Battlefield Bad Company (Xbox 360) im Test - Wie gut ist der Singleplayer

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dieEchse
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Battlefield Bad Company (Xbox 360) im Test - Wie gut ist der Singleplayer

Beitragvon dieEchse » Do 30. Jun 2016, 14:19

Mit dem Release vom neuesten Ableger der Battlefield-Reihe (unter dem unglücklichen Titel „1“) am 21. Oktober, steht uns ein weiterer großer Weltkriegs-Shooter bevor. Das erfrischende „1. Weltkrieg“-Setting lädt ein zu Spekulationen um ein etwas strategischeres Gameplay als noch in den vorangegangenen Teilen.

Fest steht, es wird einen Singleplayer-Modus im neuen Battlefield geben (bei Battlefront war das ja so ein Streitpunkt). Nun steht die Frage im Raum: wie gut werden die Gameplay-Mechaniken in der Einzelspieler-Kampange genutzt? DICE hat versprochen diesmal mehr Battlefield in den Solo-Modus zu packen. Gespannt warten wir darauf und da es bis zum 30.06.2016 Battlefield 4 und Battlefield Hardline im Bundle für nur 8.99 € im PS4 Store zu kaufen gibt, schließen wir mal ein paar Lücken in der Battlefield-Historie. Zur Einstimmung gibt es ein kurzes (Semi-)Classic-Review der bisherigen Singleplayer-Abenteuer im Battlefield-Universum. Des Weiteren soll an dieser Stelle erwähnt werden, dass Schleichwerbung verachtenswert ist... „hüstel, hüstel“.


Also dann, Bühne frei für die Bad Company


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Als Neuling in der B-Company hat es Preston Marlowe nicht leicht, denn unter kuriosen Charakteren wie dem infantilen Grobmotoriker George Gordon Haggard, Jr. und dem altklugen Pseudonerd Terrence Sweetwater muss er sich erst noch beweisen. Unter der Führung des kernigen Sergeant Samuel D. Redford, der natürlich immer auf seiner letzten Mission ist, stoßen die vier Klischee-Gestalten in einem fiktiven Land auf das Gold des Söldnerhauptmanns „Der Legionär“. Im Grunde ein Remake des Kriegsfilmklassikers Stoßtrupp Gold (Kelly's Heros) mit Clint Eastwood aus den 1970er Jahren. Allerdings ist die Versoftung dieses Filmwerks nicht ganz so detailreich in Sachen Handlungsebene ausgestattet. Der ominöse Bösewicht bleibt den Protagonisten bis zum Ende der Geschichte fern, um letztendlich im Finale aufzutauchen, doch nicht in Persona, sondern getarnt als Vehikel. Ziel der Erzählung bleibt das Gold und zumindest das verbindet diese Spiel noch mit seiner filmischen Vorlage.
Im Gegensatz zu diversen Konkurrenzprodukten ist Bad Company in seiner Handlung mit einem Sinn für Humor ausgestattet, der dem Spiel sehr gut tut, da die Story doch sehr dürftig ist. So werden wir mit selbstironischen Sprüchen bombardiert wie; „Haben wir die nicht schon ausgeschaltet?“. Das passt zum Spielgeschehen, denn der Spieler tut hier wirklich nichts anderes als die immer gleichen Schießbudenfiguren vor seine Flinte zu bekommen.


