gamescom-Vorschau: Edge of Eternity – Anspruch zwischen den RPG-Welten

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gamescom-Vorschau: Edge of Eternity – Anspruch zwischen den RPG-Welten

Beitragvon thomary » So 21. Aug 2016, 13:17

Ende März 2015 ging für das französische Midgar Studio eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne zu Ende: Das damalige Ziel von 44.000 Dollar für die Entwicklung des geplanten Rollenspieles Edge of Eternity wurde um mehr als das Vierfache übertroffen. In der Zwischenzeit hat sich viel getan – Auf der gamescom hat mir das Spiel – auch als Unterstützer der Kickstarter-Kampagne – ziemlich gut gefallen, auch wenn beim Entwicklungsprozess nicht unbedingt alles rundzulaufen scheint.

Jeremy Zeler-Maury, Gründer und Hauptentwickler des vierköpfigen Entwicklerteams bei Midgar Studio, verriet mir im Laufe unseres gamescom-Meetings, dass es vor allem beim Budget hier und da knapp wird. So sucht man beispielsweise auch noch einen Animator für die Figuren in Edge of Eternity, doch dafür reicht wohl das Geld trotz allem nicht. Geplant ist ein Release des Titels derzeit für Ende 2017 – Also ein Jahr nach dem ursprünglich angepeilten Termin. Die Konsolenversionen für PS4 und Xbox One sollen aber trotzdem uneingeschränkt auf Kurs sein.

Wer die im Rahmen der Kickstarter-Kampagne zur Verfügung gestellte Demo gespielt hat und nun die aktuelle Fassung von Edge of Eternity zu Gesicht bekommt, die etwa drei Stunden Inhalte enthält, wird sofort Unterschiede feststellen – Rein oberflächlich wurde das Figurendesign deutlich überarbeitet, doch die größten Änderungen sind am Kampfsystem erkennbar, welches sehr taktisch daherkommt und sich laut Zeler-Maury ganz bewusst vom vercasualisierten „Drücke X“-System à la Final Fantasy XV und Co. unterscheiden soll.

Das Kampfsystem kombiniert schon jetzt feldbasierte Bewegungen mit vielen verschiedenen Skills. Diese spielen tatsächlich eine wichtige Rolle und müssen innerhalb der Gruppe sowie in Bezug auf den Feind angepasst werden. Aufgrund der knappen Zeit konnte ich mir keinen umfassenden Eindruck von den möglichen Kombinationen machen, aber schon in meinen paar Probekämpfen wurde deutlich, dass der Einsatz der richtigen Skills entscheidend für die Schwierigkeit oder gar für den Ausgang des Kampfes sein kann. Die Bewegung zur richtigen Zeit ist indes genauso entscheidend: Wenn man sieht, dass vor allem ein Boss einen Angriff auf das Feld vorhat, auf alle Helden platziert sind, sollte man diese schnellstmöglich von dort weg bewegen – Wenn es dumm läuft, seid ihr nämlich mit einem Schlag erledigt.

Außerhalb der Kämpfe bietet Edge of Eternity eine wunderschöne Spielwelt mit diversen NPCs und Sidequests sowie schön gestalteten Schauplätzen. Hier kommt insgesamt zum Tragen, dass Midgar Studio bei Edge of Eternity Aspekte aus westlichen und japanischen RPGs kombinieren will – So insgesamt schlägt es also deutlich in die Richtung von Final Fantasy XV, nur, dass es eben deutlich anspruchsvoller sein will. Ob das klappt, darauf bin ich gespannt.

Noch liegt erkennbar viel Arbeit vor den Entwicklern. Nach der Demo, die zwar nur eine sehr kurze Spielzeit bot, dafür aber sehr gepolished wirkte, hat das irgendwo meine ungetrübte Vorfreude nun eben doch ein kleines bisschen getrübt. Alleine in meinem kleinen Gebiet, das ich besuchen konnte, gab es viele Bugs, falsche Kämpfe, Upgrades für die Waffen (hier kommen übrigens Sphärobretter zum Einsatz) funktionierten nicht richtig und auch der Sound des Spieles war kaputt. Auch das Interface und die Darstellung von Kampfaspekten wie bspw. Flächenagriffen muss dringend noch überarbeitet werden. Das, was funktionierte, hat mir jedoch wie schon gesagt sehr gut gefallen, und ich bin nach wie vor sehr gespannt auf das Spiel – Aber jetzt auch ein ganz kleines bisschen skeptisch, ob hier rechtzeitig ein komplettes und rundes RPG entsteht.


Mit dieser Demo hat die aktuelle Fassung von Edge of Eternity nicht mehr viel gemein
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