Baten Kaitos (Gamecube) im Test - Eine wunderschöne Geschichte von Freundschaft

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Deadlock21
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Baten Kaitos (Gamecube) im Test - Eine wunderschöne Geschichte von Freundschaft

Beitragvon Deadlock21 » So 20. Sep 2015, 13:35

Baten Kaitos (zu Deutsch: Bauch des Meeresungeheuers) ist ein J-RPG, welches erstmals 2003 in Japan, 2005 in Europa erschienen ist. Die Entwicklerstudios waren Namco, Monolith Soft und tri-Crescendo. Das Spiel ist ausschließlich für die Gamecube erhältlich, demnach auch spielbar auf der Wii, mit passendem Controller und Memorycard. Auswählbar sind eine japanische, oder eine englische Syncronisation mit deutschen Untertiteln und Textboxen. Das Spiel enthält die beiden Discs "Die Schwingen der Ewigkeit" und "Der verlorene Ozean", ist ein Einzelspieler und umfasst etwa 40 Stunden Spielzeit, ohne Abschließen der Nebenquestes und Level-, sowie Sammlungsgrinding.

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Die Menschen zogen in den Himmel

Nachdem der böse Gott Malpercio besiegt und in 5 End-Magnus verschlossen wurde, ist die Welt zerbrochen und die Menschen begannen im Himmel zu leben. Ihnen sind Schwingen gewachsen und sie haben die Möglichkeit, mit den Magnus Essenzen aufzunehmen und beliebig zu rekonstruieren.
Kalas hat bei einem Feuer seinen Großvater und seinen kleinen Bruder Fee verloren. Er erwacht nach dem Angriff von Bergkatzen im Haus des Doctors Larikush auf einer der Hauptinseln, die im Himmel schweben. Der Spieler nimmt hier die Position des Schutzgeistes von Kalas ein, welches im Kampf und der Story kleine Auswirkungen hat, steuert natürlich den Protagonisten und bekommt Zugriff auf das Menü.
Auf der Reise trifft Kalas nach und nach auf seine neuen Gefährten, trifft auf fiese Widersacher und muss sich Rätzeln und Gefahren stellen, die scheinbar alle ins Nichts führen.
Und zufällig finden er und die geheimnisvolle Xelha einen End-Magnus.

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Bald beste Freunde

Jeder der Charaktere hat seine eigene Geschichte und selbst bei einigen der Nebencharaktere werden tiefe Einblicke gegeben, um deren Handeln verstehen zu können. Die Party wird nach und nach erweitert und Jeder Charakter hat seine Da-Seins-Berechtigung.
Im groben können die Charaktere so aufgeteilt werden, dass es zwei Magier, drei Nah- und einen Fernkämpfer gibt, je nach dem, wie man die Charaktere allerdings mit Magnus ausrüstet, verändert sich nicht nur ihr Element, sondern auch ihre Funktion. Die Magier können zwar nur magische Angriffe ausführen, aber sie können auch ganz als Heiler fungieren, die anderen Charaktere können keine Magie wirken, aber ebenfalls zum Heiler umgerüstet werden, was bei den späteren Kämpfen auch bitter nötig wird.

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Eine Welt voller Liebe und Details

Die Spielwelt besteht aus fünf Hauptinseln und mehreren kleinen und großen Nebengebieten. Jedes Gebiet ist auf der Übersichtskarte mit keinen Pfeilen versehen, die dann ein Dorf, einen Dungeon oder ein Areal markieren. Bei Berühren eines solchen Areals kommt der Spieler dann auf die entsprechende Karte, zum Beispiel den Dorf-Eingang. Von hier kann der Spieler sich dann normal auf andere Dorfkarten begeben, Häuser betreten, mit Bewohnern reden, Einkaufen und Ausruhen, oder zurück auf die Inselkarte gehen.
Jede Karte ist mit liebe Gestaltet und einzigartig. Es wird kein Raum zu finden sein, der aussieht wie ein anderer und selbst jeder NPC hat sein eigenes Model. Es gibt verschiedene Tiere, die extra für die Spielwelt entworfen wurden und einen Haufen an Gegnern. Etwas schade ist, dass diese Gegner sich häufig wiederholen und nur eingefärbt wurden, dementsprechend aber andere Stats und Elemente haben.

