Final Fantasy Explorers (3DS) im Test – Story über Bord, Schlachten ahoi!

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Final Fantasy Explorers (3DS) im Test – Story über Bord, Schlachten ahoi!

Beitragvon thomary » Mo 4. Apr 2016, 16:47

Bis die Final Fantasy Hauptreihe Ende September mit Final Fantasy XV fortgesetzt wird, müssen sich die ohnehin schon sehr ausdauernden Spieler immer noch eine Weile gedulden. Wer im Besitz eines 3DS ist, kann jedoch schon seit geraumer Zeit mit Final Fantasy Explorers einen Abstecher ins bekannte Rollenspieluniversum machen. Ob sich das lohnt, verrät unser Test.

Pure Kristall- und Monsterjagd

Final Fantasy steht wohl schon immer für eine dichte und umfassende Story, vor allem, wenn wir an die großen Serienableger denken – Doch Final Fantasy Explorers macht damit Schluss. Vor allem eine Story rund um eure Spielfigur, die ihr euch zum Spielbeginn selbst erstellt, braucht ihr nicht erwarten. Ihr seid einer unter vielen Abenteurern, die auf die Insel Amostra kommen, um sich dort auf die Jagd nach Kristallen zu begeben. Dabei konfrontiert werdet ihr mit allerlei Monstern, bis hin zu den Beschwörungen Ifrit und Co., die besondere Herausforderungen für die Abenteurer darstellen.

Euer Fortschritt in Final Fantasy Explorers kommt vor allem questbasiert zustande – Im zentralen Dorf könnt ihr immer neue Aufgaben annehmen und dann in die Spielwelt aufbrechen, die aus abgetrennten, aber miteinander verbundenen Gebieten besteht. Wer schon einmal Monster Hunter gespielt hat, weiß, was euch mechanisch so in etwa erwartet.

Beim Besiegen der Monster sammelt ihr natürlich automatisch jede Menge Materialien ein, aus denen sich beim Händler dann Waffen, Rüstungen und sonstige Accessoires herstellen lassen – Die dank Sockeln auch individuelle angepasst werden können. Eure Aufgaben sind indes meistens recht ähnlich gestrickt und drehen sich um das Erledigen von Monster oder das Sammeln von Dingen, was manchmal wiederum das Erledigen von Monstern voraussetzt. Alle Missionen sind mit einem Zeitlimit versehen, was nur später im Spiel mal etwas knapper bemessen ist, in erster Linie aber nur dann Schwierigkeiten macht, wenn ihr zwischendrin ins Gras beißt: Habt ihr keine Phönixfeder dabei, könnt ihr euch für einige Minuten der Missionszeit wiederbeleben lassen. Solltet ihr euch für die Rückkehr in die Stadt entscheiden, ist die Mission zwar nicht geschafft, bisher Gesammeltes bleibt aber vorhanden.

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Flexible Heldenentwicklung

Die größte Stärke von Final Fantasy Explorers ist, dass man sich bei der Heldenentwicklung richtig schön austoben kann – Bei mehr als 20 verfügbaren Klassen, die Final Fantasy Spielern beispielsweise aus den MMO-Ablegern bekannt sind, gibt es nicht nur so schon genügend Vielfalt, sondern es darf auch untereinander kombiniert bzw. die einzelnen Klassen nach eigenen Wünschen angepasst werden. Im Kampf durch Kristallenergie ausgelöste Modifikationen der Fertigkeiten können dauerhaft gespeichert werden und erweitern die Attacke beispielsweise um Elementareffekte.

Neue Fertigkeiten kauft ihr in der Stadt mit gesammelten Crystal Points, wobei ihr theoretisch auch klassenfremde Fertigkeiten kaufen und ausrüsten könnt, eure Klasse aber auch jederzeit wechseln könnt, aber immer nur die aktive Klasse levelt. Bei der nötigen Ausrüstung, die man für jede Klasse wechseln muss, kann schnell mal der Überblick verloren gehen – Zum Glück kann man die fertigen Charaktermuster in 20 Slots speichern, sodass der Wechsel ohne lästiges Herumgeklicke im Inventar vonstattengeht.

Nett ist auch, dass man sich schon früh im Spiel Monster züchten und trainieren kann – Vor allem für die, die nicht mit anderen Spielern lokal oder online zusammenspielen wollen ist das eine sehr nette Angelegenheit, die zudem ziemlich motivierend ist – Was man von vielen anderen Teilen von Final Fantasy Explorers leider nicht behaupten kann.

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Schwieriges Zusammenspiel

Der Koop-Modus soll eigentlich das Herzstück von Final Fantasy Explorers sein – Tatsächlich macht der Titel im Zusammenspiel auch mehr Spaß als alleine, vor allem dann fällt aber auf, dass es kaum echte Herausforderungen in Final Fantasy Explorers gibt. Die meisten Missionen und Gegner sind sogar alleine eher fad.

Eigentlich ist der Grundstein für ein unkompliziertes Zusammenspiel auch gelegt und die Partien laufen meist stabil – Aber erstens mangelt es meistens an Mitspielern, wofür Final Fantasy Explorers eigentlich nichts kann... Jedoch macht das Spiel das Zusammenspiel auch nicht gerade einfach: Zwar kann theoretisch jeder mit jedem zusammenspielen, unabhängig vom eigenen Quest- oder Levelforschritt, jedoch tritt man viel zu oft völlig sinnlos Lobbys bei, da man sich unnütz dorthin begibt, wenn die restliche Gruppe bereits zur Quest aufgebrochen ist.

