The Last Tinker: City of Colors - PC-Plattformer im Test

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr euch ein bestimmtes Spiel kaufen wollt? Dann haben wir hier für euch Tests zu aktuellen Spielen.
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The Last Tinker: City of Colors - PC-Plattformer im Test

Beitragvon thomary » Fr 23. Mai 2014, 13:53

Wenn sich ein Entwicklerstudio „Mimimi Productions“ nennt, dann ist doch gleich die Aufmerksamkeit eines jeden Gamers geweckt. Wenn eben dieses Studio dann noch einen Plattformer ankündigt, der sich an Klassikern wie Jak & Daxter oder Banjo Tooie orientieren soll, erst recht. Und das Ganze auch noch aus deutschen Landen, da Mimimi in München sitzt? Die Gespanntheit erreicht einen Höhepunkt. Für den PC ist The Last Tinker: City of Colors nun schon verfügbar, Konsolenversionen (PS4, Xbox One) sollen folgen. Wir haben uns den Titel angesehen.

Willkommen in Farbstadt
Die Geschichte von The Last Tinker: City of Colors ist bezeichnend und passt irgendwie auch perfekt in das Weltgeschehen: Farbstadt ist eine, wie der Name schon sagt, farbenfrohe Stadt, in der die Bewohner friedlich zusammenleben – Bis jetzt. Aus dem bunten Treiben wird immer mehr ein zurückgezogenes Leben im eigenen Bezirk, da man den Angehörigen der anderen Farben nicht mehr traut. Rot, Grün, Blau und Lila sind die vertretenen Farben.

Kuro, der Protagonist von The Last Tinker: City of Colors, wird indes vom lila Farbgeist aufgesucht, der dem Jungen verspricht, dass sie gemeinsam wieder die Freude nach Farbstadt zurückbringen können. Doch stattdessen kommt alles viel schlimmer: Eigentlich handelt es sich um die gemeine Bleiche, die sich anschließend über Farbstadt ergießt und droht, die Stadt endgültig auszulöschen. In der Folge macht sich Kuro gemeinsam mit seinem Begleiter Tap auf den Weg, die richtigen Farbgeister zu finden und nach und nach die Farbe zurück in die Stadt zu bringen. Es stellt sich heraus, dass Kuro ein Tinker ist, also jemand, der die Mächte der Farbe an sich nehmen kann und so auch bereits von der Bleiche befallene Figuren wieder zum Leben erwecken kann.

Farbstadt ist eine unglaublich bunte und liebevolle Umgebung, in die auch ihre Bewohner wunderbar passen. Alles besteht nur aus „Papier, Farbe und Klebstoff“, und so werdet ihr hin und wieder auch witzige Dialoge zwischen den Dorfbewohnern verfolgen können, zum Beispiel von Kindern, die sich wünschen, angeln zu können, wodurch ihr Vater hofft, dass jemand Fische gebastelt hat. The Last Tinker: City of Colors ist nicht vertont, sondern die Figuren geben nur einige Laute von sich. Gesprochenes wird jeweils in recht großen Sprechblasen eingeblendet, die sich gut lesen lassen, insgesamt fällt alles nicht sehr textlastig aus.

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Plattformer mit Tradition?

Von der Optik her befindet sich The Last Tinker: City of Colors tatsächlich auf einer Wellenlänge mit den allseits beliebten Klassikern wie Jak & Daxter und Co., doch wie sieht’s mit dem Gameplay aus? Zunächst ein wenig ungewohnt: Insbesondere am Spielbeginn kann man Sprünge nicht automatisch auslösen, sondern Kuro überwindet beim Sprinten Hindernisse und Abgründe automatisch. Doch keineswegs mindert das den Anspruch: Plattformen können verschwinden oder unter euch absinken, sodass ihr durchaus auch mal schnell sein müsst, genau so wie ihr häufiger mit richtigem Timing arbeiten müsst, um nicht von irgendetwas getroffen zu werden. Lediglich die Navigation wird euch abgenommen, da Kuro das von alleine erledigt.