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Übersichtliche Menüführung

Zu den Spielmechaniken gehört einerseits das Herumlaufen und Erkunden der Spielwelt. Viele Gegenstände und Möbel beinhalten verborgene Magnus und beinah Alles hat eine erklärende Textbox.
Die zweite wichtigste Mechanik ist das Kampfsystem, welches im folgenden Punkt behandelt wird.
Als dritte Mechanik gibt es die Möglichkeit über den C-Stick ein Menü zu öffnen, in dem sich leere Magnus befinden. Diese können mit allerlei Dingen gefüllt werden, die es zu finden Gibt, beispielweise Bergäpfeln. Einige der Gegenstände entwickeln sich weiter, je nach dem, wie lange sie in diesem Inventar gehalten wurden, so wird Moink-Milch nach etwa 20 Minuten zu Quark und nach etwa einer Stunde zu Käse. Viele Bewohner der Spielwelt haben die bitte, ihnen etwas zu bringen und belohnen dann mit wertvollen und nützlichen Magnus.
Die letzte Mechanik sind die Speicherblumen. Nur auf diesen Blumen kann das Spiel gespeichert werden und sie sind überall auf der Welt verteilt. Die roten Speicherblumen sind meistens vor Bossen zu finden und dienen ausschließlich dem Speichern. Bei einer solchen Blume legt man besser einen zweiten Speicherslot an.
Die blauen Speicherblumen geben außerdem die Möglichkeit, die Kirche zu besuchen. In der Kirche kann man dann mit dem Priester reden und beten, um so seine Level- und Rang-Ups einzulösen. Zu dem kann man in der Kirche gefundene Sternenfragmente abgeben, mehr dazu im Punkt "Nebenquests".
Das Hauptmenü, welches über den Y-Knopf geöffnet werden kann, beinhaltet die folgenden Punkte:
Magnus
Hier können die Decks der Charaktere bearbeitet werden, sowie Karten gelöscht oder angesehen werden. Es werden hier aktuelle Questgegenstände angezeigt. Außerdem besteht hier die Möglichkeit die Charaktere mit Ausrüstung zu bestücken, die bestimmte Wiederstände erhöhen kann.
Charaktere
Die Kampfgruppe kann verändert werden, die Reihenfolge festgelegt und der Status der Charaktere kann angesehen werden.
Sammlung
Hier kann die gesamte Sammlung der Magnus angesehen werden, die man im Spiel schon gefunden hat. Auch die Kombo-Liste ist hier zu sehen und man kann die Musik anhören, die schon freigeschaltet wurde.
System
Bestimmte Einstellungen wie die Rumblefunktion sind hier einzustellen.
Speichern (Nur bei Speicherblumen möglich)
Spielstand laden
Das aktuelle Geld im Inventar

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Das etwas andere Kampfsystem erfordert Köpfchen

