Blues and Bullets Episode 1 (Xbox One) im Test - Ein genialer Auftakt

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Blues and Bullets Episode 1 (Xbox One) im Test - Ein genialer Auftakt

Beitragvon thomary » Mi 9. Sep 2015, 17:41

Ein verschlafenes amerikanisches Diner, entführte Kinder und ein Ex-Kriminalermittler, dem zufällig das Diner gehört. Klingt nach gutem Stoff für einen spannenden Krimi? Tut es in der Tat – Und das spanische Studio A Crowd of Monsters inszeniert genau aus diesen Komponenten mit Blues and Bullets ein fünfteiliges Episodenspiel à la Telltale. Wir sind ins Film-Noir-artige Abenteuer eingestiegen. Ob wir überzeugt waren, verrät der Test.

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Von der Vergangenheit eingeholt…

Elliot Ness ist ein ehemaliger Ermittler der Polizei – Doch um sich so etwas wie Ruhe vor der Rente zu gönnen, eröffnet er ein Diner, in dem auch zahlreiche Polizisten bedient. Doch so einfach ist das nicht: Die Vergangenheit lässt ihm einfach keine Ruhe. Während es ohnehin zahlreiche vermisste Kinder zu beklagen gibt, taucht ein Verbrecher, im Übrigen kein Geringere als der historisch Bekannte Al Capone, nach 20 Jahren Gefängnis wieder auf, den Ness gut kennt. Sehr gut sogar.

Blues and Bullets Episode 1 ist ein exzellenter Einstieg in ein Episodenabenteuer, welches uns hoffentlich auch mit den nächsten vier Episoden noch genauso gut unterhalten wird, wie es dieser Auftakt vollbracht hat. Blues and Bullets verfügt über tolle Figuren und überlässt im Rahmen der mit gut anderthalb Stunden sehr angenehm langen Episoden mehrere moralische Entscheidungen sowie viele kleine Handlungsnuancen dem Spieler, die Dialoge und Story beeinflussen. Und insbesondere der unmittelbare Einstieg und das Ende der Episode setzen die ganze Geschichte höchst emotional in Bewegung.

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Kein schöner Anfang...


Schwarz-Weiß-Rot

Ein besonderer Hit in Blues and Bullets ist der extrem stimmige und gelungene, Film-Noir-artige Stil, der alles lediglich in den Farben Schwarz, Weiß und Rot inszeniert. Doch nicht nur das, denn die Atmosphäre der einzelnen Schauplätze ist wirklich sehr gut gelungen. Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet auch die hervorragende Musikuntermalung, die auch gute Abwechslung mit sich bringt und gut zum Setting passt.

Gameplaytechnisch dürfte grundsätzlich Spielern der Telltale-Spiele Einiges bekannt vorkommen. Aber nein, auch hier ist Blues and Bullets nicht einfach nur ein Abklatsch, denn in erster Linie überrascht uns dieses Spiel schon mal in einer Hinsicht: Sämtliche Gameplayelemente funktionieren richtig gut! Das ist bei Telltale ja nicht wirklich häufig der Fall.

Darüber hinaus kredenzt Blues and Bullets ein schön abwechlungsreiches Spielerlebnis, welches neben normalen QuickTime-Events auch kleine Erkundungsaufgaben, sehr schöne Ermittlungen zur Aufklärung eines Mordes in Puzzle-Form und sogar seichte Shooter-Einlagen bietet, wobei Blues and Bullets mit Letzteren stark an einen Railshooter erinnert. Als einziges störendes Element im Gameplayportfolio entpuppen sich ab und zu die Auswahlmöglichkeiten in Dialogen, die mit ihren Ein-Wort-Beschreibungen manchmal nicht wirklich aussagekräftig sind. Da wählt man dann auf gut Glück.

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Jap, auch Shootereinlagen gibt es, aber ohne freie Bewegung.


Die Technik… Ach ja, ein Episodenspiel!

Während Blues and Bullets insgesamt ein sehr rundes, spannendes und überaus atmosphärisches Spielerlebnis ist, kann es sich einer Tatsache nicht entziehen: Es ist ein Episodenspiel und bei diesen scheint es in der Natur der Sache zu liegen, dass die technische Komponente eher… durchwachsen ist.

So zeigt Blues and Bullets auf Xbox One überaus starkes Kantenflimmern, darüber hinaus bricht die Framerate auch mal ganz gerne ein. Zum Glück übertüncht der sehr gelungene Stil sogar die grafischen Mängel größenteils. Die Ladezeiten sind zwar noch in Ordnung, aber grenzwertig lang.

Eine besonders ärgerliche Kleinigkeit zeigt sich auch noch bei der Steuerung, denn obwohl wie gesagt grundsätzlich alle Mechaniken wirklich gut funktionieren, wurde die Sprinten-Funktion absolut schwachsinnig auf den Controller gelegt. Um zu sprinten muss man theoretisch den linken Stick dauerhaft gedrückt halten. Als wäre das nicht umständlich genug, funktioniert das meistens überhaupt nicht richtig, und in vielen Teilen des Spieles ist das Sprinten gleich ganz deaktiviert – Warum auch immer. Noch dazu hat Elliot Ness einen sehr, sehr behäbigen Gang drauf. Zum Glück muss man meistens keine allzu weiten Wege zurücklegen, sonst wäre die Sache wirklich ärgerlich.

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Die Atmosphäre und der Stil der Schauplätze sind unheimlich toll!


Fazit: Wir wollen mehr!

Blues and Bullets ist für uns ein waschechter Überraschungshit. Auch wenn wir natürlich nicht mit Sicherheit sagen können, ob A Crowd of Monsters das gute Niveau halten und die Story gekonnt weiterführen wird, so waren wir vom Stil, der Atmosphäre, dem Gameplay und der Story von Blues and Bullets sofort begeistert. Die sehr stimmige Mischung hat uns trotz einiger Mängel im Bereich Technik und Steuerung sogar deutlich besser unterhalten als sämtliche Telltale-Abenteuer, die wir bislang zu Gesicht bekommen haben. Wir würden sagen: Weiter so!

Pro Contra
+ Herausragende Atmosphäre - Technisch eher durchwachsen
+ Super Soundtrack - Figuren Mimik + Gestik mittelmäßig
+ Optisch extrem stimmig - Auswahlmöglichkeiten teilweise undurchsichtig
+ Abwechslungsreiches Gameplay - Schwachsinnige Tastenbelegung für das Sprinten
+ Sehr angenehme Länge


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Technik: 85

  • Grafik: 82
  • Sound: 94
  • Umfang: 80
  • Gameplay: 88
  • KI: 80

Spielspaß: 88

Einzelspieler

  • Story: Interessant und fesselnd mit guten Figuren – Der Auftakt ist gelungen!
  • Wiederspielwert: Die Episode lässt sich in der Regel in einem Durchgang komplett abschließen – Gerne darf man aber noch die anderen Entscheidungsmöglichkeiten probieren.
  • Frustfaktor: Nicht vorhanden.
  • Design/Stil: Unheimlich stimmig und überzeugend sowie sehr sicher.
  • Musik/Sound: Der Soundtrack ist herausragend, die englische Synchro gelungen.

Wir bedanken uns bei A Crowd of Monsters für die Bereitstellung des Download-Codes zu Blues and Bullets Episode 1!


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