Vorschau: EONIA (Steam) – Viel Erkundung mit wenig Zielen

EONIA ist das Herzensprojekt eines einzigen Entwicklers aus Spanien, das zum sympathischen Early Access Preis von 9,99€ (oder 4,99€ im aktuellen Sale) bei Steam erhältlich ist. Versprochen wird ein Fokus auf Erkundung in einer magischen, farbenfrohen Welt ohne Kämpfe. Ich habe reingeschaut und verrate euch in der Vorschau, was euch nun – in der Pre-Alpha Phase – bereits erwartet.

EONIA befand sich schon eine ganze Weile auf meiner Wunschliste und daher ist auch die gute Nachricht, dass der Titel seit dem Launch im Early Access im Mai 2018 tatsächlich regelmäßige Updates erhält. Neue Inhalte, Quests und Gebiete werden alle paar Wochen bis Monate hinzugefügt, was für einen einzelnen Entwickler bei den Ausmaßen des Titels durchaus respektabel ist. In den Steam Diskussionen zum Titel ist er zudem auch sehr fleißig unterwegs, antwortet auf Fehlerberichte und nimmt Featurewünsche auf.

Einiges hat sich am Spiel auch schon verändert und nicht zuletzt ist der Erschaffer dieser magischen Welt auch oft genug gefragt, wenn um Tipps fürs Spiel gebeten wird: Das liegt daran, dass EONIA Einiges anders macht als die meisten Mainstream Titel.

Grundsätzlich ist die Spielwelt hübsch.

Bücher lesen. Mit der Karte klarkommen.

Dass es in EONIA keine Kämpfe gibt, ist eine Sache: Eine wichtige Lektion der Hauptfigur ist, dass kein Lebewesen es verdient hat, zu sterben. Stattdessen gibt es diverse Taktiken, um Monster zu vertreiben: Vielleicht haben sie Angst vor einem Käfer, oder ein bestimmter Trank hilft, es zu vertreiben.

Doch auch so etwas wissen wir nicht einfach so: Um diese Taktiken herauszufinden, müssen wir eine Kreatur erst zeichnen, ihre Informationen dann mit einem Bestarium abgleichen, dass in einem Turm liegt, um hinterher die entsprechenden “Zutaten” finden zu können. Wir müssen dafür etwas herstellen? Das geht erst, wenn wir das passende Buch dazu gelesen haben – angeln oder etwas reparieren können wir erst, wenn wir das passende Buch gelesen haben, ein Buch, das irgendwo in der Spielwelt liegt und tatsächlich von uns durchgeblättert werden muss.

EONIA ist in der Hinsicht eine willkommene Abwechslung vom Mainstream und hat mich in den ersten Minuten mit diesem Ansatz wirklich begeistert. Es ist auch nicht so, dass die Bücher einfach zahlreich irgendwo herumliegen – man muss schon das richtige Buch finden. Grundsätzlich macht das auch echt Spaß und vor allem ist hier alles sinnvoll, es erwarten euch keine abstrusen Rätsel. Doch das coolste Feature bringt auch die größte Schwäche von EONIA mit sich.

Infos zu einem der fiesesten Monster der Welt.

Echte Erkundung?

Ich erwarte von Spielen mit einem Fokus auf Erkundung, dass es dann tatsächlich auch überall etwas zu entdecken gibt. Dass die Welt meinen Drang, jeden Winkel auszukundschaften fördert und mich dafür belohnt. Das ist in EONIA leider nur eingeschränkt der Fall.

Stellt euch vor, ihr seht das auch im Video, ihr bekommt die Info, ein Monster lässt sich nur mit einem bestimmten Käfer vertreiben, der moosige Baumstämme in der Nähe der Küste mag. Was stellt ihr euch dann vor? Nun, in der Realität würde man solche Käfer an vielen Orten finden, außer es ist eine absolut vom Aussterben bedrohte Spezies. In EONIA ist fast alles eben so vom Aussterben bedroht.

Einen solchen Käfer gibt es an genau einem Ort in der Spielwelt, den man finden muss. Auch die nötigen Gefäße gibt es genau einmal. Und später, um eine Vogelscheuche zu bauen, sind die nötigen drei Stoffpacken an genau drei (nicht besonders naheliegenden) Orten in der Spielwelt verteilt. Auch die Tiere, die ich zeichnen muss, gibt es jeweils nur einmal.

EONIA weckt nicht meinen Drang, zu erkunden, sondern drängt mich dazu, das richtige zu erkunden. Das ist nicht schlecht, und wird auch Spieler ansprechen, aber nicht so viele, wie es andersherum ansprechen könnte. Letztlich ist EONIA vom Gameplay her ein wenig wie klassische Adventures: Ich muss genau das tun, was das Spiel will, nur die Reihenfolge ist hier nicht so wichtig. Mehrere Quests laufen parallel, aber es trotzdem Momente, in denen ich in eine Sackgasse laufe.

Was es nicht ins Video geschafft hat ist der magische Begleiter Flino, der in solchen Situationen auch nicht weiterhilft: Er weist nur dann den Weg, wenn wir zu einem angegebenen Punkt zurücklaufen müssen, wie zum Beispiel zur Vogelscheuche, die nun gebaut werden kann.

Später wird EONIA zwar etwas offener, da man bei ausführlicher Erkundung natürlich schon Dinge gesammelt hat, die einen zu bestimmten Zeitpunkten weiterhelfen, doch so ganz hat mich der Eindruck der Eingeschränktheit nie losgelassen.

Bootfahren darf man auch.

Fazit: Eine schöne Welt mit Potential

Zur technischen Seite von EONIA lohnt es sich aktuell nicht, viel zu sagen. Das Spiel läuft recht stabil, an allem anderen wird noch gefeilt. Vom Gameplay her überzeugt mich EONIA mit seinem Grundgedanken: Bücher lesen, um etwas zu lernen anstatt einen Skilltree zusammenzuklicken ist cool. Mein großer Wunsch für den Ausbau des Spieles sind jedoch mehr echte Freiheit und Erkundung, und dass man vielleicht auch mal durch Zufall auf das passende Objekt zum Weitermachen trifft. Ich bin gespannt, wie sich EONIA weiterentwickeln wird. Die Entwicklung an sich ist jedenfalls vielversprechend, denn der Entwickler hinter EONIA und GEOMETRIC BYTES steht definitiv hinter seinem Produkt und geht blitzschnell auf Feedback und Fehlermeldungen ein. Ich hoffe, dass auch noch solche Änderungen kommen, mit denen EONIA irgendwann einmal viele Spieler erreichen kann.

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