DRIVECLUB Bikes (PS4) im Test – evolution studios‘ Ehrenrettung

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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DRIVECLUB Bikes (PS4) im Test – evolution studios‘ Ehrenrettung

Beitragvon thomary » Mo 2. Nov 2015, 14:01

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DRIVECLUB Bikes war Sonys Überraschung zur diesjährigen Paris Games Week und stand direkt nach der Ankündigung im PlayStation Store zur Verfügung. Wir haben uns voller Neugier in den neuen DRIVECLUB-Ableger gestürzt, der es uns erlaubt, uns hinter die Steuer verdammt schneller Bikes zu klemmen. Ob uns DRIVECLUB Bikes und auch das Gesamtpaket DRIVECLUB Gesamtpaket mittlerweile überzeugt, nachdem es uns durch die gravierenden Probleme zum Launch noch so ernüchtert hatte, verrät der Test.

Nahtlose Integration

Wer DRIVECLUB bereits besitzt und dann DRIVECLUB Bikes erwirbt, dürfte zunächst verwirrt sein: Auch wer die Stand-Alone Fassung kauft, erhält die Meldung, dass Spiel könne nun nicht installiert werden, da DRIVECLUB bereits auf der Festplatte sei. Keine Sorge: Löschen müsst ihr nichts, stattdessen wird eine ca. 13 GB große Updatedatei zu DRIVECLUB hinzugefügt.

Wenn ihr also beide Spiele habt, wird DRIVECLUB Bikes nahtlos ins bestehende Spiel integriert. Im Hauptmenü wählt ihr dann aus, ob ihr DRIVECLUB oder DRIVECLUB Bikes spielen möchtet. Übergreifende Events o.Ä. sind nicht möglich – Aber man hat eine Zentrale, um beide Spiele zu betreten.

Inhaltlich greift DRIVECLUB Bikes freilich viele Dinge des Originals auf: Strecken, Wettereffekte und Co. kennt ihr bereits. DRIVECLUB Bikes bringt eine neue Tour, die insgesamt 15 Bikes sowie natürlich die Möglichkeit, mit diesen auch Onlinerennen zu absolvieren. Ansonsten gehört auch die Möglichkeit, Einzel- oder Clubherausforderungen zu erstellen oder zu absolvieren, zum Lineup an Features. DRIVECLUB Bikes ist eben DRIVECLUB mit Motorrädern, nur, dass der Inhalt ein bisschen überschaubarer ausfällt. 15 bzw. 20€ für DRIVECLUB Bikes finden wir dennoch gerechtfertigt, da sich die Inhalte insgesamt sehen lassen können und DRIVECLUB Bikes insbesondere durch den Onlinemodus eine ganze Weile Spaß machen kann, aber durch die motivierenden Herausforderungen auch eine Weile an die Tour fesselt.

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Die neue Tour bietet ausreichende Inhalte und motivierende Herausforderungen


Alte Stärken, neue Stärken

In DRIVECLUB Bikes sind die ursprünglichen Stärken des Originals mit sämtlichen Verbesserungen vereint, die die evolution studios im letzten Jahr durchgeführt haben. Und so gibt es spielerisch und technisch insgesamt wenig auszusetzen. Und um die wichtigste Frage vorwegzunehmen: Ja, auch die Onlinemodi von DRIVECLUB Bikes funktionieren bis auf kleine Hänger und gelegentliche, kurze Verbindungsabbrüche völlig problemlos und stabil!

DRIVECLUB Bikes bringt auch bei den 15 Motorrädern die gewohnt arcadelastige Steuerung auf die Strecke, die mit dem irren Geschwindigkeitsgefühl der Motorräder insgesamt eine sehr gute Figur macht. Insgesamt ist das Fahren ein Stück anspruchsvoller als im Original, da so ein PS-Monster auf zwei Rädern durchaus beherrscht werden will, insbesondere, wenn die Wettereffekte greifen, die echtes Aquaplaning zwar weiterhin vermissen lassen, die aber trotzdem für tolle Auswirkungen auf das Lenk- und Bremsverhalten sorgen. Trotzdem braucht ihr allzu häufige Stürze nicht zu befürchten: Kollisionen oder Fahrfehler bringen euch nie zu Fall, außer ihr treibt es ganz wild oder fahrt direkt in die Bande am Streckenrand.

Übler genommen werden euch Fehler durch die KI-Fahrer. So ganz hat evolution studios den Bogen hier immer noch nicht raus. Zu Beginn der Tour sind die Events tendenziell zu einfach, während sie später schön anspruchsvoll und bisweilen ein wenig frustig werden. Das Problem liegt im schnellen Anstieg der Schwierigkeit, der die Frustgefahr in der Tour deutlich erhöht. Nötig ist dann, seine eigene Fahrweise zu verfeinern, um gegen die bisweilen unfair schnellen KI-Fahrer bestehen zu können. Die Lernkurve beginnt nur zu plötzlich und ist ein ganzes Stück zu steil.

