Fallout 4 (Xbox One) im Test – Das Ödland ruft

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Fallout 4 (Xbox One) im Test – Das Ödland ruft

Beitragvon thomary » Mo 9. Nov 2015, 15:38

Lange, lange musste man sich die verzweifelten Bitten der Fans anhören, Bethesda möge doch endlich Fallout 4 ankündigen. In diesem Juni war es dann endlich soweit – Die beste Nachricht an der Ankündigung war, dass die Spieler Fallout 4 am 10. November in ihre Finger bekommen würden. Somit ist einer der am meisten erwarteten Spiele des Jahres nun erhältlich. Auch wir haben uns ins Ödland begeben und herausgefunden, ob der Titel den hohen Erwartungen gerecht werden kann.

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Der Weg in den Vault…

Bevor unser Protagonist 200 Jahre eingefroren durchstehen kann und anschließend den Vault 111 wieder verlassen kann, muss er natürlich auch erst mal dort einziehen. Ist ja irgendwie logisch. Wir müssen sagen, dass sich Bethesda den unnötig linearen Einstieg, der uns erst in den Vault hineinführt, auch hätte sparen können. Leider zieht nicht mal die emotionale Seite, die die Entwickler hier eigentlich aufziehen.

Nach dem genialen Intro unter dem Motto „Krieg bleibt immer gleich“ folgt die umfassende Charaktererstellung, in der ihr detailgenau Mann und Frau erstellen könnt und natürlich auch entscheidet, ob ihr Männlein oder Weiblein spielt. Für Neueinsteiger könnte das Spiel hier vielleicht erklären, dass ihr auch eine Charakterwahl trefft – Man könnte auch denken, man erstellt die Eltern des Jungen, den man später spielen wird.

Ansonsten ist der Einstieg innerhalb weniger Minuten abgehakt: Ein Vertreter taucht auf, vermittelt euch euren Platz in Vault 111, ihr redet kurz mit eurer Frau und spielt mit eurem Kind, woraufhin euch Codsworth, euer hilfsbereiter Hausroboter, direkt auf Fernsehberichte aufmerksam macht. Und, oh Überraschung, natürlich müsst ihr sofort in den Vault einziehen.

Der Einstieg ist spielerisch und technisch ziemlich schwach, da einem ständig Interaktionsmöglichkeiten vorgegaukelt werden, die es gar nicht gibt. Die Möglichkeit, andere NPCs anzusprechen, führt meistens ins nichts, auf dem Weg zum Vault ergeben sich scheinbar mehrere Möglichkeiten, anderen Nachbarn zu helfen, doch Fehlanzeige: Interaktionen sind hier keine möglich.

Zuletzt sollen dann auch noch Emotionen gegenüber dem Rest eurer Familie erzeugt werden, da Fallout 4 direkt zu Beginn die Grausamkeit der Welt und der Menschen anno 2077 zeigt. Doch irgendwie… Zieht das nicht so richtig. Die Entwickler hätten hier den Mut beweisen können, einfach ungefähr eine Spielstunde vor der Apokalypse zu implementieren, nicht nur einige Minuten, dann sähe die ganze Sache ganz anders aus.

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Die Charaktererstellung ist der stärkste Teil am Einstieg


Willkommen im Ödland

Zum Glück ist dieser Einstieg genau so kurz, wie er auch schnell vergessen ist. Die ganze Bandbreite dessen, was Fallout 4 eigentlich ist, spielt es natürlich erst aus, wenn ihr im Ödland angekommen ist. Besser gesagt: Es fängt an, seine Stärken auszuspielen. Und welche es ausspielt, hängt auch ein bisschen davon ab, wie ihr spielt. Eure persönliche Geschichte, nämlich, dass ihr euer verschwundenes Kind wiederfinden wollt, zieht dann auch ein wenig mehr in den Bann als vorher, wobei es in Fallout 4 auch hier an euch liegt, wie ihr damit umgeht.

