FAST RMX (Nintendo Switch) im Test – Rasante Neuauflage

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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FAST RMX (Nintendo Switch) im Test – Rasante Neuauflage

Beitragvon thomary » So 5. Mär 2017, 14:47

Man kann ja über das Launch-Line-up von Nintendo Switch sagen, was man will, aber: Letztlich werden Fans ziemlich vieler Genre bedient. Sogar Rennspielfreunde – und ganz besonders Fans von Futuracern à la WipEout, werden versorgt. FAST RMX des Münchner Studios Shin’en Multimedia ist dabei kein unbekannter Titel: Die Vorläuferversion FAST Racing NEO erschien Ende 2015 für Wii U (zu unserem Test). Nun geht es mit mehr Inhalt auf die neue Konsole. Überzeugt das Rennspiel?

Mehr, mehr, mehr...

An der Grundformel von FAST RMX hat sich nichts verändert – In diesem Racer kommt es in erster Linie auf euer Können und auf den geschickten Einsatz von Boost-Energie an. Um diese an den richtigen Stellen einsetzen zu können, muss man erst einmal Turbokugeln aufsammeln und darf sie nicht verfehlen. Der Turbo ist auch die einzige Waffe im Spiel – Nicht nur hinsichtlich der Geschwindigkeit, sondern rammt man einen anderen Fahrer mit voller Geschwindigkeit, gerät er ins Schleudern.

Der zentrale Kniff sind die beiden Phasen des Schiffs – Auf Knopfdruck wechselt ihr zwischen den Farben Orange und Blau. Kurzum: Wann auch immer ihr auf der Strecke etwas in diesen Farben seht, solltet ihr euer Schiff entsprechend anpassen. Von Turbostreifen auf den Strecken werdet ihr ansonsten ausgebremst, befindet sich euer Schiff nicht in der richtigen Phase, doch noch schwerer wiegt es, wenn ihr einen Sprung dadurch nicht nutzen könnt – Dann rauscht ihr häufig ins nächste Hindernis oder fallt von der Strecke. Autsch! Und kostet wertvolle Zeit.

FAST RMX dürfte Spielern des Vorgängers somit grundsätzlich bekannt vorkommen, setzt aber auf wesentlich mehr Inhalte. Hatte das Wii U Hauptspiel gerade mal acht verschiedene Strecken zu bieten, sind es dieses Mal satte 30! Nicht nur, weil Shin’en die Kurse aus dem Wii U DLC gleich mitliefert, sondern weil auch noch ein paar neue Kurse zum Line-Up hinzugekommen sind. Gleiches gilt für die Schiffe, doch viele ähneln sich sehr. Somit dauert es ein kleines bisschen länger, bis man seinen individuellen Favoriten gefunden hat.

Die Strecken in FAST RMX beeindrucken nach wie vor durch ihre optische Gestaltung – Hier gibt es doch auch einige Abwechslung. Das nachts mit Neonlicht beleuchtete Neo Kyoto beeindruckt ebenso wie Storm Coast, wo man die Switch wie schon die Wii U mit krassen Wettereffekten ins Schwitzen bringt. An der spielerischen Seite hat sich wenig verändert, die spielerischen Finessen der Kurse halten sich daher in Grenzen, doch durch die größere Anzahl an Strecken fällt das weniger auf – Jetzt begegnet einem im Verlauf der Meisterschaften eine angenehme Mischung aus Hochgeschwindigkeitsstrecken, fiesen Blockaden auf den Strecken oder aber kleinen Geschicklichkeitseinlagen, in denen ihr euer Schiff nach eurem Sprung in die richtige Richtung lenken müsst.

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... und schneller?

Spielerisch stehen die Zeichen also auf mehr Inhalte – Hat sich auch technisch etwas getan? Nun, wenn man FAST RMX und FAST Racing NEO nicht gerade nebeneinander spielt, fallen keine großartigen Unterschiede auf – Beide Spiele laufen in 1080p mit 60 Bildern pro Sekunde, wobei es die Entwickler geschafft haben, diese Marke auf der Switch in allen Modi zu halten. Heißt: Auch im Splitscreen für bis zu vier Spieler hält man auf der Switch dieses Level.

Ansonsten kämpft FAST RMX noch immer mit dem starken Kantenflimmern, welches nur auf manchen Strecken durch die Effekte (zum Beispiel Regen oder auch Licht) kaschiert werden kann. Die zweite Möglichkeit: FAST RMX im Handheld-Modus spielen. Auf dem tollen Display der Switch fallen die grafischen Macken deutlich weniger auf und FAST RMX sieht im Handheld-Modus subjektiv deutlich besser aus als auf dem großem Schirm.

