Snark Busters: High Society - Lohnt sich das Wimmelbildspiel auf der PS3?

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
Benutzeravatar
Meykota
Chefredaktion
Beiträge: 5294
Registriert: So 4. Mai 2014, 14:51
Zocker-Vorliebe: Multi-Konsolero
Wohnort: London
Hat sich bedankt: 674 Mal
Danksagung erhalten: 1419 Mal
Kontaktdaten:

Snark Busters: High Society - Lohnt sich das Wimmelbildspiel auf der PS3?

Beitragvon Meykota » Sa 8. Nov 2014, 20:51

Wimmelbilder sind auf dem PC ja der absolute Renner. Meistens werden diese dann noch mit einer interessanten Geschichte verpackt, sodass man sich nicht nur wie damals fühlt, als man das Ganze noch in Zeitschriften gemacht hat, um sich die Zeit zu vertreiben. Wer das Ganze allerdings auch gern mal auf der Konsole spielen möchte, der sollte vielleicht auf die Spiele von Alawar achten. Diese gibt es unter anderem für die PlayStation 3, sie warten oft mit einer Geschichte im Steampunk auf und sind auch so recht unterhaltsam. Warum Snark Busters: High Society allerdings nichts für jeden ist, verraten wir euch in unserem Test.

Bild


Haltet den Dieb!

Snark Busters: High Society beginnt damit, dass ihr ein Bild entwickeln müsst. Was es damit auf sich hat, wird erst danach bekannt gegeben, wenn ihr es geschafft habt. Wir sind einfach mal so frei: Wenn ihr das Bild entwickelt habt, seht ihr in den Nachrichten, dass der Baronin das Medallion gestohlen wurde. Der Täter ist selbstverständlich kein Geringerer als euer geliebter Mann. Und weil ihr das aber absolut nicht glauben könnt, beginnt eine Reise, auf der ihr den wahren Täter ermitteln müsst. Soweit, so gut, wären da nicht die Haken im Spiel.

An sich habt ihr es mit einem Wimmelbildspiel zu tun, bei dem ihr in verschiedenen Umgebungen nach bestimmten Dingen suchen müsst. An sich ist das auch wirklich lustig, gerade wenn man ein Rätsel gelöst hat, zaubert die Animation doch schon mal ein Lächeln auf unser Gesicht. Wenn nur nicht alles immer gleich ablaufen würde! Im Grunde muss man für einen vollständigen Gegenstand so um die fünf andere Dinge finden, die helfen, den Gegenstand zusammenzusetzen. Dumm nur, dass im Durchschnitt bei fast allen Gegenständen genau ein Ding fehlt, das man nicht einfach so finden kann. Also darf man sich durch die unterschiedlichen Gebiete wieder und wieder klicken, bis man die zündende Idee hatte - oder man bedient sich einem Hinweis.

Hilfloser Helfer

Wer nicht weiter kommt, der sollte Dreieck oder kurz auf die Glühbirne drücken. Mit etwas Glück bekommt ihr dann einen Hinweis - mit sehr viel Pech gibt das Spiel nur einen sauren Ton von sich und hilft euch nicht. Das ist gerade an kniffligen und zudem unlogischen Stellen sehr ärgerlich und sorgt nicht unbedingt dafür, dass das Spiel so richtig Spaß macht. Wechselt man nach diesem sauren Ton ein wenig die Umgebung, kann es passieren, dass diese Fähigkeit wieder geht.

Bei manchen Hinweisen werdet ihr euch denken: “Ach ja, Gott, bin ich bescheuert!” Doch bei vielen Hinweisen standen sogar wir da und haben uns ernsthaft gefragt, wie man da jetzt darauf kommen sollte. Beispielsweise brennt es auf einem Schiff, also besorgen wir einen Eimer mit Wasser, können aber nicht das Feuer löschen, sondern nur die Kugel begießen, die knapp einem Meter neben dem Feuer liegt. Warum? Tja, die Kugel braucht man für ein Rätsel, das Feuer eben nicht. Ist doch logisch. Und so ziehen sich eine ganze Menge durch das Spiel, wo man sich immer wieder fragt, warum es eigentlich keine richtige Hilfe gibt - oder eine wirkliche Logik.

Bild


Geister, soweit das Auge reicht

Um am Ende auf die Lösung zu kommen, wer jetzt das olle Schmuckstück gestohlen hat, muss man - wie schon erwähnt - in verschiedene Gebiete reisen. Hierbei begegnen euch nicht nur jede Menge unlogische Rätsel, sondern auch ein paar Geister, die seltsamerweise immer ein Foto… lassen wir das. Das Interessante daran sind die verschiedenen Geschichten, die euch die Geister erzählen. Häufig geht es darum, wie sie gestorben sind, aber das ist wirklich bei vielen interessant.

