Disgaea PC (Steam) im Test - Wer ist hier der Kronprinz der Hölle?!

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
Deadlock21
NPC
Beiträge: 14
Registriert: Sa 12. Sep 2015, 15:36
Zocker-Vorliebe: PC und Konsole - Multi-Künstler
Hat sich bedankt: 3 Mal
Danksagung erhalten: 13 Mal

Disgaea PC (Steam) im Test - Wer ist hier der Kronprinz der Hölle?!

Beitragvon Deadlock21 » Mo 7. Mär 2016, 19:38

Endlich ist Disgaea für den PC erschienen. Disgaea ist eine Videospiel-Reihe die dem taktischen Rollenspiel zugeordnet werden kann. Die Reihe wurde von Nippon Ichi Software erstmals 2003 für die Playtation 2 entwickelt und ist das erfolgreichste Machwerk der Entwickler. Es gibt zu Disgaea sogar einen Manga und einen Anime. Die Reihe wirbt vor Allem mit ihren sympatischen Antihelden und dem knackigem, schweren Gameplay. Wer den Titel auf der Playstation gespielt hat, wird Freude an der PC-Version haben. Leider gibt es auch die eine oder andere Macke.

Bild



Der Prinz der Hölle erwacht!

Das Spiel beginnt mit einer sarkastischen, bitterbösen Einleitung, in der wir erfahren, dass der Herrscher der Hölle gestorben ist, was sein Sohn Prinz Laharl allerdings gekonnt verschlafen hat. Um etwa 2 Jahre. Natürlich haben sich das die bösen Typen zu nutze gemacht und ein paar Unruhen verursacht. Laharl wird um seinen Thron kämpfen müssen. Immerhin ist er der einzig wahre Thronerbe.
Die Story ist grandios. Ein bissiger Kommentar jagt den Anderen. Die Charaktere hass-lieben sich bis aufs Blut und manchmal scheinen sie sich an die Gurgel springen zu wollen. Dennoch bauen wir schnell eine Sympathie zu den Charakteren auf und es ist keiner dabei, der wirklich nervig ist.

Bild



Möglichkeit und Drumherum

Das Spiel wirbt mit 40 einzigartigen Charaktertypen, die lächerlich stark gelevelt werden können und dementsprechend extremen Schaden austeilen. Bis es soweit ist braucht man Geduld. Das Tutorial zieht sich wie Kaugummi. Zwar ist es genau so böse, wie die restlichen Dialoge, aber wir mussten uns durchbeissen. Auch danach geht es eher langsam vorran, bis man endlich mal in die hohen Level und zu der lohnenswerten Ausrüstung kommt. Durchhaltevermögen ist gefragt.
Zu dem Tutorial mit Kaugummi-Charakter kommt Unverständlichkeit dazu. Das Spiel wirbt mit Geo-Panels und Effekten. Diese Geoartefakte bewirken auf farbigen Feldern Effekte, wie +5% HP. Die Steine können aber auch zerstört werden und dadurch Schaden verursachen und Panele umfärben. Leider wird im Tutorial versäumt das ganze vernünftig zu erklären. Gut, nach herumprobieren war noch nicht alles verstanden, aber das klappt schon irgendwie? Das Tutorial meinte dazu nur: Ja, das mit den Geos ist schwierig, wenn du es nicht verstehst, dann ignorier es einfach. Ehm....Danke?
Ein weiteres Feature, das hoch angepriesen wird ist Hochheben und Wegwerfen. Ist das sowas besonderes, dass man es in der Spielebeschreibung erwähnen muss? Egal, es macht Spass. Gegner hochheben und auf andere Gegner werfen ist grandios. Es macht Schaden und man wird den Gegner los, der im Weg steht. Auch Verbündete können geworfen werden, die nehmen dann jedoch auch Schaden und diese knuffeligen Pinguine "Prinnies" explodieren sogar. Kein Problem, bis zu 10 Verbündete können eine Map betreten und Verletzte können im Krankenhaus geheilt werden. Das ist sogar gut. Zwar kostet es Geld, aber wenn eine bestimmte Anzahl an Schadenspunkten geheilt wurden, winken sogar Belohnungen.
Besonders gefallen hat uns das System der Verbündeten. Laharl und die Bezaubernde Etna sind im Team, die anderen Plätze können mit Kreaturen gefüllt werden, die man durch Mana erschafft. Je mehr Mana zur Verfügung steht, desto besser ist die Kreatur. Für 20 Mana bekommen wir -5 Punkte und müssen die Basiswerte sogar verschlechtern, für 300 Mana +20 Punkte. Natürlich kosten große Kreaturen mehr als Kleine. Auf speziellen Maps kann man Grinden um Items und Gefährten auf zu Leveln. Das Grinden macht teilweise mehr Spaß, als regulär weiter zu spielen.