Shin’en hat glücklicherweise die Stabilitätsprobleme in den Griff bekommen. Hat FAST Racing NEO noch unsere Wii U im Onlinemodus zum Absturz gebracht, ist uns das mit FAST RMX nicht passiert. Apropos Onlinemodus: Der ist sehr simpel gestrickt, wirft euch mit anderen Spielern zusammen, lässt euch ein Schiff auswählen und über eine Strecke abstimmen. Geschwindigkeitsklassen, Meisterschaften oder irgendetwas sonst gibt es hier nicht – Nur Einzelrennen. Das ist zwar nicht gerade umfangreich, sorgt aber dafür, dass man jetzt und auf Dauer immer Mitspieler findet und finden dürfte. Der Onlinemodus hat mir am meisten Spaß gemacht und FAST RMX bietet sich hervorragend dafür an, zwischendurch einfach mal andere Spieler abzuhängen oder sich abhängen zu lassen. Für Spaß zwischendurch sorgt auch der Einzelspieler-Helden-Modus: Hier ist der Turbo des Schiffs gleichzeitig der Schild – Ist die Leiste leer, explodiert euer Gefährt und ihr müsst von vorne anfangen. Ziel: Jede Strecke abschließen und als Erster ins Ziel kommen, das Ganze dann auch noch auf allen Geschwindigkeitsstufen.

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Alte Probleme

Mitunter ist der Onlinemodus weniger frustrierend als die Einzelspieler-Meisterschaft. Diese hat ein altes Problem mitgebracht: FAST RMX ist anspruchsvoll, doch der Schwierigkeitsgrad steigt in allen drei Geschwindigkeitsklassen plötzlich und sprungartig. Während man die ersten Cups jeweils noch problemlos haushoch gewinnt, kommt plötzlich der Punkt, wo man ein fast perfektes Rennen hinlegen muss, um nicht als Vierter oder Fünfter zu enden.

Dieser Sprung im Schwierigkeitsgrad ist jeweils gar nicht nachvollziehbar und ziemlich frustrierend, denn von einer Meisterschaft auf die andere haben es die KI-Fahrer plötzlich einfach nur drauf. Es macht zwar Spaß, sich in die Strecken einzuarbeiten, sie zu perfektionieren und dabei auch verschiedene Schiffe auszuprobieren, aber man hätte den Schwierigkeitsgrad wesentlich sinnvoller verpacken können.

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Fazit: Gelungene Neuauflage & guter Einstand

FAST RMX ist in den ersten Tagen der Nintendo Switch ganz ohne Frage eine Bereicherung des Spiele-Line-Ups der neuen Konsole. Wer mit Rennspielen und Futuracern etwas anfangen kann, sollte unbedingt zugreifen. Technisch ist der Titel durchweg solide, bietet einen ausreichenden Umfang und spaßige sowie unkomplizierte Onlinerennen. Die Vielfalt an Modi hält sich jedoch stark in Grenzen, außerdem bringt FAST RMX ein altes Problem von der Wii U mit auf die Switch: Die KI ist zu schnell zu fies, die Schwierigkeit steigt sprunghaft von einem sehr einfachen auf ein sehr schwieriges Niveau an. Man kann sich zwar reinfuchsen, hat aber zunächst von einer Meisterschaft auf die andere erst mal keine Chance gegen die Widersacher. Wer damit leben kann, bekommt auf jeden Fall ein lohnenswertes Gesamtpaket.

Pro Contra
+ Optisch gut gestaltete Strecken - Starkes Kantenflimmern (TV-Modus)
+ 30 Strecken zur Auswahl - Schwierigkeitsgrad steigt sprunghaft an
+ Unkomplizierte Onlinerennen - Wenig Vielfalt an Modi
+ Interessanter Hero-Modus
+ Gutes Geschwindigkeitsgefühl
+ Flüssiger Spielablauf


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Technik: 72

  • Grafik: 84
  • Sound: 85
  • Umfang: 74
  • Gameplay: 70
  • KI: 48

Spielspaß: 80

Einzelspieler

  • Wiederspielwert: Vorhanden, um alle Herausforderungen zu bestehen.
  • Frustfaktor: Stellenweise sehr groß, weil der Schwierigkeitsgrad zwischendurch sprunghaft ansteigt.
  • Design/Stil: Gelungen. Die Strecken überzeugen mit guten Effekten.
  • Musik/Sound: Gut gelungen und passend.

Mehrspieler

  • Matchmaking: Gut und schnell.
  • Motivation: Es macht Spaß, aber durch die fehlende Abwechslung gibt es keine großen Überraschungen.
  • Stabilität: Keine großen Probleme.
  • Vielfalt: Es gibt keine Modiauswahl oder Meisterschaften, lediglich aneinandergereihte Einzelrennen.

Informationen zum Testgerät (Nintendo Switch)
Plattform: Nintendo Switch
Edition: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Hardware: Titel installiert auf micro SD Karte (Samsung Evo Plus 128 GB)
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: Wenige Tage (Launchkonsole)


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