Das Restaurant des Bären (Switch) im Test – Über Leben und Tod

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Das Restaurant des Bären hat mich interessiert, seit dem ich das erste Mal eine News dazu gelesen habe. Im Spiel geht es um einen Bären, der die Lieblingsgerichte für Verstorbene kocht, damit sie weiterziehen können. Ich habe mir die Switch Version von Das Restaurant des Bären für dich angesehen und muss hierfür das erste Mal eine Content Warnung rausgeben, denn ganz leicht ist der Inhalt des Spiels nicht.

Content Warnung: Tod und Selbstmord, Himmel und Hölle. Der Inhalt des Spiels kann sehr negativ werden, auch, was die Sprache angeht. Teilweise werden diese Inhalte in meiner Review widergespiegelt. !B

Ein Bär und eine Katze unterhalten sich in einem Schlafzimmer. Der Bär sagt: "Es ist völlig egal, wer du bist oder woher du kommst, wenn es ums Essen geht."

Die letzte Mahlzeit – und danach

Ich schlüpfe im Spiel in die Rolle einer Katze, die einem Bären dabei hilft, ein Restaurant zu betreiben, in dem kürzlich Verstorbene ihre letzte Lieblingsmahlzeit einnehmen können, bevor sie mit dem Zug in den Himmel fahren. Nicht jedem scheint im Restaurant des Bären, das im Englischen unter Bear’s Restaurant bekannt ist, eine solche Mahlzeit zuzustehen, denn ich bewirte nur Verstorbene, die in den Himmel reisen.

Dabei ist es meine Aufgabe, die Bestellungen aufzunehmen. Manche Verstorbenen wissen direkt, was sie haben wollen, andere können sich nicht so gut ausdrücken, sodass ich tauchen muss, um herauszufinden, was sie möchten. So tauche ich in die Erinnerungen einer Maus oder eines Vogels ein. Anschließend gebe ich die Bestellung weiter. Spielerisch habe ich keine großen Aufgaben und kann auch nichts falsch machen.

Jede/-r Verstorbene hinterlässt mir einen Erinnerungssplitter, mit dem ich die letzten Sekunden des Lebens ansehen kann. Glücklicherweise ist das kein Muss, denn die letzten Sekunden eines Wesens zu sehen, das im Sterben liegt, sind keine glücklichen Sekunden. Überlege dir gut, ob du sie sehen möchtest, denn es sind viele verschiedene Todesmomente zu sehen – in Pixeloptik, aber sie sind da. Und das macht mich teilweise sehr traurig. Es war teilweise sehr, sehr bedrückend zu sehen, wie manche Wesen gestorben sind. Oft fühlt sich der Tod so unnötig an.

Doch immerhin kommen die Verstorbenen auf diese Weise zu mir ins Restaurant und ich kann ihnen nochmal was Schönes zu essen kochen, bevor sie weitergehen und im Kreislauf der Wiedergeburt landen. Generell Thematisiert das Restaurant des Bären den Himmel, die Hölle, die Wiedergeburt und das Nichts, denn im Nichts landen alle, die es nicht wert sind, wiedergeboren zu werden. Und auch das Nichts spielt am Ende eine große Rolle. !B

Wie wholesome ist es?

Das Restaurant des Bären kann teilweise trotz der schwierigen Thematik und der zweiten Spielhälfte als wholesome eingeschätzt werden. Die ersten Hälfte ist so voller Liebe und Fürsorge, auch die Sprache ist hierbei nett und wertschätzend, während die zweite Hälfte sehr gefährlich ist: Die Sprache wird derb und böse, absolut nicht mehr gewaltfrei. Dafür endet es dann doch wieder sehr schön.

Doch trotz, dass Wesen im Spiel gestorben sind, denke ich, dass es eine schöne letzte Tat ist, jemandem sein Lieblingsgericht zu kochen und somit auf diese Weise eine schöne letzte Erinnerung an die Welt und sich selbst zu schaffen. Dennoch sind sehr schwierige Themen im Spiel vorhanden, die nicht nur den Tod und die derbe Sprache beinhalten, sondern die auch vom Vergessen sprechen.

Übrigens ist Das Restaurant des Bären vollkommen auf Deutsch übersetzt und auch die Texte sind relativ fehlerfrei – das hilft, um die Thematiken besser zu verstehen und generell ein besseres Verständnis fürs Leben zu erhalten. Generell bringt das Spiel viele verschiedene Botschaften mit sich, so beispielsweise der alte Herr, der auf Arbeit gestorben ist und sich einfach wünscht, nicht so viel gearbeitet zu haben, sondern mehr Zeit mit seiner Frau verbracht zu haben. Oder die Maus, die nicht vorsichtig genug war und einen Fliegenpilz aß, statt des blauen Pilz‘. Es birgt viele verschiedene Geschichten, die am Ende darauf abzielen, dass wir unser Leben genießen sollten und nicht so viel Zeit mit unnötigen Dingen verschwenden. !B

Die Steuerung ist… schwamming

Das Restaurant des Bären auf der Switch ist relativ gut umgesetzt, lediglich die Steuerung ist etwas sehr mau und meist viel zu schnell, sodass ich manchmal schon am Ziel vorbei bin. Das ist dabei auch egal, ob ich das Steuerkreuz nehme oder den Stick. Und das ist sehr schade, denn die Steuerung ist das einzige, was ich aktiv im Spiel mache. Ungünstig, wenn diese dann nicht so gelungen ist, wie sie hätte sein können. Glücklicherweise gibt es keinen Moment im Spiel, bei dem es wirklich drauf ankommt, dass die Steuerung passt. Dennoch hätte ich mir ein bisschen mehr Feingefühl dabei gewünscht und dass ich einfach ein bisschen langsamer laufen kann.

Ansonsten gibt es rein technisch gar nicht so viel zu sagen: Die Grafik ist in einem ganz netten Pixeloptikstil, der mich vor allem an Spiele erinnert, die mit dem RPG Maker gemacht werden. Meistens kann ich mit diesem Stil nicht so richtig was anfangen, weil er für mich teilweise sehr hölzern wirkt. Für Das Restaurant des Bären hätte ich mir auch einen schöneren Stil gewünscht.

Und auch wenn es eine Geschichte ist, die dazu dient, dass man sie einfach genießt und Botschaften mitnimmt, so habe ich mir teilweise doch mehr zu tun gewünscht – und wenn ich dem Bären hin und wieder einfach ein paar Zutaten gebracht hätte, irgendwas, was mir nicht nur „Laufen“ als die spannendste Gameplayoption bietet. Das finde ich an sich ein bisschen schade, denn hier wären bestimmt einige Möglichkeiten drin gewesen. Denn gerade für den Preis von 12,99 €, den es auf der Nintendo Switch hat, finde ich es doch ein wenig sehr wenig, denn die Spielzeit an sich beträgt in etwa zwei Stunden. Zwar erhalte ich eine schöne Story mit wirklichem Tiefgang und jede Menge Dinge, über die ich nachdenken kann, aber hier hätte mehr etwas gut getan. Schade, dass es zudem auch keine Entscheidungen gibt, die den Ausgang des Spiels beeinflussen könnten, um den Wiederspielwert zu steigern. !B

In einem kreisrunden Ausschnitt ist ein Mann zu sehen, der sagt: "Ich bin so dankbar, dass ich mich noch einmal an den Geschmack erinnern durfte, bevor ich gehen musste."

Fazit: Gedanken über das Leben und den Tod

Das Restaurant des Bären ist eine tiefgehende, teilweise sehr schöne Geschichte, die dich über das Leben und den Tod nachdenken lassen wird, die dich dazu animieren wird, den Moment zu genießen und dich aufs Wesentliche zu beziehen. Die Geschichte wird dich aber auch sehr traurig machen, denn sie handelt von Wesen, die kürzlich verstorben sind. Du wirst die Todeszeitpunkte sehen können und solltest dafür bereit sein. Und trotz dieser etwas anderen Geschichte bietet Das Restaurant des Bären nicht sonderlich viel im Gameplay, aber das muss es nur teilweise: Ja, manchmal habe ich mir ein bisschen mehr gewünscht, damit sich der Preis des Spiels auf der Nintendo Switch rechtfertigt, beispielsweise Entscheidungen oder kleinere Quests, dennoch ist es ein wirklich schönes Spiel, das dich traurig machen wird – und das dir jede Menge Gedankenstoff für dein Leben geben wird.

ProContra
+ Tiefgehende Geschichte mit schwierigen Themen– Steuerung sehr schwammig und teilweise zu schnell
+ Deutsche Übersetzung hilft fürs Verständnis– Ein bisschen mehr zu tun wäre schön
+ Eine Geschichte über das Leben, die Liebe und den Tod– Grafischer Stil erinnert an RPG Maker (nicht mein Favorit)
+ Pixelgrafikstil
Das Wertungsbild zeigt einen Score von 80 von 100 Punkten an.

Technik: 73
Grafik: 78
Sound: 84
Umfang: 61
Gameplay: 70

Spielspaß: 86

  • Story: Das Spiel erzählt die Geschichte einer Katze und eines Bären, die gemeinsam ein Restaurant haben, um kürzlich Verstorbenen ihre Lieblingsmahlzeit zu kredenzen. Definitiv keine leichte Kost.
  • Frustfaktor: Nicht wirklich vorhanden.
  • Wiederspielwert: Das Restaurant des Bären bietet keinerlei Entscheidungen und ist nach einem Mal spielen relativ klar.
  • Design/Stil: Das Restaurant des Bären hat einen Pixeloptikstil, der an den RPG Maker erinnert.
  • Musik und Sound: Ganz passend im Hintergrund.
  • Preis-Leistungs-Verhältnis: Für 12,99 € finde ich es ein wenig happig, ich denke, 7 oder 8 € wären auch passend gewesen.

Offenlegung

Ich habe mir Das Restaurant des Bären auf der Nintendo Switch selbst gekauft.

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Beatrice Vogt
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