Fallout 4 lässt euch unheimlich viele Freiheiten, euch selbst zu entfalten, wobei diese Freiheiten viel mehr in der Charakterentwicklung gegeben sind als beim Inhalt. Freilich darf man auch entscheiden, mit welchen NPCs man interagiert, welche Aufträge man wann erledigt, welchen Fraktionen man sich anschließt und Ähnliches, hin und wieder hat man hier aber doch den Eindruck, sich in einem leicht engen Korsett zu befinden. Alleine schon, um schnellstmöglich an Erfahrungspunkte zu kommen und so von der umfassenden Charakterentwicklung zu profitieren, ist es fast unumgänglich, sich eben doch den großen Fraktionen anzuschließen, wobei es dafür auch Erfolge/Trophäen gibt. Die Möglichkeit, solche Dinge abzulehnen, wirkt stellenweise eher wieder so, als wollten die Entwickler hier Entscheidungsfreiheit vorgaukeln, die es de facto gar nicht so richtig gibt.

Ob Fallout 4 auch als „echter Söldner“ Spaß macht? Ja, sicher, aber nicht so viel. Es gibt auch genügend Aufträge, an die man ohne Verbindungen zu den großen Fraktionen herankommt. Aber irgendwie geht einem zwischendurch doch manchmal der Stoff aus und man stößt scheinbar an die Grenzen dessen, was man noch erledigen kann. Wie auch immer: Die meisten Spieler werden Fallout 4 so ähnlich spielen wie wir und bekommen damit ein riesiges, vielfältiges und vor allem motivierendes, ja fast schon süchtig machendes Abenteuer.

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Schon von Beginn an gibt es viel zu entdecken - Und alles hat seinen Sinn!


Wer bin ich?

Für den meisten Spaß und die meiste Ungeduld sorgt die umfassende Charakterentwicklung – Irgendwie möchte man so vieles gleichzeitig, muss aber im gleichen Moment mit den verdienten Skillpunkten haushalten. Das Leveln in Fallout 4 geht nicht allzu schnell, sodass ihr euch zunächst mal entscheiden müsst, welchen Weg ihr einschlagt.

Eure Entscheidungen solltet ihr von eurem Spielstil abhängig machen: Ihr könnt euch als unheimlich starker Nahkämpfer zum Beherrscher des Ödlands machen, oder aber eher in die Verteidigung und den Fernkampf investieren und euch auf eure Begleiter verlassen. Oder aber ihr… Ach, was erzählen wir eigentlich?

Fallout 4 hält im Laufe eurer Entwicklung unglaublich viele Möglichkeiten offen, die alle nahtlos mit anderen Spielelementen verknüpft sind. Dazu gehören natürlich zum einen die Erkundung der Spielwelt und das Besiegen von Feinden, das Erledigen von Missionen, das Crafting von Ausrüstung und Waffen sowie das Erbauen von Siedlungen.

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Die Charakterentwicklung gehört zum Besten, was Spiele zu bieten haben.


Gelungener Spagat zwischen Spielelementen

Fallout 4 gelingt ein beachtenswerter Spagat zwischen diesen ganzen Spielelementen: Trotz einer Vielzahl abwechslungsreicher Elemente wirken alle absolut ausgereift und passen zudem perfekt zusammen, soll heißen die Entwickler haben es geschafft, alle Elemente bestens aufeinander abzustimmen. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass Spielern der Vorgänger viele Dinge bekannt vorkommen dürften: Menüs ebenso wie ganze Spielelemente haben die Entwickler aus Fallout 3 übernommen, wie beispielsweise das Schlösserknacken und Ähnliches. Doch diese Elemente sind auch so gut, wieso sollte man sie nicht übernehmen? Sie sorgen ebenso für Anspruch wie für Auflockerung.

