Under Night In-Birth Exe Late im Test - Guter Anime-Prügler auf der PlayStation 3?

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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Under Night In-Birth Exe Late im Test - Guter Anime-Prügler auf der PlayStation 3?

Beitragvon Meykota » Fr 20. Feb 2015, 17:44

Wir lieben Anime und wir lieben Prügelspiele! Und genau so ein Prügelspiel ist auch NISAs neuestes Werk namens Under Night In-Birth, das auf der PlayStation 3 erschienen ist. Ziemlich düster geht es dabei her, sodass wir wieder einmal die Welt retten müssen. Ob wir den Prügler jedoch empfehlen, verraten wir euch in unserem Test zu Under Night In-Birth Exe Late für die PlayStation 3.

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Achtung, Gefahr!

Seid auf der Hut, wenn die Hollow Night stattfindet: Under Night In-Bith spielt in einem fiktiven Universum, in dem einmal im Monat in verschiedenen Regionen Japans das Ereignis der Hollow Night eintritt. Zu diesem Zeitpunkt ist es Monstern, den sogenannten Voids möglich nach Japan zu gelangen. Für gewöhnlich kann man diese Wesen nicht sehen, aber bestimmte Personen sind in der Lage, die Voids zu erkennen und sie an ihren finsteren Machenschaften zu hindern. So viel zum Setting.

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Der Spieler selbst kann im Arcade Modus einen Kämpfer seiner Wahl wählen und dessen Geschichte folgen. Dabei erfährt er, welche Ideologien hinter den Aktivitäten des Kämpfers stecken. So gibt es beispielsweise Orie, die dem Orden Licht Kreis angehört und die Voids vernichten möchte, während sie unter anderem auf Hyde trifft, der da wohl ein bisschen was dagegen hat. Auf diese Weise erwarten euch 16 mehr oder weniger unterschiedliche Geschichten und auch Kämpfer, denn jeder Kämpfer verfügt über unterschiedliche Waffen und Angriffsstile, sodass es sich lohnt, auf jeden Charakter einen Blick zu werfen.

Erzählt wird übrigens im typischen Visual Novel Stil, der zwar ganz nett gemacht ist, aber andere Spiele beweisen, dass das doch etwas besser geht. Die Bilder, die verwendet werden, bewegen sich nicht, blinken nur auf, wenn der Sprecher gewechselt wird. Das sollte doch wirklich besser gehen, gerade wenn unter anderem Arc System Works dahintersteckt. Ebenso unschön und altbacken wirken auch die Menüs. Und wenn man dann mal am Ende vom Arcade Mode ist, bekommt man übrigens den gleichen Game Over Bildschirm präsentiert, wie wenn man stirbt...

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Wo zur Hölle ist der C-Knopf?

Hat man sich einen Kämpfer erwählt, sollte man sich erst einmal die Kommandos anschauen - doch so ganz einsichtig ist das Ganze leider nicht. Wenn man nämlich noch nie einen Arcadestick in der Hand hatte, werden die Angaben sehr verwirrend sein, denn plötzlich ist von A, B und C die Rede, die man wohl auf dem Controller der PS3 vergeblich sucht. Entweder man vertraut also auf sein Glück und hämmert auf die Tasten ein oder man schaut sich in den Einstellungen die jeweiligen Belegungen an, die man dort übrigens auch ändern kann. Wir sind aber der Meinung, dass man hier sehr wohl die Kommandos hätte austauschen können.

Und dennoch ertappt man sich dann dabei, wie man wild auf den Tasten rumhämmert und dann bei einigen Figuren feststellt, dass irgendwie jeder Knopf so ziemlich dasselbe macht. Das war sehr irritierend. Aber gut, mit der Zeit kann man sich dann ganz gut durchraten, denn wie in jedem Prügelspiel, macht’s am Ende die Kombo interessanter. Ansonsten lässt sich zur Steuerung sagen, dass sich jeder Charakter ein bisschen anders spielt, aber alle Bewegungen sehr flüssig daherkommen und man nicht das Gefühl hat, schwerfällige Charaktere zu steuern.

Hinzu kommt an der Stelle noch der äußerst unausgeglichene Schwierigkeitsgrad: Spielt man auf Einfach, bleiben die Gegner im Prinzip nur stehen und greifen nur ganz selten an, sodass man innerhalb weniger Minuten durch den Arcade Modus kommt. Spielt man jedoch auf Mittel, das voreingestellt ist, schaut man ziemlich in die Röhre, denn hier greifen die Gegner ziemlich pausenlos an. Was ja nicht schlimm wäre, aber das Problem ist auch: Hat euch der Gegner einmal in seiner Kombo, kommt ihr da nicht so einfach wieder raus, was sehr frustrierend ist.

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Anime ftw?

Wir haben schon einige japanische Prügelspiele gespielt und waren zum Beispiel vom Stil in Arcana Hearts 3 Love Max!!!! und Persona 4 Arena Ultimax begeistert. Wir wünschten, dass wir über Under Night In-Birth dasselbe sagen könnten, aber leider ist das grafische Stil nicht sonderlich schön. Wie bereits erwähnt, sind die Storyabschnitte nicht gerade auf dem neuesten Stand, so ähnlich geht es den Figuren. Diese sind zwar ebenfalls gezeichnet, wirken jedoch an vielen Stellen sehr verpixelt und unsauber.

