MouseBot (Android) im Test – Mobiler Reflex-, Geschicklichkeits- und Gedächtnistest

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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thomary
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MouseBot (Android) im Test – Mobiler Reflex-, Geschicklichkeits- und Gedächtnistest

Beitragvon thomary » Sa 8. Apr 2017, 10:24

Als das kalifornische Entwcklerstudio Vector Unit unlängst sein neues Spiel ankündigte wurde ich hellhörig. Mit Beach Buggy Racing, Riptide GP2 und Riptide GP Renegade, die es allesamt auf Konsolen geschafft haben, hat mich das Studio doch sofort überzeugt Zu unseren Tests. Der neue Titel MouseBot wird es mit großer Wahrscheinlich nicht auf die Konsolen schaffen. Doch impulsiv habe ich mich zu einem ersten Test eines Mobilespieles hinreißen lassen. Vector Unit verspricht mit MouseBot einen anspruchsvollen Titel, der vor allem eure Reflexe testen soll. Ich habe mittlerweile das komplette Catlab erfolgreich durchlaufen und verrate euch im Test, was euch bei diesem Spiel erwartet.

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Finstere Pläne… der Katzen!

Ihr schaut gerne Katzenvideos? Und lacht darüber? Überlegt euch das nochmal. In Wahrheit solltet ihr vor jeder Katze reine Angst empfinden. Aber vielleicht wusstet ihr das ohnehin schon. MouseBot lässt euch in die Rolle eines… na ja, eines MouseBots schlüpfen, also einer Robotermaus. Die erinnert tatsächlich sehr stark an diese eine Art von Katzenspielzeugen. Und was wollen Katzen gleich nochmal? Ach ja genau… Mäusen den Garaus machen!

Eure Aufgabe als MouseBot ist es also, in aktuell 66 Leveln den fiesen Erfindungen der Katzen zu entgehen, um erfolgreich den Ausgang des Levels zu erreichen. Dazu müsst ihr im Prinzip nur lenken und springen, aber wie ihr euch das schon vorstellen könnt, ist das oft wesentlich schwieriger, als es klingt. Man erkennt dabei, dass Vector Unit normalerweise Rennspiele macht, denn der MouseBot ist natürlich auf vier Rädern unterwegs und bewegt sich automatisch vorwärts.

Ich habe MouseBot auf meinem Android-Telefon gespielt. Eine Neigungssteuerung unterstützt der Titel nicht, stattdessen werden auf den beiden Bildschirmseiten jeweils die Tasten zum Lenken angezeigt, sowie ebenfalls auf beiden Seiten die Taste zum Springen. Die Steuerung ist also schnell erklärt. Die ersten paar Level wiegt ihr euch noch in Sicherheit, denn da ist es mit ein bisschen lenken und zweimal hüpfen auch schon getan… Aber dann…

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Kääääseeee! <3 Und bitte nicht in die Raspel fahren!


Frust und Wut?

Wenn ich eines bei MouseBot befürchtet oder zu einem gewissen Grad erwartet habe, dann, dass es ab spätestens der dritten oder vierten Stufe bockschwer werden würde und ich mein Telefon ständig in die Ecke feuern würde. Doch falsch gedacht: Zwar kommen immer mehr neue Schikanen wie Bomben, Laser, oder schwingende Äxte hinzu, die das anfänglich schwache Portfolio von Pressen und Raspeln, über die man springen muss, ergänzen, doch ein echtes Frustgefühl kam in MouseBot bei mir nie auf.

Das liegt weniger an konkreten Levels als in erster Linie an dem sehr sinnvollen Aufbau des Spieles: Anstatt auf immer erkennbar schwieriger werdende Level zu setzen, in denen man mit mehr und mehr der fiesen Tricks nur um sich wirft, sind die Level, soweit das Spiel und seine Elemente es erlaubt, sehr abwechslungsreich aufgebaut. Das bedeutet: Das nächste Level kann jeweils eine ganz andere „Disziplin“ von euch fordern. Während es gerade noch darauf ankam, schnell in die richtige Richtung zu lenken um Lasern auszuweichen, kann das nächste Level fast ausschließlich auf das richtige Springen konzentriert sein – Oder darauf, mal wieder schwimmen zu lernen.

Die Level mit Wasser waren tatsächlich die einzigen, von denen ich regelmäßig frustriert war. Wenn man auf ruhigem Wasser schwimmt und einfach nur dort platzierten Bomben/Minen ausweichen muss, ist alles in Ordnung, doch regelmäßig gibt es im Wasser auch Wellen – Dann muss man entweder auf der Welle reiten, um zum Beispiel über die Raspeln zu schwimmen, oder im flacheren Wasser schwimmen, um unter platzierten Lasern hindurchzukommen. Hier gilt: Möglichst wenig lenken, aber manchmal entscheidet gefühlt ein Nanometer über Leben und Tod, d.h. die Kollisionsabfrage ist hier tendenziell ein wenig zu empfindlich. Da war ich tatsächlich manchmal sauer…

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Game Over? Schau Werbung!