Als würde die Charakterentwicklung in Fallout 4 nicht schon genug motivieren, kann man auch Stunden damit verbringen, Siedlungen aufzubauen und zu gestalten. Ja, Fallout 4 motiviert mehr, kreativ tätig zu werden, als andere Spiele. Dabei hätten wir uns teilweise noch mehr Möglichkeiten gewünscht, beispielsweise, auch funktionierende Häuser abzureißen oder Türen in bestehende Häuser einzubauen. Solche Kleinigkeiten verweigert der ansonsten exzellente Editor (Baumenü) häufig, da Einzelteile nicht zusammenpassen. Dennoch bietet das Baumenü jede Menge Möglichkeiten, die Unterkünfte zu gestalten, wobei jederzeit Einheiten wie verfügbare Betten, verfügbares Essen und die Möglichkeit, an sauberes Wasser zu kommen, im Auge behalten werden müssen. Zwar ist es häufig eher leicht, diese Dinge im grünen Bereich zu halten, dennoch ist allein der Aufbau der Siedlungen schon beinahe so umfangreich wie andere Spiele im Ganzen.

Das Crafting an der Ausrüstung ist von Grund auf weniger bockig: Waffen und Rüstungen dürfen umfassend angepasst werden, was jedoch auch wieder von eurer Charakterentwicklung abhängig ist. Es juckt schon zu Beginn des Spieles in den Fingern, beispielsweise die „Schmied“-Fähigkeiten auszubauen, die die Modifikation von Nahkampfwaffen ermöglicht. Für Fernwaffen benötigt ihr eine andere Fertigkeit, sodass ihr auch hier entscheiden müsst, was ihr wollt bzw. wie ihr am liebsten spielt. Waffen und Ausrüstung sind in Fallout 4 übrigens fast in der Überzahl verfügbar, da man auch von Feinden alles mitnehmen kann. Bald werdet ihr das Zeug liegenlassen, denn: Wer soll das alles tragen? Die Auswirkungen eures Craftings sind dagegen direkt spürbar und ermöglichen eine geniale Anpassung an den eigenen Spielstil.

Ansonsten könnt ihr mehr oder weniger Zeit mit dem Aufbau der Siedlungen verbringen: Im Rahmen der Missionen sind die einzelnen Orte häufig schnell abgehakt, doch wer sich die Mühe macht, seine zahlreichen Ressourcen zu nutzen, die einzelnen Siedlungen auszubauen und die Leute zufriedenzustellen, wird die Effekte davon sehen: Schnell sammeln sich neue Bürger und ihr gewinnt neue Kontakte, neue Handelsmöglichkeiten, neue mögliche Begleiter.

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Das Bauen der Siedlungen ist ein ganz eigenes Kapitel - Und sehr gelungen.


Ist das Ödland öde?

Ja, man ist schon froh, nicht alleine im Ödland unterwegs zu sein. Wir würden euch raten, bald einen anderen Begleiter als den Hund zu wählen, der von allen Begleitern nicht nur die dämlichste KI besitzt, sondern auch die geringste Stärke. Nichtsdestotrotz kämpft insbesondere die Begleiter-KI mit teils eklatanten Schwächen. Da das Spiel die Position der Begleiter nicht immer dauerhaft ordentlich berechnet, gehen sie ganz gerne mal verloren, nur um dann irgendwo wieder zu spawnen – Wenn’s dumm läuft inmitten einer Gruppe von Gegnern, sodass ihr entdeckt werdet. Dumm gelaufen! Manchmal verwickelt man sich durch die KI ohnehin in vertrackte Situationen, da Gegner und Begleiter komplett verschwunden und/oder in einer Dauerschleife gefangen sind – Gut, wer einen halbwegs aktuellen Spielstand zur Hand hat!

Mal abgesehen davon, die wichtigste Frage: Ist das Ödland öde? Nein, definitiv nicht. Hin und wieder würde man sich an einigen Orten zwar mehr Ereignisse wünschen, aber es ist ja nur realistisch, dass in einer postapokalyptischen Welt nicht überall was los ist. Dafür wird man anderen Stellen umso mehr entlohnt: Die Spielwelt strotzt nämlich nur so vor erkundbaren Orten, verfügbaren Quests, NPCs, die mit euch reden wollen und Möglichkeiten, euer Können unter Beweis zu stellen. Widersacher sind nämlich ebenso zahlreich.

