Castle of Illusion - HD-Mickey im Test

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Castle of Illusion - HD-Mickey im Test

Beitragvon Meykota » Mo 19. Mai 2014, 17:22

Die böse Hexe Mizrabel hat erneut Minnie Mouse entführt und will sich an ihrer Jugend und Schönheit laben, doch da hat sie die Rechnung ohne Mickey gemacht! Das Castle of Illusion: Starring Mickey Mouse kehrt zurück auf die aktuellen Konsolen, komplett überarbeitet und in HD, wer kann da schon nein sagen? Wir haben einen Blick auf die Fassung für die PlayStation 3 geworfen und ob ein Spieler der heutigen Zeit mit einem Spiel einer längst vergangenen und fast vergessenen Epoche zurechtkommt, verraten wir euch in unserem Test.

[youtube]mE7Dg4O2bfA[/youtube]

Vorhang auf für Mickey Mouse!

Das verliebte Paar Mickey und Minnie Mouse sind eines schönen Nachmittages im Wald spazieren, als die böse Hexe Mizrabel Minnie entführt. Die olle Hexe hat es nämlich auf die Jugend und die Schönheit Minnies abgesehen und hat die Gute deswegen verschleppt. Mickey kann das natürlich keineswegs auf sich sitzen lassen und so macht er sich waffen- und schutzlos auf den Weg zum Schloss der Illusionen, in dem Mizrabel haust.
Im Schloss angekommen, muss er sich zwar keinen Illusionen stellen, dafür aber fünf grausige Level durchschreiten, die jeweils in drei Akte unterteilt sind - im dritten Akt versteckt sich immer ein Endgegner, der sich manchmal auch verdoppelt oder gar verdreifacht. Diese Welten führen - ganz typisch für das Genre - durch einen verzauberten Wald, eine Bibliothek, ein Spielzeugland, ein Sturmlevel und ein Schloss, und sind gespickt mit Tücken und schrecklichen Unterwasserteilen, die den Spieler, der vielleicht nicht auf solche Passagen steht, in Bedrängnis führt. Die Level sind jedoch nicht der Schwachpunkt des Spiels, sondern die Geschichte entstammt ganz auf der Feder Disneys und wirft mit Liebe und Glückseligkeit am Ende nur so um sich, sodass sogar die olle, fiese Hexe Mizrabel (die übrigens aus Schneewittchen entlehnt wurde) sich nun vollkommen der Liebe hingibt und fortan nichts Böses mehr tun will. Die Geschichte ist nur typisch für Disney, sondern auch noch vorhersehbar und das ist irgendwie gar nicht sonderlich spannend. Aber gut, als ob es in solchen alten Spielen je um eine echte Geschichte ging. Übrigens, um Mizrabel zu besiegen, braucht ihr insgesamt sieben Regenbogenkristalle, die ihr innerhalb der verschiedenen Level erhaltet.
Viel beängstigender ist da schon, dass Mickey über keinen Schutz und keinerlei Waffen verfügt…

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Der wehrlose Mickey

Wie bereits erwähnt, zieht Mickey absolut waffenlos in den Kampf gegen eine mächtige Hexe der Disneywelt. Lieber borgt er sich seine Feind-Tötungs-Technik bei Super Mario aus und springt mal eben auf seine Gegner drauf. Hin und wieder findet er in den unterschiedlichen Leveln auch Wurfgeschosse: Im verzauberten Wald kann Mickey mit Äpfeln werfen, im Spielzeugland sind es Murmeln. Aber diese sind nur begrenzt verfügbar, was besonders im Level “Das Schloss” verdammt lästig ist. Also haben wir nur die Wurfgeschosse und unsere Sprungtechnik, um Gegner zu vernichten. Klasse, und mit genau diesen Fähigkeiten lässt sich ja bekanntlich ziemlich gut gegen eine böse Hexenkönigin kämpfen, kennen wir ja schon.
Neben den Angriffen hat Mickey tatsächlich nichts, um Feinde aus dem Weg zu räumen. Manchmal, wenn er an einem Schwungseil hängt, kann er mit dem Schwung ganz automatisch Gegner erwischen und in die ewigen Jagdgründe schicken, aber dann hört es wirklich schon auf. Dann muss man sich nur noch auf das Geschick des Spielers vertrauen, dass dieser nicht mal eben in einen Gegner läuft oder neben einen Gegner springt. Denn, wir kennen es nur zu gut: In den alten Spielen waren Lebenspunkte etwas höchst Seltenes, das nicht in jedem Busch versteckt war oder an jedem Baum hing.
Man beginnt sich stellenweise im Spiel fast selbst zu hassen, wenn man immer und immer wieder an derselben Stelle in den Abgrund stürzt oder sich einfach nicht merken kann, wo sich nun der Gegner befindet. Es ist fast eine Qual und als heutiger Spieler ist man eine solche Herausforderung nicht gewöhnt. Als heutiger Spieler vermisst man ohnehin eine Waffe oder eine besondere Fähigkeit, die man normalerweise in jedem Spiel der heutigen Zeit massenweise hinterhergeworfen bekommt. Es ist zwar frustrierend, sich nicht richtig wehren zu können und dank eigener Dummheit, bzw. fehlender Auge-Finger-Koordination des Öfteren in den Tod zu stürzen, doch irgendwann gewöhnt man sich daran und dann kann man die wenige Zeit, die man im Castle of Illusion verbringt, auch genießen.

