Journey (PS4) im Test - Eine fantastische Reise zu uns selbst

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Journey (PS4) im Test - Eine fantastische Reise zu uns selbst

Beitragvon Meykota » Fr 24. Jul 2015, 14:29

Das Leben ist eine unendliche Reise, die wir manchmal mit Leichtigkeit, doch viel öfter mit Schwierigkeiten meistern müssen, um halbwegs wohlbehalten zum Ziel zu gelangen. Nicht immer sind wir dabei allein, manchmal finden wir die Unterstützung, die uns dazu auffordert, weiterzumachen, die uns antreibt, wenn wir selbst längst aufgegeben haben. Journey von ThatGameCompany erzählt genau eine solche Geschichte und schickt uns auf eine Reise, die wir so schnell nicht vergessen werden. Der Titel erschien bereits 2012 für die PlayStation 3 und findet nun auch seinen Weg auf die PlayStation 4. Ob sich der Titel auch auf dieser Konsole lohnt und ob er sich überhaupt lohnt, verraten wir euch in unserem Test zu Journey.

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Triste Einsamkeit

Journey beginnt, wie auch unser Leben, mit den ersten Schritten, die wir in einer tristen und sandigen Einsamkeit gehen müssen. Unser Ziel: Die Spitze des Berges erreichen, der am entfernten Horizont zu sehen ist. Erreichen können wir unser Ziel, in dem wir uns auf uns selbst, auf unsere Fähigkeiten und sogar auf andere verlassen. Journey ist ein ruhiges Spiel, das von euch keine actionlastigen Sprungeinlagen oder dergleichen verlangt, viel eher wird es euren Geist zu einer viel tiefgreifenderen Reise auffordern, denn Journey ist kein normales Spiel.

Journey stellt in erster Linie das Leben selbst dar, wie wir nach irgendwelchen Zielen streben, wie wir tief fallen müssen, um wieder aufsteigen zu können wie Phönix aus der Asche. Doch gleichzeitig wird euch auch eine Geschichte erzählt, die sich nur durch Bilder erklärt. Um die Geschichte jedoch richtig verstehen zu können, sind mehrere Durchläufe nötig, denn beim ersten Mal wird man nicht unbedingt verstehen können, worum es geht. Journeys Geschichte wird jedoch vor allem durch Krieg, Traurigkeit und Einsamkeit geprägt und zeigt dennoch, dass man einsam sein Ziel nicht erreichen kann, oder nur weitaus schwieriger als man es erahnt.

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Kommunikation der anderen Art

Auf eurer Reise werden euch in Journey hin und wieder andere Spieler begegnen, mit viel Glück habt ihr die gesamte Reise über denselben Companion an eurer Seite. Doch eine Kommunikation wie wir sie kennen, gibt es nicht unbedingt. Viel eher verhält sich das Ganze so, dass jeder eine eigene Sprache spricht, wodurch ein simples Chatten nicht möglich ist. Dafür könnt ihr euch mit eurer eigenen Sprache, die als Klänge ausgegeben wird, verständigen und so euren Companion auf mögliche Geheimnisse oder Gefahren aufmerksam machen.

Doch das Zusammenspiel ist auch von einem ganz wichtigen Punkt geprägt: Vertrauen. Es gibt Stellen im Spiel, da ist es ratsam, euren Companion auf verschiedene Gefahren aufmerksam zu machen und ihm den Weg zu weisen, sodass er nicht leiden muss. Keine Sorge, sterben kann man in Journey im Laufe der Reise nicht. Ihr werdet höchstens schwächer, wenn ihr besonders den gefährlichen Wesen in die Fänge geht. Dadurch wird euer Schal, der euch die Möglichkeit zum Fliegen gibt, kürzer werden, aber Leben werdet ihr keines verlieren.

Allerdings gibt es keine Stelle in Journey, bei der ihr wirklich gezwungen wärt, mit einem anderen Spieler zu spielen – es ist nur einfach schöner, auf einer gefährlichen Reise einen Begleiter zu haben. Übrigens erfahrt ihr erst am Ende des Spiels, wenn ihr alle Gefahren überstanden habt, mit wem ihr auf Reisen wart. Sich mit einem anderen Spieler zu verabreden, weil man das Abenteuer vielleicht mit seinem Freund erleben möchte, ist schwierig. Am besten solltet ihr euch dafür einen Ort ausmachen, an dem ihr euch trefft und ein Zeichen, vielleicht eine Klangreihenfolge – und glaubt uns, Journey ist ein Spiel, bei dem ihr höchste Freude empfinden werdet, wenn ihr euren Kumpel tatsächlich im Spiel findet.

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Eine kurze Reise?

Wenn ihr Journey schon ein paar Mal gespielt habt, vielleicht noch auf der PlayStation 3, wird euch vor allem die mittlerweile kurz gewordene Reise auffallen. Je öfter man Journey meistert, desto schneller werdet ihr das Ziel erreichen, während eure erste Reise vielleicht zwei oder drei Stunden dauern kann. Doch das ist abhängig davon, wie ihr spielt und ob ihr zum Beispiel die verschiedenen Runen sammeln wollte, die euren Schal verlängern werden oder wenn ihr alle Trophäen sammeln wollt. Seid ihr schon erfahrene Reisende, dann werdet ihr nur ungefähr eine Stunde brauchen, aber auch das ist abhängig davon, wie erfahren eigentlich euer Gefährte ist, denn das schönste in Journey ist nicht nur die Geschichte selbst, sondern auch für andere da zu sein und ihnen auf ihrer ganz persönlichen Reise zu helfen.

Journey kann man zudem als wahres Meisterwerk bezeichnen, auch auf der PlayStation 4 macht das Spiel eine verdammt anständige Figur, an der es nur selten etwas auszusetzen gibt. Uns waren nur kaum nennenswerte Kleinigkeiten aufgefallen, zum Beispiel verhält sich der Schal in einigen, wenigen Sequenzen nicht so wie er sich benehmen sollte und auch am Ende von den seltenen Szenen kann es passieren, dass euer Reisender steht, sich aber dann plötzlich wieder hinsetzt, um erneut aufzustehen. Schwerwiegend sind diese Dinge jedoch nicht und trüben auch nicht das Spielgeschehen.

Selten haben wir auf einem PlayStation-Gerät ein solches Abenteuer erlebt wie mit Journey, das uns auch nachhaltig geprägt hat und uns beim Ende immer wieder die Tränen in die Augen treibt, vor allem dann, wenn man sich erlaubt, in die Welt von Journey einzutauchen und der Geschichte, die Möglichkeit gibt, einen zu berühren. Untermalt wird das Ganze übrigens von einem derart epischen und passenden Soundtrack, der die Atmosphäre der einzelnen Gebiete hervorragend unterstreicht.

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Fazit: Begeben wir uns auf eine magische Reise?

Ja, ja und nochmal ja! Journey ist ein fantastisches Abenteuer, das euch selbst auf eine Reise schicken wird, die ihr so schnell nicht vergessen werdet. Dabei präsentiert sich Journey besonders ruhig, die Stärke liegt nicht in actionlastigen Leveln, sondern in einem stetigen Fluss, der sich immer wieder wandelt und sich an euch anpasst. Neben dem besonderen Spielerlebnis muss vor allem der Mehrspielermodus gelobt werden, der euch vor eine besonders schwierige kommunikative Aufgabe stellen wird, denn ein Chat oder dergleichen fibt es nicht, ihr müsst euch lediglich durch Klänge verständigen können.

Untermalt wird das Ganze durch einen umwerfenden Soundtrack und ein Leveldesign, das seinesgleichen sucht. Journey lädt immer und immer wieder zu einer Reise ein, die sich ändert und doch immer gleich ist. Gleichzeitig ist es eine Reise zu uns selbst, die uns zeigt, dass wir unser Ziel nicht immer erst erreichen, wenn wir uns in einem Videospiel bis zum Endboss geballert haben. Manchmal muss man in Journey seine eigenen Ängste besiegen und anderen Wesen vertrauen, um ans Ziel zu gelangen. Wer auf der Suche nach einem wahren Meisterwerk auf der PlayStation 4 ist, ist mit Journey absolut gut beraten.

Pro Contra
+ Unheimlich gutes Konzept - Umfang könnte als zu kurz empfunden werden
+ Philosophische Reise - Sehr leichte grafische Macken
+ Zauberhafter Soundtrack
+ Passendes Leveldesign
+ Gelungener Mehrspielermodus
+ Geschichte regt zum Nachdenken an
+ Bekämpfen eigener Ängste
+ Interessante Kommunikationsmöglichkeit


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Technik: 96
  • Grafik: 95
  • Sound: 100
  • Umfang: 90
  • Gameplay: 98
  • KI: 97