Die Erkundung der Spielwelt greift wieder nahtlos in die anderen Elemente über: Nichts, was man in Fallout 4 tut, ist in irgendeiner Form sinnlos. Ganz im Gegenteil, wer auf die Spielwelt achtet, kann Mechanismen oder Techniken ausnutzen, kann sogar ausweglos scheinende Probleme ganz problemlos lösen, indem man beispielsweise Terminals hackt und Geschütztürme deaktiviert oder Ähnliches. Fallout 4 hält bei allem viele Möglichkeiten offen – Es kommt nur darauf an, was ihr mit diesen anstellt.

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Das Hacken von Terminals ist eine anspruchsvolle und willkommene Abwechslung


Made by Bethesda

Ein bisschen eingeschränkt wird diese große Freiheit dadurch, dass viele Schauplätze von der offenen Welt abgetrennt sind und dann an sich häufig sehr linear ausfallen. Egal, ob es die Basis einer bestimmten Fraktion ist oder ein Krankenhaus, das gesäubert werden soll: Diese Areale sind nicht ohne Ladebildschirm betretbar, was ein wenig schade ist. Ob man die komplette Spielwelt nicht auch komplett offen hätte umsetzen können, vermögen wir nicht zu sagen, doch es hätte für noch mehr Stimmung gesorgt. Eine andere Möglichkeit wäre gewesen, die einzelnen Levels weniger schlauchig zu gestalten. Besonders blöd wird’s dann, wenn am Ende eines solchen Levels ausgerechnet ein Elitegegner lauert, den man zum aktuellen Zeitpunkt einfach nicht besiegen kann. Dann muss man den ganzen Weg zurücklatschen und hoffen, den Weg nach draußen zu finden, da auch die Schnellreise aus den „Instanzen“ heraus nicht geht. Somit hat Fallout 4 teilweise auch ein relativ hohes Frustpotential, da man manchmal von solchen Dingen auch einfach überrascht wird.

Überhaupt wirken manche Designentscheidungen hinsichtlich des Auftragsverlaufs ein klein wenig unglücklich: In manchen Strängen wird man in Fallout 4 viel zu schnell mit einem viel zu schwierigen Auftrag konfrontiert, während andere Stränge dauerhaft sehr leicht ausfallen. Das ist etwas ärgerlich, aber es gibt ja zum Glück immer genügend Alternativen. Es gibt eben nur überhaupt keinen Anhaltspunkt, wie schwer ein Auftrag in etwa ist.

Bezogen auf unser gesamtes Spielerlebnis mit Fallout 4 sind es andere Schwächen, die uns mehr gestört haben, und die teilweise Bethesda-Fans durchaus bekannt vorkommen dürften. Grundsätzlich kämpft auch Fallout 4 wieder mit Problemen bei der Übersetzung. Einzelne Kleinigkeiten wurden vergessen zu übersetzen, andere unpassend ins Deutsche übertragen. Hin und wieder zeigt sich das in erster Linie bei Dialogoptionen, da die angezeigte Phrase nicht unbedingt darauf schließen lässt, was unsere Figur gleich sagen wird. Solche Dinge sind ärgerlich und verpatzen einem unter Umständen das Gespräch.

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Seht ihr den Gegner dort stecken? Fehler & Probleme gibt es viele.


Ansonsten formulieren wir vorsichtig: Fallout 4 ist ziemlich verbuggt. Das heißt zwar nicht, dass es unheimliche viele Fehler im Spiel gibt und einem alle paar Meter etwas Neues ins Auge springt. Nein, so ist es nicht: Insgesamt spielt sich Fallout 4 äußerst rund. Doch es gibt viele größere Probleme, wie bei uns immer wieder auftraten und ziemlich ärgerlich sind.

So bockt regelmäßig beispielsweise die Steuerung: Bei schnellen Eingaben hängt sich alles auf und die Figur läuft kurz unkontrollierbar nach links. Nach wenigen Augenblicken funktioniert dann alles weiter. Darüber hinaus vergisst das Spiel nach der Arbeit an Werkbänken oft, die Ansicht wieder umzuschalten, wodurch auch keinerlei Interaktionen möglich sind. Der manuelle Perspektivenwechsel hilft hier weiter. Auch die Kameraeinstellung in der Third-Person-Ansicht geht häufig verloren – Ärgerlich.

