Bridge Constructor Stunts (Steam) im Test – Knapp daneben ist auch vorbei

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Bridge Constructor Stunts (Steam) im Test – Knapp daneben ist auch vorbei

Beitragvon thomary » So 13. Mär 2016, 16:21

Die Brücke fertigbauen, damit danach ein LKW mit bedächtigem Tempo darüberfahren kann, wie wir es mit dem Bridge Constructor auf der Xbox One erlebt haben – Diese Zeiten gehören mit Bridge Constructor Stunts der Vergangenheit ein. ClockStone setzt bei diesem Ableger auf mehr Aktivität, mehr Action, mehr Effekte. Ob uns das überzeugen konnte, verrät der Test des Steam-Titels.

Du fährst!

Im Vergleich zu den Serienvorläufern rüttelt Bridge Constructor Stunts vor allem an einer Grundfeste der Reihe: Ihr baut dieses Mal nicht nur die Brücken, sondern ihr steuert im Anschluss auch noch die Fahrzeuge drüber!

Korrektur Eins: Von „Brücken“ kann meistens keine Rede sein, denn echte Brücken baut ihr im Bridge Constructor Stunts nicht. Stattdessen stellt ihr hauptsächlich Rampen und halbe Loopings zusammen, um das Gefährt irgendwie zum Ziel zu bekommen. Korrektur Zwei: „Steuern“ heißt im Wesentlichen: Beschleunigen. Und Bremsen. Und Stunts ausführen!

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Mist!


Liegt es an der Brücke – Oder an mir?

Die Kombination der beiden Spielelemente bedeutet, dass der Anspruch von Bridge Constructor Stunts deutlich höher liegt als in den anderen Ablegern, und das, obwohl euch der Titel noch bis weit in die Kampagne hinein behutsam an neue Spielmechaniken heranführt.

Tatsächlich führen dieses Mal aber mehrere Wege zum Ziel, denn nur, weil ihr es nicht ans Ziel schafft, heißt das nicht unbedingt, dass euer Bauwerk nicht gut ist. In den bisherigen Bridge Constructor Spielen bedeutet ein Scheitern, dass ihr umbauen müsst. Dieses Mal kann es auch einfach sein, dass ihr einfach ein bisschen anders fahren müsst.

Nun ist die Steuermechanik eigentlich wirklich sehr leicht, aber eben doch anspruchsvoll: Das Fahrzeug, zunächst ein Abschleppwagen, kann nämlich nicht gelenkt, sondern nur mit Pfeiltaste links beschleunigt und Pfeiltaste rechts abgebremst werden. In der Luft bedeuten die beiden Tasten, dass ihr euch vorwärts oder rückwärts dreht bzw. überschlagt und somit Saltos ausführen könnt.

Wer jetzt denkt: Pfeiltaste drücken, Augen zu und durch, der irrt: Häufig entscheiden kleine Nuancen über Erfolg und Misserfolg. Also: Pfeiltaste im richtigen Moment loslassen, sodass das Fahrzeug beim Absprung die richtige Geschwindigkeit hat, dann geschickt Saltos ausführen, um wieder erfolgreich zu landen. Hier ist teilweise echtes Fingerspitzengefühl gefragt – Orientieren kann man sich an der Geschwindigkeitsanzeige am unteren Bildschirmrand. Man kann sagen: Bridge Constructor Stunts kombiniert zwei Genre miteinander.

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Vorgefertigte Konstruktionen nerven teilweise.


Zeit zu grübeln

Und so sind die zunächst einfach aussehenden Level in Bridge Constructor Stunts teilweise mit stundenlanger Grübelarbeit verbunden, denn man feilt eben parallel an zwei Dingen: Immer wieder ändert man Kleinigkeiten in seinen Konstruktionen, um dann auf verschiedene Weisen zu probieren, erfolgreich über die Baustelle fahren zu können.

Häufig haben uns die schon gebauten Konstruktionen in den Levels genervt, da sie für uns oft unbrauchbar waren. Also: Abreißen und neu errichten. Die Ansatzpunkte, an denen man Konstruktionen beginnen kann, sind häufig eher rar, zudem gibt es auf vielen Maps auch Verbotspunkte, wo nichts gebaut werden darf. Hin und wieder steigt so also auch das Frustpotential, und man darf definitiv nicht allzu schnell die Geduld verlieren!