Zudem ist das Ganze auch mit englischen Unteriteln und japanischer Synchronisation, was dazu führt, dass man bestimmten Storyabschnitten nicht so recht folgen kann, vor allem dann nicht, wenn man nicht so richtig Ahnung hat, worum es eigentlich geht - eine Storyeinführung gibt es nämlich nicht. Wer das Spiel also auf gut Glück und aufgrund der Story (ja, solche Leute gibt’s bestimmt irgendwo…) gekauft hat, wird sich eher fragen, was hier eigentlich passiert. Aber genauso geht es einen überhaupt beim Spielen. Nach einer Runde im Arcade Modus zum Beispiel bekommt man eine Währung, was man damit machen kann, muss man selbst herausfinden. Letztendlich kann man damit unter anderem verschiedene Farben für die Kämpfer kaufen oder sein Profil aufpolieren. Davon gibt’s übrigens jede Menge, was wiederum sehr cool ist.

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Wer die Wahl hat, hat die Qual

Wir erwähnten bereits, dass euch in Under Night In-Birth viele unterschiedliche Modi erwarten. Um genau zu sein, handelt es sich hierbei um elf Stück, wobei davon allerdings drei etwas anders zu betrachten sind und auch der Trainingsmodus mit rein zählt. So könnt ihr euch zum Beispiel im Arcade Modus durch die Story der 16 Charaktere arbeiten, bei dem euch jedes Mal insgesamt 10 Kämpfe bevorstehen oder ihr versucht euer Glück Score Attack Mode: Hier zählt die größtmögliche Anzahl Punkte.

Wer keine Lust auf Kämpfe hat, kann sich im Customize Mode sein Profil aufpolieren oder die verschiedenen Kämpfer in andere Farben kleiden. Dafür benötigt ihr nur diese Ingamewährung und zwar jede Menge, denn einige Skins sind ganz schön teuer, da man aber für alle anderen Modi die Währung erhält, dürfte das kein wirkliches Problem sein. Oder ihr werft einen Blick auf den Replay Modus, denn hier könnt ihr euch einige Kämpfer erneut ansehen. Under Night In-Birth bietet auf jeden Fall viele Stunden Beschäftigung.

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Auf zur Voidbekämpfung?

Under Night In-Birth Exe Late ist ein solider Prügler, der mit butterweichen Steuerungen, 16 unterschiedlichen Kämpfern und vielen verschiedenen Modi daherkomt und somit Spaß für viele Stunden bieten kann. Dennoch hat es seine Probleme, die vor allem denjenigen etwas sauer aufstoßen werden, die noch nie einen Arcadestick in der Hand hatten, denn die Kommandobeschreibung erfolgt nicht mit den typischen PlayStation-Symbolen, sondern durch die Angaben aus der Spielhalle. Zudem wirkt Under Night In-Birth sehr altbacken und könnte eine grafische Überarbeitung ganz gut vertragen, allerdings kann man zum Beispiel seine Figur farblich anpassen und da gibt es ebenfalls jede Menge Auswahlmöglichkeiten.

Etwas unpraktisch für ein Prügelspiel ist der unausgeglichene Schwierigkeitsgrad: Spielt ihr auf Einfach, macht der Gegner so gut wie nichts - spielt ihr auf Mittel, habt ihr ganz schön zu tun. Hier wäre ein besseres Gleichgewicht sinnvoller gewesen. Übrigens gibt es auch eine Story, die aber nur sehr schleppend erklärt wird und nicht gerade hilfreich ist, wenn man keine genaue Ahnung hat, worum es eigentlich geht. Dennoch werden Prügelfans, die auf Anime-Beat’em-Ups stehen auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen und viele lange Stunden mit Under Night In-Birth verbringen können.

Pro Contra
+ 16 verschiedene Kämpfer und Kampfstile - Kommandos sehr verwirrend
+ Steuerung flüssig - Visual Novel Aspekt eher unschön
+ Unglaublich viele Modi - Menüs sehr altbacken
+ Viele Anpassungsmöglichkeiten - Figuren wirken verpixelt und unsauber
+ Viele Stunden Beschäftigung - Generell wenige Erklärungen, auch bei der Story nicht
- Keine Erklärungen zur Story
- Unausgewogene Schwierigkeitsgrade
- Einmal in Gegnerkombo, kommt man nicht so leicht wieder raus.
- Game Over Bildschirm nach Abspann


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Technik: 68
  • Grafik: 67
  • Sound: 70
  • Umfang: 90
  • Gameplay: 72
  • KI: 40

Spielspaß: 65
  • Story: Leider wird man ziemlich ins Geschehen reingeworfen, erhält allerdings kaum Erklärungen und steht stellenweise auf dem Schlauch, dafür gibt es 16 verschiedene Figuren mit eigenen Schicksalen.
  • Frustfaktor: Der Schwierigkeitsgrad ist sehr unausgeglichen, was auf höheren Graden dazu führt, dass man doch öfter den Game Over Bildschirm sieht, als man eigentlich will. Hierzu trägt auch die Gegnerkombo bei, aus der man so gut wie nicht mehr rauskommt.
  • Wiederspielwert: Under Night In-Birth bietet viele Stunden Spielspaß. Fans werden auf jeden Fall wiederkommen.
  • Design/Stil: Der Anime-Stil hätte schön sein können und wirkt dadurch sehr altbacken. Auch die Kämpfer sind leicht verpixelt.
  • Musik: Die ist selbstverständlich passend und unterstreicht die verschiedenen Szenen und Kämpfe.

Information: Das Testmuster zu Under Night In-Birth Exe Late wurde uns von NISA zur Verfügung gestellt.

Informationen zum Testgerät
Plattform: PlayStation 3
Version: PlayStation 3 Slim, 120 GB
Hardware: Standard, ohne ausgetauschte Hardware
Alter des Geräts zum Testzeitpunkt: 5 Jahre


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