Early Access Vorschau: Windscape – Indie-RPG mit Liebe und Detail

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thomary
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Early Access Vorschau: Windscape – Indie-RPG mit Liebe und Detail

Beitragvon thomary » Mo 5. Sep 2016, 13:02

Aus unserem Besuch von Headup Games auf der gamescom ging Windscape als mein persönliches Highlight hervor. Umso erfreuter war ich, dass der Titel bereits jetzt im Early Access zur Verfügung steht. Ich habe die ersten knapp zwei Stunden in der Welt aus schwebenden Inseln verbracht – Inspiriert ist das RPG von Dennis Witte erkennbar v.a. von The Legend of Zelda. Auch wenn die erste Early Access Fassung noch nicht vor Umfang strotzt, so macht sie Hoffnung auf einen grandiosen Titel.

Das grundsätzliche Setting, die Story und auch der Einstieg ins Spiel sind nicht unbedingt das, was Windscape besonders macht. Ihr schlüpft in die Rolle von Ida, einer Bauerstochter, die entdecken muss, dass ihre aus schwebenden Inseln bestehende Welt zu zerbröckeln beginnt. Das Mädchen macht sich auf die Mission auf, herauszufinden, was dahintersteckt. Ganz so weit kommt ihr zum aktuellen Zeitpunkt noch gar nicht – Bei einem NPC mit dem treffenden Namen „Galilei“ werdet ihr zwar erstmals mit dem Problem der herunterstürzenden Inseln konfrontiert, sofern ihr den Guten überhaupt bei euren Streifzügen durch die Welt findet, doch eine Rolle spielt dieser Zerfall momentan noch nicht.

Wie es sich für ein RPG gehört werdet ihr zunächst mal in die grundsätzlichen Elemente eingeführt – Die ersten Gespräche mit Idas Vater und Mutter wirken so ein bisschen ungelenk, denn ich komme mir ausschließlich vor wie der Laufbursche (pardon, das Laufmädchen), nicht aber wie der Nachwuchs. Die erste Aufgabe: Zutaten für eine Suppe im Garten sammeln und daraus eine deftige Fleischsuppe kochen. Von dem Item sollte man dauerhaft ein paar Schüsseln im Inventar haben, denn es stellt Gesundheit wieder her.

Mit der ersten Waffe, einem simplen Holzknüppel, verlässt man dann bald das Heimatdorf des Mädchens und sucht den nahegelegenen Ort Himmelshafen auf, wo dann die nächsten Aufgaben auf einen warten. Die Welt wird freilich von einigen Ungeheuern wie Wölfen, aber auch von Dieben heimgesucht, sodass wir bald gestohlene Erzlieferungen oder verlorene Werkzeugkörbchen finden müssen.

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Die Spielwelt überzeugt mit ihrer Atmosphäre.


Die bisherigen Quests in Windscape führen theoretisch relativ linear durchs Spiel, wobei es keine vollständige (Mini-)Map gibt, sondern im Rahmen der Questbeschreibungen lediglich mit Himmelsrichtungen und entsprechenden Markierungen auf dem Kompass gearbeitet wird. Unbedingt solltet ihr die Spielwelt erkunden, egal, ob ihr in Himmelshafen oder in der Welt außen rum unterwegs seid: Das lohnt sich nicht nur wegen der liebevollen und atmosphärischen Gestaltung der ersten Insel, sondern auch, weil ihr Rohstoffe sammeln, Kisten öffnen und eben auch weitere NPCs und Quests finden könnt.

Rohstoffe können verschieden verarbeitet werden – Schon jetzt kann man nicht nur kochen, sondern auch Tränke herstellen und sich sogar Waffen schmieden. Das lohnt sich: Mit einem Streitkolben oder einem Schwert kämpft es sich schon viel besser als mit dem Knüppel. Auch wenn es zunächst nicht so wirkt, so sind die Unterschiede zwischen den Waffen durchaus spürbar. Der Nahkampf besteht prinzipiell aus Verteidigung mit dem Schild und Angriffen mit den Waffen, die am besten im richtigen Moment platziert werden, sodass euch der Gegner keinen Gegenangriff verpasst.

Das Kampfsystem ist hin und wieder noch ein bisschen störrisch und buggy – Teilweise habe ich zum Beispiel geschafft, so schnell die Angriffstaste zu drücken, dass das Spiel weitere Angriffe in Richtung Gegner verzeichnet und diesem auch Schaden zugefügt wird, während ich mich eigentlich schon wieder verteidigt habe. Ähnlich wie das Kampfsystem sind auch das Klettern auf Leitern und die ein, zwei Sprungpassagen im Spiel noch arg unzuverlässig, sodass sich Ida hier teilweise selbständig macht. Der ersten Early Access Fassung des Titels verzeihen wir diese Bugs aber selbstverständlich.

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Eine kleine Wolfshöhle, in der es leider - außer zwei Wölfen - nichts zu holen gibt.


Was Windscape in dieser ersten Kostprobe, die nach rund anderthalb Stunden leider schon ihr vorläufiges Ende erreicht hat, bereits auszeichnet, sind die wundervolle Spielwelt, die gelungene Optik, das ebenfalls gute Gegnerdesign und die vielen Details, an die Dennis Witte gedacht hat. Holzoberflächen knarzen, wenn man darüber läuft, und überhaupt sorgt die Soundkulisse für viel Atmosphäre, wie zum Beispiel, wenn man unter der Windmühle oder am Wasser vorbeiläuft.

Lust auf mehr machen mir auch jetzt schon die Dungeons – Die bisher implementierten Minen überzeugten mich mit den zwar noch sehr leichten, aber trotzdem ansprechenden (optionalen!) Rätseleinlagen sowie mit ihrem Aufbau. Besonders Spaß macht es, sich hier einmal ohne ständig aktive Minimap zurechtzufinden. Auch die Größe fand ich für einen ersten Dungeon sehr ansprechend und bin gespannt, ob hier in Zukunft wesentlich größere Gewölbe darauf warten, erkundet zu werden. Für das erste Early Access Update verspricht der Entwickler eine Krypta unter dem verfluchten Friedhof – Ich freue mich! Windscape ist für mich momentan ein perfektes Beispiel dafür, weswegen man kleine Titel im Auge behalten sollte. Am Ende kann das Spiel in Bezug auf puren Umfang der großen Konkurrenz zwar vielleicht nicht das Wasser reichen, dafür sind in dieser ersten Fassung trotz einiger technischer Probleme aber schon viel Herzblut und handwerkliches Können erkennbar, was die Blockbuster leider allzu oft vermissen lassen.

Windscape ist noch bis zum 8. September für 13,59€ bei Steam zu haben – Danach 16,99€. Dieser Preis soll sich auch über den Early Access hinaus nicht ändern. Für den Entwicklungszeitraum hin zum fertigen Spiel gilt der Grundsatz "When it's done", als Richtwert wird jedoch ein halbes Jahr für die restlichen Inhalte genannt.




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