Solltet ihr euch in der Spielwelt einmal nicht zurecht finden, ist Tap euer Wegweiser, denn auf Knopfdruck zeigt er euch, wo ihr als nächstes lang gehen müsst. Abseits der Hautpfade gibt es noch zusätzliche Kisten mit Kristallen zu finden, die in der Spielwelt als Währung eingesetzt werden, sowie Pinsel, die ihr im Marktbezirk gegen Bilder und Artworks von The Last Tinker: City of Colors eintauschen könnt. Mit der Währung könnt ihr an Automaten, die nach ca. 1/3 des Spieles überall in der Spielwelt zur Verfügung stehen, Upgrades für Kuros Fertigkeiten oder seine Gesundheit kaufen, sodass zum Beispiel Sprungattacken möglich sind oder eure Gesundheit maximiert wird.
Ebenfalls ein wichtiges Element von The Last Tinker: City of Colors ist das Kampfsystem, das zwar nicht immer hundertprozentig präzise, an manchen Stellen etwas hakelig, aber dennoch sehr dynamisch ist. Kuro ist hauptsächlich ein Nahkämpfer, und so verprügelt ihr eure Feinde, weicht ihnen aus, führt Sprungattacken aus u.v.m. Im Verlauf des Spieles bekommt ihr zudem durch die Farbgeister diverse Sonderattacken, mit der grünen Farbe zum Beispiel schlagt ihr Feinde lediglich in die Luft, sodass ihr sie entweder geschickt in ihren Tod laufen lassen könnt oder aber sie zumindest kurzfristig vom Hals habt. In Kämpfen können hin und wieder kleinere Frustmoment entstehen, aber dank fair gesetzter Speicherpunkte könnt ihr direkt wieder einhaken. Erstaunlicherweise besteht ihr den Kampf beim zweiten Mal fast immer, denn ihr habt den Dreh für jede Situation recht schnell raus.

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Das ist aber hübsch!
Zu guter Letzt wollen wir noch auf die technische Seite von The Last Tinker: City of Colors eingehen, und auch hier muss man ganz klar sagen, dass sich der Indie-Titel aus München nicht vor Kollegen wesentlich größerer Entwickler zu verstecken braucht. Grafisch ist The Last Tinker: City of Colors an vielen Stellen beeindruckend und die Farbenpracht in Farbstadt lädt zum Verweilen ein. Auch wenn hier und da vielleicht die eine oder andere Textur nicht perfekt ist, wollen wir davon den tollen Gesamteindruck nicht trüben lassen.

Besonders vorbildlich ist zudem, dass The Last Tinker: City of Colors mit kompletter Controller-Unterstützung daherkommt. Wir haben das Spiel daher mit dem Xbox360 Controller gespielt, was vorbildlich gut funktioniert und schon fast das Konsolenfeeling aufkommen lässt.

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Auf eine farbenfrohe Zukunft

The Last Tinker: City of Colors ist einer der besten Plattformer, die wir in den letzten Jahren spielen durften. Farbstadt ist eine wundervolle Spielwelt, die Geschichte ist interessant und auch das Gameplay lässt Erinnerungen an die alten Klassiker wie Jak & Daxter und Banjo Tooie wieder aufleben.

Dass man nicht frei springen kann und das Kampfsystem hin und wieder etwas hakelig ist, trübt den insgesamt sehr guten Eindruck nur wenig, denn The Last Tinker: City of Colors verbindet insbesondere durch vier Schwierigkeitsgrade sehr gekonnt einen leichten Einstieg mit Anspruch und überzeugt mit vielen verschiedenen Spielelementen, wie zum Beispiel auch verbesserbaren Fertigkeiten von Kuro. Ob man nach dem Durchspielen noch einmal nach Farbstadt zurückkehrt, ist eher fraglich, denn außer dem Sammeln einiger weiterer Objekte gibt es dann wohl nicht mehr viel zu entdecken. Dennoch ist The Last Tinker: City of Colors aber ein wundervolles Abenteuer, das sich jeder einmal angesehen haben sollte!

Pro:
+ Liebevolle Spielwelt
+ Interessante und auch auf unsere Welt zugeschnittene Geschichte
+ Recht vielfältiges Gameplay
+ Vorbildliche Controller-Einbindung

Contra:

- Automatisches Springen
- Kampfsystem ab und zu hakelig
- Wiederspielwert eher gering

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Technik: 84
  • Grafik: 90
  • Sound: 82
  • Umfang: 85
  • Gameplay: 79

Spielspaß: 87
  • Story: Interessante Geschichte mit recht prototypischen Figuren.
  • Frustfaktor: Gering. Regelmäßige Checkpoints vorhanden.
  • Wiederspielwert: Eher gering, außer einzelne Kapitel, um Sammelobjekte zu vervollständigen.
  • Design/Stil: Bunt und einzigartig – Wie die geliebten Klassiker von früher!
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