Skylanders Imaginators (PS4) im Test – Über Bananen und Kaufwut

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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Skylanders Imaginators (PS4) im Test – Über Bananen und Kaufwut

Beitragvon thomary » Mo 24. Okt 2016, 19:23

Alle Jahre wieder… Im letzten Jahr haben wir in unserem Test zu Skylanders SuperChargers herausgefunden, dass sich die Toys-to-Life-Reihe tatsächlich zu einem kleinen Alptraum für Eltern entwickeln kann. Dieses Jahr schlägt die Reihe mit Skylanders Imaginators einen neuen Weg ein – Die Spieler und Portalmeister dürfen ihre ganz eigenen Skylanders kreieren! Heißt das, dass die Quengeleien nach weiterem Zubehör etwa ein Ende haben? Unser Test klärt, was in Skylanders Imaginators steckt… Und was noch hinzugekauft werden muss.

Heiß auf… Bananen!

Tatsächlich darf man sich bei der Kreation der „Imaginators“ (in diesem Skylanders wird nun unterschieden zwischen Imaginators, also den eigens kreierten Skylanders, und Senseis, also den „fertigen“ Figuren) voll und ganz austoben: Schon nach wenigen Spielstunden hat man unzählige Accessoires für die Figuren freigespielt, von der Waffe über die Rüstung bis hin zur Persönlichkeit – Dazu kreiert man sich beispielsweise einen Spruch für den Skylanders aus vorgefertigten Tonspuren, die man selbst pitchen kann. Die Ergebnisse können Dinge sein wie „Heiß auf Bananen!“ in königlicher Attitüde oder auch „Ich kämpfe für… Ruhm!“ in kindlichem Eifer.

Das Imaginators-System kommt mit zwei Einschränkungen daher, die ruckzuck dafür sorgen, dass das Verlangen nach zusätzlichen Kreationskristallen steigt – So sind nämlich die Elemente der Kreationskristalle vorgeschrieben. Im Starterpaket befindet sich ein Feuerkristall, das bedeutet, es kann auch nur ein Feuer-Imaginator erschaffen werden. Bei der Erstellung desselben legt man zudem die Bewaffnung unwiderruflich fest: Entscheidet man sich für einen „Säbelrassler“, also einen Skylander mit Doppelbewaffnung, ist diese Klasse für immer festgelegt. Ein komplettes Zurücksetzen des Kristalls auf Ausgangszustand ähnlich wie bei den Senseis ist nicht möglich. Alle weiteren Aspekte des Imaginators lassen sich aber unbegrenzt ändern. Die Designentscheidung der Entwickler ist unnachvollziehbar, da ein komplettes Zurücksetzen der Kristalle technisch natürlich möglich ist.

Wer möchte, kann sich vor allem im späteren Spielverlauf sehr lange mit der Anpassung des Imaginators beschäftigen – Optisch bestimmen aber teils eher die anpassbaren Farbschemata das Bild des Skylanders als die Ausrüstung. Ob mit Schildkröten- oder Melonen-Armschutz unterwegs, letztlich sieht in roter Farbe fast alles gleich aus. Entscheidender sind da eher die Attribute der Ausrüstung. Durch die zahlreichen Stücke hat in Skylanders Imaginators ein kleiner Loot- und Sammelwahn Einzug gehalten. Neue Ausrüstung bekommt man aus Kisten, die teilweise in der Spielwelt herumstehen, zum größten Teil aber als Belohnung für Aktivitäten verteilt werden: Für das Absolvieren der Storylevel ebenso wie für das Ausführen der unzähligen optionalen Fertigkeiten, wie die implementierten Minispiele, die das Spielerlebnis immer wieder auflockern. Vor allem der „Kreationskampf“, in dem wir auf einem Spielbrett Karten der verschiedenen Senseis sinnvoll platzieren müssen, um am Ende die meisten Karten zu besitzen, hat uns ziemlich gut gefallen.



“Feuer-Senseis sind hier stärker“

Während das Erschaffen der Imaginators und das Spielen mit ihnen eine sehr spaßige Angelegenheit ist, da man sich hier im Prinzip sehr schnell seine Lieblingsfigur schaffen kann, bleiben die Senseis natürlich auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil von Skylanders Imaginators. Im Prinzip kann man sich zwar für jeden Sensei auch einen eigenen Imaginator-Ersatz schaffen, aber das Spiel versteht es natürlich, einem weitere Senseis zu verkaufen.