Im Übrigen muss man ziemlich oft in die Spiegelwelt reisen. Das ist eine Welt, die parallel zu unserer verläuft, aber mit deren Hilfe man erstaunlicherweise trotzdem Rätsel in unserer Welt lösen kann. Das ist zwar wirklich interessant gemacht, führt aber nur dazu, dass man vor allem im letzten Gebiet kaum noch mit dem Ortswechsel hinterher kommt. Hier wäre weniger etwas mehr gewesen.

Verwimmelt

Ja, es ist ein Wimmelbildspiel, aber müssen die immer wirklich so unlogisch sein? Warum hängt beispielsweise eine Zange mitten an einem Baum dran? Oder warum steckt auf einer fliegenden Insel ein Regenschirm, den wir unser problemlos herunterholen können? Wäre hier nicht mal ein kleines bisschen Realismus angebracht? Schön wäre es gewesen.

Zudem stört das rechte, kleine Menüfenster. Das geht zwar weg, wenn man mit dem Cursor drauf geht, aber trotzdem kann man nicht genau sehen, was sich dahinter verbirgt und es kommt vor, dass sich dahinter tatsächlich ein Ding befindet. Auch ist es manchmal nicht möglich, mit dem Cursor punktgenau das anzuklicken, was man am Ende für das Rätsel braucht. Häufig verklickt man sich und wundert sich dann. Auch hier wäre ein wenig Finetuning wünschenswert gewesen.

Ebenso für die Tonspuren der Synchronsprecher. Diese passen hinten und vorne nicht zu den Bewegungen, die die Lippen der Figuren machen. Schade ist ebenfalls, dass man sich nur die Mühe gemacht hat, ein einziges Lied zu programmieren. Das ist zwar ein sehr hübsches Stück, es hängt einem jedoch sehr schnell zum Hals heraus. Dafür ist das Spiel sehr hübsch gezeichnet und kann sich wenigstens so ein paar Pluspunkte sichern. Für Langzeitspieler ist es jedoch nichts, denn bereits nach knapp 3 Stunden sieht man den Abspann - und das beim ersten Durchgang ohne Guide, den man nebenbei auf dem Laptop offen hat.

Bild


Snark Busters - Eine gute Alternative?

Snark Busters: High Society kommt zwar mit einem interessanten Setting und einer spannenden Geschichte daher, muss aber leider auf technischer und logischer Seite sehr viel einstecken. Die Geschichte und deren Kürze hält jedoch dazu an, es wenigstens einmal durchzuspielen, da die Gebiete relativ fix zu bewältigen sind. Das größte Manko des Spiels besteht darin, dass viele Rätsel einfach nicht so logisch sind, wie sie sein könnten.

Auch tontechnisch muss Snark Busters viel einstecken, denn es ist unglaublich asynchron und es scheint nur ein komponiertes Lied zu geben, was zwar sehr hübsch ist, aber doch relativ schnell auf die Nerven gehen kann. Ein wenig mehr Feinschliff wäre auch in der Steuerung schön gewesen, denn so ganz sicher funktioniert der Stick der PlayStation 3 nicht. Wer sich jedoch an all diesen Punkten nicht stört, der kann sich über die schön gezeichneten Gebiete und liebevollen Charaktere freuen, immerhin etwas.

Wer generell auf solche Art Spiele steht, der sollte mal einen Blick auf Snark Busters: High Society auch auf der Konsole werfen. Wer ohne Konsole einen Blick auf das Spiel werfen möchte, darf sich auf der Webseite von Alawar umschauen. Das Potential ist da, es müsste nur besser auf Konsolen umgesetzt werden.

Pro Contra
+ Interessante Geschichte - Rätsel meist unlogisch
+ Sehr schön gezeichnet - Cursor nicht immer eindeutig
+ Liebevoll gestaltete Figuren - Tonspuren der Synchronsprecher asynchron
+ Ein sehr schönes Musikstück - Leider gibt es nur das eine
- Sehr kurze Spielzeit - da wäre mehr drin gewesen!
- Störendes Menüfenster
- Man steht zu häufig auf verlorenem Posten


Bild
Technik: 63
  • Grafik: 87
  • Sound: 60
  • Umfang: 46
  • Gameplay: 58

Spielspaß: 60
  • Story: Ihr versucht, die Unschuld eures Freundes zu beweisen, denn er hat ganz sicher nicht das Schmuckstück der Baronin gestohlen, oder?
  • Frustfaktor: Dieser besteht vor allem in der fehlenden Logik, die viele Rätsel begleitet.
  • Wiederspielwert: Wer es unbedingt auf Platin anlegt, wird wahrscheinlich noch einmal das eine oder andere Dingelchen suchen gehen.
  • Design/Stil: Snark Busters ist im Steampunk-Setting angelehnt, was man auch dem Stil anmerkt.
  • Musik: Leider scheint es nur ein Hintergrundlied zu geben, was schade ist, denn dieses ist eingängig. Man hätte mehr machen können.
Besuche den Autor bei: Facebook | Twitter

A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads a book lives only one.

Tags:

Zurück zu „Testberichte“



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast