr viel Spaß, die eigenen Vivosaurier zu trainieren, was nicht nur im Außeneinsatz möglich ist, sondern auch mit StreetPass-Begegnungen sowie innerhalb des eigenen Vivo-Teams. Darüber hinaus spielt auch das Upgrade des Vivomobils eine wichtige Rolle, insbesondere Hammer und Bohrer für die Ausgrabungen müssen mit der Zeit ersetzt werden, um bessere Leistung zu erzielen. Doch das Vivomobil kann auch mit besseren Motoren, Reifen und wie schon erwähnt Batterien und weiteren Teilen geupgradet werden, ebenso, wie es auch optisch anpassbar ist.

Um eure Wächterqualitäten unter Beweis zu stellen, steht euch nicht nur die Story, sondern in erster Linie Missionen und die Wächterturniere zur Verfügung. Die Missionen schicken euch auf besondere Einsätze in den Fossilienparks und fordern euch dazu auf, bestimmte Wildlinge zu besiegen oder bestimmte Fossilien und Teile auszugraben. Die einzelnen Fossilienparks, die in verschiedenen Ländern (u.a. Afrika und Europa) liegen, sind allesamt sehr atmosphärische und detailreiche Umgebungen, in denen einzelne Vivosaurier häufig an bestimmten Stellen gesucht werden müssen (z.B. „in windigen Gebieten“). Die Spielwelten hätten aber ruhig ein wenig dynamischer ausfallen dürfen: Jedes Mal, wenn ihr einen einzelnen Fossilienpark besucht, befindet sich dort alles an vertrauter Stelle und es gibt nach dem ersten Erkunden wenig Überraschungen. Lediglich könnt ihr mit der Zeit mehr Fossilien entdecken, wodurch sich ein erneuter Besuch durchaus lohnt.

Das Herzstück und die wahre Prüfung für jeden Wächter sind aber die Wächterturniere, die ihr von jedem Fossilienpark aus starten könnt. Neben dem Vivo-Pokal gibt es das sehr motivierende „Sieben-Siege“ Turnier, in dem ihr in fünf Schwierigkeitsstufen jeweils an sieben Wochentagen gewinnen müsst. Die Wochentage unterscheiden sich nach den Elementen der Gegner, gegen die ihr antreten müsst, und die Schwierigkeit sowie die Anzahl der Kämpfe steigert sich mit jeder Stufe, zudem wird ab Stufe zwei von fünf eine Teilnahmegebühr fällig. Bevor ihr euch also an die nächste Stufe heranwagt, solltet ihr sicherstellen, dass eure Vivosaurier gut genug trainiert sind.

Durch seinen umfassenden Entwicklungscharakter des eigenen Wächters und das sehr motivierende Turniersystem hat Fossil Fighters Frontier wirklich eine ausgeprägte Langzeitmotivation und bietet zudem Unterhaltung für viele Stunden Spielspaß mit dem 3DS. Der einzige Wehrmutstropfen ist, dass das Ganze auf Dauer doch ein wenig repetitiv wird, denn während die ersten Spielminuten fast ein wenig überfordern, kommt dann ganz schnell nichts mehr Neues. Eigentlich gibt es übrigens auch die Möglichkeit, online gegen andere Wächter anzutreten, was wir aber leider nicht ausprobieren konnten, da keine Gegner gefunden wurden.

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Turnier gewonnen!


Toller Sound, solide Technik

Fossil Fighters Frontier tut im Bereich Story, Figuren, Tiefgang und Gameplay bereits Vieles, um lange bei Laune zu halten – Abgesehen vom etwas repetitiven Charakter passt dabei auch das Drumherum: Insbesondere der Soundtrack hat es uns ziemlich angetan und überzeugt in den einzelnen Situationen, vor allem sorgt er für eine gute und passende Atmosphäre in den Fossilienparks.

Die grafische Qualität von Fossil Fighters Frontier ist durch starkes Flimmern insgesamt wirklich nicht berauschend, dafür aber relativ abwechslungs- und detailreich. Schön ist, dass Fossil Fighters Frontier fast komplett ohne Ladezeiten auskommt, auch beim Wechsel des Schauplatzes. Leider kommt es ausgerechnet beim Ausgrabungsbeginn zu einer längeren Ladepause, was bisweilen so wirkt, als ob sich das Spiel aufgehangen hätte, was aber glücklicherweise nie vorgekommen ist.

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Das Vivomobil kann umfassende Upgrades erhalten.


Fazit: Dinosuche mit Tiefgang

Fossil Fighters Frontier hat uns in erster Linie mit dem sehr tiefgehenden Gameplay überrascht. Während sich der Titel vom Stil, der Story und dem Humor her klar auch an eine jüngere Audienz richtet und der Schwierigkeitsgrad auch durchweg moderat bleibt, so können dank der Ausgrabungsaufgaben und der durchaus komplexen Kämpfe auch anspruchsvolle Spieler sehr viel Zeit mit Fossil Fighters Frontier verbringen.

Dazu trägt auch der ausgeprägte Entwicklungs- und Belohnungscharakter im Hinblick auf den eigenen Wächter sowie das sehr motivierende Turniersystem bei. Mehrspielerfunktionen sowie eine Onlineturnierfunktion, die bei uns leider ohne Ergebnis blieb, stehen darüber hinaus zur Verfügung. Schwächen sind um Gesamtbild nur die etwas unterdurchschnittliche Grafikqualität und die Tatsache, dass Fossil Fighters Frontier auf lange Sicht etwas repetitiv wird, da neue Gameplayelemente direkt nach dem Beginn gar nicht mehr eingeführt werden. Wir hatten dennoch viel Spaß und können den Titel bedenkenlos empfehlen.

Pro Contra
+ Umfassender Entwicklungscharakter des Wächters - Unterdurchschnittliche Grafikqualität
+ Anspruchsvolles Ausgraben der Fossilien - Etwas zu statische Spielwelt
+ Komplexe Kämpfe - Auf lange Sicht ein wenig repetitiv
+ Motivierendes Turniersystem - In den ersten Minuten fast ein wenig verwirrend
+ Gelungene Story mit tollen Figuren - Ladepause vor Ausgrabungsbeginn
+ Abwechslungsreiche und atmosphärische Fossilienparks
+ Training mit StreetPass-Begegnungen… (- ... keine Gegner für Onlinekämpfe)


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Technik: 84
  • Grafik: 69
  • Sound: 93
  • Umfang: 87
  • Gameplay: 88
  • KI: 85

Spielspaß: 90
  • Story: Fossil Fighters Frontier bietet eine recht witzige, nicht immer ganz ernste, aber auf Fälle mit guten Figuren gespickte Geschichte.
  • Frustfaktor: In den ersten Minuten vorhanden, da das Spiel am Anfang ganz schön verwirrend sein kann. Auf Dauer gering.
  • Wiederspielwert: Sehr hoch. Fossil Fighters Frontier bietet einen ordentlichen Umfang und viele motivierende Spielsysteme.
  • Design/Stil: Sehr gelungen und atmosphärisch. Die grafische Qualität ist leider unterdurchschnittlich.
  • Musik: In allen Situationen sehr passend.

Danke an Nintendo für die Bereitstellung des Downloadcodes zu Fossil Fighters Frontier.

Informationen zum Testgerät
Plattform: Nintendo 3DS XL
Version: Standardversion
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 1 Jahr, 6 Monate
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