Spielspaß: 100
  • Story: Journeys Geschichte erzählt sich zwischen den Zeilen und punktet gleich mit zwei verschiedenen Geschichten. Zum einen erzählt es vom Leben selbst, vom ewigen Kreis des Lebens, zum anderen erzählt es die Geschichte der Reisenden wie sie zudem wurden, was sie heute sind. Wenn man alles erfassen will, reicht ein Durchlauf definitiv nicht aus.
  • Frustfaktor: Der besteht nicht. Es ist zwar ärgerlich, wenn man einer Gefahr zum Opfer fällt, doch sterben kann man nicht. Es ist wie im richtigen Leben, man rappelt sich immer auf, um irgendwie voranzukommen.
  • Wiederspielwert: Sehr hoch! Zum einen ist Journey relativ kurz, zum anderen reißt es einen immer wieder in seinen Bann und lässt einen neue Abenteuer mit anderen Spielern erleben. Zudem ist es ein philosophisches Meisterwerk, das Spieler nachträglich beeinflussen wird.
  • Design/Stil: Vom Stil her passen die einzelnen Gebiete sehr gut zur Geschichte und können die verschiedenen Stimmungen wie Traurigkeit, Angst oder Glückseligkeit problemlos wiedergeben.
  • Musik: Die Musik von Journey stellt ein weiteres Highlight des Spiels dar und sollte ganz besondere Aufmerksamkeit erlangen.

Informationen zum Testgerät
Plattform: PlayStation 4
Version: 500GB-Modell, weiß
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 10 Monate
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Re: Journey (PS4) im Test - Eine fantastische Reise zu uns selbst

Beitragvon Sib » Fr 24. Jul 2015, 14:47

Ist das ein simpler Port? Muss gerade an GoW3 denken, "wundere" mich über die fast perfekte Wertung. Bevor ich irgendwas sage, würde ich gerne eure Wertungsgründe für beide Spiele wissen. Immerhin sind ja beide ältere Titel, die viele PS3ler schon kennen. Hier kommt es mir so vor, dass man bedenkenlos trotz kennen des Spieles zugreifen kann, aber bei GoW3 es nicht positiv vermerkt wird (Preis jetzt mal außen vor). Wie gesagt, wäre toll, eure Wertungskriterien zu wissen^^


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Re: Journey (PS4) im Test - Eine fantastische Reise zu uns selbst

Beitragvon Meykota » Fr 24. Jul 2015, 15:15

Ja, Journey ist "nur" ein Port, der nur ein bisschen an die PS4 angepasst wurde, und kein Remastered. Deswegen schreiben wir bei Remastered-Spielen hinzu, dass wir uns nur die Überarbeitung anschauen. Da hier kein Remastered vorliegt, sondern eben nur ein Port, wird es wie ein ganz normales Spiel behandelt.

Wenn God of War 3 als Remastered erscheint, erwarten wir, dass wir es hier mit einem Spiel zu tun haben, dass an die neue Technik/Grafik angepasst wird. Wenn God of War 3 lediglich als God of War 3 erschienen wäre, hätten wir es als auch nur wie ein Port behandelt, was es ja im Grunde auch ist, also im Grunde nur dasselbe Spiel auf einer anderen Plattform. Wenn demnach ein Spiel mit dem Beisatz "Remastered" oder "Definitive" oder etwas in der Art erscheint, gibt es einfach andere Standards, wie wir uns das anschauen.

Und btw. selbst wenn Journey jetzt als Journey Remastered erschienen wäre, wäre es dennoch das Spiel mit der weitaus höheren Wertung, da es sich schon allein aufgrund der Grafik und des Handlings wie ein PS4-Spiel anfühlt und nicht wie eines, das irgendwie in 1080 p gepresst wurde und dennoch nicht mit den heutigen Standards mithalten kann. God of War 3 Remastered im direkten Vergleich ist nun mal nicht das Remastered, was es hätte sein können.
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Re: Journey (PS4) im Test - Eine fantastische Reise zu uns selbst

Beitragvon thomary » Fr 24. Jul 2015, 16:50

Btw. steht im GoW III Test sehr wohl, dass das Spiel nach wie vor sehr gut ist, nur eben nicht die Anforderungen an ein Remastered-Spiel erfüllt:

God of War III Remastered ist nach wie vor ein spektakuläres, anspruchsvolles und cineastisches Spiel. Die guten Qualitäten bringt es mit auf die PS4, die Bemühungen für die Überarbeitung sind aber spürbar klein ausgefallen. [...]


Des Weiteren hatte der Test auch einen entsprechenden Hinweis, dass sich der Test auf Überarbeitungen bezieht und die Wertung Qualität des Ursprungsspiels + Remastered vermischt :)

Mit dem Testsystem versuchen wir, die Erwartungshaltung der Spieler aufzugreifen, die durchaus so ähnlich ist - Wenn ich einen Titel mit "Remastered" kaufe, erwarte ich irgendwo einen Mehrwert. Bei Journey am Ende sogar weniger, da das Spiel ohnehin Cross-Buy ist - Das heißt, wer es schon hatte, kann es je nach Lust und Laune nochmal spielen und Neueinsteiger kennen es nicht. Davon abgesehen, ist Journey durch seine Ästhetik ohne Zweifel eher auf PS4-Niveau als GoW III (Remastered).

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