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Zwei Stunden habt ihr Zeit

Nein, ihr habt natürlich keine zwei Stunden Zeit, um Minnie zu retten. Schafft ihr es nicht, stirbt sie. Das ist leider kein Aspekt des Spiels, aber viel länger werdet ihr nicht benötigen, um die Story einmal durchzuspielen. Von der Platintrophäre sprechen wir da aktuell noch nicht. Um Minnie retten zu können, müsst ihr durch fünf verschiedene Welten eilen, in denen euch mehr oder weniger knifflige Wege befinden. Dann nur noch fix durch das Finale und ihr seid durch. Je nach Geschick des Spielers braucht ihr pro Welt, die sich aus drei Akten zusammensetzt, etwa eine halbe Stunde - Sofern ihr euch beim ersten Durchlauf nicht auf Kristalle und dergleichen beruft. Dafür ist später immer noch Zeit, denn wer es auf Platin anlegt, muss ALLES sammeln, was es in diesem Spiel zu finden gibt.
Ihr habt die Möglichkeit, insgesamt 800 Kristalle zu sammeln, außerdem erwarten euch Spielkarten, Statuenteile oder Chillischoten, mit denen ihr stellenweise neue Kostüme für Mickey freischalten könnt - wozu auch immer er diese braucht. Und wem das Sammeln der ganzen Dinge zu langweilig ist, der kann gegen die Zeit antreten, allerdings ist dieses Feature etwas missraten. Habt ihr eine Welt durchlaufen, könnt ihr die einzelnen Akte (außer den Endkampf) noch einmal im Zeitangriff machen, dazu müsst ihr zu Beginn einfach nur an die große Stoppuhr springen. Das Problem ist aber, dass hierbei die Herausforderung fehlt, denn macht ihr diesen Zeitangriff zum ersten Mal, wird eure Zeit lediglich gestoppt. Es gibt zu Beginn einfach keine Vergleichswerte, an denen ihr euch messen könntet, sondern ihr stellt diesen Wert erstmalig selbst auf. Wenn ihr also den Verzauberten Wald mit einer Zeit von 10:00 Minuten durchlauft, dann müsst ihr diese Zeit beim nächsten Mal unterbieten.
Dafür aber hilft euch die Technik so manches Mal, dass ihr es doch bis zum Ende des Levels schafft, denn hin und wieder kann es vorkommen, dass Mickey an einer Ecke eben nicht abstürzt oder ein Gegner sich mitten im Angriff doch anders besinnt und seine Keule nicht nach euch werft, sodass ihr euch fix vorbeischummeln könnt.
Ebenfalls hätte man mehr mit Illusionen spielen können, wenn es sich hierbei schließlich schon um das Schloss der Illusionen handelt, erwartet man Spiegelungen und Täuschungen, aber stattdessen erhält man im Prinzip nur ein Jump’n’Run der alten Schule, das so auf einem heutigen Markt wahrscheinlich kaum noch bestehen könnte.



Ist die süß, die HD-Maus!

Castle of Illusion: Starring Mickey Mouse ist absolut kein schlechtes Spiel und ein gelungenes Spiel eines alten Klassikers, das einst für eine SEGA-Konsole erschien, aber in der heutigen Zeit weist es doch die eine oder andere Macke auf, die heutige Spiele einfach nicht mehr haben: Die schwache Story und der wehrlose Mickey sind da nur einige Aspekte, die nicht so gelungen sind. Ein frustrierender sind da schon diese Elemente, die heute einfach in keinem Spiel mehr auftauchen und die einen so zur Weißglut treiben können, dass man am liebsten den Controller gegen die Wand werfen und SEGA fragen möchte, was das soll: Handelt es sich um ein Spiel, das den Spieler ärgern soll?
Dennoch macht dieses Spiel erstaunlicherweise Spaß - Zumindest der erste Durchlauf. Denn macht man sich daran, die ganzen Sammelgegenstände einzusammeln, wird man stets frustrierter als beim ersten Mal, vor allem genau dann, wenn man nur noch einen Kristall suchen muss und diese glitzernde Ding einfach nicht findet. Dieser Frust und die kurze Spieldauer könnten dazu führen, dass der Titel eher schlechter dasteht, aber hey, es ist Mickey Mouse! Und diese kleine Maus sieht auch in HD wahnsinnig gut aus und verfolgt zudem seinen üblichen federnden Gang, wenn man langsam mit ihm geht.

Pro:
+ Niedliche Grafik
+ Interessante Welten
+ Mickey Mouse und Disneystil
+ Nicht immer so einfach

Contra:
- Weißglut- und Frustgefahr
- Schwache Story
- Kurze Spieldauer (Etwa 2 Stunden)
- Wo sind die Illusionen?
Bild

Technik: 69
  • Grafik: 92
  • Sound 90
  • Umfang 40
  • Gameplay 55

Spielspaß: 87
  • Story: Schwache Story nach Disney-Schema. Mehr Tiefe bitte!
  • Frustfaktor: Definitiv vorhanden. Wichtig: Finger-Auge-Koordination.
  • Wiederspielwert: Vorhanden, um alle Sammelgegenstände zu erhalten, danach jedoch nicht mehr.
  • Design/Stil: Niedliche Disneygrafik in HD.
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Re: Castle of Illusion - HD-Mickey im Test

Beitragvon Sib » Di 20. Mai 2014, 10:39

Na, zum Glück habe ich es nicht gekauft. Fand die Demo schon nicht so pralle xD
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