In diesem Spiel gibt es keine Random-Encounter. Die Gegner bewegen sich auf der Karte und ein Kampf wird durch Berührung ausgelöst.
Das Kampfsystem ist für den Anfang gewöhnungsbedürftig, aber sehr schnell erlernbar und wenn man ein paar Regeln beachtet, schnell verstanden.
Das System basiert, wie auch der Rest der Spielwelt, auf Karten.
Es gibt Angriffs/Magie-Karten, Verteidigungs-Karten und unterstützende Karten, wie Heilung, Buffs, Kamera und Flucht. Mit jedem Rang-Up werden die Kartenplätze erweitert, die ein Charakter hat, mit jedem Level-Up werden die Grundwerte der Charaktere erhöht. Level-Ups werden möglich, durch Sammeln von Erfahrungspunkten aus Kämpfen, Rang-Ups benötigen gewisse Gegenstände, die man allerdings so gut wie nicht verpassen kann, oder von Bossen bekommt.
Jedes Rang-Up erweitert einerseits die Kartenplätze im Deck, die bei nichtauffüllen durch Pass-Karten gefüllt werden, die weder Angriff noch Verteidigungseffekte haben, andererseits werden die Kettenmöglichkeiten erweitert. Anfangs ist Kalas Rang eins. Er kann zwei Karten einsetzen bevor sein Zug endet. Auf Rang zwei sind es drei Karten und so weiter, bis am Ende eine Kette von neun Karten möglich ist. Rang-Ups verkürzen allerdings auch die Zeit, in der man seinen Zug planen kann. Im Kampf werden die Karten benutzt und gehen aus dem Deck, sind keine Karten mehr im Deck, wird es gemischt und der Charakter muss einen Zug aussetzen, dies gilt auch für Gegner.
In einem Zug kann man einen Gegner oder ein Party-Mitglied anvisieren und entsprechend Angreifen oder sich Heilen. Im Gegnerischen Zug muss das angegriffene Mitglied verteidigen. Die Reihenfolge der Züge ist die, dass zuerst die Party angreift, mit bis zu drei aktiven Zügen, dann die Gegner mit ebenfalls bis zu drei Zügen. Bei einem Hinterhalt wird diese Reihenfolge umgekehrt. Bosse können zwei mal hintereinander Angreifen.
Es besteht die Möglichkeit, Karten zu kombinieren. Topfhelm plus Reis plus Flamme/Feuer lassen eine neue Karte entstehen: Gekochter Reis. Auch die Zahlen der Karten in Kombinationen geben Boni.
Es kann außerdem passieren, dass bei einem guten Verhältnis von Kalas und dem Spieler, welches durch die Antworten bestimmt wird, die der Spieler Kalas gibt, Karten von Kalas für einen Zug zu Spirit-Endmagnus werden. Diese bilden einen elementaren starken Abschlussangriff. Nach Einsetzen eines Abschlussangriffs ist der Zug beendet. Abschlussangriffe sind mit einer römischen Zahl gekennzeichnet, wie viele Karten vorher gespielt werden müssen, damit sie einsetzbar sind.
Manche Karten und alle Abschlussangriffe sind elementar. Der Hintergrund einer jeden Karte zeigt das Element an, zum Beispiel rot für Feuer, farblose Karten haben kein Element.
Die Elemente bringen Elementschaden zusätzlich zum Basisschaden einer jeden Angriffskarte, bzw. Verteidigung bei Verteidigungskarten. Bei Gegnern des gleichen Elements wird der Schaden verringert.
Die Elemente wirken außerdem gegeneinander. Werden Feuer und Wasser, Licht und Dunkelheit, sowie Chronos (Zeit) und Wind in einem Zug gewirkt, heben sie sich gegenseitig auf und verringern den zugefügten Schaden.

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So viel zu Tun

Die Hauptquest ist am Anfang etwas linear und eigentlich kaum zu verfehlen. Ein paar Stunden nachdem man auf Disc zwei gewechselt hat allerdings bekommt man den weißen Drachen. Mit ihm kann man sich dann Frei von Insel zu Insel bewegen und hat damit die Hauptquest so gut wie Abgeschlossen. Es fehlt nur noch das finale Gebiet und der finale Kampf. Achtung! Nach dem Endboss kommt eine Abschlusssequenz und die Credits, das Spiel endet hier und man hat nicht die Möglichkeit, danach noch etwas zu erledigen!
Die Spielstunden kommen durch die Nebenquests zusammen. Vier große Nebenquests sind Sammelquests.
Einerseits gibt es die Quest, 49 verlorengegangene Sternenfragmente zu finden und zurück zur Kirche zu bringen. Diese sind überall in der Welt verteilt und manche sind wirklich schwer zu finden.
Die zweite Sammelquest ist die Familie von Quzman zu finden. Jedes Familienmitglied trägt ein Armband und auch diese Mitglieder sind auf allen Inseln zu finden. Hierzu erhält man den Stammbaum, den man der Familie zeigen soll, aber natürlich gehen nicht Alle sofort nach Hause.
Die dritte Sammelquest beinhaltet es, alle Tiere der Welt einmal in den Eispalast zu bringen. Dafür müssen viele Orte noch einmal besucht werden.
Die letzte Sammelquest ist das vervollständigen der Sammlung. Sowohl die Kombo-Sammlung, als auch die Magnus-Sammlung wollen gefüllt werden. Viele Karten sind die normalen Angriffs-, und Verteidigungskarten, die man im Verlauf erhält, ein Teil sind die Sternenfragmente und ein weiterer Teil die Gegenstandsmagnus, und ihre Entwickelungen.
Der größte Teil der Sammlung sind die Fotos. Bestimmte Kameramagnus machen im Kampf Fotos vom anvisierten Ziel, die nach einer kurzen Entwickelungszeit verkauft werden können. Auch Fotos, die nicht als Beute mitgenommen werden, tauchen in der Sammlung auf. Es ist also ratsam, gerade Bosse zu fotografieren, mindestens ein Mal. Diese Fotos bringen auch meistens viel Geld ein.

