Gauntlet Slayer Edition (PS4) im Test – Solisten müssen draußen bleiben!

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Gauntlet Slayer Edition (PS4) im Test – Solisten müssen draußen bleiben!

Beitragvon thomary » Mi 9. Sep 2015, 12:22

Wie sehr habe ich mich gefreut, als vor einer ganzen Weile ein neues Gauntlet angekündigt wurde, leider zunächst nur auf dem PC. Doch dann die Umsetzung für die PS4? Perfekt! Gauntlet steht für mich für Anspruch, viel Humor, viel Charme und vor allem: Viel Koop-Spaß! Ob die Gauntlet Slayer Edition diese Erwartungen erfüllen kann, verrät der Test.

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Lektion Nummer 1: Spiel niemals alleine!

Der erste ganz pragmatische Tipp für die Gauntlet Slayer Edition lautet, das Spiel am besten niemals alleine anzufassen: Es ist frustig hoch zehn, denn man sieht sich meistens stark überlegenen und viel zu zahlreichen Gegnern gegenüber. Je nach Klasse treibt einen das Spiel wirklich zur Weißglut. Aber davon abgesehen, war Gauntlet noch nie etwas für Einzelgänger und auch die Gauntlet Slayer Edition macht direkt im Hauptmenü deutlich, dass man lieber mit anderen Spielern zusammen in die Schlacht ziehen sollte: Der oberste Punkt im Menü ermöglicht das Erstellen eines Onlinespieles.

Schön ist, dass sich die Klassen in der Gauntlet Slayer Edition mal wirklich unterscheiden: Hier werden nicht nur optisch andere Attacken auf die gleichen Tasten gelegt, sondern hinsichtlich ihrer Angriffs- und Bewegungsmöglichkeiten unterscheiden sich die Figuren spürbar. Das ist richtig cool, denn so muss man sich tatsächlich mal auf seine Figur einlassen und für ein Hack’n’Slay hat Gauntlet Slayer Edition somit eine erstaunliche Lernaufgabe parat.

Andererseits habe ich bisher auch nur selten einen so trägen Krieger gespielt wie in der Gauntlet Slayer Edition. Ausweichen geht am besten über das, was wohl eigentlich anstürmen sein soll und irgendwie… Keine Ahnung, viel zu oft blieb der Krieger mitten in irgendwelchen Angriffssalven stehen und ging zu Boden. Sehr merkwürdig.

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Chaos! Ja, das ist cool an Gauntlet!


Lektion Nummer 2: Hallo Frust!

Überhaupt kann die Gauntlet Slayer Edition ein wirklich sehr frustiges Spielerlebnis sein. Die Gegnermassen sind teilweise deutlich überlegen und viel zu oft hatte ich zu Beginn des Spieles des Eindruck, plötzlich einfach tot zu sein. Die offizielle Empfehlung unsererseits lautet: Am besten sammelt ihr euch wirklich drei oder vier Spieler zusammen, denn dann kann man wirklich Spaß haben, denn hinsichtlich des Chaosgrades reicht Gauntlet Slayer Edition dann auch ungefähr an die früheren Ableger heran.

Die einzelnen Levels bieten teilweise ganz coole Mechaniken, wie beispielsweise den Tod, der immer mal wieder auftaucht und dem man unbedingt ausweichen muss. Das ist teilweise auch ebenso frustig wie die schieren Gegnermassen, doch zum Glück geht’s meistens nur darum, irgendwie das Ende des Levels zu erreichen. Auf dem Weg dahin werden viel zu oft Wege blockiert, bis man die Gegner in einem bestimmten Areal besiegt hat. Andererseits kann man häufig auch einfach durchrennen. Ein erkennbares System steckt da nicht dahinter, vermutlich.

Um den Anspruch des Abenteuers noch etwas weiter nach oben zu treiben, hat Gauntlet Slayer Edition einige Besonderheiten parat: So funktioniert beispielsweise ein Respawn nach dem Tod nur, wenn entsprechende Münzen vorhanden sind, die zentral für die ganze Gruppe durch das Besiegen von Monstern gesammelt werden. Wenn keine Münzen mehr vorrätig sind, gibt’s auch keine Wiederbelebung. Sind alle Gruppenmitglieder tot, muss das Level neu gestartet werden. Darüber hinaus ist auch Heilung, die in Form von Essen serviert wird, häufig nicht so sicher, wie es scheint: Essen kann nämlich zerstört werden. Um am liebsten würde man dem Idioten eine klatschen, der seinen Angriff auf diesen köstlichen Hähnchenschenkel platziert!

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Lektion Nummer 3: Tschüss Charme!