Wer in den Levels dann noch Dinge wie die verteilten Schrauben und Sterne einsammeln will, muss noch mehr grübeln, kann jedoch beim Bauen abenteuerlicher Konstruktionen auch möglichst viele Punkte durch die ausgeführten Stunts, Sprünge und durch die angerichtete Zerstörung machen. Gerade die verteilten explosiven Fässer sorgen für eine effektreiche Stimmung – Aber Vorsicht: Nicht selbst Feuer fangen! Und wenn doch, das Ziel erreichen, bevor ihr explodiert. Entscheidend ist, die Zielflagge zu erreichen, egal, in welchem Zustand.

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Bäm!


Schon freigeschaltet?

Mit der Zeit kommen natürlich noch weitere Materialien wie die Stahlseile hinzu, um die Komplexität zu steigern. Des Weiteren darf man auch andere Fahrzeuge steuern, was teilweise auch witzig ausartet: Einzelne Teile des Fahrzeugs können nämlich die Sammelobjekte einsammeln und prinzipiell reicht es euch, wenn die zuvor abgesprengten Fronträder ins Ziel rollen – Level geschafft! Ob das so gedacht war oder in die Kategorie Bugs zu stecken ist, sei mal dahingestellt – Witzig ist es allemal.

Bridge Constructor Stunts ist für uns Bridge Constructor, wie er schon gerne früher hätte sein können. Eher witzig denn ernst, eher actiongeladen als trocken. Für lange Spielsitzungen motivierend ist der Titel aber trotzdem eher weniger, zumal man die fünf Kampagnen dann auch recht schnell durchgespielt hat. Bridge Constructor Stunts bietet sich ebenso wie die anderen Ableger für eine nervenaufreibende Runde zwischendurch an, und da merkt man auch, dass auch dieser Titel sein Debüt auf Smartphones feierte. Auch wenn man durchaus einige Stunden beschäftigt ist, könnte der Preis von 9,99€ für die gebotene Leistung vielleicht dem einen oder anderen zu hoch sein.

Fazit: Grübeln auf neuem Niveau

Bridge Constructor Stunts ist nicht nur deutlich actionreicher als die bisherigen Serienableger, sondern kombiniert das Brücken- bzw. Rampenbauen auch noch mit dem aktiven Steuern der Fahrzeuge. Dadurch vereint man quasi nicht nur zwei Genre, sondern schraubt auch den Anspruch des Ganzen gehörig nach oben. Brücke umbauen oder einfach nur besser steuern? Es gibt nun zwei Ansatzpunkte, um die eigene Leistung in Bridge Constructor Stunts zu verbessern. Für eine Runde zwischendurch macht Bridge Constructor Stunts somit ein wenig mehr Spaß als die vorherigen Ableger und lädt mitunter zum längeren Grübeln ein. Viel mehr ist aber trotzdem nicht drin - Bridge Constructor Stunts ist eben erkennbar eine Mobile-Umsetzung, was auch am eher knappen Umfang erkennbar ist.

Pro Contra
+ Gute Genrekombination - Vorgefertigte Konstruktionen nerven
+ Bauen und Fahren laden zum Grübeln und experimentieren ein... - ... trotzdem nichts für längere Spielsitzungen
+ Sammelobjekte sorgen für weitere Experimente - Geduld notwendig und mitunter hohes Frustpotential
+ Behutsame Einführung der Spielelemente


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Technik: 66

  • Grafik: 64
  • Sound: 68
  • Gameplay: 71
  • Umfang: 59

Spielspaß: 66

Einzelspieler :

  • Wiederspielwert: Okay – Für die Sammelobjekte kehrt man auch nochmal in die Level zurück. Der Umfang ist aber nicht allzu üppig.
  • Frustfaktor: Stellenweise durchaus vorhanden. Ansonsten ist teils viel Geduld und Experimentierfreude notwendig.
  • Design/Stil: Nicht berauschend, aber solide und technisch okay.
  • Musik/Sound: Musik und Soundeffekte gehen in Ordnung.

Informationen zum Testgerät
Intel Core i5-3470 (3.20Ghz)
8,0GB RAM
Radeon HD 7990 (3GB)
Titel installiert auf 2TB-Festplatte (7.200 U/min)
Windows 10 Professional (64 bit)

Wir bedanken uns bei Headup Games für die Bereitstellung des Downloadcodes zu Bridge Constructor Stunts!

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