Ein weiterer großer Knackpunkt sind die Dialoge, die manchmal verbuggt sind. Selten lösen sie nicht aus, obwohl sie auslösen sollten, manchmal hängen sich NPCs auf. Ab und zu überlagern sich Tonspuren, während wir ein anderes Mal sekundenlang ohne Interaktionsmöglichkeiten auf einen Dialog starren, bevor er weitergeht. Hier fragen wir uns, ob möglicherweise Antwortmöglichkeiten unsererseits vergessen wurden. Da helfen dann auch die hochwertigen Synchronsprecher nicht immer weiter.

Das Fehlerrepertoire von Fallout 4 fällt insgesamt noch etwas größer aus. Für die Größe des Spieles ist die Anzahl der Fehler zwar annehmbar, dennoch sind einige der Probleme so ausgeprägt und auffällig, dass die Qualitätssicherung sie eigentlich hätte entdecken sollen. Schade!

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Der Atmosphäre tun die Fehler keinen Abbruch.


Fast überzeugende Technik

Im Vorfeld der Veröffentlichung haben ja viele Spieler Bedenken bezüglich der technischen, insbesondere aber der grafischen Qualität von Fallout 4 geäußert. Abgesehen von den bereits angesprochenen Fehlern können wir sagen, dass wir mit Fallout 4 insgesamt viel zufriedener sind als mit anderen Spielen der aktuellen Konsolengeneration.

Fallout 4 sieht zwar an manchen Stellen tatsächlich nicht gerade umwerfend aus und erinnert sogar bisweilen an ein Remastered-Spiel der letzten Generation, doch an anderen Stellen spielt die Grafikengine durchaus auch ihre Stärken aus, so zum Beispiel bei Nacht oder bei Sonnenaufgang. Diverse Effekte sorgen für eine unheimlich starke Atmosphäre und insgesamt für einen optisch guten Eindruck. Davon abgesehen hat Fallout 4 kaum mit Kantenflimmern zu kämpfen, was uns im Vergleich zu vielen anderen Titeln sehr angenehm aufgefallen ist.

Auch durch die solide Soundkulisse würden wir Fallout 4 eigentlich insgesamt den Stempel „sehr gut“ im Bereich Grafik und Sound verpassen, doch leider gibt es auch hier mehrere Probleme, die – Überraschung – Bethesda-Fans mal wieder bekannt vorkommen dürften. So kommt es bei uns in unregelmäßigen Abständen zu größeren Bedenkpausen des Spieles, also Freezes. Es geht zwar immer weiter, doch Spieler von Skyrim und Co. wissen, dass diese Probleme in der Regel mit zunehmender Spielzeit schlimmer werden. Darüber hinaus setzen auch die Soundeffekte zwischendurch ganz gerne mal aus, um dann auf einen Schlag abgespielt zu werden. Davon abgesehen bricht manchmal auch die Bildrate ziemlich heftig ein – Doch nicht nur unbedingt dann, wenn viel los ist auf dem Bildschirm, sondern manchmal auch ohne erkennbaren Grund.

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Fazit: Auf ins Ödland

Fallout 4 ist im Prinzip eine umwerfende Spielerfahrung. Rein von der Anzahl und der Qualität der Spielelemente her haben wir hier das Spiel dieser Generation vor uns, dass uns bislang am meisten beeindruckt hat. Die Entwickler haben unheimlich viele absolut stimmige Elemente in ein großartiges Gesamtpaket gepackt, das wie aus einem Guss wirkt. Hier wird so unheimlich viel miteinander vereint, dass sofort erkennbar ist, dass Fallout 4 unzählige Stunden fesseln kann, sei es die großartige Charakterentwicklung, das motivierende Crafting oder die genialen Möglichkeiten, Siedlungen zu errichten. Dabei wurden auch grundsätzliche Elemente wie die Spielwelt, die zahlreichen Missionen oder das solide Gunplay, auf das wir in dieser Review gar nicht richtig eingehen konnten, natürlich nicht vergessen.