Eines habe ich das komplette Spielen in der Gauntlet Slayer Edition über vermisst: Den Charme früherer Teile! Zwar haben die Figuren immer mal wieder wirklich witzige Kommentare auf Lager, manche Dinge sind cool inszeniert und auch die herumstehenden Teller mit dem gerade erwähnten Essen lassen Erinnerungen an die früheren Gauntlet-Teile auferstehen, aber irgendwie…

Der Stil der Gauntlet Slayer Edition ist etwas zu sehr Diablo-like, das Gameplay ist mehr auf „fies“ als auf „fies aber witzig“ getrimmt. Letztlich ist Gauntlet Slayer Edition ein linear aufgebautes Hack’n’Slash mit Frustgarantie, welches durch seinen linearen und nach Levels geordneten Aufbau nicht mal eine echte Ausweichmöglichkeit offenhält. Dafür sind Levels aber in überaus großer Anzahl vorhanden! Genug zu tun gibt es allemal.

Darüber hinaus fehlt jedoch Gauntlet Slayer Edition auch ein echter Belohnungscharakter: Echten Loot gibt es nicht. Mit während der Schlachten verdienter Währung kann man sich zwischen den Missionen aufleveln und verbessern. Das ist schon immer Stil des Spieles, aber irgendwie wirkt das ganze Progressionssystem in der Gauntlet Slayer Edition äußerst unbefriedigend.

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Stilistisch erinnert Gauntlet bisweilen stark an Diablo III.


Fazit: Unkomplizierte Kost für Koop-Freunde

Die Gauntlet Slayer Edition kann eine schnelle und unkomplizierte Kost sein – Empfehlen würden wir den Titel aber wirklich nur dann, wenn ihr mit mindestens zwei anderen Freunden spielen wollt, denn dann überzeugt das Spiel mit den verschiedenen Figuren, die tatsächlich etwas Können erfordern, abwechslungsreichen Levels und einigen humorvollen Stellen. Sonst überwiegt leider deutlich die Frustgefahr und das insgesamt eher unbefriedigende Spielerlebnis, einerseits durch fehlenden Loot und seichte Progression, andererseits durch den Charme, der gegenüber früherer Teile verloren gegangen ist, unter anderem durch den Diablo-like Stil. Genau dahin habe ich nach einem Ausflug in die Gauntlet Slayer Edition immer wieder geswitcht: Zu einer gepflegten Runde Diablo III – Da weiß man, was man hat!

Pro Contra
+ Klassen mit echten Unterschieden - Alleine wenig spaßig und unheimlich frustig
+ Abwechslungsreiche Levels – Überhaupt große Frustgefahr
+ Unkomplizierter Koop - Charme und Humor früherer Teile schmerzlich vermisst
+ Großer Umfang - Nicht besonders stilsicher – Eher Diablo-like
- Durch fehlenden Loot und Progression eher unbefriedigendes Spielerlebnis


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Technik: 74

  • Grafik: 71
  • Sound: 76
  • Gameplay: 59
  • Umfang: 85
  • KI: 80

Spielspaß: 52

Einzelspieler/Koop:

  • Story: Genre-typisch sehr einfach, aber dennoch ganz spaßig erzählt – Einer guten Portion Humor sei Dank!.
  • Wiederspielwert: Es gibt viel zu tun – Und durch diverse Verstecke kann es sich lohnen, einzelne Levels auch nochmal zu spielen.
  • Frustfaktor: Sehr hoch – Insbesondere als Einzelgänger sollte man von Gauntlet Slayer Edition eher die Finger lassen.
  • Design/Stil: Die technische Komponente ist in Ordnung – Stilistisch fehlt Gauntlet die Sicherheit und Eigenständigkeit, die wir eigentlich erwartet hätten.
  • Musik/Sound: Solide Kost ohne Enttäuschungen.

Informationen zum Testgerät
Plattform: PlayStation 4 500GB
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 1 Jahr, 9 Monate (PS4 Launchkonsole)

Wir bedanken uns bei Warner Bros. für die Bereitstellung des Musters der Gauntlet Slayer Edition!

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Re: Gauntlet Slayer Edition (PS4) im Test – Solisten müssen draußen bleiben!

Beitragvon Sib » Mi 9. Sep 2015, 13:06

Schön ist, dass sich die Klassen in der Gauntlet Slayer Edition mal wirklich unterscheiden: Hier werden nicht nur optisch andere Attacken auf die gleichen Tasten gelegt, sondern hinsichtlich ihrer Angriffs- und Bewegungsmöglichkeiten unterscheiden sich die Figuren spürbar. Das ist richtig cool, denn so muss man sich tatsächlich mal auf seine Figur einlassen und für ein Hack’n’Slay hat Gauntlet Slayer Edition somit eine erstaunliche Lernaufgabe parat.

Das machte sich bereits bei Gauntlet Drak Legacy für GC/PS2 bemerkbar, da hatte jede Klasse andere Werte sowie Punkteverteilungen beim Level Up. So war der Bogenschütze schnell, der Krieger stark oder der Magier konnte mit Magieflaschen am besten Schaden machen^^

Aber so wie der Test sich liest...bleibe ich lieber bei Diablo 3, das kann ich auch offline spielen, ohne unfair behandelt zu werden^^
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