Dann heißt es, dass man erst eine Quest annehmen müsse, bevor man die Stadt verlässt – Die von der restlichen Gruppe angenommene Quest wird also nicht auf die eigene Figur übertragen. Dann bleibt einem höchsten warten, bis die anderen wieder zurückkehren, aber wie lange das dauert, kann man nicht erahnen, so, wie einem das Spiel in der Lobbysuche auch nicht verrät, dass die gefundene Gruppe schon unterwegs ist. Das macht die Spielersuche, wenn man nicht gerade mit Freunden spielen will, unnötig kompliziert, zeitaufwendig und frustig... Schade!

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Diese Grafik listet die Standardklassen


Technische Unterklasse

Die fehlende Herausforderung und das schwierige Zusammenspiel nagen intensiv an der Langzeitmotivation von Final Fantasy Explorers, trotz so gelungener Elemente wie der Charakterentwicklung oder des Monsterzüchtens. Auf Dauer kann auch die Möglichkeit, die Quests mit bestimmten Modifikatoren zu belegen, noch für Herausforderung sorgen, jedoch gibt es hier auch keine weiter interessanten unterschiedlichen Herausforderungen, sondern im Wesentlichen immer dieselben.

Die technische Seite von Final Fantasy Explorers macht die Misere auch nicht unbedingt besser – Während die Musikuntermalung noch ziemlich gut gelungen sind und die Gebiete an sich ansehnlich, ist Final Fantasy Explorers grafisch sogar für 3DS-Verhältnisse auf unterdurchschnittlichem Niveau und fällt vor allem durch starkes Flimmern und Unschärfe auf. Dass auf einen 3D-Effekt zudem komplett verzichtet wurde, macht deutlich, dass nicht besonders viel an der Plattform lag. Die Steuerung geht dagegen auch auf dem alten 3DS ziemlich gut von der Hand, da die Kamera bspw. auch ohne zweiten Stick mit dem Steuerkreuz gedreht werden kann. Unmöglich ist aber das Anvisieren kleinerer Gegner in Bosslevels: Hier wird immer das Hauptziel anvisiert, was die Kämpfe häufig unnötig chaotisch und frustrierend macht, da man unzählige kleine Gegner an sich hängen hat, die man kaum besiegen kann... Auf die einzelnen Sprachfetzen, die Figuren von sich geben, hätten die Entwickler indes ganz verzichten können, denn diese haben die schlechteste Tonqualität, die wir bisher überhaupt in einem Videospiel gehört haben.

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Fazit: Lasches Abenteuer

Final Fantasy Explorers verfügt über eine völlig flexible und sehr gelungene Charakterentwicklung mit motivierenden Elementen und über ein Monster Hunter artiges Spielprinzip, das laut Datenblatt zudem aufs Online-Zusammenspiel ausgelegt ist. Die Grundkomponenten für ein großartiges Mobilabenteuer sind also vorhanden. Leider haben Square Enix und Racjin bei der Umsetzung zwar nicht unbedingt gepatzt, dafür aber erkennbar wenig Mühe aufgewendet. Technisch gehört Final Fantasy Explorers sogar für 3DS-Verhältnisse der Unterklasse an, das Zusammenspiel ist durch unnötige Beschränkungen schwierig und zeitaufwendig, und ganz generell fehlen Final Fantasy Explorers echte Herausforderungen – Und damit auch die Langzeitmotivation. Eingefleischte Final Fantasy-Fans, die schon immer einmal gerne mit den Heldenklassen experimentieren wollten, können trotzdem gerne reinschauen – Müssen aber wissen, dass sie sich auf ein bestenfalls lasches Abenteuer einlassen, dem es ganz eindeutig an Passion und Würze fehlt.

Pro Contra
+ Sehr hohe Flexibilität bei der Heldenentwicklung - Online-Zusammenspiel unnötig schwer
+ Ansehnliche Gebiete - Grafisch unterdurchschnittlich
+ Gute Musik - Miese Soundqualität, insb. Sprachaufnahmen
+ Zahlreiche Quests - Fehlende Herausforderung
+ Monster züchten und trainieren - Knappe Langzeitmotivation


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Technik: 65

  • Grafik: 48
  • Sound: 68
  • Umfang: 85
  • Gameplay: 66
  • KI: 60

Spielspaß: 53

  • Story: Final Fantasy Explorers verzichtet auf eine umfassende Geschichte – Es geht schlichtweg um die Beutejagd.
  • Frustfaktor: Kaum vorhanden – Allenfalls durch das unnötig komplizierte Prozedere bei Onlinespielen.
  • Wiederspielwert: Der Umfang ist groß und es gibt viel zu sehen – Die Herausforderung fehlt aber, wodurch Final Fantasy Explorers sehr schnell Probleme hat, zu motivieren.
  • Design/Stil: Die Gebiete sind ansehnlich, technisch ist das Spiel aber weit unter Durchschnitt.
  • Musik: Die Musik ist gelungen, die Soundqualität, besonders der Sprachaufnahmen, aber schlecht.

Informationen zum Testgerät
Plattform: Nintendo 3DS XL
Version: Standardversion
Software: Retailversion.
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 2 Jahre, 4 Monate
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