Etwas übertrieben haben es die Entwickler dieses Mal mit einzelnen Levelabschnitten, in denen bestimmte Figuren stärker sind. Gefühlt hört man alle zwei Minuten einen Satz wie „Feuer-Skylanders sind hier stärker“ – Abschnittsweise sind bestimmte Elemente bevorzugt, unabhängig davon, ob Imaginator oder Sensei, teilweise muss es nur eine Gruppe von beidem sein, teilweise auch explizit ein „Feuer-Sensei“ und so weiter. Das Gute hier ist: An solchen Stellen heißt es nur, dass diese Figuren dort stärker sind, spielen könnt ihr den Abschnitt trotzdem mit jeder beliebigen Figur.

Ohne die passenden Senseis, vorbehalten bleiben einem dagegen andere Teile des Spieles, sowie die Sensei-Elementarreiche: Hier benötigt ihr jeweils, wie der Name es schon verrät, einen Sensei des jeweiligen Elements. Zwei der Reiche könnt ihr mit dem Starterpaket absolvieren, die restlichen bleiben euch vorenthalten. Für den Abschluss des Spieles und auch das Erreichen der Platintrophäe ist das nicht weiter entscheidend, aber durchaus für Spieler wichtig, die das Spiel komplett abschließen möchten. Für den Abschluss der Elementarreiche und für das Erfüllen der jeweiligen Bonusziele winken riesige Belohnungen, zum Beispiel wirklich herausragende Ausrüstung für die Imaginators.

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Hihi... Bei dieser Waffe mussten wir dann wirklich lachen!


Kaos und Rennstrecken

Im Verlauf der eigentlichen Handlung, d.h. der Storylevel, offenbart Skylanders Imaginators die gleichen Stärken, aber auch die gleichen Schwächen wie die Vorgänger. Im Gegensatz zu Skylanders SuperChargers ist man dieses Mal wieder ausschließlich zu Fuß mit den Skylanders unterwegs, und das läuft wieder ähnlich träge ab, wie wir das aus dem Vorgänger in Erinnerung haben. Erneut bedeutet die langsame Fortbewegung der Skylanders zwar, dass das Spielerlebnis durchaus auch für jüngere Spieler ansprechend ist, kommt uns aber teilweise etwas übertrieben vor, zumal es die Kämpfe auf den beiden höchsten Schwierigkeitsgraden durchaus in sich haben können – Warum auf diesen Schwierigkeitsstufen nicht auch die Bewegungsgeschwindigkeit der Skylanders etwas erhöhen?

Bei Laune halten wie schon in den Vorgängern die wunderschönen Spielwelten, die wie schon erwähnt mit allerlei Nebenaktivitäten gespickt wurden. Fast überall gibt es etwas zu sammeln, zusätzliche Räume zu finden und/oder eines der Minispiele auszulösen. Skylanders Imaginators strotzt trotz einer überschaubaren Anzahl von Storyleveln vor Inhalten und spornt auch dazu an, einzelne Level noch einmal zu spielen, um die restlichen Geheimnisse zu finden oder den jeweiligen Speedrun zu schaffen. Die Story selbst folgt dem bekannten Muster: Kaos sucht die Skylands heim und versucht mit seinen Doomlanders Unheil anzustiften. Die Kämpfe gegen dieselben unterscheiden sich zwar optisch und mechanisch, ähneln sich aber trotzdem sehr im Ablauf (drei Phasen) und werden durch langwierige Einrufe Kaos‘ unterbrochen.

Mit an Bord in Skylanders Imaginators sind alle zwölf Rennstrecken aus Skylanders SuperChargers, sodass man sich erneut in den Einzelrennen oder auch in Meisterschaften ausprobieren kann – Auch Einzelrennen sind mit an Bord. Für Land-, Wasser- und Seerennen ist jeweils ein Fahrzeug freigeschaltet, die mit einem beliebigen Skylander besetzt werden können. Für weitere Fahrzeuge muss man entweder diese direkt auf das Portal stellen oder beispielsweise die Trophäen aus den SuperChargers-Erweiterungspaketen, die gleich mehrere Fahrzeuge des entsprechenden Typs freischalten. Die Rennstrecken sind bereits wie gewohnt hübsch anzusehen, doch nach wie vor reichen die Rennen alleine aufgrund der verminderten Geschwindigkeit bei weitem nicht an andere Funracer heran und fühlen sich immer noch unnötig träge an.