MouseBot gibt es komplett kostenlos im Google Play Store (und natürlich auch auf iOS und Co.), doch natürlich wissen wir mittlerweile, dass auch die Entwickler von Free2Play Spielen irgendwie Geld verdienen müssen. Eines vorweg: Für MouseBot muss man definitiv kein Geld ausgeben, um das ganze Spiel durchspielen oder genießen zu können. Das Einzige, wozu man gezwungen wird, ist Werbung zu schauen. Wenn man sich dann auch noch freiwillig welche ansieht, gibt es weitere Vorteile.

Am schnellsten werden in MouseBot mal die Leben alle – Sechs Leben habt ihr davon maximal an der Zahl. Sind diese leer, müsst ihr diese auffüllen, sonst geht’s nicht weiter. Nun könnt ihr mobilegame-typisch ein paar Minuten warten, bis ein Leben regeneriert wird. Legt ihr eine Pause von ein paar Stunden ein, sind eure Leben also meist automatisch wieder voll. Ansonsten könnt ihr einen „Energieblitz“ dafür aufwenden. Einen solchen erhaltet ihr jeweils, wenn ihr in einem Level mit MouseBot die geforderte Anzahl von Käse sammelt. Auf eine andere Art könnt ihr diese Währung auch nicht verdienen, also passt ein bisschen auf, denn sie dienen auch dazu, den Fortschritt im Level an Kontrollpunkten zu speichern. Mal abgesehen davon wurde mir die Energie nie knapp, da ich in jedem Level bis auf einem auf Anhieb geschafft habe, den benötigten Käse einzusammeln. Gegen Ende hatte ich noch immer fünf solcher Energieeinheiten, obwohl ich sie recht freigiebig eingesetzt habe, da ich dann doch das eine oder andere Mal draufgegangen bin.

Zurück zu den Leben: Sind diese leer und ihr müsst sie auffüllen, könnt ihr euch alternativ auch einfach dreißig Sekunden Käse, äh, Pardon, Werbung anschauen. Dann sind die Leben auch wieder voll. Sämtliche Werbung in MouseBot dreht sich natürlich um andere Apps, die ihr dann direkt aus dem Spiel heraus herunterladen könnt bzw. euch zur entsprechenden Play Store Seite weiterleiten lassen könnt. Ihr habt außerdem nach jedem abgeschlossenen Level die Möglichkeit, einen solchen Werbespot anzusehen. Dann gibt’s 20 Käseeinheiten obendrauf. Für jeweils 100 Käse könnt ihr im Spiel neue Lackierungen und Accessoires für euren MouseBot freischalten. Diese werden zufällig ausgegeben und sind nicht spektakulär, aber natürlich ein netter Bonus. Mit einer gewissen Regelmäßigkeit gibt es nach den Levels zudem eine automatische Werbeunterbrechung. Für diese kriegt ihr aber keine Belohnung, also fährt man fast besser, wenn man sich ab und zu freiwillig Werbung ansieht, um wenigstens Mehr Käse (oder Leben) zu bekommen.

Für 4,99€ lässt sich MouseBot auch in die „Premium“-Version upgraden. Was bietet diese? Zum einen natürlich eine völlige Freiheit von Werbung. Zum anderen gibt es aber nicht nur pro Level automatisch den Bonus von 20 Käse, sondern euch stehen auch unbegrenzt Leben zur Verfügung. Das ist irgendwo sicherlich verlockend, allerdings muss ich sagen, dass mir MouseBot keine 5€ wert wäre. Dafür steckt im Spiel dann irgendwo doch zu wenig Herausforderung, vielleicht auch durch die unbegrenzten Leben. Vielleicht sollte man für die Premium-Version eine Art Expertenmodus einbauen, sodass man zum Beispiel jeweils die Levelstufe neu beginnen muss, gehen die Leben unterwegs aus o.Ä., sodass das Spiel anspruchsvoller wird, einem eben aber das Warten oder Werbunganschauen erspart bleibt.

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Für jeweils 100 Käse gibt es neue Ausrüstung für MouseBot


Ein typisches Mobilespiel?

Ich kam mit der Free-Version von MouseBot ganz gut klar und mich hat die Werbung auch nie wirklich genervt. Ich habe sogar ein, zwei interessante Spiele und Apps in den Spots, die ich mir mal vorgemerkt habe, die aber entweder gleich nach Pay2Win aussahen, oder die auf meinem Telefon nicht laufen würden. Apropos: MouseBot ist sehr genügsam. Auf meinem LG Class (H-650E) mit Qualcomm Snapdragon 410 und gerade mal 1,5 GB RAM läuft das Spiel absolut flüssig (außer, mein Telefon installiert gerade irgendwelche Updates im Hintergrund) und sieht dabei auch wirklich gut aus. Grafikeinstellungen o.Ä. gibt es aber nicht. Das Spiel braucht auf meinem Telefon momentan 163 MB.

MouseBot hat ansonsten alle meine Wünsche an ein Mobilspiel erfüllt: Es lässt sich problemlos zwischendurch spielen und dann einfach wieder ausschalten. Die Level sind zwar etwas unterschiedlich lang, aber nie viel länger als eine Minute, ein Neuversuch teils schon mit eingerechnet. Damit bietet sich das Spiel auch für noch so kurze Bahnfarten oder den kurzen (oder auch längeren) Klobesuch an.