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Ohrenschmaus und Gänsehaut vorprogrammiert

Man kann sich nicht satt hören. Der Videospielkomponist Motoi Sakuraba hat diesem Spiel 57 Musikstücke geschenkt, von deinen eines besser ist, als das Andere. Es gibt ein Hauptkampftheme, welches bei Bosskämpfen mit anderen Instrumenten aufgefrischt wurde. Besondere Bosse haben ein eigenes Kampftheme. Die meisten Stücke sind allerdings eher ruhig und sehr Emotional. Kein Theme fängt irgendwann an zu nerven.
Es gibt eine japanische und eine englische Sprachausgabe für die Cutscenes und einige der Dialoge, außerdem Ausrufe und Sprachen im Kampf. Die Übersetzung der Sprachboxen ins deutsche ist fehlerlos und nur wenig verändert zum japanischen Original.


Zu guter Letzt

Bei Baten Kaitos handelt es sich um ein grandioses Meisterwerk mit einer tiefen, spannenden Story, die so manche Träne hervorlocken konnte.
Das Kampfsystem ist innovativ und schnell zu erlernen und einfach mal etwas Anderes. Die meisten Kämpfe gehen leicht von der Hand, doch gerade Bosskämpfe gestalten sich als sehr schwer und ein wenig Taktik im Aufbau der Charakterdecks und des aktiven Kampfteams. Einzig an drei Stellen muss wirklich Gegrindet werden und durch ein blödes Event kann es passieren, dass die Sternenkartenquest nicht abschließbar wird.
Viele Nebenquests, besonders die Sammlungsvervollständigung, treiben die Spielzeit in einen dreistelligen Bereich.
Die Musik und die Grafik sind umwerfend schön und man verliert sich schon nach wenigen Minuten in einer ganz anderen Welt.
Trotz des alten Systems und des etwas höheren Preises, sprechen wir eine klare Kaufempfehlung aus. Dieses Spiel ist mit eines der besten Spiele, die wir bisher gespielt habe und wir denken, es kann Euch auch so gehen, wenn Ihr Euch nur auf das Kampfsystem einlasst.
Um Abschließend unseren Lieblingscharakter aus Baten Kaitos zu zitieren:
"DingDong, thats right!" ~ Folon


Pro Contra
Wunderschön gestaltete Welt, Charaktere und Story Teilweise langatmig
Innovatives Kampfsystem... ...das nicht jedem gefällt
Ein Haufen an Nebenquests Nötiges Backtracking
Questmagnus und deren Weiterentwicklung.... ...die teilweise Stunden Ingamezeit benötigt
Passender Schwierigkeitsgrad und Entwicklung Grinden an drei Stellen nötig
Für die alte Konsole schon umwerfend Sternenquest kann nicht abgeschlossen werden, wenn ein Event falsch aktiviert wurde



Technik: 85
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  • Grafik: 90
  • Sound: 95
  • Umfang: 90
  • Gameplay: 85
  • KI: 65

Spielspaß: 95
Einzelspieler
  • Story: Lachen, weinen, sorge um unsere Charaktere und ein Ende, dass uns unbefriedigt zurück gelassen hat. Dennoch Grandios.
  • Frustfaktor: Gering. Wenn man etwas nicht schafft, ist man selbst schuld. Manche Bosse sind allerdings schwer.
  • Wiederspielwert: Sehr Hoch. Selbst nach über 9 Jahren haben wir das Spiel noch nicht komplettiert.
  • Design/Stil: Erinnert an andere J-RPGs wie zum Beispiel Final Fantasy 9, Gesichter erinnern an Anime.
  • Musik: Umwerfend.


Testgerät: Gamecube
Hardware: Standart
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: etwa 10 Jahre
Dateigröße des Spiels: 1 Speicherfile 8 Blöcke (1 MB)
Keep calm and keep climbing!

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Re: Baten Kaitos (Gamecube) im Test - Eine wunderschöne Geschichte von Freundschaft

Beitragvon Thora » Do 1. Okt 2015, 15:00

Ist ein tolles game das Kampfsystem war echt nett und ich fand es immer sehr schade das der 2 teil nie nach Europa kam.
Hab zwar mein games letztens auf Ebay vertickt aber hätte nichts dagegen gegeneine HD Collection von 1&2 oder wen Monolith ein 3 teil machen würde.
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