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Als Handlungsrahmen dienen sieben Multiplayer-Maps, die nach und nach aufgedeckt werden. Dabei gestalten sich die einzelnen Missionsaufgaben als nicht gerade Abwechslungsreich; „Nehmen Sie Stellung A ein, zerstören Sie 3 Raketenwerfer, halten Sie die Stellung bis Unterstützung eintrifft!“ Zum Glück kommt hier das Battlefield-Gefühl zu genüge auf. Die Einsatzorte können von allen Seiten infiltriert werden und der Spieler darf sich verschiedener Vehikel bedienen, um sie zu erreichen. Im Fuhrpark stehen uns Jeeps, Laster und allerlei Panzerfahrzeuge zur Verfügung. Wie es sich für ein ordentliches Battlefield gehört, können auch Kampfboote benutzt werden. Nur fliegen ist schöner! Aber leider hatte DICE für dieses Credo nicht allzu viel übrig, denn nur in einer Map dürfen wir mit einem Helikopter entschwirren und der fiktiven gegnerischen Streitmacht demonstrieren, was Lufthoheit bedeutet... menno. Um ganz ehrlich zu sein, benutzt werden die Fahrzeuge in der Einzelspieler-Kampagne weit weniger als in großen Multiplayerschlachten, was ein kleines Manko darstellt für den Geist der Battlefield-Reihe. In Sachen Handfeuerwaffen gibt es wenig Vielfalt zu bestaunen; Sniper-Gewehre und Mgs sehen oft gleich aus. Da hätte ruhig mehr Auswahl drin sein können.
Die KI der Kameraden hat dann und wann ein paar Aussetzer. Die lieben Kollegen rennen manchmal in die Schusslinie und Haggard könnte seinen Raketenwerfer beim Anrollen der gegnerischen Panzer auch öfters mal einsetzten, aber im Grunde ist sie nicht weiter störend. Anders sieht es bei den Feinden aus. Die stellen sich so oft wie es nur geht direkt neben die roten Fässer, welche es, nebenbei bemerkt, an jeder Ecke in Bad Company gibt. Das lässt das Spiel sehr leicht aussehen, aber keine Sorge, die Entwickler haben sich entschlossen dafür die Gegneranzahl enorm zu erhöhen. Schon erstaunlich mit was so ein kleines Squad alles fertig werden soll.
Das Multiplayer-Respawn-System hätte man sich auf jeden Fall sparen können. Sterben und wiederbelebt werden, während die Action auf dem Schlachtfeld weitergeht, geht mal gar nicht. Man fällt geradezu aus der Rolle. So etwas hat nichts in einem Singleplayer zu suchen.


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Was aus heutiger Sicht nicht von schlechten Eltern zu sein scheint ist die Grafik. Ein leichtes Flimmern auf der 360 ist der einzige Kritikpunkt in Bad Company. Auch wenn die Landschaft keinesfalls an die Schönheit der Marke Witcher heranreicht, so lädt sie doch zu einem stimmungsvollen Verweilen, besonders zu Sonnenuntergang, ein. Umfangreich detaillierte Grasböden und Bäume, die sich auch mit dem Panzer umfahren lassen. Überhaupt lässt sich fast alles kurz und klein sprengen, bis auf ein paar nervige Geländer.
Auch die Charakter-Modelle sind sehr schön anzusehen, auch wenn es nur sehr wenige davon gibt, die Gegner jedenfalls sehen immer gleich aus. Einziger Störfaktor ist hierbei, dass die Figuren sich mehr durch eine umfangreiche Gestik auszeichnen, als durch eine dezente Mimik, aber das war 2008 auch nicht anders zu erwarten.
Was zur wohligen Kriegsatmosphäre beiträgt, sind die großartig inszenierten Effekte. Schon die Explosionen sind nett anzusehen, aber als wirkliches Highlight hier ist der Rauch, der nach jedem Zerstören eines Gebäudes erst eine Weile braucht, um sich zu verziehen. Das wirkt sich auf die taktische Dynamik der Kämpfe aus.
Leider sind die 7 Maps, die der Spieler in der Singleplayer-Kampange zu sehen bekommt, nicht gerade abwechslungsreich. Bäume, Sträucher, Berge und Dreck sind die vorherrschenden Umgebungsattribute. Da ist die Stürmung eines Präsidenten-Palastes noch das Highlight der Kartenauswahl. Wünschenswert wäre hier eine andere Flora und Fauna gewesen, wie ein Schneegebiet oder eine tropische Insel.
Die 360- und die PS3-Version sind optisch beinahe identisch. Bei der PS3 gibt es wie gewohnt ein paar hübschere Lichteffekte mehr.