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Technisch rund

Es gibt immer noch das eine oder andere matschige Objekt am Streckenrand und manche Kulissen, die wirklich nicht allzu schön aussehen. Doch dafür spielt DRIVECLUB Bikes – so, wie schon das Original – seine grafischen Stärken bei den Wettereffekten voll und ganz aus. Auch die Modelle der Motorräder überzeugen, ebenso wie die verdammt schnelle Cockpitperspektive. Soundtechnisch wird solide Kost geboten, nur die Musikuntermalung ist immer noch sehr generisch und irgendwie… unnütz.

Lobenswert sind die nach wie vor sehr kurzen Ladezeiten und recht schnellen Menüwechsel. DRIVECLUB Bikes hängt neuerdings nur ganz gerne Mal beim Abschluss von Events, warum auch immer. Ansonsten lief in unserer Testphase auch der Onlinemodus problemlos. In seltenen Fällen kam es zu kurzen Verzögerungen beim Matchmaking, zudem brach unsere Verbindung zum Server gelegentlich kurz ab. Ab und zu brechen die Probleme vom Anfang also noch durch – Doch evolution studios haben das kaputte System wohl geflickt, so gut es ging.

Leider gibt es online derzeit nur Teamrennen – Diese sind zwar durchaus spaßig und gelungen, wir hätten uns trotzdem ein wenig mehr Abwechslung in den verfügbaren Modi gewünscht, was vielleicht noch nachgereicht wird.

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Fazit: Für Fans und Neueinsteiger

DRIVECLUB Bikes können wir sowohl Spielern des Originals als auch Neueinsteigern empfehlen, wenngleich letztere mit dem Hauptspiel + Season Pass zumindest mit PlayStation Plus viel mehr Inhalte fürs gleiche Geld bekommen. Mal abgesehen davon ist DRIVECLUB Bikes aber das gelungenste Motorrad-Rennspiel im PlayStation Store, das mit tollem Geschwindigkeitsgefühl, einer gelungenen Steuerung, herausragenden Wettereffekten und ausgeprägten Online- und Social Features überzeugt. Auf der Contra-Seite stehen die gelegentlichen kleinen Probleme bei den Onlinefeatures sowie der abrupte Schwierigkeitsansprung in der Einzelspieler-Tour. Beides Schwächen, die DRIVECLUB Bikes von seinem Vorgänger mitbringt. Sie können aber nicht trüben, das DRIVECLUB Bikes zwei Dinge ziemlich gut vereint: Anspruch und Spaß.

Pro Contra
+ Tolles Geschwindigkeitsgefühl - Abrupter Schwierigkeitsanstieg in der Tour
+ Umfangreiche Tour mit zahlreichen Herausforderungen - Gelegentliche Online-Probleme (Verbindungsabbrüche, Hänger)
+ Ausgeprägte Online- und Social Features - Online leider nur Teamrennen
+ Gute Steuerung - Teilweise Matschtexturen am Streckenrand
+ Optisch beeindruckende Wettereffekte mit guten Auswirkungen aufs Fahrverhalten - Merkwürdige Musikuntermalung


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Technik: 75
  • Grafik: 85
  • Sound: 71
  • Umfang: 82
  • Gameplay: 80
  • KI: 59

Spielspaß: 87

Singleplayer:
  • Frustfaktor: In der Tour stellenweise vorhanden, da der Schwierigkeitsgrad recht sprunghaft ansteigt und die KI dann bisweilen sehr fies ist.
  • Wiederspielwert: Durch motivierende Herausforderungen und den Onlinemodus definitiv vorhandne.
  • Design/Stil: Insgesamt gelungen – Die Wagenmodelle überzeugen und die Strecken beeindrucken insbesondere bei Wind & Wetter.
  • Musik: Die Soundeffekte gehen in Ordnung, die generische Musikuntermalung ist schwach.

Mehrspieler:
  • Matchmaking: Zusammengewürfelt wird, wer sich für eine Lobby registriert. Das ist auch gut so.
  • Motivation: Der Mehrspielermodus kann lange motivieren.
  • Stabilität: Mit kleineren Problemen, insgesamt aber sehr ordentlich.
  • Vielfalt: Leider gibt es derzeit nur Teamrennen – Durch die große Streckenauswahl und immerhin 15 Bikes ist aber genügend Vielfalt gegeben.

Informationen zum Testgerät
Plattform: PlayStation 4 500GB
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 1 Jahr, 11 Monate (PS4 Launchkonsole)

Wir bedanken uns bei PlayStation DE für die Bereitstellung des Reviewmusters zu DRIVECLUB Bikes!


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