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Die Rennstrecken aus SuperChargers sind nach wie vor sehr hübsch anzusehen.


Mehr Spaß zu zweit

Skylanders Imaginators ist von Anfang an problemlos komplett zu zweit spielbar und entfaltet hier auch seine besonderen Stärken. Nicht nur machen die normalen Storylevel mit einem Freund viel mehr Spaß, sondern man hat sich für einige Spielelemente auch elegante Lösungen einfallen lassen, um den Koop sinnvoll zu nutzen. So wird beispielsweise beim „Hacken“, besser gesagt dem Knacken, von Schlössern, ein Puzzle-Minispiel ausgelöst. Spielt man zu zweit, kommen die Spieler hier abwechselnd zum Zug.

Ansonsten ist schön, dass der zweite Spieler „die gleichen Rechte“ hat wie der erste Spieler: Alle Aktionen können von beiden Spielern ausgelöst werden und werden dann auch dem richtigen Spieler zugeordnet. So vermeidet man wohl gerade bei jüngeren Spielern Streit untereinander. Einen Logikfehler gibt es jedoch beim Anfertigen der ingame-Selfies: Hier wird der Selfie leider immer der Figur des ersten Spielers zugeordnet, auch wenn diese überhaupt nicht auf dem Foto ist. Das sorgt für komische Schnappschüsse in der Heldengalerie.

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Fazit: Unterhaltsames Toy-to-Life für die Familie

Skylanders Imaginators ist ein weiterer solider Ableger der Toys-to-Life-Reihe, der uns etwas mehr Spaß gemacht hat als der Vorgänger. Das Imaginators-Feature ist gelungen und bringt einen ausgeprägten Loot- und Sammelwahn ins Spiel, da man seinen selbst kreierten Skylanders bis ins Detail anpassen kann. Wer das Feature jedoch wirklich auskosten will, kommt dieses Mal um den Kauf zusätzlicher Kreationskristalle wirklich nicht herum, zumal diese elementgebunden sind und sich zudem nicht komplett zurücksetzen lassen – Die Kampfklasse des Imaginators steht nach der erstmaligen Erstellung fest! Inhaltlich gibt es in Skylanders Imaginators jede Menge zu tun, wobei natürlich auch weiterhin die Senseis eine große Rolle spielen und man auch hier viel Geld lassen kann. Das gehört bei den Skylanders eben dazu – Doch dadurch, dass die Rennstrecken aus dem Vorgänger dabei sind und man auch zu zweit alles direkt spielen kann, erweckt Skylanders Imaginators mehr als der Vorgänger den Eindruck, schon viel an Bord zu haben. Die PS4-Version glänzt mit den wunderschönen Spielwelten und auch der soliden Technik. Spielerisch fällt wieder die teils übertriebene Trägheit der Figuren auf, die der Zugänglichkeit des Spieles zuzuschreiben ist. Eine Empfehlung von uns für junge Spieler, Familien und gute Koop-Partner!

Pro Contra
+ Schöne und abwechslungsreiche Schauplätze - Kreationskristalle lassen sich nicht zurücksetzen
+ Zahlreiche Inhalte - Sehr träges Spieltempo
+ Jede Menge Loot für die Imaginators - Bosskämpfe mit immer gleichem Ablauf
+ Individuelle Anpassung der Imaginators - Zu oft „XY ist hier stärker“
+ Rennstrecken aus SuperChargers mit an Bord
+ Gelungener Koop-Modus


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Technik: 77
  • Grafik: 84
  • Sound: 79
  • Umfang: 73
  • Gameplay: 71
  • KI: 80

Spielspaß: 77

Singleplayer:
  • Story: Oke... Kaos und die Skylands, wie immer.
  • Frustfaktor: Kaum vorhanden (außer auf höheren Schwierigkeitsgraden, die Bosse sehr, sehr ausdauernd machen...).
  • Wiederspielwert: Hoch – Vor allem, wenn man weitere Figuren kauft.
  • Design/Stil: Gelungen. Die schönen Spielwelten überzeugen immer wieder.
  • Musik: Soweit in Ordnung... Für Lacher sorgen die selbst bastelbaren Sprüche der Imaginators.

Informationen zum Testgerät
Plattform: PlayStation 4 500GB
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 2 Jahre, 11 Monate (PS4 Launchkonsole)

Wir bedanken uns bei Activision für das Pressemuster zu Skylanders Imaginators!


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