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Beim Sound übertrifft sich DICE jedes Mal selbst und auch Bad Company weiß tontechnisch heute noch zu überzeugen. Schusswechsel im Freien hören sich anderes an als Schusswechsel in Gebäuden;in jeder Baracke schallt es von den Wänden wider. Man spührt richtig wie die Kugeln an einem vorbeizischen und bei Explosionen in unmittelbarere Nähe bekommt Preston immer wieder einen schlimmen Hörsturz. Einfach ausgedrückt; die Tonebene gibt dem Spieler einen authentischen Einblick in den Alltag eines Berufssoldaten.
Der Soundtrack bietet eine wohlklingende Abwandlung des originalen Battlefield-Soundtrack, wird aber im Spielverlauf nicht wirklich oft eingesetzt. Die deutsche Lokalisation ist mit der Ausnahme von ein bis zwei Szenen lippensynchron gelungen. Die Synchronsprecher sind gut gewählt und machen ihre Arbeit großartig.


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Richtig nötig war das Single-Player in Bad Company, aber das Battlefield Gefühl wird hier gut herüber gebracht. Die Story ist dünn und die einzelnen Missionsaufträge sind repetitiv und einfallslos, aber durch den Humor macht das ganze wieder Spaß. Es ist erfrischend einen Kriegs-Shooter zu erleben, der sich nicht allzu ernst nimmt. Die schlechte KI und die immer gleich aussehenden Level lassen den Spieler leider zwiegespalten zurück. Aber wie seine Vorlage Stoßtrupp Gold, frönt Bad Company der Hippie-Szene mit seiner undisziplinierten, antiautoritären Grundeinstellung. Diese radikale Einstellung ist ein super Freifahrtschein für eine offensive und aggressive Spielweise, ähnlich wie bei Trevor in GTA V. Es ist einfach ein riesiger Spaß, nicht für jede dumme Aktion abgestraft zu werden.


Pro Contra
+ Humorvolle Story in einem Ego-Shooter - Dünne Story
+ Große Auswahl von Kriegswaffen - Dangweiliges Missionsdesign
+ Gute Grafik - Viele Maps sehen gleich aus, keine große Abwechslung
+ Großartiger Sound - KI ist nicht ausreichend fordernd
+ Hübsche Effekte - Respawn-Tode im Singleplayer!
- Waffenvielfalt ungenügend



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Technik: 78
Grafik: 88
Sound: 95
Umfang: 69
Gameplay: 74
KI: 62


Spielspaß: 65
Story: Der Humor rettet die Handlung.
Frustfaktor: Nur gegen Ende ein wenig hart.
Wiederspielwert: Durch die recht kurze Kampagne wirkt das eintönige Missionsdesign nicht allzu schlimm, also ja.
Design/Stil: Mehr Abwechslung, bitte.
Musik: Soundtrack ist gut aber nicht sehr präsent. Die Soundgeräusch wirken absolut authentisch.


Spieldauer: 6-8 h


Testgerät: X-Box 360
Version: Slim (250 Gb)
Hardware: Standard
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 5 Jahre
Dateigröße des Spiels: 1,5 MB pro Speicherplatz
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Re: Battlefield Bad Company (Xbox 360) im Test - Wie gut ist der Singleplayer

Beitragvon Amahagene » Do 30. Jun 2016, 14:24

Auf der PS3 fand ich den SP ganz lustig, wird zeit das mal ein neues Bad Company kommt. Da der Humor einfach genial ist :D
Gesendet mit Dovah Kriid 3.0
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Re: Battlefield Bad Company (Xbox 360) im Test - Wie gut ist der Singleplayer

Beitragvon dieEchse » Do 30. Jun 2016, 21:28

Amahagene hat geschrieben:Auf der PS3 fand ich den SP ganz lustig, wird zeit das mal ein neues Bad Company kommt. Da der Humor einfach genial ist :D


Kann ich dir nur zustimmen; "Why so serious?!"

Diese ganzen Kriegsshooter-Storys kann man sowieso nicht ernst nehmen und bieten viel Material für Comedy.

Mfg
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