Spielerisch war für mich auf Dauer doch sehr auffällig, dass MouseBot oft weniger etwas mit Reflexen, sondern hauptsächlich mit dem Lernen von Abläufen zu tun hat. Bei den üblichen Hindernissen wie Lasern, Pressen und Äxten schafft man schwierige Passagen problemlos, wenn man sich den Ablauf beim ersten Mal ansieht und sich dann einprägt, sodass man direkt weiß, wo man hinlenken oder wie man springen muss. Hier gibt es eben keinerlei Überraschungen, vor allem, wenn ihr euch an einen Kontrollpunkt zurücksetzen lasst, denn alles beginnt sich erst zu bewegen, wenn ihr selbst losfahren dürft. Unterm Strich fand ich den Schwierigkeitsgrad von MouseBot recht leicht und erfahrene Spieler von Geschicklichkeitsspielen dürften das Spiel recht problemlos absolvieren.

Beschäftigt ist man mit den 66 Leveln bisher rund anderthalb Stunden – Danach gingen den Katzen offenbar die Ideen aus und es gibt keine weitere Erfindung, um MouseBot noch mehr zu schikanieren. Vector Unit kündigt aber direkt nach dem Abschluss des letzten Levels schon Updates fürs Spiel an, denn die Katzen haben definitiv noch mehr in petto. Einen Zeitplan für Updates gibt es aber zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht.

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Fazit: Vector Unit macht es richtig

Als Mobilspiel ist MouseBot eine tolle Sache: Es ist durch seinen Aufbau genauso, wie es sein muss, um auf kurzen Bahnfahrten, auf dem Klo oder während einer langweiligen Vorlesungen immer mal wieder gut zu unterhalten. Unterm Strich ist das Spiel vielleicht ein bisschen einfacher als gedacht, aber so bekommt ihr in der Öffentlichkeit auf jeden Fall keine richtigen Wutanfälle. Die Herausforderungen gibt es allemal, und dafür punktet MouseBot mit seiner extrem abwechslungsreichen Gestaltung der Level: Es gibt keine schnöde Aufeinanderfolge der immer gleichen Abschnitte oder einfach nur einen steigenden Schwierigkeitsgrad, sondern immer wieder werden in den aufeinanderfolgenden Levels unterschiedliche Fertigkeiten abgefragt – Wie zum Beispiel eure Reflexe oder eure Sprungfertigkeiten. MouseBot bietet als Spiel für zwischendurch mit 66 Leveln schon jetzt genug Inhalte, doch Vector Unit stellt bereits weitere Updates in Aussicht. Ein bahnbrechendes Argument fehlt lediglich noch für die immerhin 4,99€ teure Premium-Fassung, denn so unangenehm ist auch die beinhaltete Werbung gar nicht bzw. bringt sie spielerische Boni anhand von 30-Sekunden-Spots. Ich hatte mit MouseBot viel Spaß und Vector Unit zeigt, dass es gut unterhalten kann.

MouseBot gibt es ab sofort kostenlos auf Android, iOS und für Amazon Geräte. Uns wurde bereits vor dem Release von Vector Unit ein Betazugang zum Spiel auf Android eingerichtet. Vielen Dank dafür!

Pro Contra
+ Abwechslungsreicher Aufbau der Level - Lernen von Abläufen führt zum schnellsten Erfolg
+ Perfekt für Zwischendurch - Wahres Argument für 4,99€ teure Premium-Fassung fehlt
+ Sehr genügsame Hardware-Anforderungen
+ Sympathischer Stil
+ Für ein Mobilspiel genügend Inhalte + bevorstehende Updates
+ Simple Steuerung


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Technik: 76
  • Grafik: 90
  • Sound: 70
  • Umfang: 73
  • Gameplay: 70

Spielspaß: 80

Singleplayer:
  • Story: Die Katzen wollen euch ausschalten. Mit allen Mitteln.
  • Frustfaktor: An manchen Stellen vorhanden – Aber so muss das bei einem Geschicklichkeitstitel bzw. Platformer wohl auch sein. MouseBot übertreibt es jedenfalls nicht.
  • Wiederspielwert: Das Spiel unterhält gut für kurze Runden. Wenn man jedoch alle 66 Level abgeschlossen und sämtlichen Käse eingesammelt hat, geht dem Spiel dann im Prinzip sofort die Puste aus.
  • Design/Stil: Der Stil ist sympathisch und MouseBot sieht auch auf einem schwachen Android-Telefon gut aus.
  • Musik: Die Musikuntermalung ist typisch Mobilespiel: Dudelt im Hintergrund vor sich hin, ist aber nicht unsympathisch.

Informationen zum Testgerät
Plattform: Android
Gerät: LG Class (H650-E), Qualcomm Snapdragon 410, 1,5 GB RAM, Adreno 306 GPU
Hardware: Spiel installiert auf internem Gerätespeicher
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 1,5 Jahre


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