Betrachtet man dann seine komplette Spielerfahrung, wird all das Großartige in Fallout 4 durch einige größere Fehler teilweise ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Das heißt keineswegs, dass Fallout 4 absolut verbuggt ist. Doch Fans von Bethesda wissen: Glitches… Glitches bleiben immer gleich. Und so wird Fallout 4 von mehreren größeren Problemen geplagt, die sich durchs ganze Spiel ziehen. Wirkt sich die schwache Übersetzung noch nicht aufs Spielgeschehen aus, so sind KI-Aussetzer ebenso ärgerlich wie die mitunter extrem bockige Steuerung, Probleme mit der Kamera oder Bugs innerhalb der Dialoge mit den NPCs. Diese Fehler sind häufig so auffällig, so regelmäßig und so leicht zu reproduzieren, dass sie der Qualitätssicherung definitiv hätten auffallen müssen. Hätte man sie rechtzeitig zum Launch behoben, wäre Fallout 4 nicht nur ein sehr gutes, sondern ein großartiges Spiel geworden. So oder so: Wer eine umfassende Spielerfahrung sucht, die zwar in manchen Teilen vertraut bis ein wenig veraltet wirkt, in großen Teilen aber der aktuellen Konsolengeneration völlig gerecht wird, sollte bei Fallout 4 unbedingt zugreifen.

Pro Contra
+ Höchst motivierend: Tolle Charakterentwicklung, umfassendes Crafting - Mieser Einstieg
+ Umfangreicher Siedlungs-Aufbau - Viele größere und wiederkehrende Bugs
+ Vollkommen runder Gesamteindruck aller Spielelemente - Steuerung häufig bockig
+ Unheimlich viele Möglichkeiten in der Spielwelt – Nutzt sie! - Freezes, Soundaussetzer, Framerateeinbrüche
+ Zahlreiche Missionen, Nebenaufträge, Aktivitäten - Dialogoptionen manchmal nicht nachvollziehbar
+ Gute Atmosphäre - Probleme mit der Übersetzung
+ Sehr ruhiges Bild
+ Umfangreiche Charaktererstellung zum Spielbeginn


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Technik: 83
  • Grafik: 83
  • Sound: 85
  • Umfang: 100
  • Gameplay: 88
  • KI: 59

Spielspaß: 88

Singleplayer:
  • Story: Fallout 4 bietet viele manchmal unabhängige, manchmal gekonnt verknüpfte Storys. Die persönliche Geschichte zieht zu Beginn nicht so gut wie erhofft.
  • Frustfaktor: Stellenweise vorhanden, da die Schwierigkeit einzelner Passagen manchmal nicht nachvollziehbar ist, manche Abläufe etwas ungeschickt sind und man hin und wieder von fiesen Stellen überrascht wird.
  • Wiederspielwert: Unheimlich groß. Fallout 4 sind quasi keine Grenzen gesetzt.
  • Design/Stil: Sehr gelungen und wie aus einem Guss.
  • Musik: Insgesamt rundum gelungen. Soundaussetzer stören das Gesamtbild.

Informationen zum Testgerät
Plattform: Xbox One
Edition: Standard (500GB), ohne ausgetauschte Hardware
Hardware: Titel installiert auf externer USB 3.0 Festplatte (2 TB)
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 1 Jahr


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Re: Fallout 4 (Xbox One) im Test – Das Ödland ruft

Beitragvon Amahagene » Mo 9. Nov 2015, 19:20

Super Artikel, aber VÖ ist offiziell sm 12.11. und nicht am 10.11. ;)
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Re: Fallout 4 (Xbox One) im Test – Das Ödland ruft

Beitragvon Vaalle » Mo 9. Nov 2015, 20:13

Amahagene hat geschrieben:Super Artikel, aber VÖ ist offiziell sm 12.11. und nicht am 10.11. ;)


Wo hast du denn diese Fehlinformation her? :D Außer du trollst wieder herum :P 10.11.15 ist richtig, selbst der offi. Twitter Account schreibt noch was von 1 Tag etc :D
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Re: Fallout 4 (Xbox One) im Test – Das Ödland ruft

Beitragvon Amahagene » Mo 9. Nov 2015, 20:15

Mein Fehler ist mir gerade aufgefallen, ich und mein mieses Zeitgefühl :laugh:
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