Bild



Kleine Macken und Probleme?

Das Spiel kann mit Maus und Tastatur, oder mit dem Controller gespielt werden. Angenehmer ist allerdings die Tastaturvariante, da die Steuerung mit dem Controller nicht Optimal funktioniert. Die Steuerung mit Tastatur und Maus dagegen ist nervig und umständlich. Am besten ausprobieren, womit man besser klar kommt. Wo schon das zweite Problem liegt. Die statische Kamera kann um 90 Grad geschwenkt werden. Es gibt 4 Mögliche ansichten auf das Spielfeld, allerdings auch nur dann, wenn man sich in der Planungsphase befindet. Danach ist die Kamera fix. Häufig kommt es daher vor, dass Bereiche durch wände verdeckt sind und Gegner schlichtweg übersehen werden. Auch mit den Layern der Welt stimmt manchmal etwas nicht, so kann es aussehen, dass Laharl optisch unter einem Morgenstern steht, wo er doch dahinter sein sollte. Auch passiert es, dass Laharl an einer Kante hängen bleibt, 2 Schritte weiter aber drüber laufen kann.
Das Menü bietet verschiedene Möglichkeiten, die Bildschirmeinstellungen grafisch anzupassen, wie zum Beispiel Umgebungsschärfe, oder Schatten, ein oder aus zu schalten. Ist alles eingeschaltet gehen die FPS in Zwischensequenzen rapide runter und die Welt sieht verwischt,verzehrt und unsauber aus. Irgendwie schäbig. Schaltet man diese Optionen aus, flackert das Bild. Das Spiel ist auch schon abgestürzt, also: regelmäßig speichern!
Der Soundtrack dudelt vor sich hin. Die Stücke passen zwar, sind aber weder erinnerungswürdig noch nervig.

Bild



Für wen ist das Spiel nun?

Disgaea PC richtet sich vorallem an die Community, die das Spiel schon auf der Konsole gespielt und geliebt hat, wobei die Möglichkeiten durchaus größer gewesen wären. Aus dem neuen Port hätte so viel gemacht werden können, denn die grafische Verbesserung ist tatsächlich eher ein "Meh". Auch Taktik-Spieler können sich mit Disagea PC anfreunden, wenn sie die Lust und Toleranz haben, sich rein zu fuchsen. Gegebenfalls muss das Tutorial öfter gespielt werden. Das Spiel erfordert devinitiv Durchhaltevermögen um wirklich in den vollen Genuss der Features zu kommen.

Pro Contra
Aufheben und Werfen macht unglaublich Spaß! Erfordert Durchhaltevermögen.
Dieser böse, böse Humor...
Ansich ganz hübsch... ...und gleichzeitig schäbig und schlecht umgesetzt.
Passender Soundtrack, der nicht nervt. Steuerung inoptimal.
Freiheiten in der Entwicklung der Charaktere/Partie Kameraeinstellung ineffizient.




Technik: 68
Bild

  • Grafik: 50
  • Sound: 80
  • Umfang: 85
  • Gameplay: 65
  • KI: 60

Spielspaß: 75
Einzelspieler
  • Story: Bekannte Story, aber so gut umgesetzt.
  • Frustfaktor: Niedrig, Grinden macht sogar Spaß.
  • Wiederspielwert: Wenn einmal der Knoten geplatzt ist, mittel.
  • Design/Stil: 2D-Grafiken, ein wenig Retro, ganz nett.
  • Musik: Nichts besonderes.


Testgerät: ASUS Desktop PC M32BF_K30BF
Hardware: AMD A10-7800 Radeon R7, 12 Compute Cores 4C+8G 3,50 GHz
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 12 Monate
Dateigröße des Spiels: 2 GB
Keep calm and keep climbing!

Tags:
Advertisement

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 1 Gast